Performance

Zur Verarbeitung der enormen Menge an Bilddaten hat Sony die A900 mit zwei seiner Bionz-Prozessoren ausgestattet. So schafft sie im Serienbildmodus bis zu fünf Bilder pro Sekunde. Dabei stößt allerdings der Pufferspeicher sogar mit einer schnellen UMDA-Speicherkarte, etwa der 4 GByte großen SanDisk-Extreme-Ducati, schnell an seine Grenzen. Die beiden Prozessoren sorgen dafür, dass das Verarbeiten und Speichern von Bildern auch mit hoher ISO-Empfindlichkeit nicht zu lange dauert.

Eine Kamera dieser Preisklasse muss aber nicht unbedingt im Serienbildmodus Spitzenleistungen zeigen. Sie sollte vor allem durch einen schnellen Autofokus und zügige Einzelaufnahmen überzeugen. Leider bleibt die A900 hier hinter den Erwartungen zurück. Beispielsweise schwankt die Auslöseverzögerung auch bei optimalen Bedingungen: Manchmal liegt sie bei recht guten 0,3 Sekunden, ein anderes Mal beträgt sie aber gerade noch akzeptable 0,5 Sekunden.

Den größten Anlass zur Kritik gibt jedoch der verhältnismäßig träge Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen, etwa bei Innenaufnahmen – zumindest in Verbindung mit dem mitgelieferten 24-bis-70-Millimeter-Objektiv (f2,8). Die Kamera benötigt rund 1,2 Sekunden zum Scharfstellen und Auslösen. Für spielende Katzenkinder ist das in unserem Test deutlich zu langsam. Die Nikon D90 macht da einen reaktionsfreudigeren Eindruck. Positiv fällt auf, dass die Optimierung des Dynamikbereichs die Kamera scheinbar überhaupt nicht ausbremst.

Rein technisch schießt die A900 jedoch hervorragende Bilder. Die Rauschwerte fallen durchwegs gut aus und die Farben bleiben konstant. Doch nach Hunderten von Aufnahmen stellt sich bei uns noch immer nicht der Wow-Effekt ein, den wir bei einer Kamera dieser Kategorie eigentlich erwarten. Die Bilder der A900 sind nicht so scharf, wie wir es von Nikon und Canon gewohnt sind. Die hohe Auflösung bietet da einen gewissen Trost für die mangelnde Schärfe. Denn gleich große Ausdrucke erfordern dadurch geringere Zoomstufen.

Ab ISO 1600 wirken die Bilder zunehmend rauschig und verwaschen. Hier hält die A900 einfach nicht mit den Bildern der Canon 5D Mark II mit. Die Farben wirken allerdings hervorragend: hell, satt und auch einmal eher gedämpft, wenn es nötig ist. Bei Innenaufnahmen mit automatischem Weißabgleich kommt es im Test allerdings zu einigen Rot-Orange-Verschiebungen.

Fazit

Die Sony Alpha DSLR-A900 ist für einen ersten Vollformat-Versuch durchaus gelungen. Aber es gibt noch deutlich Aufholbedarf gegenüber Nikon und Canon. Beide Hersteller arbeiten schon weitaus länger in dieser Kategorie und hatten entsprechend mehr Zeit, an ihren Produkten zu feilen. Das bisher nicht allzu ausgeprägte Engagement von Sony im Bereich der optischen Bildstabilisierung wirkt sich dennoch hier zu Gunsten des Neulings aus. Doch so richtig überzeugen kann uns diese Kamera nicht.

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