Canon Powershot SX200 IS: Superzoomer für die Hosentasche

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 16:17 Uhr

Pro
  • kompaktes Gehäuse
  • Weitwinkelobjektiv mit 12-fach-Zoom
  • viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten
  • ausgezeichnete Bild- und Videoqualität zum günstigen Preis
Con
  • durchschnittliche Geschwindigkeit
  • kein optisches Zoomen während der Videoaufnahme möglich
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon Powershot SX200 IS stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber ihrer Vorgängerin dar - insbesondere, was die Bildqualität angeht. Mit ihren zahlreichen manuellen Einstellungen ist sie ein ausgezeichnetes Werkzeug für anspruchsvolle Amateure.

Nicht nur sperrige Bridgekameras, sondern auch Kompakte im Hosentaschenformat bekommen immer längere Zoomobjektive verpasst. Im Moment beherrschen Panasonics Lumix DMC-TZ6 und -TZ7 den Markt. Mit der gut 60 Euro günstigeren Powershot SX200 IS greift Canon die teurere TZ7 an. Wir hatten bereits die Gelegenheit, die Kamera einem ausführlichen Test zu unterziehen.

Für eine 270-Euro-Kompaktkamera ist die Powershot SX200 IS überdurchschnittlich gut ausgestattet. Die gigantische 12-fach-Linse sieht beinahe absurd aus, wenn sie aus dem kleinen Gehäuse herausfährt. Die Canon-Knipse bietet für ihre Klasse außerordentlich viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten. Darunter befinden sich beispielsweise Verschlussgeschwindigkeit, Blende und Fokus. Außerdem bringt der Hersteller eine HD-Videofunktion in der Kamera unter.

Design

Das Design ist ansprechend. Lediglich mit voll ausgefahrener Linse wirkt die Kamera etwas seltsam. Dennoch sieht sie hübscher aus als die Vorgängerinnen SX100 IS und SX110 IS [1]. Obwohl die SX200 einen stärkeren Zoom besitzt, ist sie kompakter als ihre beiden Schwestern. In die Kategorie Fliegengewicht fällt sie mit 220 Gramm jedoch nicht gerade. Die neue Canon gibt es in drei verschiedenen Farben: Schwarz, Blau und Rot.

Auch wenn sie schön aussieht, hat ihr Design einige Tücken. Der Blitz klappt links über dem Objektiv nach oben. Das macht es etwas schwer, die Kamera bequem in der Hand zu halten. Die wenig griffige Beschichtung des Gehäuses trägt ihr übriges dazu bei. Nächster Aspekt: Auf dem gut daumennagelgroßen Modusrädchen bringt Canon ganze dreizehn Auswahlpunkte unter. Fünf davon sind Szenemodi, die sich eigentlich bequem zusammenfassen ließen. Mit lediglich neun Optionen wäre das Drehelement schon deutlich übersichtlicher gestaltet.

Dicht gedrängt: Auf dem Modus-Rädchen sitzen 13 Szeneprogramme

Die Bedienelemente auf der Rückseite sind nichts besonderes. Hier liegen vier Tasten und ein Vier-Wege-Pad. Um das Steuerkreuz befindet sich ein Drehrädchen, das der schnellern Navigation durch die Menüs und der bequemeren Konfiguration der manuellen Einstellungen dient. Allerdings befindet sich die linke Seite des Pads so nahe an dem leicht hervorstehenden Display, Leute mit großen Daumen nicht bequem mit dem Rädchen scrollen. Abgesehen von der rechten Seite, auf der sich eine Plastikabdeckung mit Mini-HDMI- und USB-AV-Port befindet, fühlt sich die SX200 IS sehr solide an.

Ausstattung

Tabelle anzeigen: Canon Powershot SX200 IS und Panasonic Lumix DMC-TZ7 im Vergleich [2]

Canon Powershot SX200 IS und Panasonic Lumix DMC-TZ7 im Vergleich [2]

Hersteller Canon Panasonic
Modell Powershot SX200 IS Lumix DMC-TZ7 [3]
Preis 270 Euro 335 Euro
Sensor 1/2,3-Zoll; CCD 1/2,3-Zoll; CCD
Auflösung 12 Megapixel 10,1 Megapixel
Optischer Zoom 12-fach 12-fach
Brennweite 28 – 336 mm 25 – 300 mm
Blendenöffnung F3,4 – F5,3 F3,3 – F4,9
Empfindlichkeiten (max. Auflösung) ISO 100 – 1600 ISO 80 – 1600
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel 1280 x 720 Pixel
Bildstabilisator mechanisch optisch
Display 3,0 Zoll; 230.000 Pixel 3,0 Zoll; 460.000 Pixel
Abmessungen 10,3 x 6,1 x 3,8 cm 10,3 x 6,0 x 3,3 cm
Gewicht 220 g 206 g
Akkulaufzeit 280 Aufnahmen 300 Aufnahmen

Die Powershot übertrumpft die Panasonic TZ7 mühelos, was die Einstellungsmöglichkeiten angeht. Sie bietet zwei Automatik-Modi: Smart Auto wählt je nach Situation selbsttätig eines von 18 Programmen aus. Easy sperrt zusätzlich alle manuellen Parameter. Außerdem gibt es Programm-, Blenden- und Belichtungsautomatiken sowie einen manuellen Modus. Das Ändern der Optionen in den PASM-Modi geht mit dem Drehelement auf der Rückseite bequem vonstatten. Es steuert auch den manuellen Fokus.

