Sony BDP-S5000ES: beste Tonqualität für viel Geld

von Pascal Poschenrieder und Ty Pendlebury am , 14:48 Uhr

Pro
  • sehr hohe Fertigungsqualität
  • bessere Tonqualität als die Konkurrenz
  • beeindruckende Videoqualität mit sehr vielen Details
  • ausgezeichnete Farbwiedergabe
Con
  • hoher Preis
  • keine Medienwiedergabe via Netzwerk oder USB
  • PS3 bietet ähnliche Bildqualität für weniger Geld
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sony BDP-S5000ES ist ein Blu-ray-Player der höchsten Güteklasse. Die Fertigungsqualität ist außergewöhnlich und sein Sound ist der beste, den wir bis jetzt bei einem Blu-ray-Player erlebt haben. Allerdings gibt es bereits für deutlich weniger Geld Geräte, die bei der Videoqualität mit dem Modell mithalten. Zudem fehlt dem BDP-S5000ES eine Netzwerkstreaming-Funktion.

Mit einem Preis von rund 1200 Euro ist der Premium-Blu-ray-Player BDP-S5000ES von Sony eines der teuersten Geräte auf dem Markt. Dafür bietet er eine hervorragende Bildqualität. Zudem dekodiert das Modell alle HD-Tonformate und gibt sie via analogem 7.1-Port aus. Dabei kann der Player beim Klang durchaus mit 2000-Euro-7.1-Receivern mithalten.

Es hat zwar eine ganze Weile gedauert, bis der Blu-ray [1]-Markt ähnlich groß war wie der von DVD-Playern [1], aber mittlerweile finden sich reichlich Modelle vom günstigen bis hin zum Premium-Gerät. Sony [2] deckt mit seinen Playern BDP-S350 [3] und seinem S5000ES beide Seiten des Preisspektrums ab. Allerdings stellt sich die Frage, warum Käufer rund 1200 Euro für einen Player ausgeben sollen, wenn sie bereits für circa 190 Euro ein Gerät des gleichen Herstellers bekommen. Wir sind der Frage auf den Grund gegangen, ob der BDP-S5000ES sein Geld wirklich wert ist.

Design

Wenn es eine Sache gibt, an der jeder ein hochwertiges Hi-Fi-Gerät erkennt, dann ist es das Gewicht. Und hier schlägt Sonys BDP-S5000ES die meisten Konkurrenten um Längen. Mit satten 10,2 Kilogramm wiegt er rund das Doppelte wie die Playstation 3. Allerdings wächst mit dem Gewicht auch immer die Größe eines Geräts. So auch beim Sony [4]: Er nimmt etwa den Platz im Hi-Fi-Regal ein, den ein ausgewachsener 7.1-Receiver benötigt.

Der BDP-S5000ES kommt im unverkennbaren Sony-Stil. Die Front besteht aus geschwärztem, gebürsteten Aluminium. Sie sieht deutlich schicker aus als die von älteren Geräten im glänzenden Plastik-Look. Der Hersteller reduziert die Bedienelemente am Player auf ein Minimum. Das passt zwar zum Design, dennoch hätten wir uns zumindest Tasten für Vor- und Zurückspulen gewünscht.

Sony liefert den BDP-S5000ES mit seiner Standard-Fernbedienung aus. Sie ist übersichtlich aufgebaut und einfach zu bedienen. Allerdings hätten wir uns bei einem Gerät dieser Preisklasse eine etwas exklusivere Fernbedienung gewünscht.

Ausstattung

Der BDP-S5000ES kommt mit einer guten Ausstattung und allen aktuellen HD-Features. Er dekodiert sämtliche HD-Audio-Standards inklusive Dolby TrueHD [5] und DTS-HD Master Audio [6]. Auch die Bitstream-Ausgabe all dieser Formate funktioniert. Außerdem beherrscht er den „finalen“ Blu-ray-Standard BD-Live. Hierfür liefert der Hersteller einen 1 GByte großen Microvault-Stick mit. Er kommt in den kleinen USB-Port auf der Rückseite des Geräts. Leider passen in den Port keine gewöhnlichen Sticks, da er in einer Vertiefung sitzt. Allerdings dient er ohnehin nur zum Speichern von BD-Live-Daten. Das ist schade, da der Player die Wiedergabe von MP3s und Fotos unterstützt. Auch über den Netzwerkanschluss funktioniert das Streamen dieser Multimediadateien nicht. Der einzige Weg zum Anhören von Musik oder zum Ansehen von Fotos führt über eine gebrannte CD oder DVD. Das ist wirklich beschämend, zumal viele Bravia-Fernseher mittlerweile DLNA [7]-kompatibel sind.

