Krasse Klangschalen: High-End-Kopfhörer im Vergleichstest

Weniger technisch, aber nicht weniger wichtig

Nicht nur technisch unterscheiden sich die verschiedenen Kopfhörer, sondern auch, was das Design angeht. Der Sony SA5000 beispielsweise sieht schon sehr abgefahren aus, und nicht jeder möchte in der S-Bahn sitzen und aussehen, als gehöre er zu den Borg – andere wiederum stehen darauf, aufzufallen.

Hand in Hand mit der Optik geht auch der Tragekomfort einher. Manche Modelle setzen auf breite Lederbügel, andere hingegen auf Kunststoffpolster. Das Gewicht trägt ebenfalls zum Komfort bei – zwischen 159 Gramm beim Reisekopfhörer Quiet Comfort 3 von Bose und knapp 300 Gramm beim Ultrasone PRO 900 ist alles dabei. Außerdem ist zwischen offenen und geschlossenen Modellen zu unterscheiden, sowie zwischen On-Ear- und Around-Ear-Ausführungen.

Es stellt sich auch die Frage, was die Beschaller alles mitmachen sollen – fürs Wohnzimmer ist der Formfaktor nahezu egal, aber nicht jede Ausführung passt in die kleine Damenhandtasche. Wer viel reist, freut sich nicht nur über ein kompaktes Format, sondern auch über eine Funktion zur Minimierung des Umgebungslärms. Diese bieten nur zwei unser sieben Modelle: der Dr. Dre Beats Studio und der Quiet Comfort 3 von Bose. Dafür benötigen sie allerdings auch Batterien: Geht der Saft aus, ist Ruhe im Karton.

Was steht nicht im Datenblatt?

Eines lässt sich natürlich schwerlich aus dem Datenblatt herauslesen beziehungsweise -hören: der Klang. Dröhnt der Hip-Hop-Bass satt in den Gehörgang oder ruiniert das übertriebene Volumen im niederfrequenten Bereich die Mondscheinsonate von Beethoven? Schwingen die Saxophonsoli in Baker Street von Gerry Rafferty dynamisch durchs Hörzentrum oder klingt der Erzähler des Hörbuchs, als käme er gerade vom Oktoberfest? Wer auf der Suche nach einem Studiokopfhörer ist, möchte natürlich, dass sein zukünftiges Modell den Klang möglichst unverfälscht wiedergibt.

Geschmäcker sind verschieden – für jeden das Richtige

So wie die Musikgeschmäcker verschieden sind, so unterscheiden sich auch die Kopfhörer in ihren Prioritäten. Während der eine auf möglichst unverfälschten Klang setzt, prügelt der nächste die Bässe unerbittlich ins Hörzentrum. Darum lassen wir mehrere Personen ihre Lieblingsmusik einmal von ihrem eigenen MP3-Player hören. So lauschen alle Tester ihren Sound mit dem gewohnten Setup – abgesehen vom Kopfhörer. Im zweiten Durchgang hört jeder Proband seine Mucke vom SACD-Player Marantz SA15S1. Das Gerät besitzt einen dedizierten Kopfhörerverstärker und liefert einen unverfälschten Klang.

AKG K701

AKG K701 - Kopfhörer Vergleichstest
Der kleinste zuerst – jedenfalls was den Preis angeht. Denn der K701 von AKG ist das günstigste Modell in unserem Vergleich. Im Internet ist er bereits ab 210 Euro erhältlich. Was den Tragekomfort angeht, findet der Kopfhörer in unserem Test keinen Anklang. Auch beim Design stößt er nicht gerade auf Begeisterung – in der Innenstadt möchte sich niemand mit diesem Modell blicken lassen. Dennoch – Aussehen ist Geschmackssache, und wer gerne auffällt, findet möglicherweise mit diesem Modell ein lärmendes Acessoire.

Apropos lärmend: Beim Sound sieht es etwas anders aus. Hier sind die Probehörer im Großen und Ganzen zufrieden mit den Leistungen des Modells. Dennoch, wirklich vom Hocker reißt er niemanden. Der Klang ist einfach etwas unspektakulär. Allerdings lässt sich das durch höhere Lautstärke ausgleichen. Dreht man den Regler nach oben, so macht der K701 mehr her – etwas mehr Bass würde allerdings nicht schaden.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Krasse Klangschalen: High-End-Kopfhörer im Vergleichstest

  • Am 22. Januar 2013 um 22:04 von paul bronca

    ich bin seit 17 jahren dj. beats „studio“ & „pro“ sind beide nicht annähernd ihr geld wert. „studio“ hat ein sehr lautes grundrauschen, dass ihr auch gehört haben müsst!! aktive geräuschunterdrückung, die selbst ein deutliches rauschen erzeugt, ist für mich die krönung!

    der „pro“ drückt ca. 45 min. derartig unangenehm auf die ohrmuscheln, das ist das schlechteste was ich je erlebt hab.(habe ganz normale ohren behaupte ich mal) für mich die am meisten zu unrecht gehypte marke > dr.dre beats

  • Am 5. September 2015 um 21:49 von Georg

    Hier ist wirklich viel halbwissen drinn, Erstmal ob ein Kopfhörer laut oder Leise ist hängt nicht nur von der Impedanz ab sondern auch von der Effizienz (dB pro mW) diese ist beim DT 990 sehr hoch und beim AKG K701 niedrig bei der Impedanz genau umgekehrt. Man sollte gute Kopfhörer nicht mit unterdurchschnittlichem Equipment vergleichen, sowohl Abspielgeräte wie die Testmusik selbst. Die Testpersonen haben den Extrabass als absolut positives aufgenommen da wo der Kopfhörer schon extra verzerrt wurde um das zu erreichen *hust Beats hust* den selben Effekt hat auch ein ordentlicher Equalizer, jedoch kann software einen Kopfhörer nicht detaillierter machen oder räumlicher also hätten sich die tester mehr mit den einzelnen Modellen auseinander setzten sollen. Zum schluss noch der Beyer DT 990 kostet 150€ und ist damit „der kleinste im Preis“

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