Preview: Palm Pre mit WebOS, Tastatur und Touchscreen

von Bonnie Cha und Daniel Schraeder am , 14:11 Uhr

Pro
  • umfangreiche Synchronisationsfunktionen
  • innovatives Betriebssystem
  • intuitive Bedienung
Con
  • Displayauflösung könnte höher sein
  • keine Videoaufnahmen
Hersteller: Palm Listenpreis: k. A.
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem Pre hat Palm ein wirklich innovatives, attraktives Smartphone vorgestellt. Es verbindet Multitouch-Touchscreen und Tastatur, Synchronisation und Multimedia - und ist mit WLAN, GPS, UMTS, Kamera und Bluetooth voll ausgestattet.

Mit dem Pre hat PDA-Urgestein Palm auf der CES ordentlich Vorschusslorbeeren kassiert – das Smartphone erhielt sogar den Best-of-CES-Award von CNET. Ein kurzer Blick auf die Funktionen und Merkmale rechtfertigt das sofort – ein innovatives, neues Betriebssystem namens WebOS könnte dem iPhone Konkurrenz machen, dazu gesellen sich erstklassige Synchronisationsfunktionen, Touchscreen-Display und Tastatur. Doch überzeugt der Pre auch in der Praxis? Wir haben uns ein Vorabmodell näher angesehen.

Palm. Ein Hersteller von PDAs. In den 90er Jahren quasi konkurrenzlos, bis hin in die Anfänge des jetzigen Jahrtausends innovativ, mit tollen Produkten und einem eigenen Betriebssystem. Doch dann kommt die Wende – das eigene System zieht nicht mehr, man setzt auf Windows Mobile – und verliert den Abstand zur Konkurrenz.

Update: Inzwischen haben wir einen auführlichen Testbericht zum Palm Pre [1]

Sonderlich viel gehört hat man in den letzten Jahren nicht mehr von Palm. Hier und da ein neues Smartphone [2], allesamt nicht schlecht, aber auch allesamt nicht wirklich revolutionär. Bis zur CES [3] Anfang dieses Jahres in Las Vegas. Bamm!

Palm Pre heißt das neue Smartphone, WebOS das neue Betriebssystem. Beides sorgt schon jetzt für Furore – lange vor der offiziellen Markteinführung. Wir haben uns ein Vorabmodell näher angesehen.

Oberfläche und Betriebssystem

Das absolute Highlight des Pre ist sicherlich die neue Oberfläche. Das Interface erinnert ein bisschen an TouchFLO, das wir von den aktuellen HTC [4]-Smartphones kennen: Bedienung mit Fingergesten und animierten Icons dominieren WebOS, und im Gegensatz zu TouchFLO wirkt alles durchgestylt, schnell und einfach cool. Insgesamt arbeitet einfach alles so zusammen, wie man sich das vorstellt – und das macht den Palm Pre zu einem erstklassigen Begleiter.

Multitasking schreibt das WebOS ganz groß. Wie Spielkarten in der Hand liegen die verschiedenen Applikationen auf dem Display, man schiebt sie einfach hin und her und wechselt zwischen Programmen, ohne Fenster öffnen oder schließen zu müssen. Das klappt schnell – und es ist total simpel.

Auch das Feature „Synergy“ verspricht einiges. Es synchronisiert den Palm Pre nicht nur mit einem Account, sondern mit allen, die man hat – etwa mit dem Exchange-Server des Arbeitgebers für berufliche Kontakte und Termine, mit seinem Google [5]-Account für die familiären Dinge und mit Facebook für den Partyplaner des Wochenendes. Auch das klappt eben total einfach – und wer bislang zwei Handys benutzt hat oder seine beruflichen und privaten Kontakte vermischt, dürfte sich darüber freuen.

Design

Für die Schale scheint Palm das Beste aus verschiedenen Welten gesucht und gefunden zu haben. Es gibt oben einen 3,1 Zoll großen Multitouch-Touchscreen, der Inhalte auf seinen 320 mal 480 Pixeln gestochen scharf und farbenfroh anzeigt. Sicherlich könnten es durchaus noch ein paar Pixel mehr sein – aber die Auflösung ist schon mal gar nicht schlecht.

Darüber hinaus gibt es einen berührungsempfindlichen Bereich unterhalb der Anzeige. Wer hier seinen Finger drüberzieht oder hintippt, scrollt durch Menüs und Toolbars, öffnet Programme oder geht einen Schritt zurück.

Mobile Vielschreiber freuen sich über die QWERTY-Tastatur (hierzulande wird es sicherlich eine QWERTZ-Ausführung geben), die sich ausziehen lässt – der Pre ist also quasi ein Slider-Handy. Die Tastatur erinnert stark an die des aktuellen Palm Treo Pro, allerdings scheinen die Knöpfe ein bisschen kleiner zu sein. Immerhin ist der Abstand zwischen den Tasten ordentlich – so trifft man auch die kleinen Buttons recht zuverlässig.

Wer sich den Palm Pre aus der Ferne ansieht, bemerkt schnell, dass die Entwickler viel Zeit und Gehirnschmalz in das Design investiert haben. Die Hardware fühlt sich solide und hochwertig an – nicht so plastikmäßig wie der Palm Centro. Schiebt man den Pre auseinander, sieht man eine leicht gebogene Form – das macht es einfacher, ihn beim Tippen oder Telefonieren zu halten. Auch der Touchscreen macht einen hervorragenden und angenehm empfindlichen Eindruck. Und hey, man kann im Browser mit zwei Fingern zoomen wie beim iPhone!

