Hervorragender HD-Hybrid-Camcorder: Panasonic HDC-HS100

von Rich Trenholm am , 11:55 Uhr

Pro
  • manueller Objektivring
  • clevere automatische Einstellungen
  • hervorragende Videoqualität
Con
  • leichte Körnung bei schlechten Lichtverhältnissen
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,4 von 10 Punkte
Fazit:

Ein eleganter Camcorder, der alle grundlegenden Anforderungen abdeckt.

Der Panasonic HDC-HS100 ist in jeder Hinsicht gut ausgestattet: Ein kompaktes Gehäuse, hohe Speicherkapazität und hochwertige Funktionen zeichnen ihn aus. Er liefert hervorragende HD-Videos in einem gleichermaßen leicht zu bedienenden und leistungsfähigen Paket. Der manuelle Objektivring und der Bildsucher stellen dabei noch nette Extras dar.

Im Online-Handel ist der Panasonic HDC-HS100 schon für etwas unter 1000 Euro erhältlich. Für ein mit so vielen Funktionen versehenes, leistungsstarkes Gerät ist das nicht besonders teuer. Außerdem handelt es sich um ein Modell mit drei CMOS-Sensoren (3MOS).

Design

Der HS100 weist die übliche zylindrische Bauform auf. Auf der rechten Seite gibt es einen klobigen Griff, der an den von Modellen mit DVD-Aufzeichnung erinnert. Obwohl der Griff angenehm in der Hand liegt, fühlt sich die Auflagefläche für die Fingerspitzen ein wenig zu glatt an. Hier könnte man den Halt noch verbessern.

Der 69 Millimeter (2,7 Zoll) große 16:9-LCD-Bildschirm lässt sich ausklappen und für Selbstporträts herumdrehen. Er bietet eine beeindruckende Auflösung von 300.252 Bildpunkten. Beim Schließen des Displays geht die Kamera in Stand-by-Betrieb. Umgekehrt ist sie sofort wieder einsatzbereit, wenn der Bildschirm aufgeklappt wird. Zwischen der LCD-Anzeige und dem elektronischen Bildsucher kann der Benutzer ganz einfach umschalten. Bei der Fokussierung im elektronischen Bildsucher hilft dann ein Diopter.

Die Bedienelemente sind leicht verständlich. Es gibt spezielle Tasten für den intelligenten Auto-Modus (iA), die Pre-Record-Funktion samt Menü sowie für die Bildstabilisierung und das Kopieren von der Festplatte auf die im Bildschirmfach verborgene Speicherkarte. Hinzu kommt ein flacher Vier-Wege-Joystick zur Navigation in den Menüs. Er verfügt über genügend Hub, fühlt sich aber ein wenig flach und wacklig an.

Die Anschlüsse sind auf Bildschirm- und Batteriefach verteilt. Ein Schiebedeckel im Bildschirmfach verbirgt die Komponent- und AV/Audio-Anschlüsse. Eine weitere kleine Klappe gibt die SD- und SDHC-Kartensteckplätze frei. Die HDMI- und USB-Ports sind unter der Batterie zu finden. Um Aufnahmen zu übertragen und anzusehen, muss deshalb erst die Batterie herausgenommen und die Kamera an eine Steckdose angeschlossen werden. Das soll verhindern, dass die Batterie mitten in der Übertragung den Geist aufgibt. Es erscheint aber auch sehr umständlich. Denn somit lassen sich Videos nur zu Hause, wo alle erforderlichen Kabel zur Hand sind, übertragen und anschauen. Unterwegs geht da kaum etwas.

Der 12-fache optische Zoom wird mit dem Zeigefinger der rechten Hand über einen Kippschalter bedient. Alternativ kann ihn der Nutzer mit der linken Hand durch Drehen des manuellen Einstellrings am Leica-Dicomar-Objektiv steuern. Eine Taste an der Vorderseite schaltet den Objektivring auf manuelle Fokussierung um. Dabei erscheint die Mitte des Bildausschnitts zur Feineinstellung vergrößert auf dem Bildschirm. Praktischerweise lässt sich mit dem Ring auch durch ein kurzes Aufnahmemenü scrollen. Hier gibt es dann Einstellungen zu verschiedenen Funktionen, etwa der Verschlussgeschwindigkeit.

