Sony Alpha DSLR-A330: günstige Spiegelreflex mit Live-View

von Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 16:02 Uhr

Pro
  • schneller Autofokus im Live-View-Modus
  • schwenkbares Display
  • zwei Kartenslots
  • einsteigerfreundlich
Con
  • kleiner Handgriff
  • mittelmäßiger Sucher
  • suboptimale Werkseinstellungen
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Bei der Sony Alpha DSLR-A330 handelt es sich um eine solide Einsteigerkamera, die sicherlich den einen oder anderen potentiellen Käufer überzeugen wird. Allerdings bieten Canon und Nikon attraktive Konkurrenten an, die lediglich 100 Euro mehr kosten. Wenn es unbedingt eine Sony sein soll, dann stellt die A230 eine Alternative dar. Wer auf Live-View verzichten kann, bekommt hier ein besseres Preisleistungsverhältnis.

Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin, der Sony Alpha DSLR-A300, bringt die A330 keine revolutionären Neuerungen mit. Der japanische Hersteller hat lediglich das Gehäuse und die Elektronik etwas überarbeitet. Wie ihre ältere Schwester stellt die A330 eine ordentliche Einsteigerspiegelreflex dar, die eine solide, aber nicht außergewöhnliche Bildqualität liefert. Alle Details verrät unser Test.

Die Sony [1] Alpha DSLR-A330 ist mit ihrer 40 Euro günstigeren Schwester nahezu identisch. Lediglich in punto Sucher und Display unterscheiden sich die beiden Spiegelreflexkameras. Die optische Sehhilfe der A230 [2] besitzt eine deutlich höhere Vergrößerung und ist heller. Dafür bringt die A330 ein schwenkbares 2,7-Zoll-Display mit und bietet Live-View.

Sony bietet die A330 in zwei verschiedenen Kits an: einmal mit der 18-55mm-Linse und einmal im Doppelzoom-Paket, das zusätzlich die 55-200mm-Optik enthält. Wie auf alle Sony-DSLRs sollten auf die A330 sämtliche Minolta-A-Objektive passen.

Design

Die meisten Veränderungen am Design sind positiv. Die Kamera ist leichter und wirkt trotzdem solide. Allerdings liegt der neue Griff nicht so sicher in der Hand wie zuvor. Er ist nur etwa drei Viertel so hoch wie das Gehäuse. Immerhin: Die Gummibeschichtung ist sehr griffig.


Anfängerfreundlich: Die A330 verwirrt Einsteiger nicht mit hunderten von Bedienelementen.

Auf dem Modusrädchen links neben dem Sucher befinden sich die üblichen PASM-Modi und eine Handvoll Szenenprogramme. Auf der gegenüberliegenden Seite platziert Sony einen Schalterzum Wechseln zwischen Live-View- und Normalbetrieb. Hier liegt auch eine Taste für den Smart Telekonverter, der allerdings nichts anderes macht, als wahlweise 1,4- oder 2,0-fach digital zu zoomen. Dahinter befindet sich eine Taste für den Belichtungsausgleich. Sie ist allerdings schwer zu erfühlen und lässt sich weder mit dem Daumen noch mit dem Zeigefinger bequem erreichen.

Ausstattung

Sony verbaut in der A330 sowohl einen SD- als auch einen Memory-Stick-Pro-Duo-Slot. Unter der schützenden Klappe befindet sich ein Schieber, der zwischen den Speichermedien wechselt. Das verdient Lob, denn so zwingt der Hersteller seine Kunden nicht, auf die proprietären Memory-Stick-Karten zurückzugreifen. Die beiden Einschübe sitzen zusammen mit einer USB- und einer Mini-HDMI-Buchse auf der linken Seite der Kamera. Das ist zwar ungewöhnlich, stört aber in der Praxis nicht. Vermutlich war in dem unterdimensionierten Handgriff einfach kein Platz mehr.

Tabelle anzeigen: Einsteiger-DSLRs im Vergleich [3]

Sony Alpha DSLR-A330, Canon EOS 1000D, Pentax K-m im Vergleich [3]

Hersteller Sony Canon Pentax
Modell Alpha DSLR-A330 EOS 1000D [4] K-m [5]
Preis (Gehäuse) 510 Euro 340 Euro n. v.
Preis (18-55mm-Kit) 525 Euro 400 Euro 390 Euro
Sensor CCD; 23,5 x 15,7 mm CMOS; 22,2 x 14,8 mm CCD; 23,5 x 15,7 mm
Auflösung 10,2 Megapixel 10,1 Megapixel 10,2 Megapixel
Formatfaktor 1,5 1,6 1,5
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 1600 ISO 100 – 3200
Display 2,7 Zoll, schwenkbar 2,5 Zoll, fest 2,7 Zoll, fest
Live-View ja ja nein
Sucherbildfeld 95 Prozent 95 Prozent 96 Prozent
Vergrößerung 0,74-fach 0,81-fach 0,85-fach
Abmessungen 12,8 x 9,7 x 7,1 cm 12,6 x 9,8 x 6,2 cm 12,3 x 9,2 x 6,8 cm
Gewicht 490 g 450 g 525 g