Internet

Apropos Internet: Der Browser überzeugt. Er rendert Webseiten so, wie man sie auch auf dem Computer erwartet – und wie es beispielsweise beim iPhone funktioniert. Auf unsere Frage nach Flash-Unterstützung kam von Palm nur ein lapidares „kein Kommentar“ – nun gut, das heißt alles und nichts.

Immerhin wissen wir bereits, dass es eine Art App Store für den Palm Pre geben wird, wie auch ein Software Development Kit (SDK) für Programmierer. Bei der offiziellen Vorstellung des Smartphones erwähnten Sprecher von Palm, dass die Entwickler des WebOS Programmierer „von außerhalb“ im Hinterkopf hätten – und auf Standards wie HMTL, CSS oder Javascript setzten. Kenntnisse in diesen Bereichen sollen schon ausreichen, um einfache Anwendungen für den Palm Pre herzustellen.

Die Verbindung ins Netz baut der getestete Pre über das amerikanische UMTS-Derivat auf. Vermutlich wird die lokalisierte Version dann auch auf UMTS oder gar HSDPA setzen, doch offiziell bestätigen wollte Palm das bislang nicht. Dazu gibt es WLAN nach 802.11 b und g sowie Bluetooth 2.1 mit Enhanced Data Rate (EDR).

Multimedia

Selbstverständlich verfügt der Pre auch über eine Kamera. 3 Megapixel sind angesagt, und über der Linse auf der Rückseite befindet sich eine Foto-LED, die zumindest etwas Licht ins Dunkle bringt. Leider konnten wir uns in der Kürze der Zeit nicht näher mit der Kamera auseinandersetzen – dafür ist allein WebOS schon viel zu interessant. Doch Berichten zufolge soll die Bildqualität durchaus ordentlich sein. Eine Video-Funktion gibt es derzeit nicht, doch sie könnte per Software-Update nachgerüstet werden.

Selbstverständlich ist ein Musik- und Mediaplayer an Bord. Auf insgesamt 8 GByte Flash-Speicher passt eine ordentliche Sammlung, noch dazu ist das Kaufen von Musik über das Internet möglich – in den USA hat Palm hierzu eine Partnerschaft mit dem Amazon Music Store angekündigt, aus dem auch das Android [7]-Handy T-Mobile G1 seinen Sound bezieht. Auch hier gibt es bis dato keine Aussage, ob und über welchen Anbieter wir in Deutschland Musik kaufen können. Ach ja: Audiofans dürften sich über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse freuen. So kann man seinen Lieblingskopfhörer ohne Adapter einsetzen.

Weitere Ausstattung

Kaum ein Hersteller würde sich heute trauen, ein Smartphone ohne GPS-Empfänger auf den Markt zu bringen – und zum Glück traut sich auch Palm das nicht. Über Satellit ermittelt der Pre also seine Position.

Darüber hinaus gibt es Sensoren wie beim iPhone: einen Näherungssensor, einen Beschleunigungssensor sowie einen, der die Umgebungshelligkeit misst. Damit dürfte das Display beim Telefonieren ausgehen, Bilder drehen sich mit dem Gerät mit, und in dunklen Umgebungen reduziert der Pre die Helligkeit der Anzeigenbeleuchtung.

Dazu gesellt sich alles, was praktisch und modern ist – eine Mini-USB-Buchse, über die sich der integrierte Speicher füllen lässt, oder A2DP für Stereo-Bluetooth zum Beispiel.

Zukunftsaussichten

Leider müssen wir noch etwas warten, bis wir den Pre wirklich in die Finger bekommen. Einen Termin nennt der Hersteller noch nicht – was schade ist. Wir vermuten, dass das Gerät noch in der ersten Hälfte dieses Jahres auf den US-Markt kommt und kurze Zeit später auch bei uns erhältlich sein wird.

Auch eine wirkliche Revolution wird bei der Einführung des neuen Palm wohl ausbleiben. Bis auf Kleinigkeiten kennen wir alle Funktionen des Pre schon von anderen Geräten wie den aktuellen HTC-Smartphones [8] mit TouchFLO [9] oder dem iPhone [10]. Doch wirklich neu ist der Ansatz, wie Informationen von verschiedenen Quellen zusammenlaufen und miteinander verknüpft werden.

Wirklich wichtig ist der Pre auf jeden Fall für seinen Hersteller, der nun endlich wieder ein wirklich innovatives Gerät auf der Roadmap hat – und auf das wir sehr gespannt sind.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39201792/preview-palm-pre-mit-webos-tastatur-und-touchscreen/

URLs in this post:

[1] auführlichen Testbericht zum Palm Pre: https://www.cnet.de/tests/handy/41004971/testbericht/schon+getestet+palm+pre+innovatives+webos_+aber+kein+iphone_killer.htm

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] CES: http://www.cnet.de/themen/ces-2014/

[4] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[6] Palm Pre mit Web-OS: die ersten Screenshots: https://www.cnet.de/39201421/palm-pre-mit-web-os-die-ersten-screenshots/?pid=1#sid=39201792

[7] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[8] HTC-Smartphones: https://www.cnet.de/tests/handy/archiv/c39037480/

[9] TouchFLO: https://www.cnet.de/themen/archiv/39001320/artikel+zum+thema+touchflo.htm

[10] iPhone: https://www.cnet.de/tests/handy/39193346/endlich+da+und+schon+getestet+iphone+3g.htm