Einziger Kritikpunkt am Objektivring ist der Umstand, dass er zum Teil durch die Lampe blockiert wird. Beim Einstellen mit Daumen und Zeigefinger lässt er sich nicht beliebig weit drehen. Für ein weiteres Problem sorgt der angebundene Deckel des Zubehörschuhs. Er hängt ein wenig sperrig im Weg. Möglicherweise stört das bei manchen Zubehörteilen.

Funktionsumfang

Der HS100 verwendet statt CCD-Sensoren drei 1/6-Zoll-CMOS-Bildchips. Jeder dieser Sensoren nimmt Rot, Grün oder Blau auf. Das sorgt für ein detaillierteres Bild, als es ein Sensor liefern könnte. Jeder Chip ist für 610.000 Pixels ausgelegt. Videos nimmt der Panasonic im AVCHD-Format auf, bei einer vollen HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln.

Der HS100 bringt eine große 60-GByte-Festplatte mit. Sie speichert knapp acht Stunden an HD-Aufnahmen und arbeitet mit einer hohen Datenrate von 17 MBit/s. Zur einfacheren Weiterverarbeitung lassen sich die Aufnahmen auch auf eine SD- oder SDHC-Karte kopieren.

Weitere Funktionen sind eine optische Bildstabilisierung, Gesichtserkennung und ein Mikrofoneingang. Der HS100 nimmt auch JPEG-Fotos auf, allerdings nur mit einer Auflösung von maximal 1920 mal 1080. Das entspricht 2,1 Megapixeln und kann mit der Leistung einer einfachen Kompaktkamera nicht ganz mithalten.

Der intelligente Auto-Modus übernimmt alle Einstellungen für den Benutzer. Er ist über eine eigene Taste aufrufbar. Mit einer weiteren Taste lässt sich die Pre-Record-Funktion aktivieren. Sie speichert schon vor dem Drücken des Aufnahmeknopfs Videomaterial. Damit verpassen Hobby-Kameramänner und -Frauen keine Szene mehr.

Leistung

Der HS100 braucht nach dem Einschalten sechs Sekunden, bis er einsatzbereit ist. Eine Sanduhr auf dem Bildschirm weist darauf hin, dass die Festplatte auch dann gelesen wird, wenn sie leer ist. Befindet sich die Kamera im Standby-Modus, ist sie beim Aufklappen des Bildschirms sofort aufnahmebereit. Allerdings geht das zu Lasten der Akkulaufzeit.

Die Aufnahmen sehen großartig aus. Sie weisen warme Farben und viele Details auf. Bei guten Lichtverhältnissen sind keine unsauberen Kanten oder Artefakte zu erkennen. Auch diagonale Linien werden sauber dargestellt. Ob die 3MOS-Technik gegenüber 3CCD oder auch einem größeren CMOS grundsätzlich besser abschneidet, bleibt ungeklärt. Auf jeden Fall liefert der HS100 ansprechende Ergebnisse – und darauf kommt es schließlich an.

Der intelligente Auto-Modus (iA) erkennt die Szenerie vor der Kamera und schaltet zwischen Modi wie Landschaftsaufnahme, Porträt und so weiter um. Gegebenenfalls aktiviert er auch die Gesichtserkennung. Im Test funktioniert das recht gut. Bei schlechteren Lichtverhältnissen wechselt die Kamera automatisch in einen Nacht-Modus. Er kann allerdings eine deutliche Körnung der Aufnahmen auch nicht verhindern.

Fazit

Der Panasonic HDC-HS100 bringt alles mit, was ein Camcoder braucht. Er ist kompakt, aber trotzdem gut zu handhaben. Zudem verfügt er über eine geräumige Festplatte und eine Reihe hochwertiger Funktionen. Dennoch lässt er sich kinderleicht bedienen und besitzt effektive Automatik-Modi. Sehr praktisch erscheint auch der manuelle Objektivring mit seinen durchdachten Funktionen. Vor allem aber fällt die Bildqualität hervorragend aus. Die direkten Mitbewerber, Canons HF10 [1] oder Sonys Handycam HDR-SR11 [2], stellen durchaus mögliche Alternativen dar. Doch eine Entscheidung zugunsten des HS100 wird wohl niemand bereuen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39197717/hervorragender-hd-hybrid-camcorder-panasonic-hdc-hs100/

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[1] Canons HF10: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39191531/hd_camcorder+mit+dual_flash_speicher+canon+hf10.htm

[2] Sonys Handycam HDR-SR11: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39190714/hd_camcorder+mit+60_gbyte_festplatte+sony+handycam+hdr_sr11.htm