Kodak Zx1: Nachfolger des Mini-HD-Camcorders Zi6 im Test

von David Carnoy, Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 11:05 Uhr

Pro
  • stabiles, attraktives Design
  • 720p-Videoaufnahme
  • gute Videoqualität
  • SDHC-Kartenslot
  • AA-Batterien
  • HDMI-Kabel im Lieferumfang
Con
  • nicht über USB-Port aufladbar
  • proprietäres USB-Kabel
  • keine Mac-OS-X-kompatible Software
  • keine Speicherkarte im Lieferumfang
Hersteller: Kodak Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Während er, was die Videoqualität angeht, nicht ganz an den Flip Video MinoHD herankommt, punktet der Kodak Zx1 mit seinem stylischen und robusten Design.

Mit dem Zi6 hat Kodak eine bislang nicht belegte Nische auf dem Markt besetzt: die Mini-HD-Camcorder. Doch es dauerte nicht lange, und andere Hersteller wie Pure Digital und Creative zogen mit eigenen Modellen in den Markt. Auf der CES zeigte Kodak mit dem Zx1 bereits den Nachfolger des Erfolgsmodells. Der Neue präsentiert sich im deutlich robusteren Outfit und hat Actionfreaks im Visier.

Seit Ende letzten Jahres bietet YouTube seinen Nutzern auch den Upload von Videos mit bis zu 1280 mal 720 Pixeln an. Pünktlich zu diesem Upgrade brachte Kodak den ersten HD-fähigen Mini-Camcorder [1] auf den Markt. Jetzt zeichnet jeder die Peinlichkeiten seiner Freunde mit einer Videokamera im Hosentaschenformat auf und präsentiert sie hochauflösend der ganzen Welt. Klasse! Auch wenn sie unter HD-Camcorder laufen, sind die Mini-Videokameras natürlich nicht mit einem ausgewachsenen Modell à la Canon HG21 [2] vergleichbar, das hunderte von Euro mehr kostet. Wie der Zi6 [3] zeichnet der Zx1 [4] Filmchen ebenfalls in einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Allerdings gehört zu einem schönen Video mehr als nur ein CMOS-Sensor, der eine bestimmte Zahl an Pixeln schafft.

Design

Der Zx1 bringt denselben 1/4,5 Zoll großen 1,6-Megapixel-Sensor mit wie sein Vorgänger. Kodak hat nach eigenen Angaben allerdings den Bildprozessor überarbeitet – anscheinend mit Erfolg: Der Camcorder macht einen flinkeren Eindruck als der Zx6. Allerdings ist das LCD geschrumpft: Anstelle von 2,4 Zoll misst es nur noch 2 Zoll. Das Gehäuse hat diese Schrumpfkur leider nicht mitgemacht – es ist immer noch größer als die der Konkurrenz. Trotzdem handelt es sich bei dem neuen Kodak um ein kompaktes Gerät, das problemlos in die Hosentasche passt.

Mit einem Gewicht von 136 Gramm hat der Zx1 etwas zugelegt. Der neue Mini-Kodak zieht seinen Saft jetzt nicht mehr aus Lithium-Ionen-Akkus, sondern aus Mignon-Zellen. Sollte unterwegs der Strom ausgehen, legt der Kameramann einfach zwei neue Batterien von der Tankstelle ein, und schon kann die Action weitergehen. Allerdings lässt sich der Camcorder jetzt nicht mehr über den USB-Port aufladen. Im Lieferumfang sind zwei NiMH-Akkus sowie ein Ladegerät enthalten. Im Zubehör des Herstellers gibt es einen Lithium-Ionen-Akku für den Zx1 mit der Bezeichnung KLIC-8000.

Die kleine Videokamera macht, was Optik und Verarbeitung angeht, ordentlich was her. Neben dem schwarzen Modell, das mit roter Hintergrundbeleuchtung kommt, gibt es den Zx1 in Blau, Pink, Rot und Gelb. Durch das im Verhältnis zur Größe recht hohe Gewicht fühlt er sich hochwertig an. Durch die Gummibeschichtung auf der Vorderseite und den Griff aus gebürstetem Edelstahl auf der Rückseite liegt er gut in der Hand. Neben einer kleinen Tasche befindet sich außerdem eine Trageschlaufe im Karton.

Die gummierte Oberfläche auf der Vorderseite und die erhöhte Stelle aus poliertem Metall auf der Rückseite des Kodak Zx1 sorgen für einen sicheren Sitz in der Hand.

Ausstattung

Die NEMA [5] hat den Zx1 nach IP43 zertifiziert. Das bedeutet, er ist staub- und spritzwassergeschützt, aber nicht wasserfest oder für extreme Kälte geeignet – robust, aber kein Überlebenskünstler wie die Olympus µTough-8000 [6].

Wie der Zi6 auch bringt der Nachfolger keinen brauchbaren internen Speicher mit: Von den 128 MByte lassen sich lediglich etwa 30 MByte für Videos und Fotos nutzen. Ein Video mit 60 Bildern pro Sekunde belegt pro Sekunde etwa 1,5 MByte – nach 11 Minuten ist ein Gigabyte voll. Das verbaute Memory reicht also gerade einmal für 20 Sekunden. Dafür frisst der Zx1 SDHC-Karten mit einer Kapazität von bis zu 32 GByte. Im Lieferumfang ist allerdings kein Speichermedium enthalten.

