Was uns fehlt, ist allerdings Multitouch-Unterstützung. iPhone-Nutzer versuchen verzweifelt im Browser, in Google Maps und bei der Ansicht von Fotos, mit der bekannten Zwei-Finger-Geste an mehr Details zu gelangen. Doch das klappt nicht – stattdessen blendet das System einfach zwei Buttons ein: Plus und Minus. Schade. Immerhin, im Browser gibt es eine Art Lupenfunktion. Die sieht gut aus und funktioniert komplett intuitiv. Darüber würden wir uns auch in den anderen Programmen freuen.

Vorinstalliert sind nur Basisprogramme – darunter Browser, Maps, Kalender und Wecker. Wer mehr möchte, kann auf den Android Market zurückgreifen – den App Store von Google. Hier gibt es hunderte Programme für alle Lebenslagen, die meisten davon sind sogar kostenlos. Darunter befinden sich simple Tools wie eine „Taschenlampe“, die einfach ein weißes Bild zeigt und die Helligkeit der Anzeige hochregelt. Einfach, aber beim Suchen eines Schlüssels besser als nichts. Es gibt Qype, eine ortsbezogene Suche nach Restaurants, Bars und dergleichen in der näheren Umgebung, KlickTel, das einem beim Auffinden von Adressen, Telefonnummern und Burgerbuden wie KFC, Subway oder McDonald’s weiterhilft, oder einen CarFinder, der auf Tastendruck den Parkplatz des Autos markiert, um ihn später wieder zu finden.

Auch Spiele sind im Angebot zu finden. Hier reicht die Palette vom guten, alten Snake über Labyrinth, in dem man eine virtuelle Metallkugel durch Bewegen des Smartphones um Hindernisse steuert, bis hin zu einer Umsetzung von Doom. Einige wenige Programme funktionieren allerdings (noch) nicht auf dem Magic – ein Gehirntrainer zum Beispiel blendet beim Abfragen des Namens die Bildschirmtastatur nicht ein. Das bislang einzige Android-Handy G1 hat ja schließlich auch ein mechanisches Tastenfeld. Doch hier geht es mit dem Magic schlicht nicht weiter.

Apropos Tastatur: Das Tippen mit dem virtuellen Tastenfeld klappt erstaunlich gut. Es gibt ein Wörterbuch, das hilfreiche Vorschläge findet und neue Wörter wie Nachnamen auf Knopfdruck hinzufügt. Außerdem ist das Tippen in allen Applikationen auch im Querformat möglich.

Leistung

In diesem Kapitel zittern Windows-Mobile-Smartphones traditionell vor Angst. Sie sind gut ausgestattet und können viel, aber ruckeln nur so vor sich hin. Aktuelles Beispiel: das HTC Touch Diamond 2. Anders das Magic: Es arbeitet stets flüssig, scrollt fast so smooth wie das iPhone, und auch viele gleichzeitig geöffnete Anwendungen bringen es nicht an seine Grenzen. Perfekt ist auch das Magic allerdings nicht: Im Test stürzen diverse Anwendungen, darunter auch der Browser und Google Maps, mehrmals ab. Tritt dieser Fall ein, kommt eine Meldung, und einen Tastendruck später ist das Programm wieder am Start. Wir hoffen, dass HTC und Google das Problem noch in den Griff bekommen.

Bei der Telefonie haben wir ebenfalls nichts zu bemängeln. Die Applikation ist logisch aufgebaut, startet sofort beim Druck auf den grünen Hörer, und die Gesprächspartner verstehen sich problemlos. Wer beruflich auf Exchange angewiesen ist, dürfte sich allerdings über die mangelnde Unterstützung ärgern: Von Haus aus synchronisiert sich das Magic nicht mit Microsofts Messaginglösung. Es gibt aber Zusatzprogramme, die diese Aufgabe mehr oder weniger gut erledigen. So gut wie beim iPhone oder bei Windows-Mobile-Smartphones klappt das aber nicht – dafür holt sich Android natürlich sehr bereitwillig alle Informationen inklusive E-Mails und Kontaktliste aus dem Google-Account. Übrigens: Das Handy funktioniert zwar auch ohne Konto beim Suchgiganten, doch für die Nutzung der meisten Funktionen – wie Market oder Mail – ist es nötig.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu HTC Magic: Android-Smartphone von Vodafone mit Vollausstattung

  • Am 6. Mai 2009 um 14:01 von Hans

    tolles Video … lol
    Hallo mutiger Interviewer!
    Der Dame hätte ich durchaus größere rhetorische Fähigkeiten zugetraut, wie die Optik doch oft blenden kann … lol
    Die Kommentare waren größtenteils schon recht überflüssig.
    Problem ist wohl, dass man technikverliebte Benutzer nicht an jeder Ecke findet.
    Du hast somit nur die träge Masse vor die Kamera bekommen, die sich erst für Geräte interessiert, wenn diese monatelang in der Öffentlichkeit breitgewälzt wurden.

