RIM Blackberry Curve 8520: tolles Business-Smartphone

von Bonnie Cha und Stefan Möllenhoff am , 18:18 Uhr

Pro
  • gut reagierendes optisches Trackpad
  • WLAN und Bluetooth
  • gute Gesprächsqualität
  • 2-Megapixel-Kamera
  • dedizierte Tasten für den Mediaplayer
Con
  • weder UMTS noch GPS
  • heruntergeladene Anwendungen nur im 256-MByte-Hauptspeicher ablegbar
Hersteller: RIM Listenpreis: steht noch nicht fest
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der Curve 8520 ist ein schickes Einsteigersmartphone, das als erster Blackberry ein optisches Touchpad anstelle des altbekannten Trackballs mitbringt. In puncto Leistung überzeugt das Gerät auf der ganzen Linie. Wir vermissen lediglich GPS und UMTS.

Mit dem Blackberry Curve 8520 bringt RIM ein Einsteiger-Smartphone für Geschäftsleute auf den Markt. Erstmals verbaut der Hersteller ein Trackpad anstelle eines Trackballs. Zudem gibt es beim Design ein paar Neuerungen. Wir haben das Business-Handy bereits ausführlich unter die Lupe genommen.

Als Einsteiger-Smartphone [1] fehlen dem Curve 8520 ein paar Ausstattungsmerkmale, die sein großer Bruder Curve 8900 mitbringt – beispielsweise GPS und ein hochauflösendes Display. Einen Preis für Deutschland gab RIM bislang nicht bekannt. Allerdings sollte das Gerät günstiger als der 8900er sein und sich damit unterhalb von 300 Euro ohne Vertrag ansiedeln.

Design

Die größten Neuerungen bringt der RIM Blackberry Curve 8520 beim Design mit. Auf den ersten Blick unterscheidet er sich nicht sonderlich vom Curve 8900. Die Modelle besitzen mit 10,9 mal 6,0 mal 1,4 Zentimetern sogar exakt dieselben Maße. Der neue Curve ist mit 106 Gramm allerdings einen Hauch leichter. Damit macht er einen etwas weniger robusten Eindruck. Das Smartphone ist von einer griffigen Beschichtung eingefasst, die einmal um den Rand läuft. In den USA bietet T-Mobile das Gerät in Schwarz und in Hellblau an. Für Deutschland konnten wir keine näheren Informationen in Erfahrung bringen.


Der Blackberry Curve 8520 sieht seinem Bruder, dem Curve 8900, zum Verwechseln ähnlich, bringt aber ein paar neue Designelemente mit.

Das 2,46 Zoll große Display löst lediglich 320 mal 240 Pixel auf. Mit der geringeren Pixelzahl und lediglich 65.000 dargestellten Farben wirken Bilder und Texte nicht ganz so sauber wie beim Curve 8900. Wahrscheinlich sind wir aber auch etwas verwöhnt – Inhalte lassen sich immer noch gut erkennen. Die Helligkeit und automatische Abschaltung der Hintergrundbeleuchtung lassen sich – ebenso wie Theme und Schriftgröße – frei konfigurieren.

Unterhalb des Displays befindet sich eines der neuen Features: das optische Trackpad. Es liegt zwischen den Tasten für Annehmen und Menü auf der linken sowie Zurück und Auflegen auf der rechten Seite. Der Trackball hat jetzt ausgedient. Wer sich Sorgen ob der Bedienbarkeit macht, sei beruhigt: Uns stellt der Umstieg nicht vor Schwierigkeiten.


Das Curve 8520 ist der erste Blackberry, der ein optisches Trackpad mitbringt.

Ganz im Gegenteil, wir sind überrascht, wie gut das Trackpad reagiert. Es macht sich deutlich besser als das Pendant des Samsung Omnia [2]. Abgesehen von der unterschiedlichen Haptik, die Trackball und -pad bieten, gibt es keinen Unterschied. Das Scrollen durch Websites und Menüs geht flüssig. Außerdem ist die Empfindlichkeit unter Einstellungen, Display/Tastatur einstellbar. Das Trackpad lässt sich zum Auswählen von Elementen drücken.

