Günstiges Windows-Smartphone: HTC Touch Viva (MDA Basic)

von Andrew Lim am , 14:48 Uhr

Pro
Con
Hersteller: T-Mobile Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem Touch Viva bringt HTC ein neues Windows-Mobile-Smartphone im Einsteigersegment auf den Markt. Hauptaugenmerk ist ein günstiger Preis – mit 285 Euro ohne Vertrag ist das Viva ein echtes Schnäppchen. Mit Vertrag kostet das Gerät bei T-Mobile gerade mal 5 Euro. Dort heißt es übrigens MDA Basic – und erfüllt problemlos alle Grundanforderungen an ein Windows-Handy. Es synchronisiert mit dem PC, öffnet Office-Dokumente und es gibt Software ohne Ende – lediglich UMTS und GPS fehlen. Wir haben uns das Windows-Handy näher angesehen.

Das HTC [1] Touch Viva sieht unspektakulär aus und bietet auch keine herausragenden Funktionen. Weder UMTS noch GPS finden sich unter den Leistungsmerkmalen. Aber muss es deswegen gleich ein schlechtes Smartphone [2] sein? Im Test soll das Viva beweisen, ob es einfach zu banal ist oder ob man hier vielleicht ein Schnäppchen machen kann.

Design

Wer der ursprüngliche HTC Touch [3] kennt, dürfte auf den ersten Blick keinen großen Unterschied feststellen. Ein relativ dünnes Kunststoffgehäuse beherbergt den widerstandsfähigen Touchscreen. Das Display schließt nicht plan mit seiner Umrandung ab, sondern liegt etwas vertieft. Unterhalb des Bildschirms befindet sich eine leichtgängige Navigationstaste. Links und rechts davon sitzen die obligatorischen Telefonhörer-Tasten in rot und grün.

Während der erste HTC Touch eine matte, gummiartige Oberfläche hatte, kommt das Viva im Hochglanzlook daher. Daran gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Doch womöglich wirkt es dadurch ein wenig billiger. Immerhin gleitet es so viel besser in die Tasche. Und erstaunlicherweise bleiben nahezu keine Fingerabdrücke auf der Oberfläche haften.

Wie die meisten Windows-Mobile-Geräte bringt das Viva einen Stift mit. Da der Touchscreen aber gut genug auf Berührungen reagiert, lässt sich das Gerät auch mit dem Finger benutzen. Die erhöhte Umrandung verhindert allerdings eine wirklich komfortable Bedienung. Und Windows Mobile macht es manchmal einfach unumgänglich, doch den Stift zu verwenden.

Funktionsumfang

Das Viva zählt definitiv nicht zu den hochklassigen Smartphones. Es bietet daher auch nicht alle Funktionen, die sich bei anderen Modellen finden. So gibt es weder UMTS noch GPS, dafür aber WLAN und eine überarbeitete TouchFLO-Schnittstelle. Sie ähnelt sehr dem TouchFLO-3D aktueller HTC-Smartphones und funktioniert auch recht schnell. Das Viva ist gefühlt eines der schnellsten Windows-Mobile-Handys, die wir bisher im Test hatten.

Nach dem Einschalten erscheint am unteren Bildschirmrand eine Reihe fingerfreundlicher Icons. Mit ihrer Hilfe scrollt der Benutzer schnell zu seinen Nachrichten, der Kontaktlisten und der Wettervorhersage. Der Versuch von HTC, Windows Mobile etwas benutzerfreundlicher zu gestalten, scheint einigermaßen gut gelungen. Aber von Zeit zu Zeit tauchen immer noch die winzigen Standard-Symbole auf.

HTC hat es allerdings geschafft, die Messaging-Schnittstelle von Windows Mobile weitaus angenehmer auszulegen. Verschiedene Bildschirm-Tastaturen stehen zur Auswahl, darunter eine komplette QWERTZ-Tastatur und eine Standard-Handytastatur. Mit beiden lässt es sich gut arbeiten. Dennoch geht es mit dem Stift zumeist schneller als mit den Fingern – wenn man nicht gerade im Auto oder in der rumpeligen Straßenbahn sitzt.

Auch was den Browser anbelangt, hat HTC eine weise Entscheidung getroffen. Anstelle des Internet Explorer Mobile, dessen Ausgabe von Internetseiten eher zu wünschen übrig lässt, ist das Viva mit dem Opera Mobile 9.5 ausgestattet. Dieser Browser ermöglicht es nicht nur, in komplette Internetseiten hinein- und herauszuzoomen. Es lassen sich auch Tabs öffnen, was zu einem unkomplizierten und bequemen Internetgenuss verhilft.

Wer vor allem Wert auf die E-Mail-Funktionalität legt, bekommt mit dem Viva ein ordentliches Gerät. Ob es sich um einen Google [4]-Mail- oder einen Microsoft [5]-Exchange-Account handelt, spielt dabei keine Rolle. Ebenso stellt die Einrichtung absolut kein Problem dar. Im Test ist die Konfiguration eines Google-Mail-Kontos nach wenigen Sekunden abgeschlossen. Bei einem Exchange-Account kann es jedoch durchaus etwas länger dauern. Eventuell kommt da die Hilfe eines IT-Administrators der Firma gelegen.

