Günstiges Touchscreen-Handy: LG KP500 Cookie

von Andrew Lim am , 15:33 Uhr

Pro
  • schlankes Design
  • guter Foto-Viewer
Con
  • kein UMTS
  • keine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der "Keks" ist zwar attraktiv und relativ günstig, aber aufgrund der wenigen Funktionen weit vom iPhone entfernt.

Wer gerade knapp bei Kasse ist und trotzdem unbedingt ein Touchscreen-Handy haben will, könnte mit dem LG Cookie einen Treffer landen. Mit dem „Keks“ lässt es sich ganz nett herumspielen. Ob er sich jedoch mit seinen Funktionen ausreichend von der Masse abhebt, bleibt mehr als fraglich. Das KP500 ist zwar günstiger, aber auch um einiges langweiliger als andere Touchscreen-Handys.

Damit sich endlich jeder ein Touchscreen-Handy leisten kann, hat LG [1] das KP500 Cookie für deutlich unter 200 Euro auf den Markt gebracht. Stellt sich nur die Frage, ob es mehr als eine schicke Schnittstelle zu bieten hat. Das Handy gibt es bei den meisten Providern mit Vertragsbindung kostenlos. Im Online-Handel findet es sich vertragsfrei ab 170 Euro.

Design

Das KP500 ist nicht nur das bislang günstigste Touchscreen-Handy von LG, sondern macht auch optisch einiges her. Sein schlankes, mattschwarzes Gehäuse beherbergt einen großen Touchscreen und eine unauffällige 3-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Alles in allem sieht das Telefon schlicht und gefällig aus – also eher wie ein VW, weniger wie ein BMW.

Der Touchscreen besteht leider nicht aus Glas. Außerdem ist er für Berührungen nicht sonderlich empfänglich. Der Nutzer muss gehörig drücken, bis eine Reaktion erfolgt. Dennoch funktioniert die Bedienung erstaunlich direkt, wenngleich die Schritte gelegentlich etwas lange dauern. Für die Texteingabe und bei Telefonaten leistet der Touchscreen ordentliche Arbeit.

Im Gegensatz zum iPhone 3G [2] hat das KP500 drei mechanische Tasten unterhalb des Displays: eine zum Annehmen von Anrufen, eine zum Beenden und eine für den Schnellzugriff auf bestimmte Anwendungen. Über der Beenden-Taste befindet sich eine kleine LED. Welche Funktion sie genau hat – abgesehen von orangem Glimmen -, bleibt im Test unklar.

Wer beim Zeichnen oder bei der Handschrifterkennung beispielsweise auf etwas mehr Präzision angewiesen ist, findet in einem Einschub unten rechts am Gerät einen Eingabestift. Er muss nicht unbedingt benutzt werden, kann aber manchmal ganz praktisch sein. Auf der rechten Geräteseite oberhalb des Stifts ist ein microSD-Kartensteckplatz untergebracht. Damit lässt sich der interne 64-MByte-Speicher erweitern.

Funktionsumfang

Zum Preis von rund 170 Euro kommt das KP500 zwar günstiger als ein iPhone oder ein T-Mobile G1 [3]. Es verfügt jedoch über weniger Funktionen als ein Smartphone [4] der gehobenen Klasse: kein UMTS, kein WLAN, kein GPS. Wer auf der Suche nach einem iPhone-Killer ist, wird also enttäuscht. Das soll aber nicht heißen, dass das KP500 gar nichts kann.

Um den Fingern die Arbeit zu erleichtern, befinden sich auf dem Startbildschirm des KP500 mehrere Widgets – darunter Kalender, Uhr und Schnellzugriff auf Bilder sowie Musik-Player. Die Icons lassen sich mit dem Finger verschieben und so positionieren, wie es am praktischsten erscheint.

Neben der Spielerei mit den Widgets kann der Benutzer wie bei HTCs Touchflo-3D-Schnittstelle [5] auch in den Displayanzeigen nach links und rechts blättern. Damit gelangt er zu einem weiteren Bildschirm, der Kontakte im Miniaturformat anzeigt. Das ist praktisch und erleichtert es, mit einem Touchscreen Anrufe zu tätigen.

Das Menü des KP500 ist dem des Viewty [6] oder Renoir [7] sehr ähnlich. Es werden mehrere Icons angezeigt, die sich gut mit dem Finger auswählen lassen, um zur gewünschten Funktion zu gelangen. Der einzige Kritikpunkt am Menü besteht darin, dass das Scrollen nicht immer flüssig vonstatten geht. Wer hier ein wenig verwöhnt ist, wird schnell genervt sein.

Um Text einzugeben, gibt es mehrere Möglichkeiten: eine Standard-Handytastatur mit Worterkennung, eine komplette Onscreen-QWERTZ-Tastatur sowie die Handschrifterkennung. Sie arbeitet im Test aber leider nicht so zügig wie erwartet. Damit landet diese Option der Texteingabe auf dem letzten Platz.

