Guitar Hero 5: mehr Songs, mehr Modi und endlich partytauglich

von Shaun McInnis und Stefan Möllenhoff am , 17:26 Uhr

Ein Partymodus, in dem Spieler jederzeit ein- oder aussteigen können. Keine Beschränkung mehr, was die Instrumentenkombi der Band angeht. Ein verbesserter Editor, mit dem Kreative ihre eigenen Songs komponieren. 85 neue Titel und die Möglichkeit, bereits erworbene Lieder aus älteren Versionen zu importieren. Guitar Hero 5 verspricht viel. Wir verraten, was es mit dem neuesten Teil der Saga auf sich hat.

Tatsächlich, das ist schon der fünfte Titel der Guitar-Hero-Serie. Und keine Angst, es handelt sich nicht bloß um eine leicht aufgebohrte Version mit neuen Songs, sondern um einen echten Schritt nach vorne. Das musikalische Multiplayer-Game schafft jetzt den Sprung von kleinen Jam-Sessions auf große Partys.

Neuer Spielmodus: Party Play

Im Zentrum der Neuerungen bei Guitar Hero 5 steht der Modus Party Play. Damit sollen tatsächlich alle Schranken fallen, die potentielle Mitspieler daran hindern, in die virtuellen Saiten und aufs Schlagzeug zu hauen oder ins Mikrofon zu trällern. Party Play lässt sich auch ohne Bandmitglieder starten. Die Konsole fungiert dann einfach als Jukebox und spielt einen Titel nach dem anderen.

Wer Lust bekommt, steigt einfach mitten während dem Lied ein – dabei spielt es keine Rolle, ob mit Gitarre, Schlagzeug, Bass oder Stimme. Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich beliebig festlegen. Bis zu vier Spieler können der Band spontan bei- und natürlich auch wieder austreten. Dabei spielt es keine Rolle ob Einsteiger oder Profi, denn alle musizieren auf ihrem Niveau.


Beim Einsteigen ins Spiel lässt sich der Schwierigkeitsgrad festlegen.

Eine Grenze im Vergleich zum Vorgänger ist ebenfalls gefallen: Die Band muss sich nicht mehr notwendigerweise aus einem Sänger, einem Gitarristen, einem Bassspieler und einem Schlagzeuger zusammensetzen. Es rackern sich beispielsweise auch einfach vier Personen gleichzeitig an der virtuellen Klampfe ab. Angesichts der Tatsache, das das Gros der Guitar-Hero-Fans eine Gitarre besitzt, ist das eine willkommene Neuerung.


Bis zu vier Personen können bei Guitar Hero 5 spontan ein- und aussteigen.

Die neu gewonnene Freiheit zieht sich auch bis hin zum Karrieremodus. Der Spieler muss sich nicht von Anfang an auf ein Instrument oder eine Band festlegen. Verspürt der Gitarrist beispielsweise auf einmal den Wunsch, ab sofort nur noch zu singen, geht das völlig in Ordnung.

Miteinander, gegeneinander, durcheinander

Neben dem Party Play gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Spielmodi, die sich unter dem Begriff RockFest gruppieren. Unsere Kollegen von GameSpot hatten letzte Woche bereits die Möglichkeit, die verschiedenen Varianten auszuprobieren.

Der Spielmodus Momentum bringt Wohnzimmer-Rockstars ständig an ihre Grenzen. Abhängig davon, wie gut der Spieler die Noten trifft, passt Guitar Hero 5 den Schwierigkeitsgrad an. Das Ziel ist es dann natürlich, sich auf Experte hochzuarbeiten – und dort zu bleiben, denn hier lassen sich die meisten Punkte abstauben.


Spielmodus Elimination: Der Schlechteste fliegt raus.

Daneben gibt es auch Elimination, ein Modus, der nach und nach immer das schlechteste Bandmitglied von der Bühne kickt. Wer übrigbleibt, hat gewonnen. In Perfectionist geht es – wie der Name verrät – darum, bestimmte Abschnitte eines Lieds bis ins letzte Detail zu perfektionieren. Do-or-Die verordnet dem Spieler eine Zwangspause, wenn er zu viele Noten hintereinander verbockt. Zu guter Letzt belohnt Streakers diejenigen, die mehr als zehn Noten hintereinander perfekt treffen.

