Hardware-Shopping in den USA: der ultimative Import-Guide

von Marco T. Christof am , 14:40 Uhr

Ein Macbook, ein iPhone, vielleicht eine Playstation 3: All das gibt es in den USA deutlich günstiger. Noch dazu steigen am 1. Dezember die Einfuhr-Freibeträge. Doch wie funktioniert das mit dem Importieren? Was verlangt der Zoll, wo werden Steuern fällig? Und was passiert eigentlich, wenn ein vermeintliches Schnäppchen im Koffer von eifrigen Zöllnern entdeckt wird? CNET hat für Sie recherchiert, was es beim Hardware-Import zu beachten gibt.

Die neuen Macbooks im Alu-Design [1] sind ein Augenschmaus – aber geht’s nicht auch einen Tick günstiger? In den USA schon: Dort vertickt Apple [2] das kleinste Alu-Macbook für 1299 Dollar, das macht beim aktuellen Dollarkurs von 79 Cent gerade mal 1026 Euro. Im deutschen Apple-Store kostet das Gerät 170 Euro mehr. Für viele Handys, DVDs, MP3-Player und Digicams gilt das gleiche: In den USA sind sie früher und für weniger Geld zu haben als hierzulande. Zumindest auf den ersten Blick.

Macbook
Das neue Macbook im Alu-Design – Apple USA verkauft das 13-Zoll-Modell für 1299 Dollar (Bild: Apple).

Einkaufen vor Ort in den USA: Vorsicht, Sales Tax

Leider verrät das Preisetikett in US-Shops nicht die ganze Wahrheit, denn erst an der Kasse gesellt sich die Sales Tax zum Kaufpreis hinzu. Anders als die deutsche Mehrwertsteuer schwankt sie von Bundesstaat zu Bundesstaat zwischen 0 und 11 Prozent, und sogar in benachbarten Bezirken und Städten kann der Obolus unterschiedlich hoch ausfallen. Teilweise wird er auch nur bei manchen Produktgruppen oder ab einem bestimmten Warenwert fällig. Einen guten Überblick über die regionalen Unterschiede geben Salesandusetax.com [3] und Wikipedia [4].

In zwei Bundesstaaten, Lousiana und Texas, können Touristen die Sales Tax zurückfordern, wenn sie bei bestimmten Läden eingekauft haben. Die genauen Konditionen und die teilnehmenden Shops listen zwei separate Websites für Lousiana [5] und Texas [6] auf. Die übrigen Bundesstaaten sehen keine solche Erstattung vor. Dort können Sie allenfalls im Laden nachfragen, ob Ihnen die Sales Tax erlassen wird, da Sie die Ware in Kürze exportieren. Die Erfolgsaussichten sind aber eher gering.

Zoll und andere Einfuhrabgaben

Zurück am heimatlichen Flughafen kommen möglicherweise weitere Kosten auf Sie zu – in welcher Höhe, hängt zunächst vom Warenwert ab. Wenn Sie keinen Kaufbeleg vorlegen können, schätzt der Zöllner den Wert, und das erweist sich grundsätzlich als teurer Spaß. Bewahren Sie also nach dem Kauf die Quittungen gut auf und fertigen Sie am besten Kopien an. Für all diejenigen Mitbringsel, deren Gesamtwert inklusive Sales Tax innerhalb eines bestimmten Freibetrags liegt, brauchen Sie nichts zu bezahlen. Bislang betrug dieser Freibetrag generell 175 Euro, ab 1. Dezember steigt er für Flug- und Schiffreisende auf 430 Euro sowie für Pkw- und Bahnreisende auf 300 Euro. Für alle unter 15 Jahren bleibt es bei 175 Euro. Nicht eingerechnet in den Freibetrag werden Alkohol, Tabakwaren, Kaffee, Parfüms und Medikamente, denn hierfür gibt es zusätzliche, mengenabhängige Freigrenzen.

