Kompakter, preisgünstiger AVCHD-Camcorder: Panasonic HDC-SD9

von Lori Grunin am , 15:16 Uhr

Pro
  • kompakte, leichte Bauart
  • satte Farben
Con
  • verschwommene Videos bei mittlerer bis geringer Helligkeit
  • einige Designfehler
  • kleines LCD mit schlechter Farbwiedergabe
  • Softwareprobleme
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Die Ausstattung des SD9 ist recht umfangreich, aber Leistung und Videoqualität werden dem nicht gerecht. Und leider gibt es auch beim Design ein paar Macken.

Die äußerst kompakte Bauweise des Panasonic HDC-SD9 begeistert auf den ersten Blick. Auch sein vergleichsweise günstiger Preis schlägt positiv zu Buche. Doch Leistung und Bildqualität fallen trotz der drei CCD-Sensoren zu uneinheitlich aus, um diesen Camcorder vorbehaltlos empfehlen zu können.

Das erstaunlich kleine Gehäuse des Panasonic HDC-SD9 macht optisch ordentlich was her. Auch der Preis des AVCHD-Camcorders, der auf Flash-Speicherkarten aufzeichnet, fällt angenehm niedrig aus. Beides macht diese Videokamera zu einem verlockenden Angebot. Mit einem Gewicht von 275 Gramm ohne Akku und SD-Karte und einer Länge von nur 12,6 Zentimetern ist er auf jeden Fall einer der kleinsten und leichtesten Camcorder, die wir bisher getestet haben. Und problemlos bedienen lässt er sich auch. Das Gerät gibt es im Online-Handel derzeit für etwa 450 Euro.

Design

Alle Bedienelemente sind intuitiv platziert und mühelos bedienbar. Viele Tasten, besonders die für die Gesichtserkennung und die Pre-Recording-Funktion, fallen allerdings ziemlich klein aus. Doch das ist bei einem Gerät dieser Größe nicht anders zu erwarten. Erfreulich: Der Zoomschalter spricht dennoch gut an.

Was das Design betrifft, hat Panasonic ein paar irreführende Entscheidungen getroffen. Das gilt speziell für den Akku. Er lässt sich nicht in der Kamera aufladen. Um ihn zu entfernen, ist ein Öffnen der LCD-Abdeckung erforderlich. Hat der Nutzer den Quick-Start-Modus aktiviert, schaltet sich das Gerät beim Öffnen der Klappe automatisch ein. Das wiederum führt dazu, dass die elektronische Objektivabdeckung geöffnet bleibt, bis der Akku wieder in seinem Fach liegt.

Das Übertragen von Dateien funktioniert nur mit angeschlossenem Wechselstromadapter. Das ist übrigens bei bei vielen Geräten der Fall. Da sich der Anschluss beim HDC-SD9 im Akkufach befindet, muss der Benutzer auch hier den Akku herausnehmen.

Panasonic bietet eine zuschaltbare Aufnahmehilfe an. Diese Funktion blendet mehr oder weniger nützliche Informationen ein, etwa Kamera schwenkt zu schnell, Intelligenten Contrast verwenden, OIS verwenden oder Low-Light-Modus verwenden. Leider beansprucht jede dieser Botschaften einen großen Teil des ohnehin stark überfrachteten 2,7-Zoll-Displays. Sie blockieren die Sicht auf das Motiv nahezu vollständig. Gerade bei kontrastreichen Motiven und schnellen Bewegungen erscheinen die Mitteilungen auch noch übertrieben häufig.

Funktionsumfang

Panasonic hat eine beeindruckende Anzahl von Funktionen in das kleine Gehäuse des SD9 gepackt. Die drei 1/6 Zoll großen CCD-Sensoren bieten eine effektive Auflösung von je 520.000 Pixeln. Dazu kommt ein optisch stabilisiertes 10-fach-Zoomobjektiv. Blenden- und Verschlussgeschwindigkeit sind manuell einstellbar, was in dieser Preisklasse recht ungewöhnlich ist. Auch der Fokus ist per Hand steuerbar. Angesichts des kleinen LCDs fällt das jedoch nicht gerade leicht.