Das Layout der Rückseite ist typisch für moderne Spiegelreflexkameras und stellt DSLR- oder Bridgekameraerfahrene vor keine großen Rätsel. Direkt unterhalb des Daumens befindet sich ein Vier-Wege-Pad mit einer AF-Taste in der Mitte. Der Knopf holt Blitz-, ISO-, Display- und Serienbildoptionen auf den Schirm. Außergewöhnlich: Der Reihenaufnahme-Dialog hat eine Selbstauslöserfunktion parat, die drei oder fünf Bilder in zehn Sekunden aufnimmt. Außerdem gibt es hier eine – leider etwas eingeschränkte – Belichtungsreihenoption. Es sind lediglich drei Aufnahmen in wahlweise 1/3- oder 2/3-Stufen Abstand möglich.

Oberhalb des Navigationspads befindet sich eine mit Fn bezeichnete Funktionstaste. Sie gewährt den Zugriff auf nahezu alle häufig benötigten Aufnahmeoptionen, darunter Autofokusmodus, Autofokusbereich, Messmodus, D-Range-Optimierung, Weißabgleich und Kreativmodus. Hilfreich für Anfänger: Zu den verschiedenen Punkten hält die Kamera kurze Erklärungen bereit.

Um tiefgreifende Einstellungen anzupassen, führt kein Weg am Menü vorbei. Hier bringt Sony beispielsweise Blitzbelichtungskorrektur, Bildqualität und Bildstabilisator unter. Die Dialoge sind klar und verständlich aufgebaut. Eine komplette Liste aller Funktionen bietet die Gebrauchsanweisung.


Die Dialoge auf dem Display sind weitgehend selbsterklärend.

Wie viele andere günstige DSLRs leidet auch die Sony Alpha DSLR-A330 an einem mittelprächtigen Sucher. Er ist sehr klein, und die Fokuspunkte lassen sich – insbesondere beim Fotografieren von dunklen Motiven – nur schwer erkennen. Praktisch: Eine SteadyShot-Anzeige informiert den Fotografen darüber, wie sehr er gerade wackelt.

Leistung

Bei der Geschwindigkeit macht die A330 eine gute Figur. Um aus dem Tiefschlaf zu erwachen und das erste Bild einzufangen, braucht sie lediglich 0,4 Sekunden. Bei guten Lichtverhältnissen beträgt die Auslöseverzögerung 0,3 Sekunden. Im Halbdunkel verschlechtert sich der Wert auf 0,6 Sekunden. Zwischen zwei RAW-Aufnahmen vergehen 0,7 Sekunden. Im JPEG-Modus gönnt sich die DSLR eine Verschnaufpause von lediglich 0,5 Sekunden.

Leider ist der Blitz sehr langsam. Um sich zu erholen, braucht er ganze 1,5 Sekunden. Damit lässt er sich fast doppelt so lang Zeit wie die Leuchten von Nikon D60 und Canon EOS 1000D [4]. Selbst die günstige Pentax K-m [5] ist hier noch schneller.

Im Serienbildmodus schafft die A330 2,4 Fotos in der Sekunde. Hier fällt sie nur unmerklich hinter den Canon [6]– und Nikonmodellen [7] zurück. Allerdings reagiert die Kamera grundsätzlich ein wenig zu träge, als dass sie sich für Actionfotos eignen würde.

Das Autofokussystem ist erstaunlich schnell für diese Klasse. Insbesondere im Live-View-Modus kann die Sony-DSLR punkten. Allerdings zeigt das Display hier nur rund 90 Prozent des Motivs an. Damit ist auf dem Bildschirm noch weniger zu sehen als auf dem Sucher, der immerhin ein 95-prozentiges Bildfeld bietet. Wie beim Vorgängermodell A300 haben wir bei direkter Sonneneinstrahlung Probleme, auf der Anzeige etwas zu erkennen.

Der Bildstabilisator arbeitet zufriedenstellend. Wir testen den Verwacklungsschutz bei einer Brennweite von 200 Millimetern. Er ermöglicht hier etwa 2 1/3 Belichtungsstufen längere Verschlusszeiten.