Der Freibetrag gilt pro Person. Ist ein Gegenstand wertvoller als der Freibetrag, müssen Sie ihn komplett verzollen – und nicht nur die Differenz zum Freibetrag. Auch das Umlegen auf Mitreisende lässt der Zöllner nicht zu, wie zwei Beispiele anhand der neuen Freibeträge zeigen: Bringt ein Pärchen Souvenirs im Wert von 50, 200 und 450 Euro aus den USA mit, muss es für das 450-Euro-Teil vollständig Abgaben zahlen. 180 plus 430 Euro Freibetrag gehen flöten. Hätten die beiden hingegen Waren für 50, 200, 30 und 420 Euro gekauft, würden diese komplett unter den Freibetrag fallen, obwohl der Gesamtwert mit dem des vorherigen Beispiels identisch ist.

Sobald der Freibetrag ausgeschöpft ist, widmet sich der Zöllner den restlichen Souvenirs. Liegt ihr Gesamtwert unterhalb von 350 Euro (ab 1. Dezember: 700 Euro), fällt eine pauschale Abgabe von 13,5 Prozent an (ab 1. Dezember: 17,5 Prozent). Andernfalls werden auf den Warenwert nacheinander Zoll, Verbrauchssteuer und Einfuhr-Umsatzsteuer aufgeschlagen. Die Höhe des Zolls hängt von der Produktkategorie ab. Bei Audio-CDs, Film-DVDs und Blu-ray-Discs kassiert Vater Staat beispielsweise 3,5 Prozent, bei MP3-Playern je nach Ausstattung 2 oder 4,5 Prozent und bei DVD-Playern üppige 13,9 Prozent. Für Handys, Notebooks, Digicams und Spielekonsolen gilt ein angenehm schlanker Zollsatz von 0 Prozent. Auf der Zoll-Website finden Sie Angaben zu weiteren Elektrogeräten [7] und eine schwer durchschaubare Datenbank für Produkte aller Art [8]. Die EU bietet eine ähnliche, etwas besser zugängliche Datenbank [9].

Die beiden weiteren Abgaben sind einfacher zu ermitteln: Verbrauchssteuern fallen nur bei Gütern wie Tabak, Alkohol und Kaffee an. Die Einfuhr-Umsatzsteuer entspricht der deutschen Umsatzsteuer, beträgt also zum Beispiel bei Büchern 7 und bei den meisten anderen Waren 19 Prozent.

Zoll: Import-Berechnung
Teuer und kompliziert: Ab einer gewissen Summe werden auf den Warenwert, hier Zollwert genannt, nacheinander Zoll, Verbrauchssteuer und Einfuhr-Umsatzsteuer aufgeschlagen. Grafik: Bundesministerium der Finanzen

Warum das 1299-Dollar-Macbook plötzlich über 1300 Euro kostet

Die diversen Abgaben ergeben ein ordentliches Sümmchen, wie das Beispiel des Macbooks zeigt: Bei einem Kauf in New York City steigt der Warenpreis von 1299 auf 1408 Dollar, 8,375 Prozent Sales Tax lassen grüßen. Der Zöllner rechnet diesen Betrag in Euro um, und zwar anhand eines monatlich festgelegten Wechselkurses [10], der vom Tageskurs nach oben oder unten abweichen kann. Im November 2008 entspricht 1 Euro 1,2843 Dollar, das 1408-Dollar-Notebook [11] ist also umgerechnet 1096 Euro wert. Zoll und Verbrauchssteuer fallen bei einem Notebook nicht an, wohl aber die Einfuhr-Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent oder 208 Euro. Unterm Strich kostet das Macbook 1304 Euro – über 100 Euro mehr als im deutschen Apple-Store und über 150 Euro mehr als beim günstigsten deutschen Versandhändler.