Ein Gesichtserkennungsmodus optimiert die Belichtung für Portraits. Bei zugeschalteter Pre-Recording-Funktion läuft die Aufzeichnung ständig im Hintergrund mit. Nach einem Druck auf die Aufnahmetaste speichert der Camcorder die letzten drei Sekunden vor der Betätigung zusätzlich. Damit hält der SD9 auch unerwartete Tore von der Mittellinie fest – vorausgesetzt, der Kameramann hatte den Ball ständig im Visier.

Der Nutzen des integrierten 5.1-Kanal-Mikrofons und die Möglichkeit, die Kanäle separat auszusteuern, erscheinen uns für einen Low-Budget-HD-Camcorder etwas übertrieben. Im Test verwenden wir ein externes Stereomikrofon.

Wie auch der Canon HF10 [1] und dessen fast identischer kleiner Bruder, der HF100 [2], nimmt der Panasonic-Camcorder bewegte Bilder in einer Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln auf. Die maximalen Bitrate beträgt 17 MBit pro Sekunde. Damit passen in höchster Aufnahmequalität etwa zwei Stunden Material auf eine 16-GByte-Karte. Wie auch bei den Canon-Modellen ist eine SDHC-Karte der Klasse 4 oder höher erforderlich.

Leistung

Die Leistungswerte fallen alles in allem ordentlich aus. Der SD9 passt Belichtung und Schärfe relativ fix an. Wie bei vielen Consumer-Modellen dauert das Scharfstellen umso länger, je weniger Licht vorhanden ist. Der Bildstabilisator leistet gute Dienste. Bei voll ausgefahrenem 10-fach-Zoom gerät er jedoch merklich an seine Grenzen. Das LC-Display enttäuscht allerdings: Es gibt Weißeinstellung und Belichtung stark verfälscht wieder.

Die Qualität der Aufnahmen variiert. Wie es bei einem Gerät mit drei CCDs zu erwarten ist, wirken die Farben beim SD9 stark gesättigt. Die Belichtung funktioniert ganz gut. Doch selbst wenn unterbelichtet wird, um Glanzlichter zu erhalten, sehen die noch immer recht verwaschen aus. Auch bei guten Lichtverhältnissen liefert der SD9 meistens ziemlich weichgezeichnete Videos. Das hängt offensichtlich mit dem Objektiv zusammen, denn bei hohen Zoomstufen vermindert sich dieser Effekt.

Bei weniger Licht scheint es dann so, als sei das Objektiv verschmiert oder als es hätte jemand bei der Bildbearbeitung übertrieben. Die Standbilder sind nahezu unbrauchbar. Das überrascht angesichts der niedrigen Auflösung der einzelnen Sensoren nicht besonders.

Im Test läuft die Wiedergabe der Aufnahmen auf einem Sony [3]-Bravia-HDTV-Bildschirm über einen PC unter Verwendung von InterVideo WinDVD. Bei so ziemlich allen weiteren Bearbeitungsprogrammen gibt es Probleme mit den Aufnahmen des SD9. Erst Ulead VideoStudio 11.5 [4] verarbeitet die Videos ohne Murren.

Fazit

Der Panasonic HDC-SD9 ist durchaus ein guter kleiner Camcorder. Die Softwareprobleme, seine uneinheitliche Leistung und die mäßige Aufnahmequalität fahren ihm jedoch dicke Minuspunkte ein. Wer nicht gerade kurz vor dem Karibikurlaub steht und für das verbliebene Geld einen supergünstigen Full-HD-Camcorder sucht, der sollte lieber etwas sparen und bei der Sony Handycam HDR-CX7 [5] oder einem der oben erwähnten Canon-Modelle zuschlagen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41000990/kompakter-preisguenstiger-avchd-camcorder-panasonic-hdc-sd9/

URLs in this post:

[1] Canon HF10: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39191531/hd_camcorder+mit+dual_flash_speicher+canon+hf10.htm

[2] HF100: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39191536/silbergrauer+avchd_bruder+canon+hf100.htm

[3] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[4] Ulead VideoStudio 11.5: http://ulead.com/vs/trial.htm

[5] Sony Handycam HDR-CX7: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39157878/superschlanker+avchd_camcorder+sony+hdr_cx7.htm