Unterhalb der Anzeige gibt es sechs mechanische Tasten. Darunter sind – klassisch – der grüne und der rote Telefonhörer. Etwas gewöhnungsbedürftig an dieser Stelle ist die Tatsache, dass ein Druck auf die rote Taste das Gerät in den Standby-Modus versetzt beziehungsweise wieder aufweckt – zurück ins Hauptmenü, wie bei anderen Handys, kommt man so nicht. Android-Neulinge werden ihr Smartphone also in den ersten Tagen diverse Male unbeabsichtigt abschalten, bis sie sich an die explizite Home-Taste oben rechts gewöhnt haben. Direkt daneben befindet sich eine Menü-Taste, die die aktuell verfügbaren Optionen einblendet. Im Home-Screen ermöglicht ein Druck etwa das Hinzufügen von Widgets oder das Austauschen das Hintergrundbildes, wer hingegen bei Google Maps auf Menü drückt, kann die Kartenansicht wählen, Verkehr ein- und ausblenden oder eine Routenberechnung starten. Dazu kommen noch zwei weitere Tasten: Zurück und Suche. Die Zurück-Funktion ist vorbildlich implementiert und funktioniert anwendungsübergreifend. Wer sich also beispielsweise von Qype ein Restaurant in seiner Umgebung empfehlen lässt, aus dem Programm heraus die aktuelle Umgebungskarte in Google Maps abruft und von Google Maps aus in den Browser auf die Webseite des Lokals wechselt, kommt mit dem Zurück-Button immer den richtigen Schritt zurück. Das ist nicht selbstverständlich. Die letzte Taste – die Suche – ist nicht ganz so intuitiv. Im Android-Marketplace ermöglicht sie das Recherchieren nach Software. Im Browser hingegen öffnet sie die Navigationszeile zum Eintippen von Internet-Adressen.

Ausstattung

In diesem Kapitel punktet der Magic – es gibt fast nichts, was er nicht hat. Ins Internet verbindet er sich über Quad-Band-GSM oder über UMTS samt Datenturbo HSPA für schnelle Up- und Downloads. Alternativ nutzt er das integrierte WLAN nach 802.11b und g. Wer surfen möchte, nutzt den vorinstallierten Browser. Er basiert, wie der Safari auf dem iPhone, auf Webkit und stellt Seiten entsprechend gut und zügig dar. Lediglich bei der Anzeige von Flash hapert es wie gewöhnlich: Das geht schlicht nicht.

Darüber hinaus verfügt das Smartphone über GPS zur Positionsbestimmung. Der Empfänger ist schnell, genau und offensichtlich hochempfindlich: Selbst in Gebäuden klappt die Ortung erstaunlich oft. Schlägt sie fehl, greift die Software auf die ungenauere Ortsbestimmung über das Handynetz zurück.

Außerdem ist Bluetooth 2.0 an Bord. Im Gegensatz zum iPhone unterstützt das Magic auch den Stereo-Audio-Standard A2DP und funkt Musik so kabellos an entsprechende Kopfhörer.

Als Modem dient das Gerät übrigens nicht. Eine Internet-Verbindungsfreigabe, wie sie Windows Mobile zu bieten hat, ist nicht vorhanden. Technisch sollte das kein Problem sein. Es ist vielmehr so, dass das Magic – wie auch das G1 – mit eine speziellen Tarif zu haben ist, der eine Flatrate beinhaltet. Das fehlende Tethering – so heißt die Funktion – soll wohl den Traffic in Grenzen halten. Es gibt aber Applikationen im Android Market, die – ein „gerootetes“ Smartphone vorausgesetzt – einen WLAN-Accesspoint aus dem G1 und somit vermutlich auch aus dem Magic machen. Ob sich auch das Magic für Admin-Zugriff freischalten lässt, haben wir allerdings noch nicht ausprobiert.

Software

Beim erst zweiten Smartphone mit Android-Betriebssystem legen wir natürlich beim Test einen besonderen Wert auf das Betriebssystem und optionale Software. Im Vergleich zu Windows Mobile überzeugt Googles Handy-Betriebssystem auf Anhieb: Es ist schnell, hat eine attraktive Oberfläche und reagiert ohne nennenswerte Verzögerungen. Soll heißen: Das Scrollen durch Listen, das Verschieben von Menüs oder das Navigieren auf großen Webseiten funktioniert so, wie wir es uns wünschen. Ohne Hakeln und Ruckeln eben.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu HTC Magic: Android-Smartphone von Vodafone mit Vollausstattung

  • Am 6. Mai 2009 um 14:01 von Hans

    tolles Video … lol
    Hallo mutiger Interviewer!
    Der Dame hätte ich durchaus größere rhetorische Fähigkeiten zugetraut, wie die Optik doch oft blenden kann … lol
    Die Kommentare waren größtenteils schon recht überflüssig.
    Problem ist wohl, dass man technikverliebte Benutzer nicht an jeder Ecke findet.
    Du hast somit nur die träge Masse vor die Kamera bekommen, die sich erst für Geräte interessiert, wenn diese monatelang in der Öffentlichkeit breitgewälzt wurden.