Besser sieht die Rechnung bei einer Playstation 3 aus. Das 80-Gigabyte-Modell ist in den USA für 400 Dollar erhältlich. Inklusive New Yorker Sales Tax liegt der Kaufpreis bei umgerechnet 338 Euro und damit innerhalb des neuen Zoll-Freibetrags. Es entstehen keine weiteren Kosten. Gegenüber den günstigsten deutschen Versandhändlern sparen Sie sich so 40 bis 50 Euro. Tendenziell gilt: Einkaufen vor Ort in den USA lohnt sich nur solange, bis Sie den Freibetrag ausgeschöpft haben. DVDs, Spiele, Handys oder MP3-Player sind gute Kandidaten. Bei höherpreisigen Produkten muss es sich schon um absolute Schnäppchen handeln, damit sich der Kauf trotz der Abgabenflut rechnet.

Playstation 3
Wer die Playstation 3 in den USA kauft, spart bis zu 50 Euro. Allerdings gibt das Gerät nur DVDs und Blu-ray-Discs mit US-Regionalcode wieder (Bild: Sony [12]).

Einkäufe als Paket nach Hause schicken

Wenn Sie mit Ihren Einkäufen den Freibetrag sprengen, können Sie sich einen Teil der Waren als Paket nach Hause schicken. Da es sich um eine private Geschenksendung handelt, genießen Sie wiederum einen Freibetrag, allerdings nur in Höhe von 45 Euro. Es zählt der Warenwert inklusive Sales Tax, aber ohne Versandkosten. Packen Sie zum Beispiel drei DVD-Boxen im Wert von 20, 30 und 50 Euro ins Paket, fallen für die 20- und für die 50-Euro-Box Abgaben an. Solange der Gesamtwert der Sendung unter 350 Euro (ab 1. Dezember: 700 Euro) bleibt, zahlen Sie eine pauschale Abgabe von 13,5 Prozent (ab 1.12.: 17,5%), andernfalls Zoll, Verbrauchs- und Einfuhr-Umsatzsteuer, genau wie bei Waren im Reisegepäck.

Sollte der Zöllner Ihr Paket jedoch wider Erwarten als kommerziell statt als private Geschenksendung einstufen, ergeben sich unangenehme Änderungen schon bei einem Gesamt-Warenwert über 22 Euro: Die Möglichkeit der Pauschalabgabe entfällt, und Sie müssen auch auf die Versandkosten Abgaben zahlen. Als kommerziell könnte das Paket zum Beispiel gelten, wenn es nicht als Geschenksendung deklariert war oder wenn Sie sich mehrere Pakete gleichzeitig zugeschickt haben. Deutlich höhere Kosten sind die Folge, wie eine Beispielrechnung zeigt: Enthält ein Paket einen Blu-ray-Player im Wert von 490 Euro und kostet 10 Euro Versand, zahlen Sie auf den Paketwert von 500 Euro 13,9 Prozent oder 69,50 Euro Zoll. Auf die Summe in Höhe von 569,50 Euro fallen 19 Prozent Einfuhr-Umsatzsteuer an, also 108,21 Euro. Insgesamt schlägt das Gerät am Ende mit stolzen 678 Euro zu Buche. Die Pauschalabgabe hätte Sie nur 17,5 Prozent des Paketwerts von 490 Euro gekostet, also 85,75 Euro. Das ergäbe inklusive Versandkosten einen Gerätepreis von nur 586 Euro.

