Nokia N79 im Test: WLAN, GPS, Geotagging und UKW-Transmitter

von Andrew Lim am , 16:10 Uhr

Pro
  • auswechselbare Cover
  • gut ausgestattet mit WLAN, HSDPA und GPS
Con
  • Profil des Tastenfelds etwas zu flach
Hersteller: Nokia Listenpreis: 429 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Nokia N79 zeichnet sich durch eine Vielzahl an Funktionen und eine ordentliche Performance aus. Anders als sonst bei den Geräten der N-Reihe bekommt man mit dem N79 auswechselbare Cover in verschiedenen Farben geliefert.

Beim Nokia N79 kann der Nutzer das Cover samt Displayfarbe wechseln. Aber das ist nicht das einzige interessante Feature des Barren-Handys – WLAN, GPS und 5-Megapixel-Kamera gibt es auch. Im Test offenbart es Stärken und Schwächen.

Wer schon einmal die Vorteile auswechselbarer Blenden entdeckt hat, für den dürfte das Nokia N79 interessant sein. Das N95 und das N79 sind sich zwar hinsichtlich ihrer Funktionen sehr ähnlich, doch das N79 verfügt über ein „intelligentes“ Cover-System, so dass sich das eigentlich unspektakuläre Gerät doch etwas von der Masse abhebt.

Das Nokia N79 ist ohne Vertrag für 429 Euro zu haben. Im Lieferumfang befinden sich unter anderem eine 4 GByte fassende Micro-SD-Karte und zwei Smart-Cover zum Auswechseln.

Design

Auf den ersten Blick wirkt das N79 weder besonders langweilig noch besonders interessant – ein scheinbar ganz normales Smartphone [1]. Nokias neues N-Serie-Smartphone im Schokoriegelformat unterscheidet sich äußerlich kaum von den anderen Nokia-Handys. Allerdings stecken im N79 durchaus einige Funktionen, die neugierig machen.

An der Geräteoberseite befindet sich eine 3,5-Millimeter-Buchse, so dass man Standardkopfhörer benutzen kann. Direkt daneben ist ein Schalter, mit dem sich das N79 im Handumdrehen sperren und entsperren lässt. Die Objektivabdeckung, welche die 5-Megapixel-Kamera des N79 schützt, kann ganz einfach zur Seite geschoben werden. Trotzdem muss man nicht befürchten, dass sie sich in der Hosentasche versehentlich öffnet.

Apropos Abdeckung: Wirklich faszinierend ist die Akkuabdeckung des N79. Im Lieferumfang sind zwei verschiedenfarbige Blenden enthalten. Das N79 erkennt mit Hilfe von Metallkontakten, für welche Abdeckung man sich entschieden hat, und passt die Displayfarbgebung an. Wählt man beispielsweise die blaue Abdeckung, dann wird das Display in Blau gehalten. Das ist zwar kein sonderlich kompliziertes Feature, aber es funktioniert, sieht gut aus und ist witzig. Allerdings wäre es schön, wenn man auch die Abdeckung an der Vorderseite auswechseln könnte.

Leider verwendet Nokia für das Gehäuse Kunststoff. Das N79 fühlt sich zwar nicht billig oder klapprig an, aber es ist doch ein ganz klarer Unterschied zum E71 aus Metall – es fühlt sich schlicht hochwertiger an und sieht auch so aus. Auch dem Tastenfeld hätte man sich bei Nokia etwas ausführlicher widmen können, denn es dürfte für die meisten Geschmäcker wohl etwas zu flach sein. Außerdem sind die einzelnen Tasten nicht allzu sehr voneinander abgegrenzt. Es dauert eine Weile, bis man sich an die flachen und eng beieinander liegenden Tasten gewöhnt hat. An Größe und Form des Smartphones gibt es jedoch nichts auszusetzen – das Gefühl an der Wange beim Telefonieren ist gut, und es passt problemlos in jede Hosentasche.

Wer ein paar Minuten mit den Akkuabdeckungen herumgespielt hat und sich danach der Ausstattung des Handys widmet, wird feststellen, dass das N79 weitaus mehr zu bieten hat als ein intelligentes Schalen-System. Das Smartphone läuft unter Symbian S60 3rd Edition Feature Pack 2 – und zwar flott: Menüs und Programme öffnen sich ohne erwähnenswerte Verzögerung.

Die großen Navigationstasten des N79 lassen sich gut betätigen. Somit wird das Navigieren durch das leicht verständliche Menü des N79 noch einfacher. Die Vier-Wege-Steuertaste verfügt nicht nur über eine Klick-Funktion, man kann sie auch – ähnlich wie beim iPod – als Navigationsrad verwenden.

