JVC Everio GZ-HD40: flexibler Hybrid-Camcorder für Full-HD-Videos

von Joshua Goldman am , 16:29 Uhr

Pro
  • tolle Videoqualität
  • unterstützt zwei verschiedene HD-Formate
  • viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten
Con
  • kein optischer Bildstabilisator
  • verwirrendes Menüsystem
  • einige Design-Macken
Hersteller: JVC Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Der JVC GZ-HD40 ist ein flexibler Full-HD-Camcorder, der eine ausgezeichnete Videoqualität liefert. Er lässt dem Kameramann bei den Videoeinstellungen viel Freiraum für Kreativität. Allerdings trüben das komplizierte Menüsystem und das Fehlen eines optischen Bildstabilisators den Gesamteindruck.

Bislang setzte JVC bei seinen Full-HD-Camcordern auf das Videoformat MPEG-2 TS. Der GZ-HD40 nutzt auf Wunsch auch den Codec AVCHD. Damit bietet die Videokamera dem Hobbyfilmer mehr Freiheiten, denn nicht jedes Videoschnittprogramm arbeitet problemlos mit dem platzsparenderen AVCHD zusammen. Aber nicht nur die Auswahl an Formaten, sondern auch die Vielfalt an manuellen Einstellungen verlockt: Belichtungszeit, Schärfe und viele weitere Optionen lassen sich nach Belieben konfigurieren. Wir haben uns angesehen, wie sich der JVC in der Praxis schlägt.

Beim Everio GZ-HD40 verbaut JVC anstelle von drei niedrig auflösenden CCD-Chips erstmals einen hochauflösenden CMOS-Sensor. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und mit den HD-Modellen von Canon und Sony [1] problemlos mithalten.

Design

Dafür, dass sich im HD40 eine 120 GByte große Festplatte verbirgt, ist das Gehäuse relativ kompakt. Es misst 12,3 mal 7,3 mal 6,8 Zentimeter. Mit Akku wiegt der Camcorder 540 Gramm. JVC verbaut ein Objektiv mit 10-fachem Zoom, das eine Blendenöffnung von F1,8 bis F2,2 und einen Brennweitenbereich von 50 bis 500 Millimetern besitzt. Leider verfügt die Optik über keine Bildstabilisierung. Die einzige Möglichkeit, Verwacklern vorzubeugen, stellt eine elektronische Lösung dar.

Oberhalb der Linse befindet sich ein Stereomikrofon, gefolgt von einem abgedeckten Zubehörschuh. Da der Deckel nicht an dem Gerät befestigt ist, wird er früher oder später verloren gehen.

Die Schlaufe, die die Hand des Kameramanns umschließt, sitzt zu tief. Dadurch kippt der Camcorder, sobald der Nutzer seinen Griff etwas lockert, nach links. Anscheinend hatten die Designer Probleme, das Band und die Eingänge an der rechten Seite des Gehäuses anzubringen.

Unter dem 2,8 Zoll großen LCD verbirgt sich eine Reihe von Tasten: Fokussierungshilfe, Wiedergabe/Aufnahme, Löschen, Ein/Aus sowie ein Knopf für direktes Brennen auf DVD mit Hilfe der JVC Everio Share Station [2], einem Stand-Alone-DVD-Brenner. Auf dem ausklappbaren Bildschirm selbst liegen Bedienelemente für die Navigation durch Menüs sowie ein Fünf-Wege-Joystick.

Der JVC HD40 verfügt über HDMI-, AV- und Komponentenausgang an der Hinterseite sowie Mikrofoneingang und Kopfhörerausgang an der rechten Seite unmittelbar hinter der Linse. Rechts unterhalb der Optik befindet sich außerdem ein USB-Mini-Port; links davon ein Schalter, der die Objektivabdeckung öffnet und schließt. Alternativ gibt es eine Docking-Station, die gleichzeitig als FireWire-Schnittstelle zur Datenübertragung auf den Rechner dient.

