Schon getestet: Designhandy LG Prada 2 KF900

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 13:47 Uhr

Pro
  • empfindliches Touchscreendisplay
  • ausziehbare QWERTZ-Tastatur
Con
  • keine Klinkenbuchse
  • kein Xenon-Blitz
  • keine Exchange-Unterstützung
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Wenn es ein Mode-Handy sein soll, dann sollte es das LG Prada 2 KF900 werden - es gehört zu den besten Style-Telefonen, die es derzeit auf dem Markt gibt. Seine Stärken sind das empfindliche Touchscreen-Display und die ausziehbare Tastatur, damit ist es perfekt für SMS-Junkies und sonstige Vielschreiber. Mangels Exchange-Unterstützung eignet es sich allerdings nur begrenzt für den Business-Einsatz - und Zusatzapplikationen in Massen à la App Store gibt es auch nicht.

Das LG Prada 2 ist bereits das zweite Modell, das die Koreaner in Zusammenarbeit mit dem italienischen Modelabel auf den deutschen Handymarkt bringen. Auf den ersten Blick gleicht es seinem Vorgänger – bis man die neue QWERTZ-Tastatur seitlich herauszieht. Zur weiteren Ausstattung gehören Touchscreen-Display, WLAN und HSDPA. Klingt lecker. Ob sich das KF900 auch in der Praxis bewährt, zeigt der Test.

Das LG Prada KE850 [1] war eines der ersten Mode-Handys, die auf den deutschen Markt kamen. Es war nicht schlecht, konnte sich aber gegen die starken Mitbewerber nicht durchsetzen – denn obwohl beispielsweise das iPhone [2] nicht von einem italienischen Modelabel gestaltet wurde, sorgen allein Optik und Formfaktor der beiden Geräte dafür, dass sie als direkte Konkurrenten wahrgenommen werden.

Nun hat LG [3] mit dem Prada 2 KF900 den direkten Nachfolger des Touchscreen-Smartphones auf den Markt gebracht. Neu sind UMTS samt HSDPA und eine seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur. Damit könnte sich das Design-Handy zum neuen Stern am Himmel der Mode-Handys entwickeln. Das Gerät ist ab sofort ohne Vertrag für um die 500 Euro zu haben.

Design

Das Prada 2 ist ein attraktives Handy. Vor allem von vorne betrachtet, sieht es seinem Vorgänger sehr ähnlich. Das zentrale Element ist das große Touchscreen-Display – über ihm befindet sich das Prada-Logo, darunter sitzen drei mechanische Tasten: Rufanname, Auflegen und Zurück. Oberhalb des Prada-Logos befinden sich Lautsprecher und eine kleine Kamera für Videotelefonate.

Dreht man das Gerät auf die Seite, springt einem der größte Unterschied zum Vorgänger im wahrsten Sinne des Wortes direkt ins Auge: Das Prada 2 ist deutlich dicker. Immerhin nicht grundlos – so gibt es nun beispielsweise eine ausziehbare Tastatur. Die Druckpunkte der Tasten könnten zwar noch etwas deutlicher definiert sein, aber zum Tippen von SMS-Nachrichten ist das QWERTZ-Tastenfeld optimal – und auf jeden Fall deutlich besser als eine virtuelle Touchscreen-Tastatur.

LG Prada 2 KF900
Das Prada 2 ist deutlich dicker als sein Vorgänger. „Schuld“ daran ist die bessere Ausstattung (HSDPA und WLAN), vor allem aber die ausziehbare QWERTZ-Tastatur.

Wie alle glänzenden Handys zieht auch das Prada 2 unschöne Fingerabdrücke quasi magisch an. Benutzt man das Telefon, sieht man es vor allem auf der Vorder- und Rückseite sofort: Es sieht schnell schmierig aus. Aber wer schön sein will, muss nun mal leiden.

Oben auf der Rückseite befindet sich die Linse der 5-Megapixel-Digicam. Einen Linsenschutz gibt es nicht – ebenso wenig einen Xenon-Blitz. Für Licht im Dunkeln sorgt nur eine LED-Fotoleuchte. Schade.

Unterm Strich zieht das Prada 2 Blicke von allen Seiten an, ist aber klobiger als andere Touchscreen-Smartphones, etwa das iPhone 3G [2]. Toll ist allerdings, dass das neue LG-Modehandy nicht nur gut aussieht, sondern auch bestens funktioniert.

Ausstattung

Das erste Prada sah schon nicht schlecht aus – aber sein Touchscreen war einfach nicht das Gelbe vom Ei. Ganz im Gegensatz dazu ist der Bildschirm des Prada 2 geradezu eine Wucht – sehr empfindlich und gut zu bedienen. Selbst ohne Stift reichen sanfte Berührungen aus, um eine Aktion zu erzielen. Wir gehen sogar so weit und sagen: Das Prada 2 hat den besten Touchscreen aller LG-Handys.