    Mir gefällt das Teil gut und ich werde mir bei Gelegenheit Android-Handys näher ansehen.

    Danke für eure tollen Infos.

    Gruß
    Hans

  • Am 7. Mai 2009 um 18:50 von Daniel Schraeder

    Re: tolles Video … lol
    Hi Hans,

    danke für die Blumen. Ich glaube, Du hast es genau erfasst – aber es ist auch wirklich spannend zu sehen, was die Masse gerade interessiert.

    Das nächste Handy-Interview im Einkaufszentrum ist schon geplant und auf jeden Fall massenkompatibler – versprochen 🙂

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 14. Mai 2009 um 13:46 von Conrad B

    Wieso so teuer?
    Servus,

    kann mir jemand mal erklären, warum das HTC Magic ohne Vertrag über 550 € kostet? Das T-Mobile G1 kostete am Anfang ohne Vertrag unter 400 € und bietet neben den exact gleichen inneren Werte sozusagen obendrauf noch eine mechanische Tastatur.

    Klingt sehr nach künstlich erzeugter Exklusivität.

    Ich habe ich bewußt fürs G1 entschieden, da es eben nicht wie das Iphone über 550 € kostet, sondern nur ein bissl mehr als die Hälfte.

    Zu einem Preis von > 550 € und ohne integriertem Speicher würde ich das Iphone auch vorziehen!

    Leider wird im Bericht nichts über die Videoqualitäten gesagt und die beigelgte Speichergröße nicht erwähnt.

    Gruß

  • Am 10. Juni 2009 um 12:37 von john l.

    Diskrepanz in der Bewertung zum G1
    das G1, welches ich seit einigen wochen besitze, ist laut dem test ja nur in kleinigkeiten unterschiedlich von der ausstattung und bekommt trotzdem statt 8.3 nur 7 punkte? aufgrund der fehlenden tastatur im magic würde ich sogar fast eine niedrigere bewertung geben (nachdem ich schon alle möglichen handies mit onscreen/touch tastatur im gebrauch hatte, war das G1 das erste mit einem guten kompromiss zwischen größe und bedienbarkeit !!!). im übrigen heißt das schnelle internet auf dem magic "HSDPA" und das fehlt mir am G1 schon ein wenig.

    ich bleibe also dabei, das G1 und auch das magic sind sehr gute handies, die sich auch im alltag bewähren, aber die bewertung der beiden geräte liegt zu weit auseinander.

  • Am 10. Juni 2009 um 12:52 von Daniel Schraeder

    Re: Diskrepanz in der Bewertung zum G1
    Hallo John,

    vielen Dank für den Kommentar. In der Tat – die Unterschiede zwischen den Bewertungen der beiden ersten Android-Smartphones sind aus heutiger Sicht gravierend. Allerdings ist der Test des G1 bereits über ein halbes Jahr her (16. Oktober 08, das Magic haben wir Ende April 2009 getestet).

    In der Zwischenzeit gibt es eine neue Version von Android mit neuen Funktionen sowie einen umfangreichen Softwaremarkt, der in die Bewertung des Magic schon eingeflossen ist. Davon konnte das G1 noch nicht profitieren. Darüber hinaus ist das vergleichsweise klobige Design des G1 ein Manko – aber natürlich, über Geschmack lässt sich nicht streiten.

    Da das Magic nicht nur über den Download-Turbo HSDPA (HighSpeed Downlink Packet Access), sondern auch über den Upload-Turbo HSUPA (HighSpeed Uplink Packet Access) verfügt, heißt es kurz HSPA (HighSpeed Packet Access).

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 8. März 2010 um 13:25 von Markus Rum

    Bluetooth
    Ich finde es Schade, dass ich meine Klingeltöne, die ich auf meinem alten Handy habe nicht per Bluetooth auf das HTC Magic schicken kann. Genauso kann ich, mit dem HTC Magic keine Klingeltöne an andere Handys verschicken.
    Glück auf
    Markus

  • Am 9. März 2010 um 10:59 von Daniel Schraeder

    Re: Bluetooth
    Hallo Markus,

    zum Übertragen von Dateien gibt es beispielsweise die App "Bluetooth File Transfer" im Market. Das Magic kommt mit allen MP3-Dateien als Klingelton zurecht. Besonders praktisch ist in diesem Zusammenhang auch das Programm Ringdroid, bei dem Sie Musikdateien auf dem Handy schneiden können, um etwa nur den Refrain als Klingelton zu nutzen.

    Beste Grüße
    Daniel Schraeder, CNET.de

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