Kompakte Weitwinkel-Ultrazoomkamera: Panasonic DMC-TZ5

von Lori Grunin am , 17:55 Uhr

Pro
  • kompaktes, attraktives Design
  • überdurchschnittliche Fotoqualität
  • während Videoaufnahme Zoomen möglich
  • zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten
Con
  • weiche Bilder bei Innenaufnahmen, auch bei niedrigen ISO-Werten
  • langsam
  • ungünstig platziertes Mikrofon
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Im Feld der superkompakten Ultrazoomkameras lässt die DMC-TZ5 ihre Konkurrenz hinter sich. Sie überzeugt mit zehnfachem Zoom, handlichen Abmessungen, guter Fotoqualität, tollen HD-Videos und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Einzig ihre abgespeckte Version, die DMC-TZ4, könnte ihr den Rang streitig machen. Besonders wenn sie es schafft, bei der Performance einen Zahn zuzulegen.

Die Spezifikationen der Panasonic Lumix DMC-TZ5 lesen sich verlockend: zehnfacher optischer Zoom, Weitwinkellinse mit 28 Millimetern Brennweite im Kleinbildäquivalent, optischer Bildstabilisator, 3-Zoll-Display und Videoaufnahme in 720p. Außerdem passt die Kompaktkamera mit den Abmessungen von 10,3 mal 5,9 mal 3,7 Zentimetern bequem in jede Jackentasche.

Die Panasonic Lumix TZ5 ist die aufgebohrte Variante der rund 40 Euro günstigeren TZ4. Mit 3,0 Zoll fällt das Display einen halben Zoll größer aus. Die Auflösung steigt von 8 auf 9 Megapixel, und das große Modell nimmt auch Videos in HD-Qualität auf. Dafür macht sie Abstriche bei der Performance – in den Zwischenspeicher passen weniger Bilder. Außerdem ist sie etwa einen Millimeter dicker und sechs Gramm schwerer.

Design

Das 3,0 Zoll große Farbdisplay dominiert die Rückseite der Kompaktkamera. Rechts daneben befinden sich vier Navigationstasten um eine Menütaste herum angeordnet, die zu Belichtungs-, Makromodus-, Blitz- und Selbstauslösereinstellungen führen. Darunter liegen zwei weitere Knöpfe, Q(uick) Menu und Display.

Auf dem großen Display macht auch das Betrachten von Fotos Spaß.

Das Quick Menü besteht aus einer Reihe von Optionen, darunter Display-Helligkeit, Bildgröße und -format, Belichtungseinstellungen, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Autofokus-Modus, Gesichtserkennung und Bildstabilisator. Das volle Menü bietet weitere Konfigurationsmöglichkeiten, beispielsweise zu Bildqualität, Farbeffekten, minimaler Verschlussgeschwindigkeit, Tonaufnahme und Uhrzeit.

Da die Kamera keine Möglichkeit bietet, Belichtungszeiten manuell einzustellen, ist das Drehelement auf der Oberseite der TZ5 recht spärlich belegt. Lediglich zwischen Foto- und Videomodus, zwei Programmmodi, die häufig verwendete Szeneneinstellungen aufrufen, einem Vollautomatik-Modus und einem Zwischenablagemodus wechselt der Anwender hier. In letzterem schießt die Kamera Bilder mit niedriger Auflösung als Ersatz von Notizen. Die so aufgenommenen Fotos landen nicht auf der Speicherkarte, sondern im internen Memory der Kamera. Nützlich ist das beispielsweise zum Abfotografieren von Fahrplänen oder Landkarten.

Rechts neben dem Drehknopf liegen ein Regler für den Zoom und eine Easy-Zoom-Taste. Letztere ermöglicht es, um schnell von einem Ende des riesigen Brennweitenspektrums von 28 bis 280 Millimeter zum anderen zu springen.

Auf der Oberseite der Kamera befinden sich der Drehregler zur Auswahl des Aufnahmemodus, Ein-/Ausschalter, Auslöser, Zoomkontrolle und Easy-Zoom-Taste. Das Mikrofon ist etwas unkonventionell links oben auf der TZ5 positioniert.

Ausstattung

Viele der Optionen des Quick-Menüs stellen sich als sehr nützlich heraus. Praktisch ist etwa die Einstellung minimale Verschlussgeschwindigkeit. Die Belichtungszeit überschreitet dann einen festeingestellten Wert zwischen 1/200 und einer Sekunde nicht, egal wie dunkel das resultierende Foto gelingt. Fällt die Helligkeit unter einen kritischen Wert, gibt die Kamera eine Warnung aus. Im intelligenten ISO-Modus kann der Anwender einen maximalen Empfindlichkeitswert festlegen.

Eine Begrenzung der Belichtungszeit ist zum Beispiel bei Aufnahmen von Actionszenen sinnvoll. Belichtet die Kamera zu lange, sind am Ende nur verschwommene Fotos auf der Speicherkarte. Ein maximaler ISO-Wert empfielt sich bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen mit einem Stativ. Eine hohe Belichtungszeit ist in diesem Fall kein Problem, eine hohe Lichtempfindlichkeit sorgt allerdings für Bildrauschen.