Schmuggeln kann teuer kommen

Wer in Anbetracht dieser Tatsache feststellt, dass sich der Kauf des neuen Macbooks in den USA mit all den Abgaben dann doch nicht rechnet, kommt schnell in Versuchung, den rechten Weg ein kleines Stück zu verlassen. Doch durch die grüne Tür dürfen Sie den Flughafen nur dann verlassen, wenn der Wert Ihrer Souvenirs unter dem Freibetrag liegt. Andernfalls drohen bei einer Kontrolle hohe Strafen. Im besten Fall begnügt sich der Zöllner mit dem so genannten vereinfachten Verfahren – der mutmaßliche Schmuggler zahlt dann zur Strafe die Einfuhrabgaben in doppelter Höhe. Voraussetzung ist unter anderem, dass er weniger als 130 Euro an Abgaben hinterzogen hatte und die Waren nicht offensichtlich versteckt waren. In allen anderen Fällen kommt es zu einem Bußgeld- oder Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Wer behauptet, er habe das Gerät bereits beim Hinflug mitgeführt, muss das beweisen können, zum Beispiel mit einem eindeutig zuordenbaren Kaufbeleg. Alternativ können Sie sich vor der Ausreise aus Deutschland einen Nachweis über mitgeführte Gegenstände ausstellen lassen. Das erledigt die Zollstelle, und zwar noch vor der Gepäckaufgabe. Bei offensichtlich neuwertigen Geräten kann Ihnen das einigen Ärger ersparen.

Schmuggel
Erwischt – und nun? Unter bestimmten Umständen begnügt sich der Zöllner damit, die Einfuhrabgaben doppelt zu berechnen (Quelle: Bundesministerium der Finanzen).

Für Daheimbleiber: Einkaufen im US-Online-Shop

Auch ohne Flugticket lässt es sich gut in den USA einkaufen – vorausgesetzt, Sie finden die Online-Shops, die nach Europa versenden und deutsche Kreditkarten akzeptieren. Bei einer ersten Grobauswahl helfen Preisvergleichsdienste: Die wichtigsten listet Pricingcentral.com [13] auf, zum Beispiel die Dienste PriceWatch [14], PriceGrabber [15] und Shopper [16]. Diese Sites ermitteln zwar die günstigsten Shops, doch welche davon tatsächlich nach Deutschland versenden, müssen Sie in Handarbeit überprüfen. Nur einzelne Spezialisten unter den Preisvergleichern, zum Beispiel DVDPriceSearch [17], bieten die Option, den eigenen Standort festzulegen und die Suchergebnisse entsprechend zu filtern.

DVDsearch.com
Welches Land darf’s sein? Preisvergleichsdienste, die wie DVDPriceSearch einen solchen Filter anbieten, nehmen Ihnen bei der Shop-Suche viel Arbeit ab.

Wenn ein Shop prinzipiell nach Deutschland liefert, bedeutet das leider noch nicht, dass das für alle Produkte gilt. Amazon USA [18] zum Beispiel versendet zwar Bücher, Musik-CDs und Film-DVDs in alle Welt, aber aus den übrigen Kategorien lediglich ausgewählte Produkte. Die Suche nach echten internationalen Versendern ersparen Sie sich letztlich nur, wenn Sie eine Kontaktperson in den USA haben, die das Paket entgegennimmt und nach Deutschland weiterverschickt. Mittlerweile gibt es einige Anbieter, die Ihnen diesen Freundschaftsdienst erweisen, zum Beispiel Bongo [19], BonVU [20], BorderHQ [21], MyUS [22], Shop Any American Store [23], US Global Mail [24] und YankIt [25]. Die eigene US-Adresse kostet allerdings eine Gebühr und erfordert ein ausgeprägtes Vertrauen in den Anbieter.

MyUS
MyUS und ähnliche Anbieter besorgen Ihnen eine echte Hausanschrift in den USA und schicken Ihre Pakete nach Deutschland weiter.

Bezahlung und Lieferung

Als Zahlungsmittel empfiehlt sich grundsätzlich die Kreditkarte, andere Bezahlarten wie Paypal oder Überweisung sind in der Regel teurer und weniger sicher. Achten Sie darauf, ob der Shop eine Sales Tax auf den Kaufpreis aufschlägt – anders als beim Einkauf vor Ort sollte dies beim Online-Shopping eigentlich nicht passieren. Die Versandkosten schwanken stark zwischen unter 5 und weit mehr als 100 Euro, je nach Lieferart und Bestellumfang. Seriöse Shops machen hierzu spätestens beim Checkout exakte Angaben. Auch zu den Lieferzeiten sollte der Shop konkrete Aussagen treffen, denn diese können zwischen wenigen Tagen und schlimmstenfalls mehreren Monaten variieren. Generell sollten Sie bei Bestellungen in US-Shops die gleichen Vorsichtsmaßnahmen [26] ergreifen wie bei heimischen Händlern.