Die Bedienelemente auf der Rückseite sind übersichtlich angeordnet und die Menüs intuitiv und klar strukturiert.

Für anspruchsvolle Hobbyfotografen, die sich eine kompakte Kamera zulegen möchten, stellt diese Konfigurationsvielfalt ein K.-o.-Kriterium gegenüber den Panasonics dar. Allerdings nur, so lange die Videofunktion nicht ins Gewicht fällt. Denn im Gegensatz zu der Lumix-Reihe funktioniert bei der SX200 der optische Zoom während der Aufnahme nicht. So steht lediglich eine digitale Vergrößerung zur Verfügung.

Leistung

Was die Performance angeht, liegt mal die TZ7 und mal die SX200 vorne. Der Serienbildmodus der Canon kann mit 0,9 Aufnahmen pro Sekunde nicht mit den 1,9 fps der Panasonic mithalten. Dafür bietet die SX200 eine kürzere Auslöseverzögerung. Sie liegt bei guten Lichtverhältnissen bei 0,5 und im Zwielicht bei 0,8 Sekunden. Die Zeit, die zwischen zwei Fotos verstreicht, ist bei der TZ7 wiederum besser.

Die Bildqualität ist für diese Klasse [4] sehr gut, aber dennoch nicht perfekt. Die Fotos der Canon gelingen etwas schärfer als die der Panasonic – allerdings sehen feinste Details bei der SX200 etwas grisseliger aus. Die besten Aufnahmen liefert die Kamera bei Empfindlichkeiten unter ISO 200. Bei ISO 400 tritt bereits ein leichtes Rauschen auf, ab ISO 800 geraten die Bilder deutlich verwaschen.

Wie die Objektive der anderen Megazoom-Kameras [4] auch weist die Optik der Powershot eine – wenn auch minimale – Tonnenverzerrung auf. Leichte violette und blaue Farbsäume treten ebenfalls auf. Das gilt hauptsächlich bei Außenaufnahmen, die hohe Kontraste aufweisen. Die Belichtung ist grundsätzlich sehr gut. Lediglich in hellen Bereichen gehen einige Details verloren. In puncto Farbqualität kommt die Kamera nicht ganz an die Lumix DMC-TZ7 heran, produziert aber trotzdem schöne Ergebnisse.

Fazit

Die Canon Powershot SX200 IS ist eine solide Megazoomkamera [4], die eine größere Flexibilität als ihre Hauptkonkurrentin, die TZ7 [3], bietet. Das Design überzeugt nicht zu einhundert Prozent, insbesondere die Position des Aufklapp-Blitzes nervt. Sowohl Geschwindigkeit als auch Bildqualität sind für eine Kamera dieser Klasse ausgezeichnet.

Wer eine Knipse zum einfachen Draufhalten sucht, sollte sich besser die Panasonic Lumix DMC-TZ7 [3] ansehen. Sie bietet eine etwas bessere Bildqualität und zoomt auch während der Videoaufnahme. Dafür bietet sie dem Fotografen weniger Freiheiten – hier punktet die Canon PowerShot SX200 IS.

Geschwindigkeit (in seconds)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   

Canon PowerShot SX110 IS [1]

2.3 
2.1 
0.7 
0.5 

Canon PowerShot SX200 IS

2.4 
2.3 
0.8 
0.5 

Nikon Coolpix S630

3.9 
3.1 
0.8 
0.5 

Panasonic Lumix DMC-TZ7 [3]

2.3 
2 
1.1 
0.5 

Serienbildgeschwindigkeit (in fps)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Canon PowerShot SX200 IS

0.9 

Nikon Coolpix S630

0.8 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41003552/canon-powershot-sx200-is-superzoomer-fuer-die-hosentasche/

URLs in this post:

[1] SX110 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/39201004/kein+echter+fortschritt+canon+powershot+sx110+is.htm

[2] Tabelle anzeigen: Canon Powershot SX200 IS und Panasonic Lumix DMC-TZ7 im Vergleich: #

[3] Lumix DMC-TZ7: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003111/panasonic+lumix+dmc_tz7+schnoerkelloser+superzoomer.htm

[4] diese Klasse: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39201017/uebersicht+die+besten+kompakten+superzoom_kameras+im+vergleich.htm