Leistung

Die verschiedenen Autofokus-Modi der Panasonic TZ5 sehen auf dem Papier gut aus. In der Praxis setzt der Neun-Feld-Modus den Fokus jedoch häufig auf die falschen Objekte. Hier funktioniert die Drei-Feld-Messung besser, die sich auf Gegenstände in der Bildmitte beschränkt. Meistens liegt das Motiv ohnehin im Zentrum des gewählten Ausschnitts. Die Gesichtserkennung arbeitet ordentlich – jedoch ist es in der Praxis meistens einfacher, den Fokus einfach auf die Mitte zu legen, entsprechend zu fotografieren und später am Computer den gewünschten Bildausschnitt zu wählen. Dank Weitwinkel bis 28 Millimeter Brennweite im Kleinbildäquivalent und 9 Megapixel Auflösung sollte dafür ausreichend Spielraum bleiben. Jedenfalls solange das Foto später nicht gerade auf Postergröße ausgedruckt wird.

Bei Kompaktkameras ist es oft sinnvoll, den Autofokus vor der Aufnahme durch einen leichten Druck auf den Auslöser einzustellen. Ist das gewünschte Motiv auf dem Bild, reicht dann ein kurzer Druck, und die Knipse schießt das gewünschte Bild ohne lange Verzögerung. Hin und wieder stellt die Panasonic-Kamera jedoch die Bildschärfe trotz Vorfokussierung neu ein.

Ihre Geschwindigkeit ist die Achillesferse der TZ5. Sie arbeitet langsamer als die direkte Konkurrenz, etwa die Sony Cybershot DSC-H10 [2]. Vom Einschalten bis zum ersten geschossenen Bild vergehen rund 2,4 Sekunden. Unter optimalen Bedingungen liegt die Auslöseverzögerung bei 0,7 Sekunden, bei schlechten Lichtverhältnissen bei 1,0 Sekunden. Die H10 beispielsweise erreicht hier Werte von 1,7, 0,5 und ebenfalls 1,0 Sekunden. Zwischen zwei Aufnahmen vergehen mindestens 2,1, mit aktiviertem Blitz sogar 2,5 Sekunden. Auch hier punktet die Sony [3] mit 1,4 respektive 1,8 Sekunden.

Die TZ5 verfügt über zwei Serienbildmodi. Einer nimmt in maximaler Auflösung drei Bilder mit konstanten Einstellungen auf. Panasonic gibt hier eine Bildrate von 2,5 Fotos pro Sekunde an – in unserem Test schießt die Kamera zweimal pro Sekunde. Der unbegrenzte Modus passt zwischen den Aufnahmen den Weißabgleich und die Belichtungszeit an und fotografiert theoretisch, bis die Karte voll ist. Laut Hersteller liegt die maximale Geschwindigkeit bei zwei Bildern pro Sekunde.

Trotz ihrer Probleme liefert die TZ5 hervorragende Bilder. Selbst helle, kontrastreiche Fotos sehen gut aus. Die Farben trifft die Panasonic recht präzise, und wenn der Autofokus korrekt arbeitet, gelingen scharfe Aufnahmen. Ausdrucke von bis zu 35 mal 28 Zentimetern Größe sehen sehr ordentlich aus.

Dieses Foto zeugt von der Qualität der Kamera. Nur an extrem hellen, kontrastreichen Stellen tritt chromatische Aberration [4] auf.

Die Qualität der 1280 mal 720 Pixel großen Videos liegt über dem Durchschnitt. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten funktioniert hier der optische Zoom während der Aufnahme. Die Kamera speichert Videos im QuickTime-Motion-JPEG-Format mit einer Videogröße von maximal 2 GByte. Das entspricht einer Länge von etwa 22 Minuten bei HD-Videos. Die Positionierung des Mikrofons ist allerdings ungünstig. Es sitzt links oben auf dem Gehäuse. Obwohl die Anleitung an insgesamt fünf Stellen darauf aufmerksam macht, es nicht mit den Fingern abzudecken, passiert uns dies in unseren Tests häufig.

Auf dem LCD ist auch in grellem Sonnenlicht noch etwas zu erkennen. Ein spezieller Modus verbessert die Lesbarkeit des Displays auch bei extremen Blickwinkeln, wie sie etwa bei Aufnahmen mit über dem Kopf gehaltener Kamera zustande kommen.

Fazit

Im Feld der wirklich kompakten Ultrazoom-Kameras gibt es derzeit keine Alternative zur Panasonic Lumix DMC-TZ5. Bildqualität, Funktionsumfang, Display und Objektiv konnten uns überzeugen. Einzig die TZ4, die wir bisher noch nicht testen konnten, könnte ihr den Platz streitig machen. Wer auf HD-Videos und das 3,0 Zoll große Display verzichten kann, ist mit dieser rund 40 Euro günstigeren Variante möglicherweise besser beraten, sollte sie in puncto Qualität und Funktionsumfang der TZ5 entsprechen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39200953/kompakte-weitwinkel-ultrazoomkamera-panasonic-dmc-tz5/

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[1] Beispielfotos: die Bildqualität der Panasonic DMC-TZ5: https://www.cnet.de/41002103/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-dmc-tz5/?pid=1#sid=39200953

[2] Sony Cybershot DSC-H10: https://www.cnet.de/tests/digicam/39191526/mittelmaessige+superzoom_kamera+sony+cybershot+dsc_h10.htm

[3] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[4] chromatische Aberration: http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatische_Aberration