Neues Multimedia-Handy mit GPS und HSDPA: Nokia N85

von Andrew Lim am , 14:02 Uhr

Pro
  • bietet HSDPA, GPS, und WLAN
  • 5-Megapixel-Kamera macht gute Bilder
  • 3,5-mm-Kopfhörerbuchse ist angenehm und gut platziert
Con
  • Tasten auf dem Tastenfeld könnten etwas besser voneinander abgehoben sein
Hersteller: Nokia Listenpreis: 450 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem Nokia N85 haben die Finnen ein weiteres solides Gerät der N-Serie herausgebracht. Wer sich das N85 zulegt, der bekommt ein Smartphone, das mit seinen zahlreichen Funktionen und seinem guten Design überzeugen kann. Allerdings unterscheidet es sich kaum vom N95 - es wurde einfach etwas weiterentwickelt.

Mit WLAN, GPS, HSDPA und einer 5-Megapixel-Kamera ist das N85 ein sehr gut ausgestattetes Allround-Smartphone. Es sieht hübsch aus, revolutioniert aber die Smartphone-Welt nicht – muss es auch nicht. Der Test zeigt, warum.

Das N85 ist ein Upgrade des erfolgreichen Modells N95, auch wenn die Modellnummer eigentlich genau das Gegenteil vermuten lässt. Gehen Nokia etwa die Ideen aus? Oder sollte dem zu Recht beliebten N95 einfach nur der letzte Schliff verpasst werden? Im Test muss das N85 beweisen, ob Nokia ein weiteres Meisterstück gelungen ist.

Design

Das Schiebehandy macht in der Hand einen stabilen Eindruck, und mit seinem abgerundeten Rändern wirkt es auch moderner als das klotzige N95. Trotz der vielen Features, die Nokia in das N85 gepackt hat, fühlt es sich weder klobig noch zu schwer an.

Abgesehen vom Nummernfeld überzeugen sämtliche Tasten des N85 durch Form und Bedienbarkeit. Zum schnellen Sperren und Entsperren gibt es sogar einen praktischen Schalter. Das eigentliche Tastenfeld ist etwas flach geraten, was die Bedienung erschwert.

Tastenfeld des Nokia N85
Ein bisschen mehr Profil hätte dem Tastenfeld des N85 nicht geschadet.

Der zweifache Schiebemechanismus, beim N95 noch ziemlich wacklig, macht beim N85 einen stabileren Eindruck und öffnet sich nicht in der Hosentasche. An der Kameraabdeckung des N85 gibt es ebenfalls nichts auszusetzen: Auch sie öffnet sich nicht versehentlich in der Tasche und macht so Fotos vom Schlüsselbund.

Ein dickes Lob erhält Nokia dafür, dass die 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse an der Geräteoberseite und nicht seitlich untergebracht wurde. So kann man das Handy auch mal in der Tasche lassen und Musik hören. Ein weiterer Pluspunkt: Das Smartphone [1] lässt sich über ein Micro-USB-Kabel synchronisieren und sogar laden.

Ebenfalls erwähnenswert ist das OLED-Display des N85, das weniger Energie verbraucht als eine herkömmliche LCD-Anzeige. Der Monitor ist hell und groß genug, um Textnachrichten oder YouTube-Videos darzustellen. Auch der Browser Opera Mini kommt auf diesem Gerät hervorragend zur Geltung – so sind selbst kurze Ausflüge ins Netz kein Problem.

Ausstattung

Das N85 bietet HSDPA (3,6 MBit/s) und WLAN. Damit ist nahezu überall der Internetzugang garantiert. Der integrierte Browser funktioniert zufriedenstellend, allerdings ist die Installation des kostenlosen Opera Mini empfehlenswert, da man sich mit ihm komplette Internetseiten anzeigen lassen kann und er schneller ist.

Mit Hilfe von GPS lassen sich der aktuelle Standort bestimmen und Ausflüge planen. Dafür kann man entweder das vorinstallierte Nokia Maps verwenden oder aber Google [2] Maps herunterladen. Im Test hat das Gerät keinerlei Schwierigkeiten, Satelliten zu finden, doch wie erwartet funktioniert das GPS ausschließlich im Freien.

Schiebefunktion und Mediatasten des Nokia N85
Ähnlich wie das N95 und das N96 handelt es sich beim N85 um ein duales Schiebe-Handy mit speziellen Mediatasten auf der Seite.

Auf der Rückseite des N85 befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Doppel-LED. Die Fotofunktion ist dank ihrer einfachen Benutzerschnittstelle bestens zu bedienen, und die Qualität der Bilder überzeugt selbst in dunklen Umgebungen. Die LEDs leuchten die Szene heller aus, als man annehmen würde.

Ebenso überraschend ist der integrierte UKW-Transmitter, der Musik kabellos und ohne externes Zubehör an das Autoradio sendet. Bislang klappte sowas nur mit Hardware von Drittanbietern – aber es ist wirklich praktisch, diese Funktion von Anfang an im Gerät integriert zu haben.

Kamera des Nokia N85
Die Kamera des N85 kommt mit Schiebeabdeckung zum Schutz des Objektivs und der LED-Fotoleuchten.

Dank der speziellen Mediatasten ist es wirklich einfach, das N85 als Musik-Player zu verwenden. Die Musik-Player-Schnittstelle ist klar strukturiert. Man kann Playlisten anlegen, den Equalizer einstellen oder die Zufallswiedergabe aktivieren.

Leistung

Bei Telefonaten ist der Gesprächspartner laut und deutlich zu verstehen, auch die Audioqualität der Lautsprecher stellt sich als gut heraus. Wenn man beim Telefonieren jedoch die Hände frei haben will, ist ein Bluetooth-Headset empfehlenswert (das N85 unterstützt A2DP Stereo) – die Anbindung klappt einwandfrei. Die Akkulaufzeit gibt Nokia bei GSM mit einer Sprechdauer von 6,9 Stunden und bei 3G mit 4,5 Stunden an. Sowohl bei GSM als auch bei 3G beträgt die Standby-Zeit laut Hersteller 363 Stunden. Im Test reicht der Akku bei mäßiger Verwendung über einen Tag, bevor er wieder ans Kabel will.

Fazit

Das Nokia N85 macht eine wirklich gute Figur – da fragt man sich schon, warum die Finnen das N96 als Nachfolger des N95 herausgebracht haben, und nicht dieses Mobiltelefon. Das N85 ist ein überarbeitetes, raffiniertes Smartphone, unter dessen attraktiver Schale jede Menge Funktionen stecken. Lediglich das Tastenfeld enttäuscht etwas, da es sehr flach geraten ist, aber ansonsten kann das Gerät auf ganzer Linie überzeugen.

WLAN, HSDPA und ein Musik-Player, für den man nur Standardohrhörer einzustecken braucht – wirklich klasse. Das N85 wird die Smartphone-Welt zwar nicht revolutionieren, ist aber dennoch ein Spitzengerät. Und N95-Fans, die etwas Schickeres und Kompakteres suchen, dürften damit sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/