In puncto Bildqualität sorgt die A330 bei uns für gemischte Gefühle. Ab Werk kommt die Kamera – insbesondere im Kreativmodus – mit etwas überdrehten Farbeinstellungen. Wie Pentax bei der K-m versucht Sony die Bilder „consumerfreundlicher“ zu gestalten, sprich mit knalligen Farben. Allerdings hat das zum Ergebnis, dass Außenaufnahmen zu kalt und Innenaufnahmen zu warm wirken. Als Erstes dachten wir, der Weißabgleich wäre abgeschaltet. Denn ein Blick in die Einstellungen von Kontrast, Sättigung und Schärfe zeigt, dass alle Parameter auf „0“ stehen.

Mit den richtigen Einstellungen oder im RAW-Modus schießt die DSLR wirklich ausgezeichnete Fotos. Blöd, dass sich die Zielgruppe der Einsteiger-DSLRs vermutlich vornehmlich auf JPEG-Aufnahmen konzentrieren wird. Immerhin gibt es Möglichkeit, hier noch per Firmware-Update nachzubessern – das liegt jedoch einzig und allein in den Händen von Sony.

Ansonsten liefert die A330 für ihre Klasse durchaus brauchbare Ergebnisse. In puncto Rauschen, Ausleuchtung und Schärfe steht die Spiegelreflexkamera ihren Konkurrenten in nichts nach. Der Dynamik-Optimierer liefert ein paar mehr Details in sehr dunklen und hellen Bildbereichen. Es ist keine schlechte Entscheidung, ihn zu aktivieren.

Von den Kit-Objektiven sind wir allerdings enttäuscht. Sie erreichen einfach nicht die Schärfe der Canon- und Nikon-Linsen. Das Rauschprofil der A330 sieht generell recht gut aus. Ab ISO 400 geht Schärfe verloren, ab ISO 800 gesellt sich Farbrauschen dazu. ISO 1600 und ISO 3200 eignen sich nur noch für Schnappschüsse, die niemals zu Papier gebracht werden sollen.

Fazit

Angesichts der Tatsache, dass die A230 [2] einen besseren optischen Sucher hat, ist das günstigere Modell die sinnvollere Wahl – jedenfalls, solange man nicht unbedingt Live View wünscht. Für gut 100 Euro mehr gibt es allerdings deutlich hochwertigere Spiegelreflexkameras. Die Canon EOS 500D [9] und die Nikon D5000 [10] bieten beispielsweise eine höhere Auflösung, weniger Bildrauschen und kürzere Reaktionszeiten.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (RAW)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   

Pentax K-m [5]

0.7 
0.5 
0.5 
0.2 

Sony Alpha DSLR-A330

0.4 
0.7 
0.6 
0.3 

Nikon D60 [11]

0.4 
0.5 
0.7 
0.4 

Canon EOS 1000D [4]

0.2 
0.7 
0.8 
0.4 

Serienbildgeschwindigkeit (in Aufnahmen pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Pentax K-m [5]

3.3 

Canon EOS 1000D [4]

2.9 

Nikon D60 [11]

2.8 

Sony Alpha DSLR-A330

2.4 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41500632/sony-alpha-dslr-a330-guenstige-spiegelreflex-mit-live-view/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] A230: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500505/testbericht/sony+alpha+dslr_a230+flinke_+einfache+spiegelreflexkamera.htm

[3] Tabelle anzeigen: Einsteiger-DSLRs im Vergleich: #

[4] EOS 1000D: https://www.cnet.de/tests/digicam/39196858/testbericht/mittelpraechtiges+dslr_einsteigermodell+canon+eos+1000d.htm

[5] K-m: https://www.cnet.de/tests/digicam/39201874/testbericht/aeusserst+erfreuliche+einsteiger_dslr+pentax+k_m.htm

[6] Canon: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41000701/digitale+spiegelreflexkameras+von+canon+im+vergleich+325+bis+6300+euro.htm

[7] Nikonmodellen: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41000417/page/3/digitale+spiegelreflexkameras+von+nikon+im+vergleich+250+bis+7000+euro.htm

[8] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Alpha DSLR-A230 und DSLR-A330: https://www.cnet.de/41500500/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-alpha-dslr-a230-und-dslr-a330/?pid=1#sid=41500632

[9] Canon EOS 500D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003589/testbericht/dslr+fuer+full_hd_videos+canon+eos+500d+im+test.htm

[10] Nikon D5000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003894/bilder/nikon+d5000+hd_video_dslr+mit+schwenk_display+im+test.htm

[11] Nikon D60: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/41000426/fotoqualitaet+der+nikon_dslrs+d40_+d60+und+d40x+im+vergleich.htm