Schwächen

Für die Hosentasche taugt das MiND nicht. Es ist immerhin 16 mal 9 mal 2 Zentimeter groß und 344 Gramm schwer. Trotz der sperrigen Abmessungen hat anscheinend keine ausreichende Kühlung mehr Platz gefunden. Bereits nach 20 Minuten Fahrt erwärmt sich das Gerät so sehr, dass eine erneute Adresseingabe für angesengte Fingerspitzen sorgt. Beim Surfen über WLAN verhält es sich nicht anders.

Will der Nutzer drahtlos ins Internet, braucht er einen WLAN-Hotspot in der Nähe – manchmal eine schwierige Sache. Es ist natürlich möglich, sich per Mobiltelefon ins Netz einzuwählen. Das Surfen setzt einen Datentarif voraus, sonst wird es schnell sehr teuer. Praktischer wäre ein integriertes UMTS-Modul und ein SIM-Kartensteckplatz, wie man es von diversen Netbooks kennt. Clarion plant einen 3G-Dongle-Support, der voraussichtlich ab Ende September als Download zur Verfügung steht. Kauft der Nutzer einen kompatiblen USB-Dongle und steckt ihn in den entsprechenden Port, surft er via UMTS beziehungsweise HSDPA. Da nicht alle Dongles unterstützt werden, sollte man vor dem Kauf auf der Webseite von Clarion nachsehen, welche Ausführungen kompatibel sind.

Webseiten bauen sich zügig auf. Es dauert zwischen 15 und 25 Sekunden, bis die gängigen Nachrichtenportale vollständig aufgebaut sind. Das Scrollen durch die Webseiten geht leider nicht ganz so flüssig wie beim iPhone. Wer mit dem Finger scrollt, öffnet häufig aus Versehen einen Link. Besser funktioniert es mit dem mitgelieferten Stylus zu nutzen, der hinten im Gerät steckt.

Weiteres Manko: Mangels Multitouch-Unterstützung zoomt der Anwender nicht einfach per Fingergeste. Auch der Versuch, doppelt auf den Bildschirm zu tippen, um die Seite zu vergrößern, scheitert. Zoomen ist nur über das Menü möglich. Mit Flash-Seiten kann der Browser umgehen – zumindest theoretisch. In der Praxis kommt es immer wieder zu stockender Übertragung. Etwas mehr Qualität wäre auch bei den Lautsprechern wünschenswert. Sprachansagen des Navis und Musik klingen schon bei mittlerer Lautstärke verzerrt. Wer dennoch fleißig die Multimediakünste des MiND in Anspruch nimmt, muss sich sputen. Der Akku hält gerade mal zwei Stunden, danach muss der Alleskönner wieder an die Steckdose.

Fazit

Navigation und Mini-PC in einem ist eine interessante Idee – mit fragwürdiger Daseinsberechtigung. Geschäftsleuten reicht ein normales Navigationsgerät, schließlich haben sie immer ihren PC dabei. Wer sich kein Navi kaufen will, greift auf sein Smartphone zurück. Die meisten aktuellen Modelle bringen bereits GPS mit. Und Filme schauen ist auch auf dem Handy möglich – sofern man bereit ist, das kleine Display als Leinwand zu akzeptieren. Stellt sich die Frage, wer wird das MiND kaufen? Die Antwort: Trendsetter.

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