Apples größtes Notebook im Test: MacBook Pro 17 Zoll

von Dan Ackerman und Kai Schmerer am , 15:03 Uhr

Pro
  • Gehäuse relativ flach und stabil
  • praktisches Multi-Touch-Trackpad
  • gute 3D-Leistung
  • lange Akkulaufzeit
Con
  • mattes Display nur gegen Aufpreis
  • Wechsel zwischen den GPUs umständlich
  • hoher Preis
  • Garantie und Support schlechter als bei anderen Herstellern
Hersteller: Apple Listenpreis: 2499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Für das 17-Zoll-MacBook-Pro verwendet Apple nun ebenfalls ein aus einem einzigen Stück Aluminium gefertigten Gehäuse. Das schlanke Gerät ist standardmäßig jedoch nur mit einem spiegelnden Display ausgestattet, bietet dafür aber eine sehr gute Performance und eine lange Akkulaufleistung. Die Garantie- und Support-Leistungen von Apple sind aber unterdurchschnittlich.

Mit dem 17-Zoll-Modell komplettiert Apple seine Notebook-Linie mit Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Auch im Inneren passt sich das größte MacBook Pro den kleineren Modellen an. Statt einer Intel-Lösung kommt ein Nvidia-Chipsatz zum Einsatz.

Als Apple [1] im Oktober 2008 die neuen 13- und 15-Zoll-Versionen der MacBooks vorstellte, war es schon ein wenig ungewöhnlich, dass die überarbeitete 17-Zoll-Variante noch auf sich warten ließ. Erst im Januar 2009 kündigte Apple eine aktualisierte 17-Zoll-Variante an – mit dem Aluminium-Unibody-Gehäuse auf der einen Seite, aber auch dem Trackpad ohne Tasten sowie der randlosen Bildschirmverglasung vor dem Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Nun sind die Geräte auch verfügbar. Ab 2499 Euro können Liebhaber großer Displays mit dem MacBook Pro in den Genuss der neuesten und wichtigsten Verbesserungen aus dem Hause Apple kommen.

Ausstattung

Was die Innenausstattung angeht, verwendet Apple im 17-Zoll-Modell wie in den kleineren MacBooks ein Nvidia-Chipsatz mit integriertem Grafikprozessor (Geforce 9400M) und einem dedizierten Grafikchip vom Typ Geforce 9600M GT. Das MacBook Pro ist zwar mit einem Preis von 2499 Euro recht teuer, aber nach wie vor das ideale Gerät für Medienprofis. Insbesondere Foto- und Videoliebhaber dürfte das Gerät mit einer Displayauflösung von 1920 mal 1200 Pixel interessieren.

Das als Desktop-Ersatz gedachte Gerät ist gerade einmal 2,5 Zentimeter hoch und damit sogar dünner als viele 10-Zoll-Netbooks – etwa das Asus Eee PC 1000HE. Wie die aktuellen 13- und 15-Zoll-Versionen besteht auch das 17-Zoll-MacBook-Pro aus einem Gehäuse aus einem einzigen massiven Stück Aluminium – und nicht aus einer dünnen Außenhülle, die auf Stützstreben angewiesen ist. Das Ergebnis ist ein leichtes, dünnes und gleichzeitig robustes Gehäuse.

Das Trackpad mit seiner glatten Glasoberfläche entspricht genau dem, das auch bei kleineren MacBooks zum Einsatz kommt. Und da es keine separaten Maustasten mehr gibt, ist die Oberfläche im Vergleich zum Vorgänger-Modell erheblich größer. Das gesamte Trackpad lässt sich wie eine Taste nach unten drücken, wobei man die Einstellungen auch so ändern kann, dass es wie ein Standard-Pad eines gewöhnlichen Laptops nur durch Antippen und nicht durch Drücken bedient wird. Dies vermeidet das laute Klick-Geräusch.

