In den Optionen-Dialog packt der Hersteller die restlichen Parameter, beispielsweise Messmethode, Belichtungsabgleich, Szenenmodi und Blitz. Klingt logisch? Gegenbeispiel: Wo verstecken sich Lächel- und Gesichtserkennung? Wir hätten auf Optionen getippt und liegen falsch. Das gilt auch für viele andere der Myriaden an Einstellungen, die der Camcorder bietet. Eine volle Übersicht über den Menüaufbau bietet die Anleitung.

Leistung

Die Abbildungsqualität der Linse und die Leistung des Sensors suchen bei Prosumer-Camcordern nach ihresgleichen. Die G-Series-Optik basiert auf Sonys DSLR-Objektiven und liefert noch bessere Ergebnisse als die beschichteten Zeiss-T*-Linsen der Vorgängermodelle. Die Videos sehen gestochen scharf aus und weisen keinerlei Farbsäume auf. Außerdem liegt die Naheinstellgrenze der Optik erstaunlich niedrig – damit sind auch Makroaufnahmen kein Problem.

Der Autofokus- und der Belichtungssensor arbeiten recht zügig. Allerdings hat die XR500 gelegentlich Probleme, beim Scharfstellen Vorder- und Hintergrund auseinanderzuhalten und springt mit dem Fokus hin und her. Hier schaffen die verschiedenen Messmethoden Abhilfe.

Wie gewohnt leistet der SteadyShot-Bildstabilisator ganze Arbeit. Der neu hinzugekommene Active-Modus kompensiert niederfrequentere Bewegungen als koffeininduziertes Händezittern, also beispielsweise durchs Laufen verursachte Schwankungen. Der Zuschauer bewegt sich auf den aufgezeichneten Szenen zwar immer noch nicht wie auf Schienen durch die Landschaft, aber das Feature macht einen großen Unterschied. Die Funktion lässt sich abschalten, da sie laut Sony an den Bildecken für eine abnehmende Qualität sorgen kann. Im Test stellen wir keine Verschlechterung fest.

Die Farben wirken kräftig, gesättigt und präzise. Außerdem bietet der Camcorder einen guten Dynamikbereich. Er erhält mehr Details in hellen und dunklen Bereichen als die Konkurrenz. Aufgrund der maximalen Datenrate von 16 MBit pro Sekunde gehen allerdings bei extrem detailreichen Szenen, etwa einem Springbrunnen, etliche Feinheiten verloren. Bei sehr schnell bewegten Objekten, beispielsweise einer Fahne in starkem Wind, tritt ein leichtes Flimmern auf.

Auch wenn das Prinzip der Exmor-Sensoren nicht neu ist, so halten wir mit der XR500 doch erstmals ein Serienmodell in den Händen, in dem diese Technologie zum Einsatz kommt. Laut Sony soll die neue Aufbauform des Chips die Lichtempfindlichkeit drastisch verbessern. Und tatsächlich, verglichen mit seinen Konkurrenten liefert der Sony-Camcorder bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich bessere Ergebnisse. Im Halbdunkel produziert die Videokamera noch erstaunlich scharfe Clips mit satten Farben und wenig Bildrauschen.


Beim Exmor-Sensor von Sony (rechts) liegt die Elektronik zum Auslesen der Daten unter- und nicht oberhalb der lichtempfindlichen Elemente.

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