Die Oberfläche besteht aus einfachen, fingerfreundlichen Icons und Reitern, die das Navigieren durch alle Menüs und Optionen ermöglichen. Die Bedienung erinnert etwas an das erste HTC Touch [4] mit seinem TouchFLO-Interface [5]: Der Home-Screen lässt sich mit einem Finger nach rechts und links aus dem Bild schieben, um dann eine Uhr, das Menü oder einen leeren Bildschirm zu zeigen.

Bedienen lässt sich das Prada 2 hervorragend. Offensichtlich haben die Entwickler von LG viel Hirnschmalz investiert, um die Steuerung mit dem Finger statt dem Stylus zu ermöglichen. Im Gegensatz zu anderen LG-Handys mit berührungsempfindlichem Display klappt das beim KF900 so gut, dass es fast schon an das iPhone herankommt. Aber eben nur fast: Beispielsweise verrät das Ruckeln und klobige, unsanfte Scrollen, dass hier keine Apple [6]-Ingenieure am Werk waren.

Auch der Browser kommt nur auf dem Datenblatt an den Safari des iPhone heran. Er unterstützt zwar alles, was auch das Apple-Smartphone [7] kann, doch vor allem beim Zoomen in und aus Webseiten stottert er gerne mal wie ein alter Zweitakter beim Kaltstart im Winter. Außerdem ist es nicht immer leicht, einen Link mit dem Finger zu treffen.

Ins Internet verbindet sich das LG-Modehandy über WLAN oder UMTS samt HSDPA. GPS ist allerdings nicht integriert. Google [8] Maps beispielsweise lässt sich zwar herunterladen, findet die aktuelle Position aber nicht selbsttätig.

Der vorinstallierte MP3-Player hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Lediglich das Scrollen durch lange Playlisten sorgt für Frust. Außerdem fehlt uns eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Immerhin liegt ein Adapter mit Kabelfernbedienung bei.

Schließlich verfügt das Prada 2 noch über eine 5-Megapixel-Digicam, die bei Tageslicht ordentliche Fotos macht. Probleme hat sie allerdings, wenn es dunkler wird. Da ist auch die Foto-LED keine große Hilfe – sie sorgt nur bei sehr nahen Objekten für eine ausreichende Beleuchtung.

Leistung

Die Sprachqualität des Prada 2 überzeugt. Selbst bei maximaler Lautstärke klingen Gesprächspartner und MP3-Songs noch ordentlich. Wer möchte, kann an den Equalizer-Einstellungen herumspielen, um die Wiedergabe an die persönlichen Klangwünsche anzupassen.

Die Kamera überzeugt nur bei Tageslicht und wenn es darum geht, Bilder für MMS-Nachrichten zu knipsen – in dunklen Umgebungen kann sie keine vernünftigen Aufnahmen machen.

LG gibt die Akkulaufzeit mit 400 Stunden im Standby-Modus an. Dauertelefonierern geht der Saft laut Hersteller nach 3 Stunden aus. Im Test fällt auf, dass das Nutzerverhalten entscheidenden Einfluss hat – wer häufig mit WLAN oder HSDPA im Internet unterwegs ist, saugt den Akku deutlich schneller leer. Um Strom zu sparen, sollte man die Displaybeleuchtung dimmen, wenn die volle Helligkeit nicht erforderlich ist.

LG Prada 2 KF900
Oben befindet sich die Linse der 5-Megapixel-Kamera. Leider gibt es keinen Schutz vor der Linse und nur eine LED anstelle eines echten Xenon-Blitzes.

Fazit

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist das Prada 2 deutlich besser. Im direkten Vergleich punktet es vor allem mit seinem tollen Display und der ausziehbaren Tastatur. Dank HSDPA und WLAN macht auch das Surfen deutlich mehr Spaß.

Leider fehlt ein App Store, wie ihn Apple bietet. Auch über GPS hätten wir uns sehr gefreut, sowie über ein paar Zusatzfunktionen, die den Business-Einsatz ermöglichen – beispielsweise eine Exchange-Unterstützung.

Wer gerne zusätzliche Software installiert, sollte lieber einen Blick auf das iPhone 3G oder das T-Mobile G1 werfen. Design- und Modefans dürften aber mit dem Prada 2 glücklich werden.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41000317/schon-getestet-designhandy-lg-prada-2-kf900/

URLs in this post:

[1] LG Prada KE850: https://www.cnet.de/tests/handy/39152551/schon+getestet+prada_handy+lg850.htm

[2] iPhone: https://www.cnet.de/tests/handy/39193346/endlich+da+und+schon+getestet+iphone+3g.htm

[3] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[4] HTC Touch: https://www.cnet.de/tests/handy/39155559/htc+touch+sexy+windows_smartphone+mit+gestensteuerung.htm

[5] TouchFLO-Interface: https://www.cnet.de/themen/archiv/39001320/artikel+zum+thema+touchflo.htm

[6] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[7] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[8] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/