Outdoor-GPS: So funktioniert die Navigation in Wald & Bergen

von Kai Schwarz am , 18:21 Uhr

Navigationssysteme führen nicht nur Autofahrer von A nach B, sondern auch Outdoor-Fans sicher durch Wald und Flur. Doch das gute TomTom spricht im Wald nur von nicht erfassten Straßen – wie orientiert man sich denn nun auf Wanderungen oder Radtouren im Gelände? Voraussetzung hierfür sind topografische Karten, die Wald- und Wiesenwege kennen. Wir zeigen, was die mobilen Pfadfinder für den Offroad-Bereich so alles drauf haben und was sie nicht können.

Die ersten Sonnenstrahlen locken die Menschen im noch jungen Jahr raus in die Natur. Mit einem Wanderführer, einer topografischen Karte und einem Kompass bewaffnet, werden Wälder erkundet und Berge erklommen. Wer aber die Nase von Papierkarten und Kompassortung voll hat, der muss dank GPS-Technologie nicht auf den Offroad-Spaß verzichten. Denn die Satellitenschar über unseren Köpfen weist nicht nur auf öffentlichen Straßen die richtige Richtung, sondern überall, wo eine mehr oder weniger freie Sicht auf die Erdtrabanten möglich ist. Also auch in Wald und Flur. Damit die Navigation abseits von Wanderwegen im Gelände klappt, sind topografische Karten und passende Navigationsgeräte nötig. Aber auch einige Auto-Navis unterstützten Wanderer, Radfahrer, Reiter und andere Outdoor-Begeisterte mit GPS. Dazu gehört etwa das Falk F4, aber auch Handys und Smartphones eignen sich. Voraussetzung ist ein integriertes GPS-Modul sowie eine für das entsprechende Modell verfügbare topografische Karte – beispielsweise von MagicMaps.

Orientierungsstopps? Nein, danke

Outdoor-GPS-Systeme haben im Vergleich zu Karte und Kompass deutliche Vorteile. Mit des analogen Orientierungshilfen lassen sich Position, Wegstrecke und Höhe manuell nur mühsam – und beispielsweise während der Fahrt auf einem Rad – so gut wie gar nicht bestimmen. Mit einem GPS-Gerät sind diese Parameter mit einem Blick abgefragt. Egal ob man steht, geht oder mit einem Mountainbike durch die Wälder rauscht. Ein weiterer Vorteil: Das Ziel wird im Navi immer angezeigt. Verpasst man z.B. mal einen Weg, weist der Pfeil im Gerät stets die Richtung zum Ziel. Somit entfallen lästige und lange Orientierungsstopps an jeder Gabelung. Und selbst, wenn man mal eine Abzweigung verpasst hat, genügt ein Blick auf das Navi für den richtigen Kurs. Nur mit einem Kompass bewaffnet, fällt ein solcher Fehler nicht weiter auf. Die Magnetnadel zeigt stets in eine Richtung – egal, ob man bereits am Ziel vorbeigezogen ist oder nicht.

Stumme Lotsen

Eine Routenführung im Stil „In 300 Metern nach rechts abbiegen“ gibt es nicht – aber das macht im Gelände ja auch keinen Sinn. Stattdessen zeigen die Displays der Outdoor-Begleiter die aktuelle Position und die vorher festgelegten Routenpunkte. Allerdings plant Garmin noch in diesem Jahr ein Modell auf den Markt zu bringen, das „echte“ Turn-by-Turn-Navigation im Gelände ermöglichen soll. Außerdem hat der italienische Anbieter Giove mit dem myNav 600 ein vergleichbares GPS-Gerät angekündigt. Dabei eignen sich die myNav-Modelle laut Anbieter nicht nur für die Outdoor-Navigation im Gelände, sondern ebenso für die Navigation auf der Straße. Im Lieferumfang des myNav 600 befinden sich neben DACH-Karten (Deutschland, Österreich und Schweiz) auch topografische HD-Detailkarten für eine von sechs verfügbaren deutschen Regionen.

Preiswerter Einstieg

Ein vorhandenes Kfz-Navigationsgerät und eine passende Software bieten einen günstigen Einstieg in die Outdoor-Navigation. Diese Kombination hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Die Auto-Lotsen sind nicht für den Outdoor-Einsatz gebaut. Wenn es regnet oder schneit, dringt Wasser ein – das freut die teure Hardware. Abhilfe schafft ein wasserdichter Beutel, der wiederum die Bedienung erschwert oder unmöglich macht. Wer seinen zarten Kfz-Lotsen nicht dem rauen Alltag einer Bergtour aussetzen möchte, der sollte zur GPS-gestützen Outdoor-Navigation auf einen robusten Spezialisten setzten. Beispielsweise auf ein Modell der Triton-Reihe, die Magellan ab 150 Euro anbietet. Die Geräte sind stabil und wasserdicht nach IPX-7 und lassen sich bequem über einen Touchscreen bedienen. Das Flaggschiff der Reihe, das Triton 2000 (600 Euro), ist mit einem 2,7-Zoll-Display ausgestattet und verfügt über einen 64 MByte großen Speicher, der sich dank SD-Karten-Slot um 4 GByte erweitern lässt. Der Speicher nimmt unter anderem Fotos der integrierten 2-Megapixel-Kamera oder Sprachaufzeichnungen auf. Diese Daten sind mit einer Route verknüpft – wer möchte, kann sie an andere Triton-Besitzer weiterreichen. Die Routenplanung erfolgt bei diesem Modell am Gerät oder am PC. Damit unterwegs nicht der Saft ausgeht, soll das Outdoor-Navigationssystem von Magellan mit zwei AA-Batterien bis zu 10 Stunden durchhalten.

