Pioneer BDP-LX71: Blu-ray-Player für 800 Euro

von Ian Morris und Pascal Poschenrieder am , 15:02 Uhr

Pro
  • hervorragende Bild- und Tonqualität
  • schlichtes und ansprechendes Design
  • gute Anschluss-Auswahl inklusive 7.1-Analogausgang
Con
  • recht großes Gehäuse
  • hoher Preis
  • kein eingebauter DTS-HD-Dekoder
Hersteller: Pioneer Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der Blu-ray-Player BDP-LX71 von Pioneer bietet sehr gute Bild- und Tonqualität. Zu einem Preis von etwa 800 Euro können Käufer das allerdings auch erwarten. Auch die Menüführung ist wunderbar einfach. Zudem hat der Player alle wichtigen Ausgänge an Bord. Wer schon einen Pioneer-Fernseher zu Hause hat, sollte sich den Player - das notwendige Kleingeld vorausgesetzt - in sein Wohnzimmer stellen.

Der Pioneer BDP-LX71 ist ein außergewöhnlicher Blu-ray-Player zu einem außergewöhnlichen Preis. Wer eines der schicken Abspielgeräte sein Eigen nennen will, muss satte 800 Euro auf die Ladentheke legen. Dafür bekommt er dann aber auch ein schickes Design, gepaart mit hervorragender Bild- und Tonqualität.

Viele finden, dass Blu-ray [1]-Player überteuert sind. Diejenigen sollten jetzt am besten gar nicht weiterlesen. Der Grund: Der BDP-LX71 von Pioneer kostet satte 800 Euro. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass das Gerät mit Blu-ray-Profil 1.1 überteuert ist. Schließlich gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Modellen. CNET.de hat den BDP-LX71 genau unter die Lupe genommen und geprüft, ob der Player die Kosten eines Wochenendes in Barcelona wert ist.

Design

Obwohl der Pioneer mit seinen Abmessungen von 42 mal 36 mal 12,4 Zentimetern etwa doppelt so hoch und insgesamt rund zwei Drittel größer ist als die meisten DVD-Player, sieht er sehr schick aus. Der Hersteller gestaltet alle seine Wohnzimmer-Multimediageräte im gleichen Stil. Wer also bereits einen AV-Receiver oder einen DVD-Player von Pioneer besitzt, wird mit dem Aussehen des BDP-LX71 sehr zufrieden sein. Aber auch zu vielen anderen modernen AV-Komponenten passt der klavierlackscharze Player gut.

Die Fernbedienung kommt im gleichen Design wie der Blu-ray-Player. Sie ist recht lang und wirkt solide. Im Gegensatz zu den Pioneer-Metall-Fernbedienungen der Fernseher ist sie allerdings aus Plastik. Dadurch eignet sie sich nicht so gut, um Einbrecher in die Flucht zu schlagen. Trotzdem funktioniert sie hervorragend, und die Knöpfe sind gut erreichbar angeordnet.

Die Front des Blu-ray-Players macht einen hochwertigen Eindruck. Das Klavierlack-Finish verleiht dem Gerät ein edles Aussehen. Zudem sind die Bedienelemente recht stabil gebaut. Anscheinend hat Pioneer auch besonderen Wert auf Symmetrie gelegt. So sitzt der Einschaltknopf auf der linken Seite, während sich rechts an der gleichen Stelle ein identisch aussehender Play-Knopf befindet.

Wer sich das Anschluss-Panel des Pioneer ansieht, findet jeden Ausgang, den ein Blu-ray-Player braucht. Neben drei HDMI [2]-Ports integriert Pioneer Component-Video [3]-, S-Video [4]– und Composite-Video [5]-Ausgänge. Zudem bietet der BDP-LX71 einen analogen 7.1-Audioausgang. Über acht Cinch-Anschlüsse sind von Vorteil, wenn der Receiver keinen HDMI-Anschluss an Bord hat oder die aktuellen Audiocodecs nicht unterstützt.