Eine weitere Neuerung stellt der Satz von Multimediatasten dar, die auf der Oberseite des Geräts sitzen. Es gibt Vorwärts, Zurück und Play/Pause. Letzterer dient während Gesprächen außerdem auch zum Stummschalten. Leider funktionieren die Tasten nur im Mediaplayer und nicht etwa beim Blättern durch Fotos. Einen weiterer Pluspunkt für Multimediajunkys stellt die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse an der linken Seite des Smartphones dar.

Neben dem Kopfhöreranschluss sitzen außerdem ein USB-Port sowie eine frei belegbare Taste. Gegenüber befinden sich eine Wippe zur Lautstärkeregelung sowie ein weiterer durch den Nutzer konfigurierbarer Knopf. Die ganzen Bedienelemente fallen etwas runder aus als die der üblichen Blackberrys, lassen sich aber ebenso gut betätigen. Auf der Rückseite befindet sich eine Kamera. Der MicroSD-Slot sitzt unter der Abdeckung des Akkufachs, das übrigens etwas schwer zu öffnen ist.


Die Tasten des Keyboards liegen näher zusammen als etwa die des 8900. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase funktioniert aber auch hier das Tippen einwandfrei.

Zu guter Letzt gibt es da noch die QWERTZ-Tastatur. Sie ist mit der des Curve 8900 praktisch identisch. Die Tasten sind einen Hauch kleiner und liegen etwas enger beisammen. Nutzer mit dicken Fingern haben bei dem Curve 8520 möglicherweise Probleme, die gewünschten Knöpfe zu treffen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht das Tippen auf dem Keyboard – wie wir es von Blackberrys gewohnt sind – leicht von der Hand. Der Nummernblock teilt sich den Platz mit etlichen Buchstaben auf der linken Seite.

Im Lieferumfang des Blackberry Curve 8520 befinden sich Netzteil, USB-Kabel, 1-GByte-MicroSD-Karte, Stereo-Headset, Software-CD, Recycling-Umschlag und Bedienungsanleitung.

Ausstattung

Als Einsteigergerät ist der RIM Blackberry Curve 8520 nicht gar so vollgestopft wie der Blackberry Curve 8900 oder das HTC Snap [3]. UMTS und GPS beispielsweise fehlen komplett. Dafür telefoniert der Curve 8520 dank Quad-Band quasi weltweit und bietet Freisprecheinrichtung, Sprachwahl, Konferenzschaltung, Schnellwahl, Kurzwahl und eine Wählhilfe. Bluetooth 2.0 ist ebenfalls an Bord. Gespräche lassen sich also auch über ein kabelloses Headset aus dem Zubehör führen.

Die Zahl der Kontakte ist lediglich durch den Speicherplatz auf dem Smartphone begrenzt. Jeder Eintrag bietet Raum für mehrere Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Privat- und Geschäftsanschriften, Jobbezeichnungen und mehr. Fotos, Gruppenzugehörigkeiten und Klingeltöne lassen sich ebenfalls den gespeicherten Personen zuweisen.

Neben Telefonie, MMS und SMS steht selbstverständlich auch E-Mail zur Kommunikation zur Verfügung. Der Curve 8520 synchronisiert sich mit dem Blackberry Enterprise Server und unterstützt Microsoft [4] Exchange, IBM Lotus Domino und Novell GroupWise. Darüber hinaus lassen sich zehn verschiedene POP3- oder IMAP4-E-Mail-Accounts einrichten. Das Smartphone bringt außerdem einige Instant Messenger mit, darunter Yahoo, AIM, Windows Live, Google [5] Talk und ICQ.

Für Dateianhänge stehen diverse Viewer zur Verfügung. Microsoft Word, Excel und Powerpoint sowie Corel WordPerfect, PDF, JPEG, GIF und weitere werden unterstützt. Die DataViz Documents to Go Suite ist ebenfalls enthalten, allerdings nur in der Standard-Version. Wer selber neue Dokumente anlegen möchte, muss auf die Premium Edition upgraden. Außerdem stehen Kalender, To-Do-Liste, Wecker, Diktiergerät und Taschenrechner bereit.

Die Desktop Software von Blackberry (im Lieferumfang enthalten) erlaubt das Synchronisieren mit dem PC. Mac-User müssen auf Third-Party-Tools wie PocketMac for Blackberry zurückgreifen. RIM hat angekündigt, im September dieses Jahres eine Desktopsoftware für Linux herauszubringen.

