Sony BDP-S360: Einsteiger-Blu-ray-Player mit Schwächen

von David Katzmaier und Pascal Poschenrieder am , 11:07 Uhr

Pro
  • kompatibel zum Blu-ray-Profil 2.0
  • Dekoder für Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio Essential
  • exzellente Bildqualität bei den meisten Blu-ray-Filmen
Con
  • kein Zugriff auf Videostreaming-Dienste
  • keine WLAN-Option
  • kein Eject-Knopf auf der Fernbedienung
  • relativ lange Blu-ray-Ladezeiten
Hersteller: Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,2 von 10 Punkte
Fazit:

Der rund 250 Euro teuere Blu-ray-Player Sony BDP-S360 stellt die meisten HD-Filme mit hervorragneder Bildqualität dar. Auch bei DVDs schlägt sich das Gerät ordentlich. Zudem bietet es einen eingebauten Dekoder für die HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio Essential. Allerdings sind die Blu-ray-Ladezeiten sehr lang und trotz Profil-2.0-Unterstützung und vorhandenem Ethernet-Port beherrscht das Gerät die Wiedergabe von Streaming-Videos wie Youtube nicht.

Mit seinem Player BDP-S360 bringt Sony ein Einsteigergerät für die Blu-ray-Wiedergabe auf den Markt. Das rund 250 Euro teuere Modell bietet eine solide Grundausstattung und dekodiert Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio Essential. Zudem unterstützt es das Blu-ray-Profil 2.0 und ist somit in der Lage, Zusatzinhalte zu BD-Live-Discs aus dem Internet abzurufen.

Als Blu-rays frisch auf den Markt kamen, gab es nicht nur den Formatkrieg mit HD-DVD – es herrschte auch ein Wirrwar an unterschiedlichen Profilen. Hinzu kamen endlos lange Ladezeiten für Filme. Inzwischen sind die Kriege vorbei – Blu-ray hat gesiegt und das Profil 2.0 ist auf dem Vormarsch. Anfang des Jahres sind einige Standalone-Player herausgekommen, bei denen auch die übrigen Probleme gelöst scheinen.

Sonys Einsteiger-Gerät BDP-S360 fällt auf den ersten Blick in diese Kategorie. Es kommt mit dem Blu-ray-Profil 2.0 und einem Onboard-Dekoder für die HD-Tonformate Dolby TrueHD [1] und DTS-HD [2] Master Audio Essential. Außer diesen Grundfunktionen bietet der Player allerdings kaum Extras. Im Gegensatz zur Konkurrenz behrrscht er keine Internet-Streams wie Youtube. Zudem besitzt das Gerät zwar das hübsche und übersichtliche XMB [3]-Menü der Playstation 3 [4], dafür macht der Hersteller einige grundlegende Fehler beim Design. Der USB-Port ist beispielsweise im Gerät versenkt, sodass nur bestimmte Speichersticks hineinpassen. Außerdem findet sich auf der Fernbedienung kein Eject-Knopf zum Auswerfen von Discs. Dafür sieht der Player schick aus und spielt Blu-rays zuverlässig ab.

Design

Sony [5] wählt beim BDP-S360 einen schönen Mittelweg zwischen dem glämmerhaften Aussehen der Samsung-Player [6] und dem konservativem Stil der Panasonic-Geräte. Die Front des Sony ist schwarz und mit einer durchsichtigen Oberfläche versehen, wodurch sie einen Glas-Look erhält. Beim Öffnen der Schublade klappt das gesamte Front-Panel – wie beim BD-P1600 – herunter. Die Größe des Players gefällt besonders: Er misst lediglich knapp 43 mal 20,5 mal 5,6 Zentimeter.


An der Front des Players finden sich nur für die grundlegenden Funktionen Knöpfe. Also: Aufpassen auf die Fernbedienung

Normalerweise schreiben wir nichts über das Design der Rückseite von Blu-ray-Playern. Beim Sony muss das aber dennoch sein. Denn der USB-Port des BDP-S360 ist ein absoluter Design-Fehler. Der Hersteller versenkt ihn im Gerät und umrandet das Loch mit schwarzem Plastik, wodurch normale USB-Sticks nicht hineinpassen.


Die meisten USB-Sticks passen nicht in den versenkten Port des BDP-S360.

Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung ist übersichtlich aufgebaut und einfach zu bedienen. Allerdings hat sie einen fatalen Fehler. Sony hat wohl einfach den Knopf zum Auswerfen von Blu-ray-Discs vergessen. Es ist uns wirklich ein Rätsel, wie das bei der Qualitätskontrolle durchrutschen konnte. Wer es gewöhnt ist, die Disc auszuwerfen, bevor er von der Couch aufsteht und eine neue einlegt, muss sich also umstellen.