Einfuhrabgaben beim Online-Kauf

Trifft das Paket in Deutschland oder einem anderen EU-Land ein, werden die Einfuhrabgaben fällig. Wer diese bezahlen muss, hängt vom Versender ab. Einzelne Anbieter wie Amazon International Direct [27] stellen dem Kunden bei der Bestellung eine Pauschale in Rechnung und übernehmen [28] dafür die Einfuhrabgaben komplett. In der Regel legt jedoch zunächst das Transportunternehmen die Abgaben für Sie aus und fordert diese dann bei der Zustellung ein, möglicherweise zuzüglich einer Service-Gebühr. Lassen Sie sich den Betrag unbedingt quittieren. Wenn das Transportunternehmen eine zu hohe Abgabe bezahlt hat, können Sie die Differenz unter Umständen vom Zollamt zurückverlangen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hessen [29] (PDF) hin, weitergehende Infos liefert die Website Postdienstleister.de.vu [30]. Manchmal erhalten Sie anstelle des Pakets eine Aufforderung, die Sendung selbst beim Zollamt abzuholen – etwa, wenn der Versender das Paket uneindeutig oder falsch deklariert hat, die Wertangabe oder die Rechnung fehlt. Bringen Sie zur Klärung einen Ausdruck der Bestellseite oder -bestätigung mit.

Amazon
Amazons internationaler Shop übernimmt die Einfuhrabgaben und stellt dem Kunden dafür eine Pauschale in Rechnung. Das Produktangebot ist jedoch recht eingeschränkt.

Die Höhe der Einfuhrabgabe richtet sich nach dem Warenwert der Sendung: Beträgt er ohne Versandkosten weniger als 22 Euro, zahlen Sie keine Abgaben. Andernfalls kommen zu Warenwert und Versandkosten nacheinander Zoll, Verbrauchssteuer und Einfuhr-Umsatzsteuer hinzu. Ab 1. Dezember wird der Grenzwort gesplittet: Bis 150 Euro fällt dann kein Zoll mehr an, bis 22 Euro keine Steuer. Bei einem Paket mit einem MP3-Player im Wert von 175 Euro, einer Blu-ray-Disc im Wert von 25 Euro und Versandkosten in Höhe von 10 Euro ergibt sich folgende Rechnung: Für den MP3-Player zahlen Sie 2 Prozent oder 3,50 Euro Zoll. Auf die Summe in Höhe von 178,50 Euro fallen keine Verbrauchssteuern, aber 19 Prozent Einfuhr-Umsatzsteuer an, also 33,92 Euro. Insgesamt kostet Sie der MP3-Player somit rund 212 Euro. Analog dazu wächst der Preis für die Blu-ray-Disc dank 3,5 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhr-Umsatzsteuer auf knapp 31 Euro an. Die Versandkosten vermehren sich zu 12,32 Euro – enthält ein Paket Produkte mit unterschiedlichen Zollsätzen, wird auf die Versandkosten in der Regel der höchste Zollsatz angewandt, im Beispiel also 3,5 Prozent.

Netzspannungen, Regionalcodes und andere Spielverderber

Bevor Sie in den USA technische Geräte kaufen, sollten Sie mögliche Inkompatibilitäten berücksichtigen. Bei der Beschriftung amerikanischer Tastaturen sind Y und Z vertauscht, Tasten für die deutschen Umlaute fehlen. Im Stromnetz herrscht hierzulande eine Netzspannung von 230 Volt, die Netzfrequenz beträgt 50 Hertz. In den USA sind 120 Volt und 60 Hertz üblich. Ein Blick aufs Netzteil oder ins Handbuch Ihres Wunschgeräts verrät Ihnen, ob es mit beiden Varianten zurechtkommt. Falls nicht, benötigen Sie einen Transformator. Auch die Netzstecker in den beiden Ländern unterscheiden sich: In den USA sind Typ A und B gebräuchlich, in Deutschland der Eurostecker Typ C und der Schuko Typ F. Ein Adapter verbindet die beiden Welten.