Der Player hat optionale Bildverarbeitungs-Funktionen an Bord, die bei den günstigen Geräten nicht vorhanden sind. Die erste heißt HD Reality Enhancer, die zweite Super Bit Mapping. Der HD Reality Enhancer arbeitet zusätzlich zur gewöhnlichen Rauschunterdrückung, wie sie sich auch bei den günstigen Playern findet. Er besteht aus den Komponenten Verbesserung, die an Rändern im Bild den Kontrast erhöht, „Glättung“, die eine Treppenbildung reduziert, und „FGR“ zum Verringern der Filmkörnung. Bei letzterer scheint es sich um eine weitere Moskito-Rauschunterdrückung (MNR [8]) zu handeln.

Hinten am Gerät finden sich zahlreiche Anschlüsse. Neben dem obligatorischen HDMI [9]-Port sind ein Component-Video [10]-, ein Composite-Video [11]– und ein S-Video [12]-Ausgang vorhanden. Für die Audioausgaben bringt der Player sowohl einen analogen als auch einen digitalen S/PDIF [13]-Anschluss mit. Darüber hinaus verfügt er über einen analogen 7.1-Ausgang. Er ist in erster Linie für Besitzer älterer AV-Receiver ohne HD-Audio-Dekodierung interessant, besonders da der im BDP-S5000ES eingebaute Digital-Analog-Wandler äußerst hochwertig ist. Gewöhnliche Stereo-Audio-Buchsen finden sich ebenfalls am Sony.

Der BDP-S5000ES kommt mit einem schnellen Modus, der die Start-Zeiten einiger Disks verbessert. Der Nachteil dieser Funktion besteht darin, dass der Stromverbrauch steigt, und der Lüfter während der Wiedergabe weiterläuft. Allerdings ist der Player sowohl im normalen als auch im schnellen Modus nie durch einen zu lauten Lüfter negativ aufgefallen.

Bei einem Blick in die unterstützten Medienformate zeigt sich, dass Sony anscheinend Abstand von dem hochqualitativen CD-Audioformat SACD [14] nimmt. Da nicht einmal dieser Premium-Player Super-Audio-CDs unterstützt, kommt das Format vermutlich nicht mehr zurück. Derzeit hat der Hersteller unseres Wissens nach nur noch einen SACD-Player in seinem Sortiment.

Leistung

Es gibt nur zwei Gründe, einen derart teuren Blu-ray-Player zu kaufen: bessere Video- oder bessere Tonqualität. Unser derzeitiger Lieblings-Player, die Playstation 3 [15], bietet für deutlich weniger Geld ebenfalls eine ausgezeichnete Bildqualität. Allerdings ist sie, was die Musikwiedergabe angeht, kein ideales Gerät. Es fragt sich also, ob der BDP-S5000ES in beiden Disziplinen überzeugt.

Unser Testfilm „10.000 B.C.“ sieht auf dem BDP-S5000ES einfach überwältigend aus. Die Kantendarstellung ist scharf, die Farben sind überzeugend, und der Kontrast ist ausgezeichnet. Zudem kommt der Player gut mit schnellen Bewegungen zurecht. Eine Artefaktbildung stellen wir nicht fest. Auch beim Abspielen unserer „King Kong“-DVD kommt es nicht zu einer Streifenbildung. „Matrix“ auf DVD macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Der Player stellt die Farben der grünen Matrix-Welt fein abgestuft dar.

Auch in unserem synthetischen Bildtest schneidet der Sony gut ab. Lediglich beim Moskito-Rauschtest könnte er etwas besser sein. Diese Tendenz zeigt sich auch bei der Blu-ray von „Mission Impossible 3“. In einigen Szenen führt Super Bit Mapping lediglich zu mehr Bildrauschen anstatt zu erhöhten Details. Wir sind generell keine großen Freunde von HD-Bildverbesserungsfunktionen wie HD Reality Enhancer. Wie auch die 100-Hz-Features erzeugen solche Verfahren oft mehr Probleme als sie beheben. Dennoch, beim Sony beseitigt die Funktion alles in allem mehr Störungen als sie generiert.

