Warum Vista nervt und was bei Windows 7 besser wird

Beispiel 4: Systemsteuerung und Registry

Reichlich Platz für Optimierungen bieten die Systemsteuerung und die Registry: Beide sind seit Windows 95 zu Monstern angewachsen. Es ist praktisch unmöglich, in der Registry eine bestimmte Option zu finden und zu ändern, wenn keine genaue Beschreibung des Schlüsselnamens und der sinnvollen Werte vorliegen. Schuld daran sind die allzu komplexe Verschachtelung, die kryptischen Schlüsselnamen und die fehlenden Auswahllisten für sinnvolle Eingabewerte. Manche Schlüssel und Werte existieren auch gar nicht erst und müssen zunächst angelegt werden – ohne Dokumentation erst recht ein aussichtsloses Unterfangen. Windows 7 schneidet hier bisher leider kein Stück besser ab als Vista.

Auch die Systemsteuerung ächzt unter ihrer großen Komplexität: In der klassischen Ansicht listet Vista Ultimate über 50 Rubriken auf, mehr als je zuvor. Die Standardansicht verteilt die Rubriken lediglich über mehrere Kategorien, was das Ganze eher noch unübersichtlicher macht. Sargnägel sind die unbeholfene Gliederung und Namensgebung: Kategorien wie „System und Wartung“, „Hardware und Sound“ und „Darstellung und Anpassung“ stehen auf einer Ebene nebeneinander. Ist aber letztlich nicht jede Rubrik Teil des „Systems“ – auch „Hardware und Sound“? Wieso wird ausgerechnet der „Sound“ bei der „Hardware“ explizit erwähnt? Und dient die Systemsteuerung nicht generell der „Anpassung“? Wenn ich meinen Scanner kalibrieren möchte, ist das dann Wartung, Hardware, Anpassung oder etwas ganz anderes, das ich gar nicht in der Systemsteuerung finde? Glücklicherweise wartet Vista mit einem Suchfeld auf, das bei einem Begriff wie „Scanner“ durchaus brauchbare Ergebnisse liefert. Intern scheint das System also bereits mit Schlagwörtern zu arbeiten. Da läge es nahe, auch dem Anwender eine lange, durchsuchbare Liste mit praxisnahen Begriffen wie „DSL“, „Maus“ oder „Passwörter“ zu präsentieren. Die Testversion von Windows 7 wagt sich bisher leider nicht an solche Verbesserungen heran.

Systemsteuerung von Windows Vista Wenig praxistauglich: Die Kategorien in Vistas Systemsteuerung sind nicht klar genug benannt.

Beispiel 5: Produktaktivierung

Schon in Windows XP baute Microsoft eine Zwangsaktivierung über Internet oder Telefon ein, um Raubkopien und Mehrfach-Installationen zu verhindern. Vista setzte mit dem „reduzierten Funktionsmodus“ noch einen oben drauf: Es loggte den Benutzer nach einer Stunde automatisch aus, wenn es eine Raubkopie zu erkennen glaubte. Der unvermeidliche Fehlalarm ging im August 2007 los, als Microsofts Aktivierungsserver für mehrere Stunden ausfielen. Tausende legale Windows-Kopien wurden zu Raubkopien abgestempelt. Nach massiven Protesten musste Microsoft die Funktion entschärfen, Vista mit Service Pack 1 konfrontiert vermeintliche und echte Raubkopierer nur noch mit Warnungen. Latentes Misstrauen gegenüber den eigenen Kunden, dazu noch böse Pannen – mit der Aktivierung hat Microsoft viel Sympathie bei Unternehmen und privaten Anwendern verspielt. Apple verzichtet bei Mac OS X komplett auf einen Kopierschutz, doch bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Windows 7 dieser Giftzahn ebenfalls gezogen wird.

Fazit

In einer perfekten Welt benähme sich ein Betriebssystem wie die typische Haushaltsperle aus alten Romanheftchen: Sie wirkt lautlos im Hintergrund, wedelt hier ein wenig, bohnert dort ein bisschen und hält nebenbei die ganze Bude am Laufen. Dass es sie gibt, bemerkt man erst, wenn sie mal Urlaub hat – weil dann der Haushalt zusammenbricht. Mit dem Job eines zurückhaltenden, fleißigen Dieners hat Windows Vista jedoch wenig am Hut. Das edle Vista gehört viel eher auf eine Cocktail-Party. Es wäre dort der aufgeblasene Wichtigtuer in Designer-Klamotten, ein egozentrischer Schwätzer, der anderen Leuten ins Wort fällt und sich als Angsthase mit latentem Hang zum Leichtsinn geriert.

