Günstiger Full-HD-Heimkinoprojektor: Sanyo PLV-Z700

von Daniel Schraeder am , 12:15 Uhr

Pro
  • günstig
  • optischer horizontaler und vertikaler Lensshift
  • leise
Con
  • Schwarz wirkt etwas gräulich
  • schwacher Kontrast
Hersteller: Sanyo Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sanyo PLV-Z700 gehört zu den günstigsten Full-HD-Heimkinoprojektoren, die zu haben sind. Dennoch hat der Hersteller nicht an der Ausstattung gespart: Der optischer Lens-Shift oder die motorisierte Linsenabdeckung sind Merkmale, die ansonsten nur deutlich teurere Geräte bieten. Noch dazu ist der Beamer leise und das Bild ordentlich, lediglich Schwarzwerte und Kontrast könnten besser sein.

Wer auf der Suche nach einem günstigen Full-HD-Projektor ist, kommt am PLV-Z700 von Sanyo nicht vorbei. Bereits auf den ersten Blick überzeugt das lange Datenblatt: Es listet Massen an Eingängen und Schlagworte wie Iris, optischer Lensshift oder automatischer Objektivschutz. Wir haben getestet, ob der LCD-Beamer auch in der Praxis hält, was er verspricht.

Vor etwa sechs Wochen haben wir elf Full-HD-Projektoren unter 2000 Euro verglichen [1]. Der zweitgünstigste überhaupt ist der PLV-Z700 von Samsung [2] – und gleichzeitig das günstigste LCD-Modell. Damit eignet er sich besonders für Blu-ray-Fans, die empfindlich auf den Regenbogeneffekt von DLP-Modellen reagieren und sich über die hohe Farbechtheit freuen. Der Preis dafür: vergleichsweise schwache Kontrast- und Schwarzwerte.

Design

Der PLV-Z700 kommt im klassischen Look eines Beamers. Damit sieht das Gerät im Vergleich zu den Designexperimenten von Infocus oder Optoma fast ein bisschen bieder aus. Doch der Projektor steht ja im Gegensatz zum Flachbildfernseher nicht auf dem Präsentierteller im Wohnzimmer, sondern dezent auf einer Wand- oder Deckenhalterung hinter den Besuchern – und außerdem erinnert das Design der Mitbewerber den einen oder anderen an Küchengeräte.

Das Gehäuse des Sanyo misst 40 mal 35 cm und baut gut 15 cm in die Höhe. Die Kanten sind abgerundet, und auf der Vorderseite sorgt eine dunkelgraue Fläche für Kontrast. Auf der linken Seite glitzert der Sanyo-Schriftzug, rechts verbirgt sich die Linse hinter einer Klappe. Ganz rechts befindet sich der Infrarotsensor für die Fernbedienung – bei unserem Testgerät ist er allerdings in grau gehalten und nicht in schwarz, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Ausstattung

Die Rückseite ist gespickt mit Eingängen. Full-HD-Videosignale nimmt das Gerät analog über zwei Component-Anschlussreihen oder digital über zwei HDMI-Ports entgegen. SD-Quellen wie Nintendo Wii ein TV-Receiver verbinden sich über den Composite- oder S-Video-Eingang. Wer noch einen DVD-Player zusätzlich anschließen möchte, benötigt einen Videoumschalter. Zum Anschluss eines PCs steht ein D-Sub-Eingang zur Verfügung, ein DVI-zu-HDMI-Adapter ist im Zubehörhandel erhältlich.

Auf der rechten Geräteseite gibt es eine Einbuchtung mit zwei Drehrädern. Sie steuern den optischen Lensshift – und geben dem Käufer damit die Möglichkeit, das Bild horizontal und vertikal ohne Qualitätsverlust zu verschieben, bis es perfekt auf die Leinwand passt. Wer das Gerät einfach verschiebt, erhält Verzerrungen, die er per Menü ausgleichen kann, dabei aber die Pixelzahl reduziert. Vertikal lässt sich das Bild optisch um 100 Prozent verschieben, horizontal um 50 Prozent.

Beim PLV-Z700 geht die Show schon los, bevor das Bild zu sehen ist: Kurz nach dem Einschalten fährt der Linsenschutz durch einen Motor angetrieben zur Seite. Leider macht sich das Gerät akustisch nicht bemerkbar, wenn es den Einschaltimpuls von der Fernbedienung empfangen hat. Denn vom Sofa aus sind die Kontrollleuchten in der Regel nicht zu sehen. Die Folge: Man drückt öfter auf den Einschalter, als eigentlich notwendig wäre.

Die Linse hat einen zweifachen optischen Zoom und ermöglicht einen Projektionsabstand von 1,2 bis 18,4 Metern. Aber bereits bei deutlich geringeren Abständen sollte der Raum gut abgedunkelt sein. Die 1200 ANSI-Lumen des PLV-Z700 sind eben für den Einsatz im Heimkino gedacht – bei starkem Umgebungslicht oder gar direkter Sonneneinstrahlung ist nicht mehr viel zu erkennen.

Die 165 Watt starke Lampe im Inneren soll 2000 Stunden durchhalten, im Eco-Modus gibt der Hersteller 3000 Stunden an. Ersatz kostet knapp 300 Euro.

Leistung

Das Bild erinnert ganz und gar nicht an einen Billigheimer. Die Farben stimmen wirken natürlich, Bewegungsunschärfe ist kaum wahrnehmbar. Wer mit der Abstimmung nicht zufrieden ist, hat im Menü die Möglichkeit, Farbtemperaturen, Kontrast und Helligkeit an seine Vorstellungen anzupassen.

Gerade bei dunklen Bildszenen fällt auf, dass das Schwarz ruhig schwärzer sein könnte. Das ist typisch für die Bilderzeugungstechnik mit drei LC-Panels. DLP-Projektoren können das besser. Der Hersteller gibt einen Kontrast von 10.000:1 an – das wirkt etwas übertrieben.

Doch dafür wirft der Full-HD-Beamer ein gestochen scharfes Bild an die Wand, auf dem selbst feine Details noch gut zu erkennen sind. Die bei der LCD-Technik typischen Raster zwischen den Pixeln sind auch hier zu sehen, fallen aber aus einer Entfernung von zwei bis drei Metern nicht mehr auf.

Angenehm überraschend ist die Lautstärke: Im Eco-Modus ist der PLV-Z700 kaum zu vernehmen. Selbst mit Standard-Leuchtstärke ist er noch angenehm leise und weit davon entfernt, zu stören. Der Hersteller gibt 21 dB im Eco-Modus an, bei Standard-Betrieb sollen es 28 dB sein.

Fazit

Wenn es ein günstiger Full-HD-Projektor sein soll, ist der PLV-Z700 ein guter Tipp – vor allem für LCD-Fans, die auf die schönen Farben stehen und keinen Regenbogen-Effekt wollen. Der Preis dafür ist ein nicht besonders ausgeprägtes Schwarz.

Auch in den übrigen Punkten überzeugt der Sanyo. Er ist leise, gut ausgestattet und hat eine logische Menüführung.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41500552/guenstiger-full-hd-heimkinoprojektor-sanyo-plv-z700/

URLs in this post:

[1] elf Full-HD-Projektoren unter 2000 Euro verglichen: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41005014/elf+full_hd_beamer+unter+2000+euro+grosses+heimkino+zum+kleinen+preis.htm

[2] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/