LG 42LH5000: guter TV, schlechter 200-Hz-Modus

von Pascal Poschenrieder und Ty Pendlebury am , 16:45 Uhr

Pro
  • exzellente Tonqualität
  • großartiger Bildprozessor
  • schickes Design
  • Eco-Modus
Con
  • 200-Hz-Modus funktioniert schlecht
  • starke Verschlechterung des Bildes bei hohen Blickwinkeln
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der rund 850 Euro teure LG 42LH5000 ist ein guter Full-HD-Fernseher mit vielen Features und einem exzellentem Sound. Allerdings funktioniert sein 200-Hz-Modus mehr schlecht als recht. Hinzu kommt, dass das Bild bei der Betrachtung aus hohen Blickwinkeln schlecht aussieht.

Mit seinem 42LH5000 hat LG einen LCD-Fernseher mit Full-HD-Auflösung und 200-Hz-Bildverarbeitung auf den Markt gebracht. Mit dem rund 850 Euro teure Gerät bekommen Käufer zudem eine ordentliche Ausstattung inklusive vier HDMI-Ports und einem USB-Anschluss für die Multimediawiedergabe. Wir haben den HD-TV genau unter die Lupe genommen und getestet, ob er sein Geld wert ist.

LG [1] hat mit seinem 42LH5000 einen Fernseher auf den Markt gebracht, dessen Full-HD-Panel Filme mit einer hohen Wiederholrate von 200 Hz wiedergibt. Der rund 850 Euro teure 42LH5000 kombiniert Zwischenbildberechnung und eine mit hoher Frequenz schaltende Hintergrundbeleuchtung. Zusammen sollen beide für ein ruckelfreies und hochauflösendes Bild sorgen. Außerdem kommt der schicke Fernseher mit einer guten Ausstattung und einem erstklassigen Soundsystem. Allerdings zeigt der Vergleich mit 200-HZ-TVs von Sony [2] und Samsung [3] Schwächen des LG auf.

Design

Verglichen mit den extravaganten Gehäusen anderer LG-Fernseher [4] aus dem Jahr 2009 macht der 42LH5000 einen recht schlichten und bodenständigen Eindruck. Er kommt mit einer klavierlackschwarzen Außenhaut mit bläulicher Plastik-Zierleiste. Am unteren Gehäuserand sitzt die von anderen Modellen bekannte, kleine Ausbuchtung. Allerdings dient sie nicht mehr als Power-Taste. Stattdessen sitzt hinter ihr ein Wippschalter für die Stromversorgung. Wie fast alle Flachbildfernseher bereitet LG den 42LH5000 für die Wandmontage [5] vor. Hängt der HD-TV dann im Wohnzimmer, kommt es allerdings zu einem kleinen Problem: Der Hersteller verbaut die seitlichen Eingänge in einer tiefen Einbuchtung. Das macht das Anschließen von USB-Sticks oder HDMI [6]-Kabeln etwas schwierig.

Die Fernbedienung kommt im LG-typischen Design und liegt gut in der Hand. Ihr Gehäuse besitzt ein Kunstleder-Finish. Die Platzierung der Knöpfe ist logisch.

Ausstattung

Wohl als Antwort auf Sonys 200-Hz-Technologie [7] verbaut LG in seinen Flatscreen ein ähnliches Feature namens TruMotion. Es verbindet zwei unterschiedliche Technologien, die Bewegungen flüssiger und hochauflösender darstellen sollen: Die erste ist Frame-Interpolation. Dabei berechnet ein Prozessor Zwischenbilder, um Bewegungen zu glätten und Ruckeln zu verringern. Die zweite ist nennt sich Backlight Scanning. Dabei funktioniert die Röhrenhintergrundbeleuchtung wie ein Stroboskop. Sie flackert mit einer hohen Frequenz. Für das menschliche Auge erhöht sich so die Bewegungsschärfe.

