Kompaktes Windows-Mobile-Smartphone: BenQ E72

von Sandra Vogel am , 11:11 Uhr

Pro
  • kompakt und taschenfreundlich
  • WLAN
  • Bluetooth
  • nützliche Zusatzsoftware
Con
  • kleines Display
  • lahmer Prozessor
  • Office Mobile nicht inbegriffen
Hersteller: Benq Mobile Listenpreis: Euro
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das E72 ist zwar originell, lässt jedoch einige Features vermissen. Und nicht zuletzt wegen des kleinen Displays kommt es nicht für jeden in Frage.

Wem möglichst kompakte Abmessungen wichtiger erscheinen als aktuelle Features und eine solide Performance, der findet mit dem Windows-Mobile-Smartphone E72 von BenQ das passende Gerät. Ansonsten heißt es weitersuchen. Denn der träge Prozessor und das kleine Display entzaubern das Handy schnell. Und durch die lückenhafte Software-Ausstattung lassen sich noch nicht einmal Word-Dokumente bearbeiten.

BenQ hat vor Kurzem sein neues Windows-Mobile-Smartphone [1] E72 herausgebracht. Auf den ersten Blick wirkt das Gerät auch durchaus interessant. Denn immerhin ist es BenQ gelungen, auf einem immer dichter gedrängten Markt neue Akzente zu setzen.

Design

Das E72 sieht mehr wie ein gewöhnliches Privatanwender-Handy denn wie ein Business-Smartphone aus. Mit seinem schmalen Schokoriegelformat und dem Standard-Handytastenfeld ähnelt es typischen Windows-Mobile-Smartphones kaum. Die schwarz-rote Hülle fällt allerdings angenehm auf. Und das gilt auch für die verspiegelte Displayoberfläche. Manchen Geschäftsleuten mag es etwas zu unseriös aussehen. Andere wiederum werden gerade das ausgefallene Äußere zu schätzen wissen.

Mit einer Länge von nur 10,8 Zentimetern und gerade einmal 90 Gramm Gewicht fällt das Smartphone sehr kompakt aus. Es passt wirklich in jede Hosentasche. Leider ist das 240 mal 320 Pixel umfassende Display mit lediglich 50 Millimetern (2 Zoll) Diagonale ebenfalls ziemlich klein geraten. Wer mit diesem Gerät häufiger im Internet surfen will, wird sich mit dem zierlichen Bildschirm wohl kaum anfreunden können.

Das Tastenfeld unterhalb des Displays wirkt hingegen gelungen. Es ist durchaus angenehm zu bedienen. Die Nummerntasten haben am unteren Rand jeweils eine kleine Erhöhung. Das macht sie griffig und gut geeignet zum schnellen und einfachen Eingeben von Textnachrichten. Das rechteckige Navigationspad hebt sich ebenfalls etwas von der Umgebung ab. Dadurch finden es die Finger mühelos. Links und rechts davon liegen die Tasten für den Verbindungsaufbau und -abbruch. Die „Windows Mobile Home“-Taste sowie die Rücktaste sind in einen roten Streifen eingebettet, der sie klar vom Ziffernfeld absetzt.

Ein ähnlicher roter Streifen verläuft entlang der schmalen Ränder. In ihm verbergen sich ebenfalls einige Tasten und Anschlussmöglichkeiten. Auf der rechten Seite sitzt ein Mini-USB-Port. Er sorgt für die Stromversorgung und die Verbindung zum Rechner. Das Testgerät bringt leider keine Ohrhörer mit. Doch man kann davon ausgehen, dass auch diese über den Mini-USB-Port angeschlossen werden – denn es gibt schlichtweg keine anderen Anschlussmöglichkeiten an diesem Gerät. Ebenfalls rechts befindet sich ein Lautstärkeregler.

Auf der linken Seite liegen zwei Funktionstasten. Die eine öffnet das Messaging-Programm von Windows Mobile. Es gewährt Zugriff auf SMS-, MMS- und E-Mail-Funktionen. Die andere Taste schaltet bei nur kurzer Betätigung die Diktierfunktion ein. Wird sie länger gedrückt, aktiviert das die Sprachsteuerung.

Bei der Diktierfunktion handelt es sich eigentlich um ein Programm eines Drittanbieters, VITO AudioNotes. Damit lassen sich Aufzeichnungen im MP3- oder WAV-Format entweder in mittlerer, niedriger oder hoher Qualität erstellen. Das bedeutet auch, das der Benutzer an bereits vorhandene Aufnahmen zusätzliches Audiomaterial anhängen oder aber Aufnahmen als E-Mail-Anhang versenden kann. Dadurch erspart das E72 seinem Anwender das Abtippen längerer Nachrichten. Stattdessen verschickt er diese sofort als Audiodatei. Das funktioniert so ähnlich wie bei HPs Voice-Messenger 514.