Handys sollten Sie nur dann in den USA kaufen, wenn sie GSM-Quadband-fähig sind, also neben den amerikanischen Frequenzbändern 850 und 1900 MHz auch die europäischen Bänder 900 und 1800 MHz unterstützen. Der UMTS-Chip muss, sofern vorhanden, mindestens das Downlink-Band 2100 MHz bedienen, um in Europa von Nutzen zu sein. Viele aktuelle Top-Modelle erfüllen diese Voraussetzungen, zum Beispiel das Apple iPhone 3G, HTC [31] Touch HD und Sony Ericsson X1 Xperia. Und natürlich sollten die Geräte entsperrt sein, damit sie mit jeder SIM-Karte funktionieren. Das iPhone 3G muss hier passen – es ist nur über Umwege zum Laufen zu kriegen [32].

Sony Ericsson Xperia X1
Sony Ericssons X1 Xperia [33] unterstützt vier GSM- und fünf UMTS-Frequenzbänder – und ist damit für einen Kauf in den USA prädestiniert (Bild: Sony Ericsson).

Aufnahmen mit US-Camcordern flimmern hierzulande bei gewissen künstlichen Beleuchtungen stark, denn die Geräte sind auf das amerikanische 60-Hertz-Stromnetz abgestimmt. Nur einige teurere Modelle lassen sich auf einen 50-Hertz-Betrieb umstellen. Bei Fernsehern aus den USA fehlen in der Regel der Videotext-Decoder und die Scart-Anschlüsse, die in Europa lange Zeit Standard waren. Auch verfügen nur die wenigsten Modelle über einen PAL-Tuner – das ist schlecht, weil analoges Fernsehen hierzulande noch weit verbreitet ist.

Dass Filme auf amerikanischen DVDs im NTSC-Format vorliegen, bereitet den meisten neueren europäischen Fernsehern hingegen keine Probleme. Im Zweifelsfall können DVD-Player NTSC-DVDs ohnehin im PAL-60-Format wiedergeben. Als größeres Hindernis erweisen sich die Regionalcodes der Discs: Amerikanische DVDs mit dem Code 1 lassen sich nicht auf europäischen Playern mit Code 2 abspielen – außer, der DVD-Player ist Multi-Region-fähig, auch codefree genannt. DVDcompare.net [34] und die Online-Filmdatenbank [35] listen die Regionalcodes vieler DVDs auf. Rund ein Drittel aller Blu-ray-Discs enthält ebenfalls Regionalcodes. Welche betroffen sind, verrät die Datenbank Blu-ray Region Code Info [36]. Auch die meisten Konsolenspiele verfügen über einen Regionalcode, nicht jedoch die Spiele der Playstation 3. Allerdings verbinden sich auch hier manche Online-Spiele nur mit US-Servern.

Nie ohne weltweite Garantie

Im Schadensfall kann der vormalige Schnäppchenkauf zum Riesenreinfall mutieren. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf des Wunschgeräts, ob der Hersteller eine weltweite Garantie gewährt. Überprüfen Sie dazu die Aussagen auf der amerikanischen und auf der deutschen Website des Herstellers. Entscheidend ist, dass Sie sich im Garantiefall auch an die deutsche Niederlassung wenden dürfen. Andernfalls müssten Sie das Gerät zurück in die USA schicken, möglicherweise auf eigene Kosten. Das ist teuer, mühsam und langwierig. Zu allem Übel könnte die Zollstelle bei der Wiedereinfuhr erneut Abgaben berechnen. Sie hätten dann den Nachweis zu erbringen, dass der Versand wegen einer kostenlosen Garantiereparatur erfolgte.

