Darüber hinaus ist der Kurzstreckenfunk Bluetooth an Bord, der auch die kabellose Übertragung von Audio in Stereo unterstützt (A2DP). Es gibt GPS samt zugehörigem digitalen Kompass, den das iPhone erst seit seiner jüngsten Renovierung im Modell 3G S zu bieten hat, sowie einen Beschleunigungssensor. Ein Näherungssensor hingegen fehlt. Leider, denn wer das iPhone gewöhnt ist, will ihn nicht mehr missen. Er schaltet beim Telefonieren das Display ab, sobald man das Handy ans Ohr hält. Wer während des Gesprächs einen kurzen Blick auf das Display werfen möchte, etwa, um den Ladezustand des Akkus zu prüfen, die Uhrzeit abzulesen oder eine Telefonnummer einzutippen, bekommt beim iPhone sofort „Licht“: Das Display schaltet sich automatisch ein. Beim Hero hingegen bleibt die Anzeige an, wenn man das Gerät ans Ohr hält. Sie schaltet sich nach einer vorgegebenen Zeit ab und wer dann einen Blick drauf werfen möchte, muss sie mit einem Druck auf die Menü-Taste wieder aktivieren. Sicherlich, das ist kein gigantischer Haken, der dem Hero die Wertung verdirbt. Doch komfortabler wäre ein Sensor.

Unter der Haube gibt es wenig Neues. Zum Einsatz kommen die beispielsweise vom HTC Touch Diamond 2 bekannten Komponenten wie ein 528 MHz schneller Qualcomm-Prozessor, 512 MByte ROM und 288 MByte RAM. Das mag im Vergleich zur 1 GHz schnellen CPU des TG01 von Toshiba wenig klingen, doch das deutlich effizientere Android-Betriebssystem des Heros gleicht die fehlende Leistung wieder aus: Selbst der von uns angetestete Prototyp reagiert flott, Bewegungen und Animationen wirken flüssig, und Wartezeiten kommen nicht vor. Beim Serienmodell hat der Hersteller die Bedienung noch einmal etwas beschleunigt. Das fällt gerade beim Scrollen durch Listen oder die verschiedenen Seiten der Sense-Oberfläche auf – das wirkt hier so flüssig und lebendig wie beim iPhone. Sollte dem Nutzer übrigens der Speicher für Applikationen, Fotos oder Musik ausgehen, kann er das HTC-Smartphone mit MicroSD-Karten um bis zu 16 GByte aufrüsten.

Auf der Rückseite findet sich die Linse der 5-Megapixel-Kamera. Damit schließt HTC nun auf das Auflösungsniveau des Samsung Galaxy auf, verbaut im Gegensatz zur koreanischen Konkurrenz allerdings keine Foto-LEDs. Einen Xenon-Blitz gibt es ebensowenig wie einen Spiegel für Selbstporträts. Im Hellen aufgenommene Bilder wirken ordentlich, aber nicht unbedingt besser als Fotos des Magic mit geringerer Auflösung. Dafür scheint sich der Autofokus beim Hero deutlich mehr anstrengen zu müssen: Beim Druck auf den Trackball, der in der Kamera-Applikation als Auslöser fungiert, hört man die Mechanik laut und deutlich werkeln. Und zwar ziemlich lang – es gibt eine Auslöseverzögerung von etwa zwei Sekunden in heller Umgebung, im Dunkeln knipst das Hero noch langsamer. Dadurch ist die Kamera für spontane Schnappschüsse fast unbrauchbar, denn alles, was schnell geht, ist beim Auslösen schon vorbei. Oder verwackelt – schade.

Tap to Focus wie beim iPhone gibt es übrigens nicht. Die Funktion stellt die Kamera auf einen beliebigen Bildausschnitt scharf, die Auswahl des Bereichs erfolgt per Fingertipp auf das Display. Das ist allerdings eine Softwaresache. Früher oder später findet sich im Android Market sicherlich eine alternative Kamerasoftware, die diese Funktion ermöglicht.

Was die Hardware-Ausstattung nicht kann, schafft die Software: Hier gibt es echte Alleinstellungsmerkmale. Auf den ersten Blick fällt die neue, Sense genannte Oberfläche auf. Sie ist eine Mischung aus der bekannten, dreiseitigen Android-Oberfläche und TouchFLO – dem User-Interface, das auf HTC-Smartphones mit Windows Mobile läuft. Es stehen sieben frei konfigurierbare Seiten zur Verfügung, auf denen der Nutzer Verknüpfungen zu Programmen oder Widgets ablegen kann. Neben den von Android bekannten Mini-Applets liefert HTC auch eigene mit – etwa eine Uhr mit integrierter Wettervorhersage, wie wir sie von TouchFLO kennen. Es gibt darüber hinaus Widgets für Twitter und Facebook, digitale Bilderrahmen oder welche, die den direkten Zugriff auf die wichtigsten Kontakte ermöglichen. Die Mini-Anwendungen sehen allesamt hübsch aus und sind in diversen Varianten vorhanden. So gibt es analoge und digitale Uhren, große und kleine Wettervorhersagen, Verknüpfungen zu Internetseiten mit grafischer Vorschau und so weiter. Der individuellen Anpassbarkeit sind kaum Grenzen gesetzt, zumal der Market weitere Widgets zum Download bereit hält.

Apropos Kontakte: Auch hier fällt die Verwandschaft zur jüngsten Windows-Mobile-Oberfläche von HTC auf. Wer auf das Bild oder den Namen eines Freundes, Bekannten oder Verwandten klickt, bekommt auf einen Blick die komplette Konversation zu sehen. Um beispielsweise per SMS eine E-Mail zu beantworten, muss der Nutzer nicht zunächst die E-Mail-Applikation beenden und im Hauptmenü das SMS-Programm starten. Stattdessen schiebt er einfach im unteren Bereich der Anzeige einen Slider in das entsprechende Feld. So klappt der Zugriff auf Kurznachrichten, MMS und E-Mails, aber auch auf freigegebene Fotos bei Flickr oder Facebook, neue Feeds bei Twitter und selbstverständlich Telefonnummern.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Im Test: Android-Smartphone HTC Hero (T-Mobile G2 Touch) mit Sense-Oberfläche

  • Am 29. Juni 2009 um 11:24 von Günter Frickel

    Gut? Mag sein, aber…
    …solange die Android-Smartphones allesamt so hässlich sind, kommen die mir nicht in die Tüte. Das Samsung hat zu viele Knöpfe und die HTC-Geräte sind unten abgeknickt. Was soll denn das – das ist doch nicht schön?!

  • Am 19. Juli 2009 um 23:41 von gnarf

    Sooo schlecht sieht er doch nicht aus
    Hallo,

    okay, das Design wirkt nicht ganz vollendet. Aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht, und wenn der Hero technisch überzeugt, nehme ich das gern in Kauf. Und er überzeugt. Besser als das iPhone würde ich sagen, gut, hier und da vielleicht noch nicht auf der Höhe. Aber beim iPhone fehlen ja allein schon die Widgets. Beim Homescreen hat HTC die Zeichen der Zeit erkannt.

    Zumal es ja von Haus aus Twitter, Facebook, Flickr und so weiter gibt. Man richtet es mit ein beim ersten Einschalten, wie Google und Xchange, und kann es auf Anhieb nutzen. Das ist cool!

  • Am 21. Juli 2009 um 16:11 von life_is_pleach

    Gutes Design
    also ich finde das Design besser als das des iPhone und Co. Endlich mal etwas anderes als dieses MID Design. Gerade der Knick macht das optisch sehr gelungene Design meiner Meinung nach aus.

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