Teamwork wird belohnt

Neben den neuen Features, die den Einzelnen für besondere Leistungen belohnen, hält Guitar Hero 5 auch ein paar Extras bereit, die eine Band zusammenschweißen. Band Moments beispielsweise zündet ein sattes Bühnenfeuerwerk, wenn alle kooperierenden Mitspieler einen Lauf haben. Der Punktemultiplikator verdreifacht sich dann.


Legt die Band eine gute Serie hin, sorgt ein Multiplikator für dreimal so viele Punkte.

Auf der anderen Seite der Münze gibt es das Rival Meter. Versagt ein einzelner Spieler, so müssen die übrigen Bandmitglieder seine Fehler wiedergutmachen. Begeistern sie das virtuelle Publikum durch besonders viele getroffene Noten, so halten sie den Anfänger auf der Bühne. Ein einziger Virtuose reicht dafür nicht aus, die Gruppe ist gefordert.

Die neue Gitarre

Im Vergleich zur World-Tour-Gitarre sieht das neue Instrument etwas hochwertiger aus: Der Hersteller setzt mehr auf Metall als auf Plastik. Außerdem ist die Strum Bar griffiger geworden. Das sorgt auch bei schweißtreibenden Auftritten für einen sicheren Saitenanschlag.


Die Guitar-Hero-Schöpfer haben sich die Gitarre vorgenommen. Sie ähnelt jetzt wieder mehr dem Instrument aus dem dritten Teil der Serie.

Hinzu kommt, dass die Guitar-Hero-5-Gitarre ein ganzes Stück leiser arbeitet als ihre Vorgängerin. Damit übertönt das kunststofflastige Klappern nicht mehr die eigentliche Musik.

Neue kreative Möglichkeiten mit GH Mix 2.0 und GH Jam

In World Tour [1] hatten Wohnzimmer-Rocker erstmals die Möglichkeit, eigene Titel zu komponieren. Im fünften Teil der Gitarrensaga besitzen junge Van Halens und Santanas noch mehr Freiheiten, ihre Kreativität auszuleben. Der Editor GH Mix 2.0 bietet gleichzeitig Einsteigern eine vereinfachte Bedienung und Profis noch tiefgreifendere Werkzeuge, um an ihren Werken zu feilen.


GH Mix 2.0 bietet Hobby-Komponisten kreative Möglichkeiten.

Alle Funktionen lassen sich nun mit den fünf farbigen Tasten bedienen. Ein ständiges Scrollen zu der gewünschten Auswahl entfällt also nun. Durch bestehende Kreationen navigieren Komponisten jetzt mit Hilfe des Tremolos einfach und effektiv. Ein leichter Druck scrollt langsam, eine volle Betätigung des Soundhebels schnell.

Zudem steht ein Pattern-Modus zur Verfügung, mit dessen Hilfe sich einzelne Strophen gruppieren und schnell und einfach vertauschen beziehungsweise verschieben lassen.

Des Weiteren hat Neversoft viel Zeit investiert, um die Instrumente realistischer klingen zu lassen. Das Tonstudio erkennt im Aufnahmemodus nun, wie hart der Spieler die „Saite“ anschlägt, und zeichnet die jeweiligen Noten leiser beziehungsweise lauter auf. Außerdem lassen sich einzelne Teile des Stücks mit verschiedenen Effekten belegen, beispielsweise Vibrato und Slide.

Wer nach dem Aufnehmen einzelne Noten korrigieren möchte, kann das nun ebenfalls tun, ohne den ganzen Block neu aufzunehmen. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Instrumente deutlich realistischer klingen. Ist der Komponist von den neuen Funktionen überfordert, hält er einfach eine der fünf bunten Tasten gedrückt, und schon spuckt das Spiel eine ausführliche Erklärung zu dem Feature aus.

Wie bei World Tour, haben Konsolen-Musiker die Möglichkeit, ihre Werke ins Internet zu stellen. Allerdings liegt das Limit für die Zahl der hochgeladenen Songs jetzt nicht mehr bei 5, sondern bei 50. Die Längenbeschränkung hat Neversoft ebenfalls von 3 auf 10 Minuten angehoben. Zur besseren Übersicht gibt es diverse Bewertungs- und Suchfunktionen, die sich von denen, die World Tour bietet, jedoch nicht sonderlich unterscheiden.

Für Einsteiger ins Komponisten-Business steht GH Jam bereit. Eine spontan zusammengewürfelte Band kann hier einfach drauflosspielen. Die Musik untermalt Guitar Hero selbstständig. Es stehen insgesamt 14 verschiedene Stilrichtungen bereit, darunter Punk, Classic Rock, Heavy Metal und sogar NES. Die Bühne passt die Konsole an die entsprechende Richtung an. Im NES-Stil beispielsweise dominieren 8-Bit-Sprites das Bühnenbild.