Fazit

Vermeintliche Hardware-Schnäppchen entpuppen sich nach genauer Recherche leider als doch gar nicht so günstig – und teilweise teurer als hierzulande. Das gilt vor allem für hochpreisiges Equipment wie Notebooks oder Fernseher, bei denen noch zusätzliche Schwierigkeiten wie Norm-Unterschiede oder unterschiedliche Tastaturen den Spaß rauben.

Wer in Versuchung kommt, am Zoll Geld zu sparen, geht zudem ein hohes Risiko ein – denn die Grenzhüter verstehen dabei nur wenig Spaß und kennen alle Tricks und Ausreden.

Der Import lohnt sich lediglich bei günstigeren Komponenten wie MP3-Playern oder Medien wie Spielen und Filmen auf DVD oder Blu-ray-Disc. Aber auch hier gilt: Besser zweimal hinsehen, ob die Kompatibilität auch gewährleistet ist.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39199291/hardware-shopping-in-den-usa-der-ultimative-import-guide/

URLs in this post:

[1] Macbooks im Alu-Design: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39197604/daten+und+fakten+alles+zu+den+neuen+macbooks.htm

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Salesandusetax.com: http://www.salesandusetax.com/

[4] Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Sales_taxes_in_the_United_States

[5] Lousiana: http://www.louisianataxfree.com/

[6] Texas: http://www.taxfreetexas.com/

[7] Elektrogeräten: http://www.zoll.de/faq/reiseverkehr/einreise_nicht_eg/index.html#einreise_nicht_eg2

[8] Datenbank für Produkte aller Art: http://auskunft.ezt-online.de/ezto

[9] Datenbank: http://ec.europa.eu/taxation_customs/dds/cgi-bin/tarchap?Lang=DE

[10] monatlich festgelegten Wechselkurses: http://www.zoll.de/b0_zoll_und_steuern/a0_zoelle/d2_zollwert/b0_umrechnungskurse/a0_eingabe/index.php

[11] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[12] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[13] Pricingcentral.com: https://www.cnet.de http://www.pricingcentral.com

[14] PriceWatch: http://www.pricewatch.com/

[15] PriceGrabber: http://pricegrabber.com/

[16] Shopper: http://shopper.cnet.com/

[17] DVDPriceSearch: http://www.dvdpricesearch.net

[18] Amazon USA: http://www.amazon.com

[19] Bongo: http://www.bongous.com/

[20] BonVU: http://www.bonvu.com/

[21] BorderHQ: http://www.borderhq.de/

[22] MyUS: http://www.myus.com/

[23] Shop Any American Store: http://shopanyamericanstore.com/

[24] US Global Mail: http://www.usglobalmail.com/

[25] YankIt: http://yankit.de/

[26] Vorsichtsmaßnahmen: https://www.cnet.de/praxis/specials/39157682/risikofrei+einkaufen+im+internet.htm

[27] Amazon International Direct: http://www.amazon.com/b?ie=UTF8&node=230659011

[28] übernehmen: http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=596184&#import

[29] Verbraucherzentrale Hessen: http://www.verbraucher.de/verbraucherrecht/presse/pm58_03.pdf

[30] Postdienstleister.de.vu: http://www.postdienstleister.de.vu/

[31] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[32] Umwege zum Laufen zu kriegen: https://www.cnet.de/praxis/insider/39198010/quickpwn+und+yessim+sim_unlock+beim+prepaid_iphone.htm

[33] Sony Ericssons X1 Xperia: https://www.cnet.de/tests/handy/39191713/windows_handy+mit+tastatur+und+gps+sony+ericsson+xperia+x1.htm

[34] DVDcompare.net: http://www.dvdcompare.net/

[35] Online-Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/

[36] Blu-ray Region Code Info: http://bluray.liesinc.net/