Der BDP-S360 nutzt das gleiche XMB-Menü wie die Playstation 3. Es ist mittlerweile bei fast allen Sony-Geräten mit Videoausgang an Bord. Nicht jedem gefällt das Menü. Wir finden es aber sehr übersichtlich. Wer XMB nicht kennt, muss sich aber erst etwas umgewöhnen. Das Menü ist nicht ganz so intuitiv wie beispielsweise das des LG BD370 [7]. Neben den netten Grafiken des XMB-Menüs hat Sony die Software des Players optisch etwas aufgehübscht. So blendet der Bildschirm beispielsweise ins Schwarze, wenn Zuschauer beim Ansehen eines Films auf Stop drücken.

Ausstattung

Wie eigentlich jeder Blu-ray-Player, der im Jahr 2009 auf den Markt kommt, ist auch der BDP-S360 zum Blu-ray-Profil 2.0 kompatibel. Dadurch ist er in der Lage, bei BD-Live-Discs Zusatzinhalte aus dem Internet abzurufen. Allerdings ist dazu ein Internet-Zugang per Netzwerkkabel und ein USB-Speicherstick nötig.

Die Audiounterstütztung des Players ist ordentlich. Er hat einen Dekoder für die HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio Essential an Bord. Das bedeutet, dass ein gewöhnlicher AV-Receiver mit HDMI [8]-Anschluss ohne Dekoder ausreicht, um in den Genuss von HD-Audio zu kommen. Auch die Bitstream-Ausgabe ist möglich, dazu bedarf es allerdings eines AV-Receivers mit integriertem HD-Audio-Dekoder.

Der BDP-S360 bringt alle Standard-Ausgänge mit. Ein HDMI-Port für die 1080p [9]-Ausgabe von Blu-ray-Filmen oder hochskalierten DVDs ist vorhanden. Für ältere HD-TVs verfügt der Player zudem über einen Component-Video [10]-Ausgang, der HD-Filme in 1080i und DVDs in 576p weiterleitet. Auch ein Composite-Video [11]-Anschluss ist an Bord.


Der BDP-S360 hat alle Standard-Ausgänge an Bord. Unter anderem sind auch ein optischer und ein koaxialer digitaler Audioausgang vorhaden.

Die Ausgabe von HD-Mehrkanalton funktioniert über den HDMI-Port. Zusätzlich verfügt der Player über einen optischen und einen koaxialen S/PDIF [12]-Port. Ein analoger Mehrkanalausgang ist nicht vorhanden. Dafür hat der Sony einen analogen Stereo-Cinch-Anschluss an Bord.

Im Gegensatz zu anderen Einsteiger-Geräten von Panasonic [13], Samsung [14] oder LG [7] beherrscht der BDP-S360 kein Internet-Videostreaming. Wer also Youtube-Videos mit seinem Blu-ray-Player ansehen möchte, sollte ein anderes Gerät kaufen.

Leistung

Die meisten Blu-ray-Player bieten bei HD-Material annähernd die gleiche Bildqualität. Allerdings sind, besonders bei Einsteigergeräten, leichte Unterschiede im Bild zu erkennen. Für den Test schließen wir den BDP-S360 via HDMI an den Sony-Fernseher KDL-52XBR7 [15] an und betreiben den Player mit 1080p-Auflösung sowie mit deaktiviertem 24p-Modus.

Als erstes testen wir das Gerät mit der HQV [16]-Testdisc. Beim Videoauflösungstest schlägt sich der Player gut. Er stellt das Bild fehlerfrei und in voller Auflösung dar. Eine Treppchenbildung, die bei günstigen Playern öfter auftritt, ist nicht zu sehen. Der Videotest verläuft ebenfalls gut. Allerdings ist zeitweise ein leichter Moiréeffekt [17] zu erkennen.

Als nächstes muss sich der BDP-S360 bei der Filmwiedergabe beweisen. Wir legen „Mission Impossible III“ ein und springen an den Anfang von Kapitel acht. Dort ist häufig bei den Treppen ein Moiréeffekt zu sehen. Der Sony-Player zeigt dieses Problem nicht. Nun kommt „Ghost Rider“ in das Blu-ray-Laufwerk. Auch hier sieht das Bild gut aus. Auch bei der schwierigen Szene am Ende von Kapitel 6 zeigt der Player den Grill des Wohnmobils fehlerfrei an. Beim videobasierten Film „Tony Bennett: American Classic“ hat der Sony allerdings leichte Schwierigkeiten. Zeitweise tritt ein leichter Treppeneffekt auf.