Wenn Windows 7 hält, was die aktuelle Testversion verspricht, wird es ein deutlich freundlicheres Betriebssystem. Task- und Schnellstartleiste fusionieren zur Superbar nach Mac-Vorbild, das Starten und Wechseln von Programmen geht deutlich intuitiver von der Hand. Die Zwischenrufe in Form von Sprechblasen und Warnmeldungen nehmen gegenüber Vista stark ab und lassen sich sehr leicht ganz ausschalten. Das neue System hält sich also vornehm zurück, die Arbeit mit Programmen und Dokumenten steht wieder im Vordergrund. Würde Microsoft noch die Systemsteuerung und die Registry entrümpeln, gäbe es hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit nicht mehr viel an Windows zu bemängeln.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Warum Vista nervt und was bei Windows 7 besser wird

  • Am 30. Dezember 2008 um 09:09 von Gustel

    Sehr verwirrend
    Hallo, ich fange mal mit Beispiel 5 (Produktaktivierung) an:
    MAC OSX hat keinen Kopierschutz, weil es nur auf Apple-Rechnern läuft.
    Beispiel 3 (Programme und Fenster):
    Das neue Windows 7 System gefällt mir. Aber der Teil, dass die Programmverknüpfungen was weiß ich wohin erstellt werden ist ja wie gesagt der jeweilige Entwickler Schuld.
    Beispiel 1 + 2 (UAC + Sprechblasen):
    Nervig ja. Entschärfung ist mit Windows 7 ja in Sicht. Nur ich denke mir, dass Microsoft auch an "Otto Normalverbraucher" denkt. Früher hat sich jeder als Administrator angemeldet und konnte tun und kaputt machen was er wollte.
    OSX und z.B. Ubuntu fragt auch immer nach dem Root-Passwort bei Änderungen usw.

    Ansonsten ein guter Artikel.

    MfG

    Gustel

  • Am 17. April 2009 um 01:30 von LKV

    Weltverbesserer……
    Offen gesprochen kann ich eigentlich über die genannten Verbesserungen nur grinsen. Was sollen das denn für Verbesserungen sein ?
    Man könnte glauben der durchnittliche Anwänder hätte nichts besseres zu tun als täglich an seinem System zu basteln, ständig neue Programme zu installieren und Vista tagtäglich herauszufordern.
    Wenn dem so ist, dann ist mir klar das man schnell von den Eingriffen seitens Vista genervt ist. Bei uns laufen seit Vista Einführung ca 20 Rechner, alle samt ordentlich eingerichtet und alle Programme so organisiert das man perfekt arbeiten kann.
    Wir kennen also diese fadenscheinigen Probleme nicht !

    Ist es nicht eher ein typisches Problem unserer Zeit, alles soll schneller, schöner und leichter gehen ? Alle zwei Monate gibt es in allen Bereichen der EDV neue Hardware die immer besser sein soll als das voran gegangene Produkt und meist sind die Kinderkrankheiten des Vorgängers noch nicht beseitigt da rühmen sich die Hersteller schon mit neuen Produkten. Wäre es nicht sinnvoller mehr Zeit in die Entwicklung zu stecken und dafür die Intervalle für Neuerungen mal runterzuschrauben ?
    Wer braucht schon alle zwei Monate eine neue Grafikkarte bzw. alle zwei Jahre ein neues Betriebssystem………?
    Gerade hat man sich eingearbeitet gibt es schon wieder ein neues Modell.
    Wir mutieren immer mehr zu Menschen die mit halbfertigen Produkten sich abfinden und immer weniger auf Qualität achten, weil wir ja auch immer weniger bezahlen wollen !
    Wundert sich da wirklich noch jemand, warum es unserer Wirtschaft so schlecht geht ? Kauft nur weiterhin die halbfertigen billigen Versprechen aber wundert euch nicht wenn wir uns alle damit zu Grunde wirtschaften.

    MfG

    LKV

  • Am 27. Mai 2009 um 23:53 von Kevin

    ^^
    Hallo,LKV. Im Prinzip hast du ja schon Recht und ich finde auch Vista super aber Windows 7 ist noch besser es hat bessere Performance und man findet sich besser zurecht. Ich würde dir mal raten die RC auf einen Rechner zu installieren und es auszuprobieren. Klar dein Unternehmen muss ja nicht auf Windows 7 umsteigen ihr habt ja Vista aber du könntest es dir trotzdem mal ansehen. Es lohnt sich 😉 P.S: für XP Nutzer ist Windows 7 ein Musthave also schnell umsteigen!

  • Am 11. Januar 2010 um 01:26 von Ich

    Mac Mac Mac
    Habs erst jetzt gelesen

    Für den Verfasser muss alles so sein wie beim Mac.
    Dann erst ist Windows gut.

    Auf solche abwertenden Beiträge kann man VERZICHTEN.
    Davon gibts schon zu viele im Netz. Bitte löschen, damit das
    nicht noch mehr lesen.

    *Kopfschüttel*

  • Am 31. Januar 2010 um 19:19 von mike


    Ich hab auch Vista,kriege aber bald ein Windows 7 update kostenlos vom Hersteller des Computers.
    Trotz der Tatsache,das ich Vista erst seit gut einem Monat besitze,und eigtl. nur Grundanwendungen wie Internet,Spiele ect. nutze finde ich Vista schon an einigen Stellen in diesem Bericht wieder,was wie ich finde eine deutliche Sprache spricht.

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