Das 2,7-Zoll-Display löst lediglich 211.000 Pixel auf. Praktischerweise ist die Schriftgröße einstellbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung macht der Bildschirm eine gute Figur. Allerdings sehen die Farben auf der Anzeige deutlich kontrastreicher und greller aus als auf dem Video selbst. In Sachen Weißabgleich und Belichtung sollte man dem Display also nicht zu viel Vertrauen schenken.

Wie die HF-S-Modelle bringt auch der HF20 eine Video-Snapshot-Funktion mit. Dabei zeichnet der Camcorder vier Sekunden lange Clips auf. Ein blauer Rahmen, der das Display umgibt, zeigt die verstrichene Zeit an. Allerdings ist die Umsetzung etwas gewöhnungsbedürftig. Die Taste für das Feature verbirgt sich in der Displaymulde und fühlt sich etwas schwergängig an. Außerdem verbleibt die Kamera in diesem Modus bis zum manuellen Wechsel. So landet von dem einen oder anderen Motiv unter Umständen nur ein kurzer Schnipsel auf dem virtuellen Band, wenn man nicht aufpasst.

Leistung

Die Bildqualität bei 24 und 17 MBit pro Sekunde ist absolute Spitzenklasse. Allerdings reicht ein Gigabyte bei diesen Einstellungen gerade mal für 5,5 beziehungsweise 7,8 Minuten. Der mit 32 GByte schier gigantische integrierte Speicher ist also nach knapp drei Stunden gefüllt. Für die Fünf-Tages-Tour durch die entlegensten Winkel der Sahara keine zusätzlichen SD-Karten mitgenommen? Pech gehabt.

Der Autofokus findet sein Ziel flott und exakt – sogar bei schlechten Lichtverhältnissen. Mit eineinhalb Stunden geht auch die Akkulaufzeit absolut in Ordnung. Im Zubehör bietet Canon Batterien an, die eine doppelte oder gar vierfache kontinuierliche Aufnahmedauer schaffen. Im Gegensatz zu den HF-S-Modellen bietet der HF20 keine Schnellladefunktion. Der optische Bildstabilisator leistet durch den gesamten Brennweitenbereich ausgezeichnete Arbeit.

Die Videos sehen großartig aus, besonders für diese winzige Linse. Sie sind überraschend scharf und strotzen nur so vor gesättigten Farben. Die Belichtung ist ebenfalls erste Sahne: Überbelichtete Bereiche treten nur selten auf. Auch Innenaufnahmen sehen gut aus. Ohne ein bisschen Rauschen und Weichzeichnung geht es allerdings in dieser Klasse nicht. Standbilder machen trotz niedrigerer Auflösung sogar einen etwas besseren Eindruck als die der Modelle HF S10 und HF S100.

Ein paar Punkte gibt es allerdings auch zu bemängeln. Die Tonqualität macht zwar einen soliden Eindruck, allerdings stören aufgrund der Platzierung der Mikrofone Windgeräusche öfters die Aufnahme. Während es bei hohen Kontrasten kaum Farbsäume gibt, scheint über hell ausgeleuchteten Objekten häufiger ein Schleier zu liegen. Bei schnell bewegten Motiven tritt außerdem Ghosting auf.

Fazit

Der Canon Legria HF20 ist ein ausgezeichneter Camcorder, der die Konkurrenz in vielerlei Hinsicht hinter sich lässt – allerdings auch, was den Preis angeht. Trotzdem – er kostet weniger als die High-End-Ausführungen HF S10 und S100 und bringt einen Großteil von deren genialen Features mit. Bei den heutigen Kosten von Speicherkarten bevorzugen wir die rund 150 Euro günstigere Version HF200 – für den Differenzbetrag gibt es immerhin zwei Klasse-6-SDHC-Karten mit 32 GByte Kapazität.

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