Die 3-Megapixel-Kamera des KP500 funktioniert erfreulicherweise deutlich schneller. Videos und Fotos, die bei Tageslicht aufgenommen werden, reichen zum Versand per MMS oder für Facebook-Bilder aus. Da es jedoch weder eine LED-Fotoleuchte noch einen Blitz gibt, darf man von Nachtaufnahmen nicht allzu viel erwarten. Und im Gegensatz zum Viewty kann das KP500 keine Zeitlupenvideos aufzeichnen.

Überraschenderweise ist die Foto-Viewer-Funktion mit das Beste, was das KP500 zu bieten hat. Dank eines Bewegungssensors werden die Bilder immer in der richtigen Ausrichtung angezeigt. Um durch die Fotosammlung zu blättern, genügt es, mit dem Finger über den Bildschirm zu streichen. Das KP500 eröffnet allerdings nicht die Möglichkeit, per Fingerdruck einen Bildausschnitt heranzuzoomen. Immerhin ist es möglich, Bilder durch Text zu ergänzen und sie mit ein paar Effekten zu bearbeiten.

Der Foto-Viewer hat also durchaus seine Vorzüge. Leider verhält es sich mit dem Musik-Player nicht so. Er bringt typische Funktionen wie Erstellen von Playlists und Zufallswiedergabe mit. Doch seine Bedienung ist umständlich. Und zudem arbeitet er recht träge. Ein weiterer Minuspunkt ist die fehlende 3,5-Millimeter-Buchse. Dadurch lassen sich lediglich die nicht gerade hochwertigen, proprietären Kopfhörer verwenden.

Das KP500 kommt mit POP3-E-Mail-Konten wie Google [8] Mail problemlos zurecht. Wer aber seine geschäftlichen Exchange-E-Mails auf dem KP500 empfangen möchte, wird leider enttäuscht. Hinzu kommt, dass sich mit dem KP500 Microsoft [9] Office Dokumente und PDFs nur öffnen, aber nicht bearbeiten lassen. Außerdem bietet das Handy bloß begrenzte Videounterstützung. Im Gegensatz zum Viewty oder dem Renoir akzeptiert es weder DivX noch Xvid.

Mit am meisten enttäuscht am KP500 aber der Webbrowser. Er zeigt Internetseiten schlicht nicht korrekt an. Das Ganze erinnert – vor allem zu Zeiten von Android [10] und Safari – eher an einen WAP-Browser als an sonst etwas. Bei einem solchen Display sollte eigentlich auch das Internet voll zu genießen sein, doch das ist mit dem KP500 nicht möglich.

Performance

Bei Telefongesprächen ist der Gesprächspartner laut und deutlich zu hören. Der Lautsprecher klingt bei größerer Lautstärke allerdings ziemlich blechern. Bei der Musikwiedergabe geht der Klang in Ordnung. Weil wir mangels Klinkenbuchse nur mit den mitgelieferten LG-Kopfhörern testen können, lässt sich nur schwer eine Aussage über die tatsächliche Klangqualität machen. Der Akku hält über einen Tag durch. Aber es gibt ja auch keine anspruchsvollen Funktionen, die den Akku leer saugen könnten.

Fazit

Am LG Cookie KP500 scheiden sich die Geister: Einerseits ist es ein günstiges Touchscreen-Handy, das weitgehend gut funktioniert. Andererseits hat es aber auch seine Schwächen. Das größte Problem des KP500 dürfte jedoch sein, dass es keinerlei besonderen Funktionen besitzt, mit denen es sich von der Masse abhebt. Warum ein Gerät mit einem so tollen Design nicht über UMTS verfügt, bleibt wirklich ein Rätsel.

Wer also auf der Suche nach einem Touchscreen-Handy ist und nicht mehr als die Grundfunktionen braucht – voilà. Wer aber nach einem iPhone-Killer sucht, sollte besser die Hände vom KP500 lassen. Das Seltsame an diesem Gerät ist: Obwohl das Handy ganz gut gefällt, lässt sich irgendwie nicht so recht etwas damit anfangen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41000144/guenstiges-touchscreen-handy-lg-kp500-cookie/

URLs in this post:

[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] iPhone 3G: https://www.cnet.de/tests/handy/39193346/endlich+da+und+schon+getestet+iphone+3g.htm

[3] T-Mobile G1: https://www.cnet.de/tests/handy/39197626/schon+getestet+htc+touch+t_mobile+g1+mit+android.htm

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] HTCs Touchflo-3D-Schnittstelle: https://www.cnet.de/tests/handy/39198528/schon+getestet+touchscreen_smartphone+htc+touch+hd.htm

[6] Viewty: https://www.cnet.de/tests/handy/39157540/schon+getestet+lg+ku990_+foto_handy+mit+5+megapixeln+und+youtube_uploader.htm

[7] Renoir: https://www.cnet.de/tests/handy/39197276/lg+kc910+renoir+8_megapixel_handy+im+iphone_look.htm

[8] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[9] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[10] Android: http://www.cnet.de/themen/android/