Funktionsumfang

Im E72 steckt ein 260-MHz-Prozessor. Diese niedrige Taktrate ist deutlich spürbar. Sind zwei oder drei Anwendungen geöffnet, und es soll noch eine weitere dazukommen, erscheint sofort das „Bitte warten“-Symbol von Windows Mobile. Windows Mobile 6 Standard schließt die Anwendungen nicht, wenn sie im Hintergrund laufen. Soll das E72 also so schnell und effizient wie möglich arbeiten, muss der Benutzer immer wieder in den Task-Manager wechseln und eventuell geöffnete Anwendungen deaktivieren. Wer häufig mehrere Programme gleichzeitig benutzt, muss diesen Vorgang regelmäßig wiederholen.

Das E72 verfügt zudem über einen ziemlich kleinen Speicher. Mit 128 MByte ROM und 64 MByte RAM hat das im Test verwendete Modell nach einem Hard Reset nur noch 26 MByte Speicher frei. Wer damit nicht auskommt, der kann zusätzlich den microSD-Kartensteckplatz unter der Akkuabdeckung nutzen. Er akzeptiert Speichermedien bis zu 2 GByte Größe.

Das Smartphone unterstützt Quadband-GSM mit GPRS/EDGE, aber leider kein UMTS für eine schnellere Datenübertragung. Aber sowohl Bluetooth 2.0 als auch WLAN 802.11b/g sind mit an Bord. Ein Shortcut-Symbol auf dem „Windows Mobile Heute“-Bildschirm öffnet den Comm-Manager. Dort lassen sich die Drahtlos-Features und auch die SIM-Karte selbst nach Belieben ein- und ausschalten.

BenQ hat einige Änderungen vorgenommen, so dass sich Windows Mobile etwas anders darstellt und auch anders anfühlt als gewöhnlich. An der Oberseite des Heute-Bildschirms sind BenQs eigene, große Symbole untergebracht. Sie gewähren Zugriff auf die fünf zuletzt genutzten Anwendungen. Darunter befindet sich der Comm-Manager-Shortcut. Eine Ebene tiefer liegen ein paar weitere Shortcuts zu den Rubriken „Kalender“ und „Aufgaben“. Dank einer Programmleiste gelangt der Nutzer schnell zu einigen der wichtigsten Anwendungen auf dem Gerät. Am unteren Rand des Heute-Bildschirms gibt es schließlich die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Profilen zu wechseln.

Office Mobile findet BenQ offensichtlich nicht so wichtig. Zur Bearbeitung von Excel- oder Word-Dokumenten müssen also Anwendungen von Drittanbietern installiert werden. Doch aufgrund des winzigen Displays erscheint das sowieso kaum sinnvoll.

Es gibt noch einige zusätzliche Anwendungen. Darunter findet sich etwa Mundu, ein gemeinschaftlicher IM-Client für alle Kontakte aus MSN Messenger, Gtalk, Yahoo, ICQ, AOL und Jabber. Außerdem ist eine Version von Fizz Traveller installiert. Sie beinhaltet eine Weltzeituhr, eine Reisecheckliste, einen Währungsrechner und aktuelle Wetterprognosen.

Auf der Rückseite des E72 befindet sich eine 2-Megapixel-Kamera. Aber ohne Blitz und Spiegel für Selbstporträts ist ihre Funktionalität doch recht eingeschränkt.

Performance

Laut Herstellerangaben reicht der 900-mAh-Akku für bis zu vier Stunden Sprechzeit beziehungsweise 180 Stunden im Stand-by-Modus. Im Test erlaubt eine volle Akkuladung knapp fünf Stunden Musikwiedergabe ohne Unterbrechung. Das ist eine durchaus ordentliche Leistung.

Der lahme 260-MHz-Prozessor dürfte nicht zu den besonders großen Stromfressern gehören – denn viel leistet er nicht. Doch er stellt nur für diejenigen wirklich eine Einsschränkung dar, die häufig mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen. Wer nicht ständig zwischen mehreren geöffneten Programmen hin- und herwechselt, kann sich mit der etwas lahmen Reaktionszeit sicher arrangieren.

Fazit

Es ist erfreulich, dass ein Unternehmen einmal anders mit Windows Mobile umgeht. Mit dem E72 beweist BenQ Originalität hinsichtlich Hardware und Software. Ein schnellerer Prozessor, ein größeres Display, mehr Speicherplatz und Office Mobile wären aber schon angenehm. Das würde die Attraktivität des E72 noch deutlich erhöhen. So wie es ist, spricht das Smartphone wohl nur einen kleineren Kreis von semi-professionellen Nutzern an.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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