Ohne UMTS wird beim Daten-Download die Geduld schon etwas strapaziert. Ob es um das Surfen im Netz oder um das Herunterladen eines Bildes geht: UMTS würde das Viva zu einem weitaus besseren Smartphone machen. Das HTC Touch 3G [6], das sich in den Grundzügen kaum vom Viva unterscheidet, unterstützt diese schnelle Verbindung. Wer plant, häufig im Netz zu surfen, sollte also lieber ein paar Euro drauflegen und sich für dieses Modell entscheiden.

Zum Betrachten von Medien blättert der Benutzer per Streifbewegungen mit dem Finger durch die Bilder. Führt er den Finger kreisförmig über das Display, vergrößern beziehungsweise verkleinern sich die Bilder. Die Bedienung läuft zwar nicht ganz so flüssig und geschmeidig wie beim iPhone [7], aber es funktioniert. Die Bildqualität bei der Wiedergabe von Videos geht in Ordnung – es gibt allerdings schärfere Displays.

Die Kamera des Viva nimmt sowohl Fotos als auch Videos auf. Doch der 2-Megapixel-Sensor reißt Fotografen natürlich nicht vom Hocker – die Qualität ist so lala. Wer einfach nur kleine Bilder via MMS versenden oder seine Schnappschüsse auf dem Viva-Display ansehen will, dürfte zufrieden sein. Die mit dem Viva aufgezeichneten Videos geraten ziemlich körnig, aber heruntergeladene Videos mit höherer Auflösung sehen gut aus.

Der TouchFLO-Musik-Player macht optisch einen recht guten Eindruck. In der Praxis dürften die meisten Benutzer jedoch den Windows Media Player Mobile aufgrund seiner besseren Onscreen-Bedienelemente vorziehen. Anstatt sich mühsam durch das Windows-Mobile-Menü zum Musik-Player vorzuarbeiten, lässt sich einfach ein Schnellzugriff zum „Programme“-Tab der TouchFLO-Oberfläche hinzufügen. Das erleichtert die Bedienung erheblich.

Das TouchFLO-Schnellzugriffsmenü ist über die Schiebeleiste entlang des unteren Bildschirmrands mit dem Finger erreichbar. Von hier aus ist auch der Zugriff auf YouTube möglich. Unterwegs und über GPRS macht das aber nur wenig Spaß – die YouTube-Anwendung funktioniert über WLAN am besten.

Zu den größten Enttäuschungen des Viva zählt, dass es ohne 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss kommt – aber das kennen wir ja schon von HTC-Smartphones. Der Nutzer ist also auf die mitgelieferten Ohrhörer angewiesen. Und die sind nicht gerade hochwertig. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, eine kompatible Kopfhörerbuchse sollte heutzutage schlichtweg bei allen Smartphones zu finden sein. Es bleibt zu hoffen, dass HTC dies bei seinen zukünftigen Modellen berücksichtigt.

Was den Funktionsumfang anbelangt, ist das Viva ganz klar ein eher bodenständiges Gerät. Doch alles, was es kann, macht es recht gut. Die Schnittstelle funktioniert überraschend schnell. Wer auf der Suche nach einem Windows-Mobile-Handy ist, das sämtliche Grundfunktionen bietet, der dürfte mit dem Viva ein passendes Gerät gefunden haben. Zumal man sich mit dem Gerät nicht verstecken braucht – was es kann, macht es gut.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 480 Minuten Sprechzeit und 270 Stunden im Standby-Modus an. Im Test reicht der Akku bei mäßiger Benutzung etwas über einen Tag. Diese Zahlen ändern sich selbstverständlich, wenn einzelne Funktionen, etwa WLAN, intensiv zum Einsatz kommen. Auch das Versenden und Empfangen von E-Mails saugt kräftig am Akku.

Fazit

Das HTC Touch Viva ist ein Windows-Mobile-Gerät, das nicht mehr als die absoluten Standardfunktionen bietet. Wer also auf der Suche nach einem hochklassigen Smartphone mit allem Drum und Dran ist, wird von diesem Modell schlichtweg enttäuscht sein. Allerdings kommen dem Viva seine Schnelligkeit und seine gute Leistung bei den Grundfunktionen zugute. Es gibt zwar weder UMTS noch GPS, dennoch gestaltet sich das Lesen und Versenden von E-Mails mit diesem Handy recht angenehm.

Das Viva kommt für alle in Frage, die auf ihr E-Mail-Postfach und auf Microsoft-Dokumente zugreifen wollen. Wer jedoch umfangreiche E-Mails schreiben möchte und nicht mit Touchscreens klarkommt, der sollte sich besser das Touch Pro [8] oder das S740 [9] von HTC ansehen. Beide verfügen über richtige QWERTZ-Tastaturen – das S740 allerdings nicht über einen berührungsempfindlichen Bildschirm.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41001755/guenstiges-windows-smartphone-htc-touch-viva-mda-basic/

URLs in this post:

[1] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] HTC Touch: https://www.cnet.de/tests/handy/39155559/htc+touch+sexy+windows_smartphone+mit+gestensteuerung.htm

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[5] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[6] HTC Touch 3G: https://www.cnet.de/tests/handy/39199724/htc+touch+3g+windows_smartphone+mit+facelift.htm

[7] iPhone: https://www.cnet.de/tests/handy/39193346/endlich+da+und+schon+getestet+iphone+3g.htm

[8] Touch Pro: https://www.cnet.de/tests/handy/39196325/htc+touch+pro+getestet+blackberry_killer+mit+wlan_+gps+umts.htm

[9] S740: https://www.cnet.de/tests/handy/39200301/windows_smartphone+ohne+touchscreen+htc+s740.htm