Streicht man mit vier Fingern von unten nach oben über das Pad, verschwinden sämtliche Anwendungen in den Hintergrund und man blickt auf einen aufgeräumten Desktop. Außerdem kann man eine Ecke des Trackpads definieren, die dann die Funktion der rechten Maustaste erfüllt. Ebenfalls sehr praktisch ist die Möglichkeit, durch das Streichen mit vier Fingern von links nach rechts die Anwendungs-Auswahlliste aufzurufen. Hat man sich einmal an diese Funktion gewöhnt, fällt es schwer, sich wieder auf ein herkömmliches Trackpad umzustellen.

Display, Leistung, Akku

Das großzügige Tastaturdesign mit den flachen Tasten ist bei Apple die Norm. Auch die bei Dunkelheit automatisch beleuchtete Tastatur gehört zur Standardausstattung fast jedes Apple-Notebooks. Lediglich das weiße MacBook und das günstigste Unibody-MacBook verfügen nicht über dieses sinnvolle Ausstattungsmerkmal.

Der 17-Zoll-Breitformat-Bildschirm mit LED-Technologie bietet eine native Auflösung von 1920 mal 1200 Pixeln, was insbesondere bei der Arbeit mit 1080p-HD-Videomaterial und beim Bearbeiten großer Fotos praktisch ist – zwei der Hauptaufgaben, für die MacBooks bekannt sind.

Die Farben wirken satt und lebendig, aber die Glasoberfläche sorgt in Verbindung mit dem Hochglanz-Panel zu störenden Spiegelungen. Man kann sich zwar auch optional für einen Bildschirm mit Antireflexionsbeschichtung entscheiden, doch der kostet 45,01 Euro extra. Bei einem 2500-Euro-Gerät sollte Apple dafür wirklich nicht auch noch einen Aufpreis verlangen.

Die MacBook-Pro-Reihe bietet zwar noch immer den einst von Apple vorgestellten FireWire-Anschluss, aber die meisten Anwender dürften wohl einen SD- oder CF-Kartensteckplatz sowie die Option auf ein hochwertiges Blu-ray-Laufwerk bevorzugen – insbesondere bei einem so großen Display.

Apple setzt für den Anschluss externer Monitor auf DisplayPort und stattet das Gerät mit einem Mini-DisplayPort-Anschluss anstelle eines DVI- oder VGA-Ausgangs aus. Es gibt jedoch eine Reihe externer Adapter, die sämtliche Videoausgänge abdecken. Um ein Display mit DVI-Anschluss mit dem 17-Zoll-MacBook-Pro betreiben zu können, muss man zusätzlich 29 Euro in einen Mini-DisplayPort-auf-DVI-Adapter investieren. Wer ein 30-Zoll-Cinema-Display oder ein anderes 30-Zoll-Gerät mit einer Auflösung von 2560 mal 1600 Bildpunkten anschließen möchte, muss sogar 99 Euro für einen Dual-Link-DVI-Adapter hinblättern.

Apple bietet optional eine 256-GByte-Solid-State-Festplatte, für die man allerdings noch einmal stolze 700 Euro zahlt. Da scheint es weitaus sinnvoller, sich nicht für die standardmäßige 320-GByte-Festplatte mit 5400 U./min zu entscheiden, sondern für 45,01 Euro Aufpreis auf ein Modell mit 7200 U./min zu setzen.

Mit einer 2,66-GHz-Intel-Core-2-Duo-CPU erzielt das MacBook Pro in den üblichen Benchmark-Tests hervorragende Ergebnisse, ist aber erwartungsgemäß nur minimal schneller als der 2,6-GHz–Prozessor in der 15-Zoll-Version (gegen einen Aufpreis von 270 Euro ist auch ein 2,93-GHz-Chip erhältlich). Zwar sind Windows-basierte Laptops mit ähnlichen CPUs auch schnell und effizient, aber Apple hat in den Benchmark-Tests die Nase vorn. Viele der Anwendungen, mit denen getestet wird, laufen unter Mac OS X nämlich etwas schneller – darunter etwa QuickTime, iTunes und Photoshop.

