Leistung

In der Regel haben Blu-ray-Player sehr lange Ladezeiten. Wer eine Disc einlegt, muss teilweise fast zwei Minuten warten, bis die Wiedergabe beginnt. Das schnellste Abspielgerät ist – aufgrund ihrer Rechenleistung – die Playstation 3. Sie lädt unsere Test-Blu-ray 8 Blickwinkel in 42 Sekunden. Der schnellste Standalone-Player ist der Samsung BD-P1500, der den Film nach einer Minute und 9 Sekunden abspielt. Der Pioneer braucht für den Ladevorgang viel mehr Zeit, nämlich eine Minute und satte 54 Sekunden.

Bei unserer Test-Blu-ray-Scheibe Casino Royale haben wir mit dem BDP-LX71 bis 1:59:49 vorgespult. Dort ist Daniel Craigs Ohr zu sehen, dem an einer Stelle das Makeup fehlt. Der Pioneer zeigt es in seiner ganzen Pracht. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Details mit dem richtigen Player bei einer gut kodierten Blu-ray-Disc zu sehen sind.

Auch bei der DVD-Wiedergabe macht der BDP-LX71 einen sehr guten Job. Unseren beiden Testfilmen X-Men und Jurassic Park bringt der Pioneer scharf und mit sehr vielen Details auf die Mattscheibe. Man kann sich nur wundern, was ein guter Upscaler aus SD-Bildmaterial herausholt.

Auch das Benutzerinterface des Players verdient unser Lob. Die Menüs sind einfach aufgebaut. Zudem finden Anwender dort eine ausreichende Anzahl an Einstellmöglichkeiten, die trotzdem nicht überfordern. Pioneer stellt das Bild darüber hinaus ab Werk ohnehin schon so gut ein, dass Käufer nicht erst ewig durch die Menüs navigieren müssen. Während dem Ansehen eines Films reicht ein Knopfdruck auf der Fernbedienung, um zwischen den Ausgabeformaten zu wechseln. Wer dort die letzte Einstellung wählt, bekommt das Videomaterial genau so zu sehen, wie es auf der Disc gespeichert ist. Das ist besonders bei Filmen mit 24 Bildern pro Sekunde wichtig.

Bei der DVD-Wiedergabe bringt diese Einstellung allerdings nichts. Der Player sendet das Video dann ohne Nutzung des internen Upscalers zum Fernseher. Zwar skalieren es moderne HDTVs dann trotzdem noch hoch, ihre eingebauten Systeme sind in der Regel aber deutlich schlechter als das des Pioneer-Players. Allerdings ist auch der interne Upscaler des Blu-ray-Players nicht ganz perfekt. So sind uns bei X-Men beispielsweise rechts und links vom Bild dünne schwarze Ränder aufgefallen. Vermutlich handelt es sich um einen Overscan-Fehler.

Die Lösung ist die Ausgabe ohne Upscaler. Allerdings sollten nur Besitzer eines guten HD-Fernsehers auf diese Möglichkeit zurückgreifen. Unser Test-TV Sony E4000 skaliert zum Glück hervorragend hoch. Dadurch macht es im Endeffekt keinen Unterschied, ob der Upscaler im Pioneer-Player nun ein- oder ausgeschaltet ist.

Audiotechnisch sind wir wirklich beeindruckt vom BDP-LX71. Mit den in unserem Sony-TV eingebauten Lautsprechern hört sich die Stereo-Ausgabe der Dolby-TrueHD-Tonspur absolut ausgewogen an. Gespräche sind perfekt verständlich. Trotzdem übertönen sie Soundeffekte im Hintergrund nicht. Das Ergebnis ist ein wundervoll weit gefächerter und realistischer Stereo-Klang.

Fazit

Wer beim Blu-ray-Playerkauf Geld sparen möchte, für den ist der Pioneer BDP-LX71 mit Sicherheit nicht das richtige Gerät. Er richtet sich eher an Leute, die Wert auf ein einheitliches Multimediasystem legen. Wer beispielsweise bereits einen AV-Receiver und einen Fernseher von Pioneer hat, wird mit dem Player sehr zufrieden sein. Die Bildqualität ist ausgezeichnet, und auch audiotechnisch überzeugt das Modell. Das einzige wirkliche Manko ist das Blu-ray-Profil 1.1. Damit unterstützt der BDP-LX71 kein BD-Live, was einige Kaufinteressenten abschrecken dürfte.

Wer den Pioneer günstig bekommt, sollte also zuschlagen. Andernfalls empfehlen wir den Panasonic DMP-BD35 oder -BD50. Auch die Playstation 3 ist natürlich eine gute Alternative, zumal sie BD-Live beherrscht, Filme schneller lädt und sich zudem zum Spielen und Surfen eignet.

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