ToPo-Karten im Lieferumfang

Garmin hat mit dem Oregon 400t (530 Euro) ein ebenfalls nach IPX-7 wasserdichtes Modell im Angebot, das auch mit zwei handelsüblichen AA-Batterien arbeitet. Deren Lebensdauer gibt der Hersteller mit 16 Stunden an. Erschütterungen, Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und Wasser sollen diesem robusten Navigationsgerät nichts anhaben können. Gute Voraussetzungen, um eine Wander- oder eine Radtour unbeschadet zu überstehen. Außerdem verfügt der Oregon 400t über einen elektronischen Kompass und einen barometrischen Höhenmesser. Das Modell kommt mit einer vorinstallierten Basiskarte für Europa (1:100.000). Alternativ bietet Garmin weitere Karten an – die sind jedoch nicht ganz billig: Topografische Karten für Deutschland im Maßstab 1:25.000 kosten ab 130 Euro.

Planung am Rechner

Auch wenn viele Outdoor-Navis eine Routenplanung im Gerät erlauben, so ist die Planung einer Bergtour am Rechner doch deutlich komfortabler. Denn der PC verfügt über ein größeres Display, und die Bedienung mit Maus und Tastatur ist deutlich komfortabler als mit den Mini-Tasten und dem Navigationskreuz am Gerät. Neben herstellerspezifischer Software, wie sie etwa Magellan mit VantagePoint anbietet, gibt es auch interessante Alternativen von Drittanbietern. Beispielsweise hat MagicMaps [4] mit dem Tour Explorer Kartenmaterial im Maßstab 1:25.000 im Programm, das auf dem Computer installiert wird und sich auf verschiedene Navis überträgt. Eine Liste der unterstützten Geräte findet sich auf der Website des Anbieters. Die Tourenplanung erfolgt dabei am Rechner in eigener Regie. Alternativ lassen sich bereits geplante Strecken von anderen Outdoor-Fans aus dem Internet laden und übernehmen. Interessante Touren finden sich unter anderem bei gps-tour.info [5], gpsies.com [6] oder beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub [7].

Besonderer Features

Eine Software wie Tour Explorer bietet aber noch mehr: Sie stellt eine Schnittstelle zu weiteren Plattformen dar, beispielsweise zu Google [8]-Earth. Dank der Möglichkeit, geplante Routen in das kml-Format zu exportieren, kann man Touren in Google-Earth präsentieren. So lässt sich eine mit dem Tour Explorer geplante Wanderung mit hochauflösenden Satelliten-Bildern der virtuellen Weltkugel untermalen. Außerdem kann man mit Google-Earth geplante Touren importieren. Weitere Features des Programms: Routen lassen sich in 2D- oder 3D-Ansicht anzeigen und virtuell abfliegen. Der Ausflug wird so bereits am PC erlebbar und die Strecke lässt sich bearbeiten, mit Fotos und POIs (Points of Interest) versehen und so in einer attraktiven Form präsentieren oder archivieren.

Fazit

Navigation im Gelände? So einfach wie im Auto funktioniert das bislang nicht. Einfach in die Berge fahren und unter den Points-of-Interests die nächstbeste Hütte aussuchen, um sich dann per Turn-by-Turn-Navigation über Wanderwege ans Ziel leiten zu lassen, klappt nicht. Stattdessen will die Route im Idealfall vorher am PC ausgearbeitet und auf das mobile GPS-Gerät übertragen werden. Doch das ist immer noch besser als die manuelle Routenführung via Karte und Kompass. Wer die Routenführung mit topografischen Karten nur mal ausprobieren möchte, kann dafür eventuell sogar sein Auto-Navi oder Smartphone [9] einsetzen – und wenn’s gefällt, sollte man durchaus in ein wasserdichtes Outdoor-GPS investieren.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41004427/outdoor-gps-so-funktioniert-die-navigation-in-wald-bergen/

URLs in this post:

[1] Outdoor-Navis: Software-Spezialist Magic Maps: https://www.cnet.de/41004425/outdoor-navis-software-spezialist-magic-maps/?pid=1#sid=41004427

[2] Outdoor-Navis: Diese Geräte trotzen Wind und Wetter: https://www.cnet.de/41004426/outdoor-navis-diese-geraete-trotzen-wind-und-wetter/?pid=1#sid=41004427

[3] Outdoor-Navis: Display-Anweisungen: https://www.cnet.de/41004424/outdoor-navis-display-anweisungen/?pid=1#sid=41004427

[4] MagicMaps: http://www.magicmaps.de

[5] gps-tour.info: http://gps-tour.info

[6] gpsies.com: http://gpsies.com

[7] Allgemeinen Deutschen Fahrradclub: http://www.adfc.de

[8] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[9] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/