Netbook im Notebookformat: Lenovo IdeaPad S12

von Daniel Schraeder und Scott Stein am , 16:20 Uhr

Pro
  • hervorragende Tastatur
  • heller, scharfer Bildschirm
  • ExpressCard-Erweiterungsslot
Con
  • Intel-Atom-Prozessor der alten N270-Serie
Hersteller: Lenovo Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,8 von 10 Punkte
Fazit:

Wer auf der Suche nach einem komfortablen, gut ausgestatteten Netbook ist, könnte beim IdeaPad S12 genau richtig liegen. Es sieht allerdings nach mehr aus, als es ist: Bei dieser Größe würde dem Rechner eine stärkere CPU gut stehen.

Ein Netbook mit 12-Zoll-Display und ExpressCard-Slot? Das klingt doch schon fast nach Notebook – wäre da nicht der mit gut 400 Euro immer noch verhältnismäßig günstige Preis und die typische Ausstattung der Mini-Notebooks mit Intel-Atom-Prozessor. Wir haben das IdeaPad S12 von Lenovo bereits ausführlich getestet.

Als wir zum ersten Mal aufgeschnappt haben, dass Lenovo an einem 12-Zoll-Netbook arbeitet, hat das Hoffnungen geweckt: Kommt hier vielleicht der Ion-Chipsatz von Nvidia zum Einsatz? Damit würde der verhältnismäßig große Mini-Rechner immerhin HD-Videos problemlos abspielen können und auch nicht zu anspruchsvollen 3D-Games ein Zuhause bieten. Doch so kommt das Gerät wohl nicht nach Europa – wir müssen mit der altbekannten Netbook-Ausstattung leben, haben also einen Atom-Prozessor vom Typ N270 mit 1,6 GHz und GMA-950-Grafik von Intel.

Was bleibt, ist das 12,1 Zoll große Display. Der Formfaktor erlaubt ein Full-Size-Keyboard, also eine Tastatur in Normgröße – perfekt für Vieltipper. Mit seinem Preis von gut 400 Euro ist das S12 ein guter Kompromiss zwischen einem Netbook und einem Notebook [1]. Mehr Leistung fürs Geld bekommen allerdings Käufer von flachen Notebooks wie dem MSI X340 [2] oder dem Acer Aspire Timeline 3810T [3], denn die Atom-Plattform ist auch bei größeren Displays etwas schwachbrüstig. Dafür kosten die Alternativen eben auch etwas mehr.

Getarnter Laptop

Aus optischen Gesichtspunkten sieht das S12 aus, als wäre es der große Bruder des S10 [4]. Das Netbook ist kompakt und ordentlich proportioniert. Das Kunststoffgehäuse ist in schwarz und in weiß zu haben, außen matt und auf dem Displaydeckel glänzend. Wie üblich handelt es sich beim Deckel um einen Fingerabdruckmagneten, aber unterm Strich sieht das Gerät einfach gut aus.

Im Inneren zieht sich mattschwarzer Kunststoff um das Tastenfeld, um das Display hingegen findet sich glänzend schwarzer Kunststoff. Damit sieht das S12 professionell und stylisch aus und nicht so bieder und nach Werkzeug wie ein ThinkPad. Das Tastenfeld macht einen guten Eindruck, und auch das darunter angebrachte Touchpad ist ordentlich. Wer mit dem IdeaPad arbeitet, muss im Gegensatz zu kleineren Netbooks keine Kompromisse eingehen – zumindest, was die Bedienung angeht.

Oberhalb der Tastatur finden sich ein paar Tasten zur Regelung der Lautstärke, zum Stummschalten und zum Booten eines Mini-Betriebssystems. Wer nur kurz etwas Musik hören, im Internet surfen oder ein paar Fotos betrachten möchte, muss so nicht warten, bis XP hochgefahren ist. Noch schneller geht es allerdings, das Netbook nur in den Standby-Modus zu versetzen, anstatt es komplett herunterzufahren.

Außerdem gibt es noch ein paar Software-Schmankerl, darunter eine Gesichtserkennung für den Login, die die integrierte Webcam nutzt, sowie eine Backup- und Wiederherstellungslösung.

Das 12,1 Zoll große Display ist glänzend beschichtet und löst 1280 mal 800 Pixel auf – das ist Standard für diese Größe. Vor allem beim Surfen im Netz machen sich die im Vergleich zu kleineren Netbooks zusätzlichen Pixel positiv bemerkbar – nerviges horizontales Scrollen entfällt ganz. Zwar müssen Käufer mit den größeren Abmessungen des Gehäuses leben, doch wer mobil arbeiten muss, nimmt das gern in Kauf. Die Produktivität ist schlicht viel höher.

Besonders praktisch ist auch der ExpressCard-Erweiterungsslot. Wer hier eine UMTS-Karte einsteckt, hat wirklich überall einen Internetzugang. Schade: Es gibt weder schnelles WLAN nach 802.11n noch Bluetooth.

Vorhersagbare Leistung

Ein Blick in die technischen Daten des S12 und erfahrene Netbook-Tester wissen sofort, in welcher Liga das Gerät spielt: In der Standardliga. Mit seinem N270-Prozessor mit 1,6 GHz, dem GMA-950-Chipsatz und einem Gigabyte RAM ist das Mini-Notebook genau so ausgestattet wie die meisten seiner Konkurrenten mit kleinerem Display. Damit ist auch klar, wofür sich das Gerät eignet. Office-Anwendungen laufen problemlos, Skype ist möglich und Surfen im Web ebenfalls – aber bitte nicht alles gleichzeitig.

Im direkten Leistungsvergleich mit den flachen Notebooks von Acer [3] und MSI [2], die nicht auf der Atom-Architektur aufsetzen, hat das S12 keine Chance.

Der mitgelieferte 6-Zellen-Akku hält bei ununterbrochener Video-Wiedergabe 4 Stunden und 37 Minuten durch. Das ist kein schlechter Wert, aber der Eee PC 1005HA von Asus [5] schafft bei gleichen Bedingungen fast 7 Stunden. Wer nur im Web surft oder im Word tippt, dürfte bei beiden Geräten deutlich längere Laufzeiten erreichen.

Fazit

Das IdeaPad S12 von Lenovo sieht aus wie ein Notebook, hat aber die Leistung eines Netbooks. Ein stärkerer Prozessor wäre toll, doch wenn es nur als bessere Schreibmaschine und zum Websurfen dient, erfüllt es seinen Zweck – und ist im Vergleich zu einem echten Notebook angenehm günstig.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501183/netbook-im-notebookformat-lenovo-ideapad-s12/

URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] MSI X340: https://www.cnet.de/tests/desktop/41004809/schon+getestet+msi+greift+mit+x340+das+macbook+air+an.htm

[3] Acer Aspire Timeline 3810T: https://www.cnet.de/tests/desktop/41005598/flach_+lahm+und+toller+akku+acer+timeline+aspire+4810t.htm

[4] S10: https://www.cnet.de/tests/desktop/39197051/schon+getestet+lenovo+ideapad+s10+mit+expresscard_slot.htm

[5] Eee PC 1005HA von Asus: https://www.cnet.de/tests/desktop/41006232/asus+eee+pc+1005ha+hochglaenzendes+netbook.htm