Natürlich finden sich auch optische und koaxiale digitale S/PDIF [6]-Audioausgänge. Allerdings eigenen sie sich nicht besonders für die Übertragung von HD-Audio, da ihre Datenrate dafür zu gering ist.

Funktionsumfang

Beim BDP-LX71 handelt es sich um einen Profil-1.1-Player. Das bedeutet, dass er keinen Ethernet-Anschluss für das Downloaden von Extra-Inhalten aus dem Internet aufweist. Pioneer ist anscheinend der Meinung, dass diese Funktion kein wirkliches Kaufargument ist. Damit könnte der Hersteller allerdings durchaus recht haben: Obwohl alle HD-DVD-Player dieses Feature an Bord, gibt es nur eine Hand voll Discs – etwa Transformers und Blood Diamond – die es auch nutzen.

Für audiophile Zeitgenossen hat der BDP-LX71 ein besonderes Extra an Bord. Er verfügt über ein eingebautes System, das Rauschen bei der HDMI-Tonübertragung verringern soll. Allerdings braucht es besonders hochwertige Lautsprecher und einen Pioneer-AV-Receiver, damit sich die Verbesserung auch bemerkbar macht.

Zudem beherrscht der Player die Wiedergabe von DivX [7]-Filmen. Das ist besonders praktisch, wenn die heimische Sammlung größtenteils aus heruntergeladenen Standard-Definition-Filmen besteht.

Für bestmögliche Bildqualität sollen viele verschiedene Bild-Voreinstellungen sorgen. So gibt es beispielsweise spezielle Presets für LCD [8]– oder Plasma [9]-Fernseher. Sogar einen Extra-Modus für Pioneer-Plasmas integriert der Hersteller. Zudem erlaubt der Player manuelle Einstellungen. Bei unserer Test-DVD Jurassic Park haben sie geholfen, MPEG [10]-Artefakte zu reduzieren. Wer die Artefakt-Reduzierung allerdings auf über 50 Prozent stellt, erkennt einen Detailverlust über das ganze Bild.

Leistung

In der Regel haben Blu-ray-Player sehr lange Ladezeiten. Wer eine Disc einlegt, muss teilweise fast zwei Minuten warten, bis die Wiedergabe beginnt. Das schnellste Abspielgerät ist – aufgrund ihrer Rechenleistung – die Playstation 3 [11]. Sie lädt unsere Test-Blu-ray 8 Blickwinkel in 42 Sekunden. Der schnellste Standalone-Player ist der Samsung BD-P1500 [12], der den Film nach einer Minute und 9 Sekunden abspielt. Der Pioneer braucht für den Ladevorgang viel mehr Zeit, nämlich eine Minute und satte 54 Sekunden.

Bei unserer Test-Blu-ray-Scheibe Casino Royale haben wir mit dem BDP-LX71 bis 1:59:49 vorgespult. Dort ist Daniel Craigs Ohr zu sehen, dem an einer Stelle das Makeup fehlt. Der Pioneer zeigt es in seiner ganzen Pracht. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Details mit dem richtigen Player bei einer gut kodierten Blu-ray-Disc zu sehen sind.

Auch bei der DVD-Wiedergabe macht der BDP-LX71 einen sehr guten Job. Unseren beiden Testfilmen X-Men und Jurassic Park bringt der Pioneer scharf und mit sehr vielen Details auf die Mattscheibe. Man kann sich nur wundern, was ein guter Upscaler [13] aus SD-Bildmaterial herausholt.

Auch das Benutzerinterface des Players verdient unser Lob. Die Menüs sind einfach aufgebaut. Zudem finden Anwender dort eine ausreichende Anzahl an Einstellmöglichkeiten, die trotzdem nicht überfordern. Pioneer stellt das Bild darüber hinaus ab Werk ohnehin schon so gut ein, dass Käufer nicht erst ewig durch die Menüs navigieren müssen. Während dem Ansehen eines Films reicht ein Knopfdruck auf der Fernbedienung, um zwischen den Ausgabeformaten zu wechseln. Wer dort die letzte Einstellung wählt, bekommt das Videomaterial genau so zu sehen, wie es auf der Disc gespeichert ist. Das ist besonders bei Filmen mit 24 Bildern pro Sekunde wichtig.