Der 42LG5000 hat einige Energiesparfunktionen an Bord. Er verfügt über einen Helligkeitssensor, der das Umgebungslicht misst und die Bildhelligkeit dementsprechend anpasst. Hinzu kommt der mechanische Ausschalter am Gehäuse. Außerdem hat der Fernseher eine Einstellung an Bord, die es Zusehern erlaubt, das Bild abzuschalten und den Ton weiterlaufen zu lassen. Das dient nicht nur, um Einbrecher abzuschrecken, wenn niemand zu Hause ist. Zusätzlich spart die Funktion Energie, wenn Zuschauer den Raum verlassen und dennoch nicht auf den Ton verzichten möchten. Alles in allem sind das aber keine besonders innovativen Features [8]. Samsungs LED-TVs [9] sind beispielsweise deutlich effektiver [10].

Das Panel des 42LH5000 misst 42 Zoll und löst 1920 mal 1080 Pixel auf. Dank IPS-Technologie bietet es für ein LCD die bestmögliche Kombination aus Bildqualität, akkuraten Farben und maximalen Betrachtungswinkeln. Zudem bietet es laut Hersteller einen dynamischen Kontrast von 80.000:1. Für die digitale Einspeisung des HD-Bildsignals integriert LG vier HDMI-Ports. Auch ein USB-Anschluss für die Wiedergabe von Fotos, Filmen und Musik ist vorhanden.

Leistung

Wie die meisten Fernseher kommt die beste Bildqualität beim 42LH5000 erst nach dem Kalibrieren zum Vorschein. Dabei helfen zwei professionelle ISF [11]-Modi (Imaging Science Foundation: Standard zur Farbkalibrierung). Im Vergleich zu vielen anderen Geräten wie denen von Samsung [3] ist die Schärfe in den Grundeinstellungen nicht übermäßig hochgeregelt. Dadurch ist das Bild von Anfang an ordentlich – vorausgesetzt, Anwender schalten alle unnötigen Bildverarbeitungsfunktionen inklusive TruMotion ab.

100-Hz-LCD-Fernseher gibt es seit rund zwei Jahren. Heute sind die Hersteller bei Wiederholraten von 200 Hz angekommen. Allerdings funktioniert die Technologie immer noch bei keinem Hersteller perfekt – am wenigsten bei LG. Im Gegensatz zu Sonys Z5500-Serie [7] wirkt die Bildverarbeitung beim 42LH5000 äußerst rudimentär. Bei hoher Einstellung treten Lichthöfe [12] und Artefakte auf. Wer den Modus auf schwach stellt, sieht ein starkes Ruckeln und Flackern. Daraufhin haben wir alle Modi mit verschiedenem Filmmaterial durchprobiert. Allerdings hat auch das nichts geholfen. Daher sollten Anwender den 200-Hz-Modus komplett deaktivieren.

Dafür funktionieren die anderen Bildverarbeitungs-Features sehr gut. Der 42LG5000 schlägt sich bei unseren synthetischen Benchmarks ausgesprochen gut und besteht jeden Test der HQV [13]-Blu-ray. Auch bei der Blu-ray von Mission Impossible III machen sich die Funktionen bemerkbar. Der Fernseher stellt die Szene mit der Brücke ohne sichtbare Moire-Effekte beim Geländer dar. Zudem ist bei der Darstellung des etwas körnigen Ausgangsmaterials kein zusätzliches Rauschen auszumachen.

Der dynamische Kontrastwert des LG ist im Vergleich zu anderen Screens, wie dem des Samsung [14] UE40B7000 [15], relativ gering. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass diese Angaben ohnehin nicht sonderlich glaubwürdig sind. Um die echten Schwarzwerte zu ermitteln, lohnt sich der Weg zum nächstgelegenen Elektronikmarkt. Der 42LH5000 gibt düstere Filme wie die Blu-ray von Batman Begins trotz seines eher geringen dynamischen Kontrastes mit vielen Details in dunklen Bereichen wieder. Auch die King-Kong-DVD zeigt, dass der Kontrast und die Schwarzwerte des Fernsehers gut sind. Farbverfälschungen wie Schwarze Bereiche mit Grünstich treten ebenfalls nicht auf.