Im Gegensatz zur fehlenden Speicherkarte ist der USB-Anschluss ein wirklicher Minuspunkt. Während der Zi6 noch über einen ausklappbaren USB-Stecker verfügte, nutzt der Zx1 ein proprietäres Verbindungskabel. Mal eben bei Kumpels die Videos auf den PC kopieren ist also nicht drin – außer man schleppt das Kabel immer mit sich herum oder hat einen Kartenleser. Dafür kommt der Winzling jetzt mit einem HDMI-Anschluss. Kodak spendiert sogar ein HDMI-Kabel.

Wie alle anderen Mini-Camcorder [1] auch ist der Zx1 für eine möglichst einfache Bedienung konzipiert – und das hat Kodak auch weitgehend umgesetzt. Die Anordnung der Tasten und die Bedienung ist anfangs etwas ungewohnt. Durch das etwas unübersichtliche Layout der Knöpfe wirkt der Kleine komplizierter, als er eigentlich ist. Sobald die Funktionen der einzelnen Buttons klar sind, funktioniert alles intuitiv. Im Aufnahmemodus beispielsweise wechseln die Tasten Links und Rechts zwischen HD60-, HD30-, VGA- und Foto-Aufzeichnung. Bei der Wiedergabe spult der Nutzer mit ihnen vor beziehungsweise zurück. Praktisch: Es gibt vier verschiedene Spulgeschwindigkeiten sowie Einzelbildvor- und -rücklauf.

Das 2 Zoll große Display macht einen farbenfrohen und scharfen Eindruck. Den Ton von Videoaufnahmen spielt der Zx1 über den integrierten Lautsprecher ausreichend laut ab – jedenfalls wenn die Lautstärke ordentlich aufgedreht ist.

Leistung

Neben der Flexibilität, die der Speicherkartenslot bietet, und dem robusten Design ist die Videoqualität das primäre Verkaufsargument des Zx1. Natürlich spielt der kleine Camcorder nicht in der gleichen Liga wie die vollwertigen HD-Camcorder von Canon, Sony [7] und Panasonic. Für eine Miniatur-Videokamera dreht er dennoch wirklich schöne Filmchen. Allerdings tritt etwas mehr Bildrauschen auf, als beim Flip Video MinoHD [8] – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.

Auch wenn er an die Qualität des MinoHD nicht ganz herankommt, liefert bereits der Zi6 [3] ordentliche Filmchen mit schönen Farben. Auch was die Belichtungsanpassung beim Wechsel von hellen zu dunklen Motiven angeht, macht er eine ordentliche Figur. Hier legt der Zx1 mit seinem neuen Bildprozessor noch eins drauf – Belichtung und Autofokus funktionieren noch schneller. Um wirklich saubere Videos zu drehen, braucht es allerdings eine extrem ruhige Hand oder ein Stativ.

Unsere Bewertung der Videoqualität bezieht sich auf die höchste Einstellung HD60. Die Zahl steht dabei für 60 Bilder pro Sekunde. Die VGA-Einstellung ist nur sinnvoll, sobald der Speicherplatz ausgeht oder wenn die Filmchen ohnehin nur in geringer Auflösung benötigt werden. Allerdings empfehlen wir, immer mit maximaler Qualität aufzuzeichnen und das Video später erst herunterzurechnen. Die Empfindlichkeit und Qualität des Mikrofons gehen absolut in Ordnung.

Wie auf den meisten Rivalen auch, befindet sich auf dem Zx1 ein Treiber, der sich automatisch installiert, sobald das Gerät im USB-Port eines Rechners steckt. Dem Camcorder liegt außerdem ArcSoft MediaImpression bei. Die Software besitzt eine direkte Upload-Funktion für YouTube und bietet einige rudimentäre Videobearbeitungsfunktionen wie Schnitt und Kontrast-, Farb- sowie Helligkeitsanpassung. Außerdem ermöglicht sie das Einbinden von Hintergrundmusik und Textbausteinen. Allerdings läuft das Programm nur unter Windows. Mac-User kopieren das Rohmaterial per Drag and drop auf die Festplatte und bearbeiten es beispielsweise mit iMovie.

Fazit

Zu einem Anschaffungspreis von lediglich 150 Euro ist der Zx1 definitiv eine Überlegung wert – wer zwischen Zi6 und Zx1 schwankt, sollte sich auf jeden Fall das neuere Modell schnappen. Abgesehen von dem proprietären USB-Anschluss hat Kodak mit dem Mini-Camcorder einen Schritt nach vorne gemacht und ein attraktives Gerät auf den Markt geworfen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41002670/kodak-zx1-nachfolger-des-mini-hd-camcorders-zi6-im-test/

URLs in this post:

[1] HD-fähigen Mini-Camcorder: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39200884/mini_hd_camcorder+fuer+hochaufloesende+youtube_videos+in+720p.htm

[2] Canon HG21: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39201868/ueberzeugender+full_hd_camcorder+canon+hg21.htm

[3] Zi6: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39200834/kodak+zi6+mini_hd_camcorder+fuer+die+hosentasche.htm

[4] Zx1: http://cgi.cnet.de/alpha/artikel/camcorder/200901/ces-2009-kodak-zx1-winziger-taschen-camcorder.htm

[5] NEMA: http://www.nema.org/

[6] Olympus µTough-8000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41002516/olympus+_tough_8000+12_megapixel_panzer+mit+weitwinkel.htm

[7] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[8] Flip Video MinoHD: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39201872/ultraflacher+hd_camcorder_winzling+flip+video+minohd.htm