Wer HDR-Fotografie betreibt, mag zu der in der Mark II realisierten Belichtungsreihen-Funktion ein gespaltenes Verhältnis haben: Einerseits ist sie in mancher Hinsicht im Vergleich zu anderen Modellen unglaublich flexibel. Beispielsweise lässt sich die Einstellung von Belichtungsreihen in Abständen von 1/3, 2/3, 1, 1 1/3, 1 2/3 oder 2 wählen. Sie kann dabei um einen mittleren Belichtungswert von +/- 4 beliebig variieren. Andererseits bleibt der Nutzer auf drei Aufnahmen beschränkt. Andere Kameras ermöglichen hier fünf oder sogar sieben Fotos.

Die Mark II bezieht ihren Saft aus einem Akku des neuen Typs LP-E6. Je nach Temperatur sorgt er mit 750 bis 850 Aufnahmen nach CIPA-Standard für eine ordentliche Betriebsdauer. Darüber hinaus besitzt sie eine recht ausgeklügelte Berichtsfunktion. So lassen sich beispielsweise die Akkus erfassen. Die Kamera zeigt dann den Ladestatus mit folgenden Informationen an: Datum der letzten Verwendung, Anzahl der Aufnahmen seit dem letzten Aufladen, Verschleiß des Akkus und verbleibende Ladekapazität.

Einige von den Wettbewerbern angebotene Funktionen wiederum fehlen der Kamera: Ein eingebauter Blitz, obwohl in dieser Preisklasse selten vertreten, kann im Notfall wirklich nützlich sein. Ebenso verzichtet Canon nach wie vor auf drahtlose Blitzsteuerung. Und wer eine Vollformatkamera mit integrierter Bildstabilisierung sucht, dem bleibt allein die A900.

Leistung

Zwischen Einschalten und erster Aufnahme vergehen 0,3 Sekunden. Für die Aufnahme selbst braucht die 5D Mark II je nach Lichtverhältnissen zwischen 0,3 und 0,6 Sekunden. Zwischen zwei Fotos liegen typischerweise 0,4 Sekunden.

Bei Serienbildaufnahmen allerdings arbeitet die 5D Mark II von allen neuen Vollformatmodellen am langsamsten. Das liegt wohl auch daran, dass Nikon eine wesentlich niedrigere Auflösung verwendet und Sony seine Prozessorleistung verdoppelt, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Die Mark II eignet sich weder mit ihrer Serienbildgeschwindigkeit von 3,8 Bildern pro Sekunde (RAW: 14 Aufnahmen, JPEG: unbegrenzt) noch mit ihrem mittenlastigen Autofokus mit neun Fokuspunkten besonders für ein schnelles, unterbrechungsfreies Fotografieren beweglicher Objekte. Für eine Arbeitsweise, die eine größere Anzahl an Fokuspunkten außerhalb des mittleren Bildquadrats erfordert, gibt es bessere Geräte. Aber bei Aufnahmen, die hauptsächlich mit mittiger Schärfe auskommen, liefert die Kamera fantastische Ergebnisse.

Die Bildqualität der Mark II ist einfach fabelhaft. Wie bei einem Modell dieser Preisklasse zu erwarten, fallen Belichtung und Farbwiedergabe präzise und gleichmäßig aus. Angesichts der Auflösungswerte der Kamera erscheint auch ihr Rauschverhalten erstaunlich gut: Bis ungefähr ISO 1600 wird lediglich eine leichte Weichzeichnung sichtbar. Es treten weder Bildrauschen noch Rauschunterdrückungsartefakte auf. Je nach Bildmotiv erhält man brauchbare Aufnahmen bis ISO 12.800. Einziger Kritikpunkt: der zu warme Weißton beim Weißabgleich mit Kunstlicht. Sogar Bild und Ton bei den Videoaufnahmen sind erfreulich gut. Allerdings könnte das Mikrofon einen Windfilter vertragen.

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