Die Video-Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde entspricht in den meisten Fällen nicht den vom TV-Prozessor erwarteten 23,976 Bildern pro Sekunde. So kommt es gelegentlich zu Rucklern bei der Wiedergabe auf dem Fernseher. Dennoch wartet man im Einsteigersegment schon sehr lange auf eine solche DSLR. Denn auf eine Videoaufnahmefunktion kombiniert mit den fotografischen Möglichkeiten einer DSLR musste man beim Wechsel zu digitalen Spiegelreflexkameras bislang verzichten.

Über den Mini-HDMI-Ausgang speist die Kamera sämtliches Bildmaterial in Originalauflösung an den Fernseher. Dieser ist dann für das Herunterskalieren der Inhalte verantwortlich. Neuere Geräte, wie der Samsung PS50P96, ermöglichen so ein Hineinzoomen in die angezeigten Fotos.

Dank eines überarbeiteten Expeed-Bildprozessors steht im Live-View-Modus eine Gesichtserkennungsfunktion zur Verfügung. Dadurch sollen sich die Belichtung und der Autofokus so anpassen, dass Personen auf Fotos optimal aussehen. In der Praxis ist bei der Portraitqualität allerdings kein großer Unterschied zum Weitwinkel-Autofokus zu erkennen. Die beiden zuletzt genannten AF-Modi sind jedoch um einiges schneller als der Normalwinkel-AF in Live View.

Dann gibt es noch die üblichen Verbesserungen und Ergänzungen der Aufnahmeeinstellungen. Dazu zählt beispielsweise eine Verbesserung der Active-D-Lighting-Technologie, die dunkle Bildbereiche während der Aufnahme aufhellt, ohne helle Bereiche überzubelichten. Darüber hinaus stehen neun Möglichkeiten für benutzerspezifische Picture-Control-Einstellungen sowie erweiterte Szene-Modi zur Verfügung, die automatisch auf niedrigere Verschlussgeschwindigkeiten umstellen, wenn sich ein Video-Objektiv an der Kamera befindet. Wir können in unseren Tests jedoch keine signifikante Verbesserung der Performance beim Fotografieren und Filmen im Active-D-Lighting Modus feststellen. Wir vermissen ganz klar die zahlreichen Möglichkeiten, welche die benutzerspezifischen Einstellungen der D300 und der D3 bieten.

Die D90 verfügt auch über eine Buchse für Nikons GPS-Empfänger GP-1, der es ermöglicht, Fotos mit Ortsinformationen gekoppelt zu speichern. Es gibt außerdem einige integrierte Bildbearbeitungsoptionen. Mit ihnen lassen sich Verzerrungen korrigieren, Bilder glätten und eine Fischaugenperspektive anwenden.

Die meiste Kritik richtet sich gegen das mitgelieferte Objektiv (18 bis 105 Millimeter, F3,5 bis F5,6). Einerseits scheint es als Hauptobjektiv gerade richtig dimensioniert zu sein: Mit 27-157 Millimetern Kleinbildkamera-Äquivalent reichen Weite und Länge für Standardanforderungen aus. Andererseits ist der Zoom-Ring zu schwergängig, und es scheint etwas unschärfere Fotos zu liefern als die von Canon mitgelieferten Objektive.

Leistung

An der Performance der D90 gibt es nichts auszusetzen. Die hat Nikon im Vergleich zur D80 klar verbessert. Das Autofokus-System mit elf Messfeldern wurde zwar beibehalten, aber Nikon hat noch einen AF-3D-Tracking-Modus – ebenfalls mit elf Messfeldern – obendrauf gelegt. Die Kamera macht für ihre Klasse einen äußerst reaktionsfreudigen Eindruck, was unsere Performance-Tests auch bestätigen. Insgesamt gehört sie zu den schnellsten ihrer Klasse, und abgesehen von der Serienbildgeschwindigkeit kann sie fast mit der D300 mithalten. Zwischen Einschalten und erster Aufnahme vergehen nicht einmal 0,2 Sekunden. In hellen Umgebungen mit hohen Kontrasten liegt die Verschlussverzögerung bei etwa 0,4 Sekunden. Bei schlechteren Lichtverhältnisse erhöht sich der Wert auf 0,9 Sekunden. Bei mehreren Aufnahmen hintereinander im RAW- oder JPEG-Format vergeht zwischen den Fotos jeweils etwa eine halbe Sekunde; auch mit Blitz sind es immer noch respektable 0,7 Sekunden.

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