Beim Klang von HD-Audio-Dekodern gibt es unserer Meinung nach hörbare Unterschiede. Je besser der Digital-Analog-Wandler (DAC [16]), desto höher ist die Qualität. Ein Dolby-TrueHD-Audio- enthält deutlich mehr Informationen als ein gewöhnlicher Dolby-Digital-Stream. Dementsprechend benötigt ein guter DAC für HD-Tonformate eine höhere Leistung. In unserem Test vergleichen wir den Dekoder des BDP-S5000ES mit dem des Sony-Receivers STR-DA5400ES [17] für rund 1400 Euro. Bei Spiderman 3 schlägt sich der Blu-ray-Player beim integrieren der hinteren Kanäle in das Klangfeld besser. Dafür bietet der Receiver einen kräftigeren und druckvolleren Sound. Die finale Explosion, die den grünen Kobold zu Fall bringt, hört sich so beispielsweise deutlich eindringlicher an. Jeder muss selbst entscheiden, was ihm besser gefällt. Wir mögen den subtilen Klang des Players lieber.

Als wir den STR-DA5400ES getestet haben, hat er uns durch seine Fähigkeiten als Hi-Fi-Stereoverstärker beeindruckt. Als wir dann feststellen, dass sich der Blu-ray-Player auf diesem Gebiet sogar noch besser schlägt, kippen wir fast aus den Schuhen. Für unseren Test legen wir „Red Right Hand“ von „Nick Cave“ ein. Die Bass-Spur treibt uns an, und die Stereo-Verteilung ist noch klarer als beim Receiver. Der Sound klingt atmosphärischer und symphonischer. Er passt perfekt zum Material.

Auch in unserem Geschwindigkeitstest muss sich der BDP-S5000ES beweisen. Besonders bei multimediaintensiven Blu-rays benötigen einige Player fast zwei Minuten bis zur Wiedergabe. Wir testen den Sony sowohl im schnellen als auch im normalen Modus. Allerdings stellen wir kaum einen Unterschied zwischen beiden Modi fest. Für die Disk von „8 Blickwinkel“ mit vielen Java-Anwendungen benötigt der Player im schnellen Modus 1 Minute und 13 Sekunden. Das ist recht ordentlich. Im normalen Modus sind es 1 Minute und 26 Sekunden. Damit schlägt der Sony den langsamen Pioneer BDP-LX71 [18] selbst im langsameren Modus noch um satte 30 Sekunden.

Bei unserem Test fällt uns auf, dass der Player Probleme mit Disks hat, die Fingerabdrücke aufweisen. Nach dem Abwischen der Blu-ray funktioniert das Abspielen wieder. Allerdings wird der BDP-S5000ES mit leicht zerkratzten Scheiben – etwa von der Videothek – große Schwierigkeiten haben.

Fazit

Alles in allem ist der Sony BDP-S5000ES ein wirklich gutes Gerät. Er sieht elegant aus, die Bedienung ist einfach und die Bildqualität lässt kaum Wünsche offen. Zwar unterstützt das Modell beispielsweise kein Netzwerkstreaming, dafür begeistert es durch andere Features. So blendet der Player das Bild etwa beim Drücken der Stop-Taste in das Home-Menü über, anstatt einfach ein Standbild oder einen schwarzen Screen zu zeigen. Zudem funktionieren Updates über den Ethernet-Anschluss, wodurch Sony die fehlenden Features noch nachrüsten kann.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41005066/sony-bdp-s5000es-beste-tonqualitaet-fuer-viel-geld/

URLs in this post:

[1] Blu-ray: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T3/

[2] Sony: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/c10181/

[3] BDP-S350: https://www.cnet.de/tests/dvd/39201319/fantastischer+blu_ray_player+fuer+einsteiger+sony+bdp_s350.htm

[4] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[5] Dolby TrueHD: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_TrueHD

[6] DTS-HD Master Audio: http://de.wikipedia.org/wiki/DTS-HD_Master_Audio

[7] DLNA: http://de.wikipedia.org/wiki/DLNA

[8] MNR: http://en.wikipedia.org/wiki/Video_scaler#Video_processor

[9] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[10] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component_Video

[11] Composite-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[12] S-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/S-video

[13] S/PDIF: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[14] SACD: http://de.wikipedia.org/wiki/Super_Audio_Compact_Disc

[15] Playstation 3: https://www.cnet.de/tests/tv/39198408/besser+denn+je+sony+playstation+3+_80+gbyte.htm

[16] DAC: http://de.wikipedia.org/wiki/Digital-Analog-Umsetzer

[17] STR-DA5400ES: http://www.cnet.com.au/sony-strda5400es-339291473.htm

[18] Pioneer BDP-LX71: https://www.cnet.de/tests/dvd/39201011/pioneer+bdp_lx71+blu_ray_player+fuer+800+euro.htm