Je nachdem, wie man das N79 hält, ändert sich die Darstellung automatisch ins Hoch- oder Querformat. Im Test macht der Bewegungssensor teilweise einen etwas überempfindlichen Eindruck, so dass es manchmal besser ist, ihn auszuschalten. Zum Ansehen von Bildern ist die Funktion jedoch durchaus praktisch – mit einem Dreh hat man Fotos gleich im richtigen Format.

Mit der 5-Megapixel-Kamera des N79 kann man sowohl fotografieren als auch Videos aufzeichnen. Bei Tageslicht ist die Bildqualität gut. Bei schlechteren Lichtverhältnissen helfen die zwei LEDs auf der Rückseite, doch sie erreichen nicht die Helligkeit eines Xenon-Blitzes.

Das Kamera-Menü des N79 ist recht übersichtlich. Der Nutzer kann unter anderem zwischen mehreren Modi – etwa Nacht- und Sport-Aufnahme – wählen, Blitzeinstellungen ändern und einen Selbstauslöser programmieren. Doch Extras wie Gesichtserkennung oder Panoramamodus bietet die Software nicht.

Der integrierte GPS-Chip versieht Bilder auf Wunsch mit Geotags [2] versehen, so dass jederzeit nachvollziehbar ist, wo das Foto aufgenommen wurde. Allerdings funktioniert dies nur im Freien.

Die vorinstallierte Quickoffice-Software öffnet Microsoft [3]-Dokumente auf dem Mobiltelefon. Wer die Dokumente auch bearbeiten will, muss eine Lizenz erwerben. Wie bei Windows Mobile oder beim iPhone gibt es auch für S60-Geräte zusätzliche Software zum Herunterladen.

Als Media Player leistet das N79 sehr gute Arbeit, auch wenn der Funktionsumfang des Musik-Players überschaubar ist: Man kann Playlists anlegen, nach Künstler oder Alben suchen und Lieder in zufälliger Reihenfolge abspielen lassen. Das N79 unterstützt eine Vielzahl von Musik- und Videoformaten. Außerdem hat das Handy ein UKW-Radio und einen YouTube-Player. Zusätzlich ist das Mobiltelefon mit einem UKW-Transmitter ausgestattet – Autofahrer können ihre Lieblingssongs so ohne zusätzliches Zubehör über das Radio im Fahrzeug hören.

Mobile Zocker freuen sich über die N-Gage-Unterstützung des N79. Allerdings bietet das N79 keine Gaming-Tasten wie das N96 [4], weshalb man für alle Spiele die Standard-Steuertasten verwenden muss. Das N96 dagegen hat sowohl an der linken als auch an der rechten Geräteseite Tasten, genau wie bei einem Controller für eine Spielekonsole – was den Spielspaß um einiges erhöht.

Gespräche sind laut und klar – das gilt auch für den Lautsprecher. Wer während des Telefonats freie Hände haben will, ist mit der Freisprecheinrichtung oder einem Bluetooth-Headset gut bedient. Der Akku hält laut Nokia bei einer 3G-Verbindung für eine Gesprächsdauer von 210 Minuten und im Standby-Modus etwa 400 Stunden. Im Test schafft der Akku bei mäßigem Gebrauch weit über einen Tag, bevor er wieder ans Ladegerät möchte. Doch das Ergebnis kann ziemlich variieren, je nachdem, in welchem Maße man energieintensive Funktionen wie GPS oder WLAN verwendet.

Das Nokia N79 erkennt, welche der zwei mitgelieferten farbigen Akkuabdeckungen man ausgewählt hat.
Das N79 erkennt, welche der zwei mitgelieferten farbigen Akkuabdeckungen man ausgewählt hat.

Fazit

Das N79 von Nokia ist zwar kein revolutionäres Smartphone, aber sein intelligentes Abdeckungssystem eine schöne Spielerei. Und an den Funktionen, die das Gerät bietet, gibt es nichts auszusetzen – insbesondere nicht am 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss oder dem HSDPA- und WLAN-Zugang.

Alles in allem ist das N79 ein solides Handy, dessen Gehäusekonzept mit verschiedenen Abdeckungs- und Displayfarben in zukünftigen Modellen hoffentlich noch weiter ausgebaut wird. Wenn man sein Handy nach seinem Geschmack gestalten kann, ist das schließlich keine schlechte Sache.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41000151/nokia-n79-im-test-wlan-gps-geotagging-und-ukw-transmitter/

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[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Geotags: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39198547/geotagging+fotos+mit+ortskenntnissen.htm

[3] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[4] N96: https://www.cnet.de/tests/handy/39197487/schon+getestet+alleskoenner+nokia+n96.htm