Die Bildrate bei Serienbildaufnahmen liegt bei etwa 4 Bildern pro Sekunde, was für eine Prosumer-SLR sehr gut ist. In Tests mit einer 8-GB-SDHC-Speicherkarte von SanDisk mit 30 MByte pro Sekunde erreicht die Bildrate mit etwa 4,5 Bildern pro Sekunde den vom Hersteller angegebenen Wert. Doch auch ohne die flottere Karte sind der Serienbildmodus und das Autofokussystem schnell genug, um Kinder oder Hunde aufzunehmen – zumindest im JPEG-Format. Somit kommt die Kamera für alle Eltern sportbegeisterter Kinder in Betracht. Der AF-3D-Tracking-Modus mit elf Bildpunkten ist gut, solange sich das Motiv nicht überraschend in eine andere Richtung bewegt. Der Versuch, ein Eichhörnchen zu filmen, ist im Test zum Beispiel nicht gerade von Erfolg gekrönt. Es bewegte sich zu plötzlich und willkürlich in alle Richtungen, und der Autofokus orientiert sich abwechselnd an Kopf oder Schwanz – je nachdem, was näher an der Kamera ist.

Die D90 kommt zwar mit einem 23,6 mal 15,8 Millimeter großen 12,3-Megapixel-CMOS-Bildchip, doch Nikon betont, dass es sich dabei um einen anderen Sensor als in der D300 handelt. Die Pixel sind jedoch genau gleich groß, und obwohl die Bilder nur mit 12 Bit und nicht, wie bei der D300, mit 14 Bit verarbeitet werden, soll die Bildqualität im hohen ISO-Bereich dank der integrierten Rauschunterdrückung identisch sein. Die Testergebnisse können das nicht so ganz bestätigen: Die D90 scheint bis einschließlich ISO 400 bessere Bilder zu liefern, ab ISO 400 aufwärts hat die D300 die Nase vorn. Bei ISO 1600 verlieren die Details ein wenig an Schärfe, und bei ISO 3200 stoßen die Bilder an den Rand der Brauchbarkeit.

Wie alle anderen Kameras von Nikon neigt auch die D90 zur Unterbelichtung, und bei hellen Bildern ist der Dynamikbereich besser als bei dunklen. Das Farbspektrum der Kamera ist sehr gut, sie gibt Farben präzise und satt wieder.

Die Film-Modi mancher Schnappschusskameras sind der D-Movie-Aufnahmefunktion der D90 überlegen. Im Test filmen wir wehende Fahnen und einen Springbrunnen. Die Aufnahmen an sich machen einen ordentlichen Eindruck, obgleich die Farbsättigung im Video-Modus weitaus intensiver ist als im Foto-Modus. Und eine Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde wäre doch besser als die tatsächlichen 24 fps. Außerdem braucht man drei Hände, wenn man den Zoom betätigen will – den man übrigens manuell scharf stellen muss. Es ist nicht ganz einfach, die doch relativ schwere Kamera ununterbrochen ruhig zu halten, wenn man Videos in Live View aufnimmt. Doch trotz der Probleme und der Qualität sind die kreativen Möglichkeiten wirklich klasse.

Fazit

Was die Videofunktion angeht, ist diese Kamera nicht gerade das Modell, das der Hobbyfotograf in die Ferien mitnimmt, um alles zu filmen, was ihm vor die Linse kommt. Aber genau das ist ja auch das Kriterium, das eine DSLR von einer Kompaktkamera unterscheidet: Aufnahmen zu durchdenken und zu planen, statt einfach drauflos zu knipsen.

Dasselbe gilt hier analog für Videoaufnahmen. Die Möglichkeit zum Objektivwechsel ebenso wie auch die Einschränkungen im Videobereich zwingen den Benutzer zum sorgfältigen Komponieren, Erstellen und Bearbeiten von Videos. Bei der Verwendung von Schnappschusskameras und Camcordern ist das selten der Fall. Die Frage, ob die D90 nicht letztlich weder die eine noch die andere Funktion wirklich gut erfüllt, bleibt allerdings offen.

Unterm Strich bekommt die Nikon D90 gute Bewertungen, weil sie eine schnelle Kamera ist, mit der man viel Spaß beim Fotografieren und Filmen hat und mit der man für sein Geld eine absolut hochwertige Fotoqualität bekommt. Bei einem nicht ganz so prall gefüllten Geldbeutel ist die D80 aber nach wie vor eine hervorragende Alternative. Für die Preisdifferenz von gut 300 Euro gibt es bereits brauchbare HD-Camcorder wie den Samsung VP-HMX10C auf dem Markt.

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