Der Camcorder zeichnet entweder auf die integrierte 120-GByte-Festplatte oder auf eine microSD-Karte auf. Der Slot für die Flash-Speichermedien ist an der Unterseite des Gehäuses angebracht. Allerdings gibt es bei den Speichermedien einige Einschränkungen: Auf die Karte speichert der HD40 nur Standbilder (auch während die Aufnahme auf die Festplatte läuft) und AVCHD-Videos. Filmchen im MPEG-2-TS-Format zeichnet die Videokamera ausschließlich auf die Festplatte auf.

Ausstattung

Der Everio HD40 bringt eine Reihe manueller Einstellungsmöglichkeiten zu Weißabgleich, Belichtungszeit, Schärfe, Verschlusspriorität, Belichtungspriorität und Helligkeit mit. Der Joystick auf dem Rahmen des ausklappbaren Displays dient während der Aufnahme zum manuellen Fokussieren. Eine Fokussierungshilfe unterstützt den Anwender dabei. Sie zeigt das Motiv in schwarz-weiß an und hebt scharfgestellte Bereiche farbig hervor. Ein Belichtungsassistent legt ein Zebrastreifen-Muster über überbelichtete Bildbereiche.

Manche wichtigen Optionen verbergen sich etliche Ebenen unter dem Hauptmenü. Das kann sehr frustrierend sein. Um beispielsweise zwischen MPEG-2 und AVCHD zu wechseln, ist zunächst ein Druck auf den Menüknopf erforderlich. Aus dem Hauptmenü führt der Weg in die Unterkategorie Stream Format. Hier wählt der Anwender entweder AVCHD oder SD-Video, welches eine Aufnahme in MPEG-2 bedeutet. Danach gilt es, zurück ins Hauptmenü zu gehen und in den Settings für Video Quality die Datenrate einzustellen. Das ist ganz schön verkorkst.

An Datenraten stehen für AVCHD 17, 12 und 5 MBit pro Sekunde zur Auswahl. MPEG-2-Filmchen nimmt der JVC entweder mit variabler Datenrate mit 26,6 MBit pro Sekunde oder mit konstanter Bitrate mit 27 MBit pro Sekunde auf. So passen auf die 120 GByte große Festplatte rund 10 Stunden MPEG-2-Video oder 15 Stunden AVCHD-Filme in höchster Qualität.

Leistung

Der JVC HD40 liefert eine ausgezeichnete Videoqualität. Die Farben sehen manchmal etwas übersättigt aus, insbesondere bei der Aufnahme in MPEG-2 TS. Dafür liefern Aufzeichnungen in AVCHD teilweise blockartige Artefakte. Mit dem automatischen Weißabgleich wirken die Farben etwas zu warm und langweilig. Es ist definitiv besser, hier auf die manuelle Konfiguration oder eine der drei Voreinstellungen zu setzen.

Bei schlechten Lichtverhältnissen schlägt sich der Camcorder erstaunlich gut. Die Videos weisen ein leichtes Bildrauschen auf, allerdings nicht mehr oder weniger als bei anderen Kameras dieser Preisklasse. Wie die Autofokus-Systeme der meisten Consumer-Camcorder hat auch das des HD40 im Halbdunkel öfters Probleme, den Fokus zu finden. Dadurch springt das Bild häufiger zwischen scharf und unscharf hin und her. Der MPEG-2-Codec erhält bei wenig Licht mehr Details als das AVCHD-Verfahren – kein Wunder, die Bitrate ist ein gutes Stück höher. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Unterschiede zwischen den beiden Kompressionsverfahren allerdings marginal. Die Fotoqualität geht in Ordnung – eine kompakte Schnappschusskamera ersetzt der JVC allerdings nicht.

Fazit

Für einen rund 650 Euro teuren Camcorder hat der JVC Everio GZ-HD40 eine Menge zu bieten. Fans von manuellen Einstellungen, die sich nicht von komplizierten Menüs abschrecken lassen, finden bei diesem HD-Camcorder ihr Glück. Das Fehlen eines optischen Bildstabilisators stellt allerdings einen dicken Minuspunkt dar. Besonders bei hohen Brennweiten vermissen wir ihn schmerzlich.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41001830/jvc-everio-gz-hd40-flexibler-hybrid-camcorder-fuer-full-hd-videos/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] JVC Everio Share Station: http://jdl.jvc-europe.com/product-list.php?id=100081