Samsung VP-HMX20C: Zeitlupen-Camcorder für 250 Bilder pro Sekunde

von Rich Trenholm am , 16:19 Uhr

Pro
  • Zeitlupenfunktion mit bis zu 250 fps
  • gute Performance bei schlechten Lichtverhältnissen
  • elegantes Design
Con
  • keine optische Bildstabilisierung
  • zu schneller Zoom
Hersteller: Samsung Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der Samsung VP-HMX20 glänzt nicht nur durch sein gutes Aussehen - er beeindruckt auch durch die Qualität seiner Videos, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Einige zusätzliche manuelle Einstellmöglichkeiten und mehr Kontrolle über den Zoom wären allerdings schön gewesen. Aber angesichts der großen Benutzerfreundlichkeit und der Zeitlupenfunktion ist das zu verschmerzen.

Maximal 250 Bilder pro Sekunde nimmt der HMX20 in reduzierter Auflösung auf. Fünf aufgezeichnete Sekunden ergeben somit ein 50-sekündiges Zeitlupenvideo. Damit öffnen sich dem Hobbyfilmer ganz neue Möglichkeiten: seien es halsbrecherische Actionvideos, fiese Streiche an den Geschwistern oder gewöhnliche Dinge wie auftreffende Wassertropfen, die in Zeitlupe ganz neue Facetten zeigen.

Samsung [1] etabliert sich allmählich auf dem Camcordermarkt. Nach dem HMX10 [2] bringt Samsung [3] nun seinen zweiten HD-Camcorder. Der Neue sieht elegant aus und nimmt endlich auch in 1920 mal 1080 Pixeln auf. Aber kann es das rund 560 Euro teure Modell mit etablierten Herstellern wie Canon oder Sony [4] aufnehmen?

Design

Für einen derart intelligenten Camcorder ist der Samsung extrem kompakt. Durch sein für die Größe recht hohes Gewicht wirkt er sehr solide. Der USB-Port verbirgt sich hinter einer Schiebeabdeckung, Akku sowie SD-Kartenslot sind durch eine Klappe geschützt. Dass der Hersteller auf wabbelige Gummiabdeckungen verzichtet, verstärkt den hochwertigen Eindruck.

Die mitgelieferte Dockingstation bietet einen zweiten USB- sowie einen HDMI-Anschluss. Wer seine Videos beispielsweise bei Freunden auf einem HDTV-Fernseher ansehen will, muss die Station mitschleppen. Aber das Design ist recht pfiffig: Der Camcorder sitzt geneigt in der Dockingstation. So stellt man diese bei ausgeklapptem Display auf den Tisch und guckt seine Videos an. Im Lieferumfang befindet sich leider kein HDMI-Kabel.

Samsung HMX20C in der Docking-Station
So sitzt der Samsung HMX20C in der mitgelieferten Docking-Station. Sie ermöglicht den Anschluss des Camcorders an Fernseher oder Projektoren via HDMI-Kabel.

Die Bedienelemente könnten kaum einfacher sein: Die Knöpfe zum Einschalten, Aufnehmen und Zoomen befinden sich an der Rückseite. Letztere sind zusätzlich auch noch einmal auf der Bildschirmeinfassung vorhanden. Leider reagiert der Zoom jedoch viel zu schnell und ist somit nur schwer kontrollierbar.

Eine Modus-Taste schaltet zwischen Wiedergabe, Video- und Fotoaufnahme um. Eine LED zeigt an, in welchem Modus sich die Kamera gerade befindet. Weiter oben sitzt ein Foto-Auslöser. Ebenfalls auf der Bildschirmeinfassung gibt es eine Menütaste für den Schnellzugriff auf die gängigsten Einstellungen. Eine mit „iCHECK“ bezeichnete Taste erlaubt es, den Status von Akku und Speicherkarte zu überprüfen, während der Camcorder ausgeschaltet bleibt.

Der Grund für diese spartanische Ausstattung an Bedienelementen ist, dass der HMX20C [5] über einen Touchscreen verfügt. Es handelt sich um ein 69 Millimeter (2,7 Zoll) großes Display. Mittels Schiebereglern auf dem Bildschirm nimmt der Kameramann verschiedene Einstellungen vor, etwa die Belichtungszeit. Leider ist es erforderlich, auf die Enden der Schieber zu tippen, statt diese direkt mit dem Finger zu verschieben.

Samsung hat den HMX20C mit einem drehbaren Tragegriff ausgestattet. Das bedeutet, dass man mit dem Filmen in der traditionellen Haltung auf Schulterhöhe beginnt (mit den Fingern nach oben und dem Daumen auf sich selbst gerichtet) und dann die Kamera nach unten führt, um aus der Hüfte zu filmen, wobei die Finger nach unten und Daumen vom Körper weg zeigen. Dies ist beispielsweise nützlich, um Kinder auch einmal in Augenhöhe zu filmen, statt immer nur ihre Köpfe von oben zu zeigen. Der Benutzer hat insgesamt viel Flexibilität in Sachen Aufnahmewinkel. Die Bewegung geht reibungslos vonstatten – aber es erfordert schon etwas Geschick, gleichzeitig die Kamera zu drehen und zu filmen.

