E-Mail-Smartphone mit Windows Mobile: HTC Snap im Test

von Daniel Schraeder und Joseph Hanlon am , 18:30 Uhr

Pro
  • solides Messaging-Smartphone mit Inner-Circle-Funktion
  • ordentliche Akkulaufzeit
  • volle Kommunikationsausstattung
Con
  • fummelige, kleine QWERTZ-Tastatur
  • Trackball-Bedienung ist leicht verzögert
  • Webbrowser könnte besser sein
Hersteller: HTC Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,8 von 10 Punkte
Fazit:

Wer viel unterwegs ist und großen Wert auf ständige Erreichbarkeit per E-Mail legt, sollte sich den Snap näher ansehen - den Zweck erfüllt das günstige Windows-Mobile-Smartphone hervorragend. Wer darüber hinaus noch auf Multimedia steht, in Social Networks ein zweites Zuhause gefunden hat und häufig mobil im Internet surfen möchte, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen.

Beim HTC Snap handelt es sich um ein Windows-Mobile-Smartphone im klassischen Blackberry-Look: Es gibt keinen Touchscreen, dafür einen Trackball und eine QWERTZ-Tastatur unterhalb der Anzeige. Damit eignet sich das Gerät perfekt für das mobile Abfragen und Beantworten von E-Mails. Noch dazu ist der Preis attraktiv. Wir haben den Snap ausführlich getestet.

Wer gerne einen Blackberry nutzen möchte, aber dennoch auf Windows Mobile angewiesen ist, sollte einen näheren Blick auf den HTC [1] Snap werfen. Das Gerät könnte der Bruder eines RIM-Smartphones sein, samt Trackball und ohne Touchscreen, läuft aber mit dem Microsoft [2]-Betriebssystem in der Standardausführung.

Design

In den letzten eineinhalb Jahren hat HTC einen wahren Designsprung hingelegt. Über das im Vergleich immer zäher wirkende Windows Mobile kann man sagen, was man will – aber rein optisch machen die Smartphones wirklich etwas her. Das gilt auch für den Snap. Auf den ersten Blick fallen das 2,4 Zoll große Display und die mechanische QWERTZ-Tastatur auf – sowie die Stimmigkeit, die die Elemente verbinden. In der Mitte befindet sich ein beleuchteter Trackball. Damit ordnet sich das Windows-Handy optisch zwischen den klassischen Blackberrys und dem Nokia E71 [3] ein.

Um das Display und über die Akkuabdeckung zieht sich ein Finish aus angenehm weichem, mattschwarzem Kunststoff, das sich leicht gummiert anfühlt. Damit liegt das Gerät nicht nur hervorragend in der Hand – es zieht auch keine Fingerspuren an. Unterhalb der rückseitigen Abdeckung befindet sich der Akku, der 1500 mAh aufnimmt. Für ein Smartphone [4] dieser Größe ist das ganz schön viel. Außerdem findet sich noch die Linse der 2-Megapixel-Kamera auf dem Rücken des Snap.

Allerdings enttäuscht uns das Tastenfeld – vor allem, wenn man es mit den Keyboards anderer HTC-Handys vergleicht. Jede der Tasten, die in vier Reihen angeordnet sind, berührt ihren Nachbarn. Obwohl die Knöpfe in der Mitte etwas erhaben sind, reicht das nicht aus, um sie blind erfühlen zu können. Problematisch ist vor allem das typische Tippen mit beiden Daumen – im Test sind wir aus Frust zum Einfinger-Suchsystem übergegangen.

Ausstattung

Im Gegensatz zu den High-End-Smartphones von HTC wie Touch Pro 2 [5], Touch Diamond 2 [6] oder Hero [7] ist der Snap deutlich rudimentärer ausgestattet. Auf wichtige Ausstattungsmerkmale müssen Käufer dennoch nicht verzichten. Es gibt UMTS mit HSDPA, WLAN, Bluetooth inklusive A2DP für die Übertragung von Audio in Stereo und integriertes GPS. Die USB-Buchse nimmt auch das mitgelieferte Headset auf.