Ansonsten gibt es nicht besonders viele Extras. Die Blackberry App World ist vorinstalliert. Sie hält Anwendungen für Social Networks, etwa Facebook, Flickr und Myspace bereit sowie eine ganze Reihe weiterer Tools und Spiele. Leider lassen sich die heruntergeladenen Programme nur im Hauptspeicher des Telefons abgelegen und nicht auf MicroSD-Karten. Der integrierte Memory ist mit 256 MByte nicht gerade üppig dimensioniert.


Die 2-Megapixel-Kamera des Blackberry Curve 8520 liefert durchaus brauchbare Ergebnisse.

Darum ergibt es Sinn, die Multimedia-Dateien auf der Speicherkarte abzulegen. Der Mediaplayer des Curve 8520 unterstützt die Audioformate MP3, WMA9, WMA9 Pro, WMA10, AAC-LC, AAC+, eAAC+, AMR-NB und MIDI. Für Videos stehen MPEG-4, WMV2, H.263 und H.264 zur Verfügung. Der Bildbetrachter kommt mit BMP, JPG, PNG, TIF und WBMP zurecht. Die integrierte Kamera schießt Fotos mit einer Auflösung von 2 Megapixeln und zeichnet Videos auf. Die Bildqualität geht in Ordnung. Die Aufnahmen sehen sauber und halbwegs farbenfroh aus. Einen orangenen oder grauen Farbstich weisen sie nicht auf, sondern wirken angenehm akkurat.

Leistung

Die Sprachqualität des Quad-Band-Smartphones macht einen guten Eindruck. Es treten weder Rauschen noch Verzerrungen auf. Auch das Abrufen von Informationen über den Sprachcomputer einer Luftlinie stellt kein Problem dar. Unsere Gesprächspartner berichteten ebenfalls nur gutes über die Verbindungsqualität.

Aktivieren wir die integrierte Freisprecheinrichtung bemerken die Personen am anderen Ende der Leitung praktisch keinen Unterschied – das beeindruckt. Allerdings klingt der Lautsprecher etwas flach und entfernt. Der Curve 8520 verbindet sich problemlos mit den Bluetooth-Headsets Logitech Mobile Traveller Bluetooth und Motorola S9 Bluetooth Active.

Der RIM Blackberry Curve 8520 ist ein ordentliches Gerät, das während unserer gesamten Testperiode keinerlei Fehler aufwies. Obwohl sich das Smartphone nur über EDGE mit dem Internet verbindet, macht das Surfen einen erstaunlich flotten Eindruck. Bis CNET.com vollständig geladen ist, vergehen etwa 55 Sekunden. Die Mobile-Seite von CNN dagegen steht nach lediglich 7 Sekunden zur Verfügung, die Smartphone-Version der ESPN-Homepage nach 17 Sekunden. Das Herunterladen erfordert allerdings etwas Geduld: Der Download einer 1,5 MByte großen Anwendung nimmt 3 Minuten und 30 Sekunden in Anspruch.

Seinen Saft bezieht das Smartphone aus einem 1150 mAh fassenden Lithium-Ionen-Akku. Damit soll eine Gesprächszeit von 4,5 Stunden und eine Standbyzeit von 17 Tagen möglich sein. Sobald uns die Laborergebnisse zur Akkulaufzeit vorliegen, werden wir diesen Test updaten.

Fazit

Der RIM Blackberry Curve 8520 überzeugt uns durch eine fehlerlose Vorstellung. Wer auf UMTS und GPS verzichten kann, erhält mit dem Smartphone ein zuverlässiges und flottes Arbeitstier. Der Preis sollte zudem auch stimmen, da sich das Handy ausstattungstechnisch unter dem derzeit rund 330 Euro teuren Curve 8900 ansiedelt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501154/rim-blackberry-curve-8520-tolles-business-smartphone/

URLs in this post:

[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Samsung Omnia: https://www.cnet.de/tests/handy/39194776/testbericht/lahmer+alleskoenner+samsung+omnia+sgh_i900.htm

[3] HTC Snap: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41004837/page/4/neue+handys+im+juni+samsung+i7500_+tg01_+snap+touch+pro+2.htm

[4] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/