Einen Zubehörschuh verbaut Samsung zwar nicht, dafür aber einen ausklappbaren Blitz, einen Mikrofonanschluss sowie ein integriertes Stereomikrofon mit Windfilter. Ungewöhnlicherweise befindet sich das Mikrofon auf der Unterseite des Camcorders.

Funktionsumfang

Der HMX20C ist ein Hybrid-Camcorder. Somit nimmt er wahlweise auf auswechselbare SD- und SDHC-Speicherkarten oder den integrierten Speicher auf. 8 GByte an Video- und Fotomaterial passen auf das interne Flash-Memory. Das entspricht 72 Minuten in höchster Qualität. Die verwendete Speichertechnologie glänzt durch niedrigere Empfindlichkeit gegenüber Stößen als Festplatten. Dem steht allerdings eine geringere Kapazität gegenüber. Auf dem internen Speicher abgelegtes Videomaterial lässt sich auf eine Speicherkarte übertragen.

Videos zeichnet die Kamera mit 1080p-Auflösung im H.264-Format auf. Windows Media Player hat seine Schwierigkeiten mit diesem Format, während es iMovie und QuickTime problemlos abspielen.

Der große 1/1,8 Zoll große CMOS-Sensor liefert beeindruckende 6-Megapixel-Fotos. Die Gesichtserkennung funktioniert sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Außerdem gibt es einen zehnfachen optischen Zoom und eine digitale Bildstabilisierung. Eines der besten Features ist die Zeitlupenfunktion, mit der die HMX20C bis zu 250 Bilder pro Sekunde filmt. Dabei steht allerdings nicht die volle Auflösung zur Verfügung, sondern lediglich 448 mal 336 Pixel. Die Länge von Zeitlupenvideos ist auf maximal zehn Sekunden begrenzt.

Leistung

Die Farben wirken natürlich und frisch. In unseren Tests stellen wir eine leichte Tendenz zur Überbelichtung von hellen Bereichen fest. Meistens passt sich die Kamera wechselnden Lichtverhältnissen schnell an. Diagonale Linien leiden etwas an ausgefransten Kanten. Das Bild ist im Allgemeinen frei von Kompressionsartefakten. Details nimmt der Camcorder erfreulich scharf auf, lediglich mit einer Spur Körnigkeit. Bei dunkleren Aufnahmen verstärkt sich diese jedoch.

Obwohl bei schlechten Lichtverhältnissen Bildrauschen auftritt, bleiben die Details scharf und die Farben relativ lebhaft. Die Belichtungsautomatik arbeitet auch im Halbdunkel gut. Bei der Fokussierung treten allerdings manchmal Probleme auf – Zoom-Änderungen helfen dem Autofokus dann bei der Arbeit. Es ist schade, dass es hier keine manuelle Einstellmöglichkeit gibt. Das hätte womöglich einige dieser Probleme behoben. Nichtsdestotrotz beeindruckt uns der Camcorder mit seiner Performance bei schlechten Lichtverhältnissen durchaus.

Der Hauptkritikpunkt ist jedoch das Fehlen einer optischen Bildstabilisierung: Bei hastigen Bewegungen wird das Bild schnell unscharf. Bereits beim Filmen aus der Hand macht sich dieses Problem bemerkbar. Es ist schade, dass der exzellente Sensor aufgrund der relativ schlechten Performance des elektronischen Stabilisierungssystems sein Potential nicht voll entfalten kann.

Fazit

Der Samsung HMX20C hat uns beeindruckt. Obwohl eine optische Bildstabilisierung fehlt, liefert er scharfe Videos im HD-Format. Außerdem sieht er elegant aus und ist einfach zu bedienen. Das reicht allerings nicht aus, um den knapp 200 Euro teureren Canon HF10 [6] zu übertrumpfen. Trotzdem ist der Camcorder eine interessante Option: Er nimmt hervorragende Full-HD-Videos auf, ohne dass sich der Besitzer mit einer Unzahl von Funktionen herumschlagen muss. Das glänzende Design und die exzellente Performance bei schlechten Lichtverhältnissen lassen einen auch über den grob reagierenden Zoom und die mageren manuellen Einstellmöglichkeiten hinwegsehen. Mit dem HMX20C dürfte Samsung den etablierten Camcorder-Herstellern durchaus den einen oder anderen Kunden abspenstig machen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39199779/samsung-vp-hmx20c-zeitlupen-camcorder-fuer-250-bilder-pro-sekunde/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.samsung.de/

[2] HMX10: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39190426/kompakter+hd_camcorder+mit+flashspeicher+samsung+vp_hmx10.htm

[3] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[4] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[5] HMX20C: http://av.samsung.de/produkte/detail12_main.aspx?guid=0f823a4d-5d98-4863-9036-d093b4bf08d9

[6] Canon HF10: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39191531/testbericht/hd_camcorder+mit+dual_flash_speicher+canon+hf10.htm