    Mir gefällt das Teil gut und ich werde mir bei Gelegenheit Android-Handys näher ansehen.

    Danke für eure tollen Infos.

    Gruß
    Hans

  • Am 7. Mai 2009 um 18:50 von Daniel Schraeder

    Re: tolles Video … lol
    Hi Hans,

    danke für die Blumen. Ich glaube, Du hast es genau erfasst – aber es ist auch wirklich spannend zu sehen, was die Masse gerade interessiert.

    Das nächste Handy-Interview im Einkaufszentrum ist schon geplant und auf jeden Fall massenkompatibler – versprochen 🙂

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 14. Mai 2009 um 13:46 von Conrad B

    Wieso so teuer?
    Servus,

    kann mir jemand mal erklären, warum das HTC Magic ohne Vertrag über 550 € kostet? Das T-Mobile G1 kostete am Anfang ohne Vertrag unter 400 € und bietet neben den exact gleichen inneren Werte sozusagen obendrauf noch eine mechanische Tastatur.

    Klingt sehr nach künstlich erzeugter Exklusivität.

    Ich habe ich bewußt fürs G1 entschieden, da es eben nicht wie das Iphone über 550 € kostet, sondern nur ein bissl mehr als die Hälfte.

    Zu einem Preis von > 550 € und ohne integriertem Speicher würde ich das Iphone auch vorziehen!

    Leider wird im Bericht nichts über die Videoqualitäten gesagt und die beigelgte Speichergröße nicht erwähnt.

    Gruß

  • Am 10. Juni 2009 um 12:37 von john l.

    Diskrepanz in der Bewertung zum G1
    das G1, welches ich seit einigen wochen besitze, ist laut dem test ja nur in kleinigkeiten unterschiedlich von der ausstattung und bekommt trotzdem statt 8.3 nur 7 punkte? aufgrund der fehlenden tastatur im magic würde ich sogar fast eine niedrigere bewertung geben (nachdem ich schon alle möglichen handies mit onscreen/touch tastatur im gebrauch hatte, war das G1 das erste mit einem guten kompromiss zwischen größe und bedienbarkeit !!!). im übrigen heißt das schnelle internet auf dem magic "HSDPA" und das fehlt mir am G1 schon ein wenig.

    ich bleibe also dabei, das G1 und auch das magic sind sehr gute handies, die sich auch im alltag bewähren, aber die bewertung der beiden geräte liegt zu weit auseinander.

  • Am 10. Juni 2009 um 12:52 von Daniel Schraeder

    Re: Diskrepanz in der Bewertung zum G1
    Hallo John,

    vielen Dank für den Kommentar. In der Tat – die Unterschiede zwischen den Bewertungen der beiden ersten Android-Smartphones sind aus heutiger Sicht gravierend. Allerdings ist der Test des G1 bereits über ein halbes Jahr her (16. Oktober 08, das Magic haben wir Ende April 2009 getestet).

    In der Zwischenzeit gibt es eine neue Version von Android mit neuen Funktionen sowie einen umfangreichen Softwaremarkt, der in die Bewertung des Magic schon eingeflossen ist. Davon konnte das G1 noch nicht profitieren. Darüber hinaus ist das vergleichsweise klobige Design des G1 ein Manko – aber natürlich, über Geschmack lässt sich nicht streiten.

    Da das Magic nicht nur über den Download-Turbo HSDPA (HighSpeed Downlink Packet Access), sondern auch über den Upload-Turbo HSUPA (HighSpeed Uplink Packet Access) verfügt, heißt es kurz HSPA (HighSpeed Packet Access).

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 8. März 2010 um 13:25 von Markus Rum

    Bluetooth
    Ich finde es Schade, dass ich meine Klingeltöne, die ich auf meinem alten Handy habe nicht per Bluetooth auf das HTC Magic schicken kann. Genauso kann ich, mit dem HTC Magic keine Klingeltöne an andere Handys verschicken.
    Glück auf
    Markus

  • Am 9. März 2010 um 10:59 von Daniel Schraeder

    Re: Bluetooth
    Hallo Markus,

    zum Übertragen von Dateien gibt es beispielsweise die App "Bluetooth File Transfer" im Market. Das Magic kommt mit allen MP3-Dateien als Klingelton zurecht. Besonders praktisch ist in diesem Zusammenhang auch das Programm Ringdroid, bei dem Sie Musikdateien auf dem Handy schneiden können, um etwa nur den Refrain als Klingelton zu nutzen.

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *