Dennoch bleibt Windows Mobile nun mal ein behäbiges Smartphonebetriebssystem mit vielen Macken. Wer schnell durch die Fotos scrollt, hat viel Spaß daran – meistens. Das gleiche gilt für den MP3-Player und Zusatzprogramme wie Google Maps. Doch wenn Windows Mobile den Nutzer ärgern möchte, fängt es aus nicht nachvollziehbaren Gründen an, zu ruckeln – bei Aufgaben, die es nur Sekunden vorher noch flüssig bewältigt hat. Fotos bleiben hängen, ein Tippen mit dem Finger wird verschluckt, Buchstaben fehlen oder Befehle werden nicht ausgeführt. Man sollte durchaus über einen strapazierfähigen Geduldsfaden verfügen.

Das gilt auch für die weiteren Merkmale von Windows Mobile. Diese Informationsblasen, die schon auf dem Desktop-PC nerven, stören auch auf dem Handy – wenn das Gerät beispielsweise keine Internet-Verbindung aufbauen kann, ploppt die entsprechende Meldung im 5-Sekunden-Takt in den Vordergrund und verhindert normales Arbeiten. Kaum drückt man sie weg, erscheint ein anderes Fenster. Schließt man es, landet man wieder in der vorher aktiven Applikation – und einen Augenblick später fluppt es schon wieder.

Fairerweise sagen wir an dieser Stelle dazu, dass es sich bei unserem Testgerät noch nicht um die finale Firmware-Version handelt. Verbesserungen sind also wahrscheinlich. Und noch dazu sind diese Effekte Ausnahmen und nicht die Regel – aber wenn sie auftauchen, dann tun sie das penetrant und immer im falschen Moment.

Keinen Anlass zu Kritik gibt die Telefonie-Applikation. Die Gesprächspartner verstehen sich einwandfrei.

Auch beim Akku punktet das Gerät. Laut Herstellerangaben soll der Diamond 2 im Standby 500 Stunden durchhalten – und erst nach 340 Minuten Dauertelefonie den Löffel abgeben. In der Praxis sind solche Werte bei einem Smartphone mit GPS, WLAN, HSDPA und großem Display natürlich kaum zu erzielen – denn all diese leckeren Schmankerl verlangen nach Saft. Realistisch begleitet einen das Handy zwei Tage, bis es wieder aufgeladen werden will.

Apropos Display: Die Anzeige sieht hervorragend aus. Sie ist mit 800 mal 480 Pixeln sehr hochauflösend, zeigt Farben brillant, hat einen mehr als ausreichenden Blickwinkel – sowohl horizontal als auch vertikal – und ist angenehm hell. Da stört es auch nicht, dass sie nur 65.000 Farben darstellt. Lediglich die spiegelnde Kunststoffabdeckung nervt etwas.

Die Kamera schießt hervorragende Bilder. Allerdings gilt das nur für helle Umgebungen – denn mangels Foto-LED oder Blitz sind Bilder in dunklen Umgebungen stark verrauscht. Noch dazu ist sie relativ lahm – zwischen zwei und drei Sekunden vergehen zwischen einem Druck auf den Auslöser und der Aufnahme.

Fazit

Der HTC Touch Diamond 2 ist ein würdiger Nachfolger des erfolgreichen Touch Diamond. Wer mit dem gewachsenen Formfaktor leben kann, bekommt hier ein bestens ausgestattetes Windows-Mobile-Smartphone mit hervorragender Oberfläche, das noch dazu günstiger ist als das iPhone.

Wir vermissen lediglich ein kapazitives statt resistives Touchscreen-Display, einen Blitz für die Kamera sowie eine Klinkenbuchse.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu HTC Touch Diamond 2: Windows-Smartphone mit Vollausstattung

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *