Samsung hat den HMX20C mit einem drehbaren Tragegriff ausgestattet. Das bedeutet, dass man mit dem Filmen in der traditionellen Haltung auf Schulterhöhe beginnt (mit den Fingern nach oben und dem Daumen auf sich selbst gerichtet) und dann die Kamera nach unten führt, um aus der Hüfte zu filmen, wobei die Finger nach unten und Daumen vom Körper weg zeigen. Dies ist beispielsweise nützlich, um Kinder auch einmal in Augenhöhe zu filmen, statt immer nur ihre Köpfe von oben zu zeigen. Der Benutzer hat insgesamt viel Flexibilität in Sachen Aufnahmewinkel. Die Bewegung geht reibungslos vonstatten – aber es erfordert schon etwas Geschick, gleichzeitig die Kamera zu drehen und zu filmen.

Einen Zubehörschuh verbaut Samsung zwar nicht, dafür aber einen ausklappbaren Blitz, einen Mikrofonanschluss sowie ein integriertes Stereomikrofon mit Windfilter. Ungewöhnlicherweise befindet sich das Mikrofon auf der Unterseite des Camcorders.

Funktionsumfang

Der HMX20C ist ein Hybrid-Camcorder. Somit nimmt er wahlweise auf auswechselbare SD- und SDHC-Speicherkarten oder den integrierten Speicher auf. 8 GByte an Video- und Fotomaterial passen auf das interne Flash-Memory. Das entspricht 72 Minuten in höchster Qualität. Die verwendete Speichertechnologie glänzt durch niedrigere Empfindlichkeit gegenüber Stößen als Festplatten. Dem steht allerdings eine geringere Kapazität gegenüber. Auf dem internen Speicher abgelegtes Videomaterial lässt sich auf eine Speicherkarte übertragen.

Videos zeichnet die Kamera mit 1080p-Auflösung im H.264-Format auf. Windows Media Player hat seine Schwierigkeiten mit diesem Format, während es iMovie und QuickTime problemlos abspielen.

Der große 1/1,8 Zoll große CMOS-Sensor liefert beeindruckende 6-Megapixel-Fotos. Die Gesichtserkennung funktioniert sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Außerdem gibt es einen zehnfachen optischen Zoom und eine digitale Bildstabilisierung. Eines der besten Features ist die Zeitlupenfunktion, mit der die HMX20C bis zu 250 Bilder pro Sekunde filmt. Dabei steht allerdings nicht die volle Auflösung zur Verfügung, sondern lediglich 448 mal 336 Pixel. Die Länge von Zeitlupenvideos ist auf maximal zehn Sekunden begrenzt.

Leistung

Die Farben wirken natürlich und frisch. In unseren Tests stellen wir eine leichte Tendenz zur Überbelichtung von hellen Bereichen fest. Meistens passt sich die Kamera wechselnden Lichtverhältnissen schnell an. Diagonale Linien leiden etwas an ausgefransten Kanten. Das Bild ist im Allgemeinen frei von Kompressionsartefakten. Details nimmt der Camcorder erfreulich scharf auf, lediglich mit einer Spur Körnigkeit. Bei dunkleren Aufnahmen verstärkt sich diese jedoch.

Obwohl bei schlechten Lichtverhältnissen Bildrauschen auftritt, bleiben die Details scharf und die Farben relativ lebhaft. Die Belichtungsautomatik arbeitet auch im Halbdunkel gut. Bei der Fokussierung treten allerdings manchmal Probleme auf – Zoom-Änderungen helfen dem Autofokus dann bei der Arbeit. Es ist schade, dass es hier keine manuelle Einstellmöglichkeit gibt. Das hätte womöglich einige dieser Probleme behoben. Nichtsdestotrotz beeindruckt uns der Camcorder mit seiner Performance bei schlechten Lichtverhältnissen durchaus.

Der Hauptkritikpunkt ist jedoch das Fehlen einer optischen Bildstabilisierung: Bei hastigen Bewegungen wird das Bild schnell unscharf. Bereits beim Filmen aus der Hand macht sich dieses Problem bemerkbar. Es ist schade, dass der exzellente Sensor aufgrund der relativ schlechten Performance des elektronischen Stabilisierungssystems sein Potential nicht voll entfalten kann.

Fazit

Der Samsung HMX20C hat uns beeindruckt. Obwohl eine optische Bildstabilisierung fehlt, liefert er scharfe Videos im HD-Format. Außerdem sieht er elegant aus und ist einfach zu bedienen. Das reicht allerings nicht aus, um den knapp 200 Euro teureren Canon HF10 zu übertrumpfen. Trotzdem ist der Camcorder eine interessante Option: Er nimmt hervorragende Full-HD-Videos auf, ohne dass sich der Besitzer mit einer Unzahl von Funktionen herumschlagen muss. Das glänzende Design und die exzellente Performance bei schlechten Lichtverhältnissen lassen einen auch über den grob reagierenden Zoom und die mageren manuellen Einstellmöglichkeiten hinwegsehen. Mit dem HMX20C dürfte Samsung den etablierten Camcorder-Herstellern durchaus den einen oder anderen Kunden abspenstig machen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Samsung VP-HMX20C: Zeitlupen-Camcorder für 250 Bilder pro Sekunde

  • Am 21. Juli 2011 um 15:12 von Helmut.Fisahn@fa-5102.fin-nrw.de

    Camcorder
    Hallo Anja, nee, du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Eher muss ich mich für Elmar entschuldigen. Er scheint ein typischer Widder zu sein.. Beide Mannschaften hatten gestern vor Beginn der neuen Saison Aussprachen..
    Jetzt zum Camcorder. Ich habe mich kundig gemacht aber stell mir vor, dass gerade die Zeitlupenfunktion sowohl beim Volleyball als auch beim Turnen aufschlussreich und zielführend bei Haltungskorrekturen und Bewegungsabläufen ist.
    Ich will nicht der Kostentreiber sein, ich befürchte aber, dass man ohne die Funktion nicht viel weiter kommt.
    Was meinst du??
    Lieben Gruß,
    Helmut
    Ps. den Tipp mit der Funkausstellung sollten wir aber beherzigen.
    Der Samsung Camcorder reicht m. E. für unsere Zwecke aus.

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