Bei der DVD-Wiedergabe bringt diese Einstellung allerdings nichts. Der Player sendet das Video dann ohne Nutzung des internen Upscalers zum Fernseher. Zwar skalieren es moderne HDTVs dann trotzdem noch hoch, ihre eingebauten Systeme sind in der Regel aber deutlich schlechter als das des Pioneer-Players. Allerdings ist auch der interne Upscaler des Blu-ray-Players nicht ganz perfekt. So sind uns bei X-Men beispielsweise rechts und links vom Bild dünne schwarze Ränder aufgefallen. Vermutlich handelt es sich um einen Overscan [14]-Fehler.

Die Lösung ist die Ausgabe ohne Upscaler. Allerdings sollten nur Besitzer eines guten HD-Fernsehers auf diese Möglichkeit zurückgreifen. Unser Test-TV Sony [15] E4000 skaliert zum Glück hervorragend hoch. Dadurch macht es im Endeffekt keinen Unterschied, ob der Upscaler im Pioneer-Player nun ein- oder ausgeschaltet ist.

Audiotechnisch sind wir wirklich beeindruckt vom BDP-LX71. Mit den in unserem Sony-TV eingebauten Lautsprechern hört sich die Stereo-Ausgabe der Dolby-TrueHD-Tonspur absolut ausgewogen an. Gespräche sind perfekt verständlich. Trotzdem übertönen sie Soundeffekte im Hintergrund nicht. Das Ergebnis ist ein wundervoll weit gefächerter und realistischer Stereo-Klang.

Fazit

Wer beim Blu-ray-Playerkauf Geld sparen möchte, für den ist der Pioneer BDP-LX71 mit Sicherheit nicht das richtige Gerät. Er richtet sich eher an Leute, die Wert auf ein einheitliches Multimediasystem legen. Wer beispielsweise bereits einen AV-Receiver und einen Fernseher von Pioneer hat, wird mit dem Player sehr zufrieden sein. Die Bildqualität ist ausgezeichnet, und auch audiotechnisch überzeugt das Modell. Das einzige wirkliche Manko ist das Blu-ray-Profil 1.1. Damit unterstützt der BDP-LX71 kein BD-Live, was einige Kaufinteressenten abschrecken dürfte.

Wer den Pioneer günstig bekommt, sollte also zuschlagen. Andernfalls empfehlen wir den Panasonic DMP-BD35 [16] oder -BD50. Auch die Playstation 3 ist natürlich eine gute Alternative, zumal sie BD-Live beherrscht, Filme schneller lädt und sich zudem zum Spielen und Surfen eignet.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] Blu-ray: http://de.wikipedia.org/wiki/Blu_Ray

[2] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[3] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component_Video

[4] S-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/S-video

[5] Composite-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[6] S/PDIF: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[7] DivX: http://de.wikipedia.org/wiki/Divx

[8] LCD: http://de.wikipedia.org/wiki/Flüssigkristallbildschirm

[9] Plasma: http://de.wikipedia.org/wiki/Plasmabildschirm

[10] MPEG: http://de.wikipedia.org/wiki/MPEG

[11] Playstation 3: https://www.cnet.de/tests/tv/39198408/besser+denn+je+sony+playstation+3+_80+gbyte.htm

[12] Samsung BD-P1500: https://www.cnet.de/tests/dvd/39199645/samsung+bd_p1500+ordentlicher+blu_ray_player+zum+fairen+preis.htm

[13] Upscaler: http://de.wikipedia.org/wiki/Hochskalierung

[14] Overscan: http://de.wikipedia.org/wiki/Overscan

[15] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[16] DMP-BD35: https://www.cnet.de/tests/dvd/39200124/panasonic+dmp_bd35+blu_ray_player+auf+hoechstem+niveau.htm