Neben dem dedizierten Geforce-9600M-GT-Prozessor verfügt das MacBook Pro über den integrierten Nvidia-Geforce-9400M-Onboard-Grafikprozessor, der auch in kleineren MacBooks zum Einsatz kommt. Dabei kann man zwischen zwei Einstellungen wählen: mehr Leistung oder mehr Akkulaufzeit. Entscheidet man sich für mehr Leistung, schaltet sich der 9600er-Prozessor ein. Die Option „Mehr Akkulaufzeit“ schaltet die Geforce 9600M GT ab und greift auf den integrierten 9400er-Chip zurück.

Trotz des verbesserten Grafikchips sind Apple-Geräte noch immer keine Gaming-Maschinen. Immerhin bietet der integrierten Grafikprozessor im Test mit dem schon etwas älteren Spiel Quake IV und einer Auflösung von 1024 mal 768 Pixel eine Leistung von 56,4 Bildern pro Sekunde. Mit der stärkeren GPU steigt die Bildrate sogar auf 86,2 fps. Aktuelle Spieletitel stellen höhere Anforderungen an den Grafikchip, sodass sie meistens nur durch reduzierte Qualitätseinstellungen auf dem MacBook Pro spielbar sind. Um zwischen den beiden GPUs hin und her zu wechseln, ist zwar kein Neustart erforderlich, aber man muss sich abmelden und dann wieder auf seinem Benutzerkonto anmelden, wodurch die einzelnen Anwendungen geschlossen werden. Mehr Informationen? MacBook für Zocker – so spieletauglich sind Apple-Notebooks. [2]

Im Akkulaufzeittest bei Videowiedergabe schafft die 17-Zoll-Version mit dem Geforce 9600M GT 4 Stunden und 14 Minuten, was für einen Laptop auf Desktop-Niveau ein wirklich beeindruckendes Ergebnis ist. Mit ausgeschaltetem 9600M kommen noch einmal rund 30 Minuten dazu. Zur fest integrierten Batterie hört man einige skeptische Stimmen, da der Nutzer sie weder selbstständig austauschen kann noch die Möglichkeit hat, auf lange Reisen einen Zweitakku mitzunehmen. Aber wenn ein 17-Zoll-Laptop über vier Stunden durchhält, sollte sich die Sorge erübrigen, da die Batterien der meisten Laptops auf Desktop-Niveau nicht einmal zwei Stunden schaffen. Dass der Anwender den Akku aber nicht selbstständig ersetzen kann, ist schon etwas problematischer. Laut Apple hält die Batterie in der 17-Zoll-Version des MacBook Pro 1000 Ladezyklen. Stimmt diese Angabe, dann funktioniert der Akku noch, wenn das Gerät längst überholt und absolut veraltet ist. Wer dennoch den Akku tauschen muss, kann einen Wechsel der Batterie von einem Apple-Händler für 179 Euro [3] vornehmen lassen.

Die Service- und Supportleistungen von Apple sind nicht zeitgemäß. Für MacBooks besteht eine einjährige Herstellergarantie, aber nur 90 Tage Telefon-Support. Und da die Produkte von Apple proprietär sind, kommt man um den Erwerb des Apple Care Protection Plan kaum herum. Er sorgt für eine Verlängerung des 90-tägigen Standard-Supports und der einjährigen Hardwaregarantie auf insgesamt drei Jahre. Den Service lässt sich Apple mit weiteren 349 Euro vergüten. Andere Hersteller bieten diesbezüglich mehr, können ihre Geräte aber nicht mit Mac OS und iLife ausstatten, was für viele Anwender der Hauptgrund ist, sich ein Apple-Gerät zuzulegen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41003086/apples-groesstes-notebook-im-test-macbook-pro-17-zoll/

URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Mehr Informationen? MacBook für Zocker – so spieletauglich sind Apple-Notebooks.: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41001994/macbook+fuer+zocker+wie+spieletauglich+ist+das+apple_notebook.htm

[3] 179 Euro: http://www.apple.com/support/macbookpro/service/battery/