Für unseren Geschwindigkeitstest legen wir „Mission Impossible III“ ein. Wir setzen aufgrund der schnellen Menüs des BDP-S360 große Hoffnungen in den Player. Allerdings enttäuscht uns der Sony. Mit einer Ladezeit von 23 Sekunden bei eingeschaltetem Gerät ist er der langsamste der Neuerscheinungen dieses Jahres. Samsungs BD-P1600, LGs BD370 [7] und Samsungs BD-P3600 [13] laden den Film in weniger als 16 Sekunden und Panasonics DMP-BD60 braucht 21 Sekunden. Für Discs mit Java-Menüs braucht der BDP-S360 sogar noch deutlich länger. „Spider-Man 3“ startet nach 1 Minute und 28 Sekunden und bei „Fluch der Karibik“ beginnt die Wiedergabe sogar erst nach 1 Minute und 56 Sekunden. Die Player von Samsung [18] und LG [19] sind hier rund 30 Sekunden schneller.

Da viele Heimkinobesitzer eine beachtliche Sammlung an DVDs haben, muss der BDP-S360 auch die Wiedergabe von Material mit Standard-Definition-Auflösung meistern. Unsere Test-DVD beginnt mit einem Auflösungstest. Der Sony-Player stellt jeden Pixel des Testbildes dar. Allerdings ist das Bild etwas instabil. Im nächsten Test kommt es zu einer relativ starken Treppchenbildung an sich bewegenden Linien. Dafür meistert der Player den 2:3-Pulldown-Test mit Bravour und ohne Anzeichen von Moiréeffekten.

Nun geht es an den Film-DVD-Test. Wir starten mit „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“. In der schwierigen Eröffnungs-Sequenz besteht der Player. Sie sieht zwar nicht so gut aus wie mit dem Panasonic DMP-BD60 – bei erste Schwarzweiß-Foto kommt es zu einer leichten Treppchenbildung – dennoch stellt der Sony es besser dar als LGs BD370. Nun legen wir „Star Trek: Der Aufstand“ ein. Die Eröffnungsszene sieht Fehlerfrei aus. Die geschwungene Außenhülle des Schiffs hat klare Linien und das Geländer der Brücke ist Treppchenfrei.

Fazit

Der Sony BDP-S360 überzeugt durch eine gute HD-Bildqualität. Auch die DVD-Wiedergabe meistert der Player weitestgehend ordentlich. Zudem dekodiert er die HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio Essential. Allerdings hat das Gerät einige gravierende Schwächen. Zum Einen lädt es Blu-ray-Discs sehr langsam. Außerdem verfügt es zwar über einen Ethernetanschluss, die Wiedergabe von Interet-Videostreams funktioniert aber nicht. Hinzu kommen zwei Designfehler: In den USB-Port passen nur bestimmte Speichersticks und auf der Fernbedienung fehlt der Eject-Knopf.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41003475/sony-bdp-s360-einsteiger-blu-ray-player-mit-schwaechen/

URLs in this post:

[1] Dolby TrueHD: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_TrueHD

[2] DTS-HD: http://de.wikipedia.org/wiki/DTS-HD

[3] XMB: http://de.wikipedia.org/wiki/XMB

[4] Playstation 3: https://www.cnet.de/tests/tv/39198408/besser+denn+je+sony+playstation+3+_80+gbyte.htm

[5] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[6] Samsung-Player: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/c10240/

[7] LG BD370: https://www.cnet.de/tests/dvd/41002718/lg+bd370+multitalentierter+blu_ray_player.htm

[8] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[9] 1080p: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[10] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component_Video

[11] Composite-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[12] S/PDIF: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[13] Panasonic: https://www.cnet.de/tests/dvd/41002371/panasonic+dmp_bd60+youtube_zugriff+per+viera+cast.htm

[14] Samsung: https://www.cnet.de/tests/dvd/41002716/samsung+bd_p3600+schnellster+blu_ray_player.htm

[15] KDL-52XBR7: http://cgi.cnet.de/alpha/artikel/tv-home-entertainment/200809/sony-kdl-52xbr7-240-hertz-fur-scharfe-flimmerfreie-bilder.htm

[16] HQV: http://www.hqv.com/

[17] Moiréeffekt: http://de.wikipedia.org/wiki/Moire

[18] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[19] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/