Wer auf der Xbox spielt, hat außerdem die Möglichkeit, seine Avatare ins Spiel einzubinden. Anstelle der virtualisierten Rockstars stehen dann die Alter Egos auf der Bühne.


Avatare aus dem Xbox-Marketplace lassen sich nun ebenfalls anstelle der virtuellen Rockstars auf die Bühne stellen.

Noch mehr Interpreten, noch mehr Titel

Natürlich dürfen bei einem neuen Guitar-Hero-Titel neue Bands nicht fehlen. Insgesamt stehen 85 neue Lieder zur Auswahl bereits, von Interpreten wie den Rolling Stones, Johnny Cash, Stevie Wonder, Queen, David Bowie, Bob Dylan und Santana. Die Tabelle verschafft einen Überblick über alle Gruppen, in dessen Haut Spieler bei Guitar Hero 5 schlüpfen dürfen.

Tabelle anzeigen: Alle Interpreten von Guitar Hero 5 im Überblick [2]

[2]

3 Doors Down
A Perfect Circle
AFI
Arctic Monkeys
Attack! Attack!
Band of Horses
Beastie Boys
Beck
Billy Idol
Billy Squier
Blink-182
Blur
Bob Dylan
Bon Jovi
Brand New
Bush
Children of Bodom
Coldplay
Darker My Love
Darkest Hour
David Bowie
Deep Purple
Dire Straits
Duran Duran
Eagles of Death Metal
Elliott Smith
Elton John
Face to Face
Garbage
Gorillaz
Gov’t Mule
Grand Funk Railroad
Iggy Pop
Iron Maiden
Jeff Beck
Jimmy Eat World
John Mellencamp
Johnny Cash
Kaiser Chiefs
King Crimson
Kings of Leon
KISS
Love and Rockets
Megadeth
Motley Crue
Muse
My Morning Jacket
Nirvana
No Doubt
Peter Frampton
Public Enemy Featuring Zakk Wylde
Queen & David Bowie
Queens of the Stone Age
Rammstein
Rose Hill Drive
Rush
Santana
Scars on Broadway
Screaming Trees
Smashing Pumpkins
Sonic Youth
Spacehog
Stevie Wonder
Sublime
Sunny Day Real Estate
T. Rex
The Bronx
The Derek Trucks Band
The Duke Spirit
The Killers
The Police
The Raconteurs
The Rolling Stones
The Sword
The White Stripes
Thin Lizzy
Thrice
Tom Petty
Tom Petty & The Heartbreakers
TV on the Radio
Vampire Weekend
Weezer
Wild Cherry
Wolfmother

Songs der bisherigen Guitar-Hero-Reihe importieren

Wer bereits frühere Versionen der Guitar-Hero-Serie besitzt und eine Reihe von Extra-Titeln für diese erworben hat, kann aufatmen. Auf der Rückseite des den verschiedenen Versionen beiliegenden Handbuchs befindet sich ein Code, mit dem sich die meisten Lieder in die neueste Ausgabe importieren lassen. Zusätzlich werden allerdings eine Lizenzgebühr noch unbekannter Höhe und ein kostenloses Software-Update fällig. Laut Activision funktionieren 152 der 158 für World Tour [1] zum Download bereitgestellten Titel auch in Guitar Hero 5.

Fazit

Guitar Hero wird in seiner fünften Ausgabe endlich wirklich partytauglich. Die Softwareschmiede Neversoft wirft ein bisschen Realismus über Bord und ermöglicht es nun, mit beliebigen Instrumentenkombinationen zu rocken – etwa mit vier Gitarren gleichzeitig. Neue Modi und Funktionen spornen die Spieler zu einer noch besseren Zusammenarbeit an, oder sorgen für noch mehr Rivalität. Wir sind schwer darauf gespannt, den Titel ausführlich testen zu können. Guitar Hero 5 ist ab dem 1. September 2009 im Handel erhältlich.

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Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501308/guitar-hero-5-mehr-songs-mehr-modi-und-endlich-partytauglich/

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[1] World Tour: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/spiele/209382/guitar+hero+world+tour.htm

[2] Tabelle anzeigen: Alle Interpreten von Guitar Hero 5 im Überblick: #