Durch sein IPS-Panel sollte der LG eigentlich hohe maximale Blickwinkel bieten, die an die eines Plasma-TVs wie des Panasonic TX-32LXD80 [16] heranreichen. In der Praxis ist das aber nicht der Fall: Bei größeren Winkeln behält das Bild zwar seinen Kontrast, die Schwarzwerte gehen aber verloren. Dafür tritt nur eine sehr geringe Wolkenbildung durch durchscheinende Hintergrundbeleuchtung auf.

LG hat viel Geld investiert, um die Tonqualität seiner Fernseher zu optimieren. Das Wichtigste bei einem TV-Gerät ist die saubere Wiedergabe von menschlichen Stimmen. Hier schlägt sich der 42LH5000 sehr gut. Dialoge sind klar und deutlich zu verstehen. Auch bei Effekten wie denen von Mission Impossible III punktet der LG. Natürlich ist er mit seinen unsichtbar verbauten Lautsprechern nicht in der Lage, mit einem Heinmkinosystem mitzuhalten. Dennoch ist der Klang gut und es kommt nur sehr selten zu einem leichten Übersteuern der Bässe. Auch bei der Musikwiedergabe von USB-Speichermedien klingt der Fernseher gut.

Fazit

Mit dem LG 42LH5000 bekommen Käufer schon für rund 850 Euro einen ordentlichen HD-Fernseher. Das Gerät überzeugt besonders durch seinen guten Klang und sein auch ohne Kalibrierung brauchbares Bild. Allerdings sollten Anwender die Finger vom 200-Hz-Modus lassen. Anstatt das Bild zu verbessern und für flüssigere Bewegungen zu sorgen, verschandelt er Filme mit hässlichen Artefakten. Außerdem feiern Besitzer des Fernsehers besser keine großen Filmparties. Andernfalls sehen diejenigen, die weiter außen auf dem Sofa sitzen, dank der geringen Blickwinkel nur die Hälfte.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41005757/lg-42lh5000-guter-tv-schlechter-200-hz-modus/

URLs in this post:

[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Sony: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10181/

[3] Samsung: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10240/

[4] LG-Fernseher: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10206/

[5] Wandmontage: https://www.cnet.de/praxis/insider/41003120/flachbild_tv+elegant+montieren+so+haengt+der+hd_fernseher+gerade.htm

[6] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[7] Sonys 200-Hz-Technologie: https://www.cnet.de/tests/tv/41005559/sony+bravia+kdl_46z5500+200_hz_lcd+mit+netzwerk.htm

[8] keine besonders innovativen Features: http://de.lge.com/products/model/detail/lcdtv_42lh5000.jhtml#

[9] Samsungs LED-TVs: https://www.cnet.de/tests/tv/41005237/samsung+ue46b8090+gutes+bild_+tolle+ausstattung.htm

[10] deutlich effektiver: http://av.samsung.de/produkte/detail4_specs.aspx?guid=b6c1306c-f57d-4ce7-a944-56cc7346ed2e

[11] ISF: http://www.imagingscience.com/

[12] Lichthöfe: http://de.wikipedia.org/wiki/Lichthof_(Fotografie)

[13] HQV: http://www.hqv.com/

[14] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[15] UE40B7000: https://www.cnet.de/tests/tv/41002092/samsung+40b7000+drei+zentimeter+dicker+led_hdtv.htm

[16] Panasonic TX-32LXD80: https://www.cnet.de/tests/tv/39196864/testbericht/hd_ready_fernseher+panasonic+viera+tx_32lxd80.htm