Vorinstalliert ist Windows Mobile 6.1 Standard – also die Variante ohne Touchscreen. Damit kommt das Gerät mit Exchange-Mail-Servern klar, mit Active Sync und Windows Mobile Centre, öffnet dank Office Mobile Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien, fragt E-Mails ab und bietet den Windows Live Messenger.

Wer auf die attraktive TouchFLO-Oberfläche der mit Touchscreen ausgestatteten Brüder des Snap hofft, wird enttäuscht. Mit der Standard-Ansicht von Windows Mobile muss man dennoch nicht leben: HTC hat ein einfach zu bedienendes, ordentliches Interface vorinstalliert.

Der sogenannte Inner Circle, den wir vom Touch Pro 2 kennen, kommt hier wieder zum Einsatz. Der Nutzer fügt seine wichtigsten Kontakte dem Inner Circle hinzu. Eingehende Nachrichten von diesen Personen landen nicht nur im normalen Posteingang, sondern auch in einer zusätzlichen Liste, auf die der Anwender auch mit einer Tastenkombination zugreifen kann – so gehen wichtige Informationen nicht mehr unter.

Leistung

In Anbetracht der Ausstattung des Snaps ist seine Rechenleistung nicht überragend, aber absolut ausreichend. Der 528 MHz schnelle Prozessor im Inneren reicht für die üblichen Kommunikationsaufgaben aus, kommt aber an seine Grenzen, wenn der Nutzer viele aufwändige Programme wie den Webbrowser startet. Einmal mussten wir im Test den Akku aus dem Gerät entnehmen, weil es sich aufgehängt hat. Typisch für Windows Mobile ist der verschwenderische Umgang mit den eingeschränkten Ressourcen des Handys. Während Touch Pro 2 und Diamond 2 einen Taskmanager mitbringen, der einen Überblick über laufende Prozesse verschafft und das Beenden von Programmen ermöglicht, fehlt dem Snap eine adäquate Lösung an prominenter Stelle. Sein Task Manager ist tief im Menü vergraben.

Das Surfen im Netz gehört nicht gerade zu den Stärken des Snap. Zwar ist der vorinstallierte Pocket Internet Explorer nicht mehr so schlecht wie sein Ruf: Webseiten sehen ordentlich aus und Zoomen klappt problemlos über die dedizierten Tasten. Doch der leicht teigige Trackball und das kleine Display begrenzen den Spaß: Wer eine Webseite im Vollbild ansieht, scrollt sich schier die Finger wund.

Wer die kurzen Akkulaufzeiten der Smartphones mit gigantischem Touchscreen-Display gewöhnt ist, wird von der Ausdauer des Snap beeindruckt sein: Im Test haben wir WLAN ununterbrochen eingeschaltet, täglich mindestens zwei Stunden telefoniert und Push-E-Mail aktiviert – dennoch hält das Gerät problemlos zwei Tage durch. Wer auf WLAN verzichten kann, erreicht mit einer Akkuladung sicherlich auch drei Tage.

Fazit

Die Kombination aus Ausstattung und Design legt die Zielgruppe des Snap bereits fest: Windows Mobile, der Inner Circle und die Tastatur sind perfekt für Reisewütige, die permanent in Verbindung zu Exchange-E-Mail-Servern, Outlook-Kalendern & Co. halten müssen. Das Snap ist keine iPhone-Alternative und nichts für Multimedia-Junkys, sondern ein praktischer Begleiter mit ordentlicher Ausstattung zu einem verhältnismäßig günstigen Preis. Wer allerdings auf Social Networks und ausgiebige Surfsessions nicht verzichten kann, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501318/e-mail-smartphone-mit-windows-mobile-htc-snap-im-test/

URLs in this post:

[1] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[2] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[3] Nokia E71: https://www.cnet.de/tests/handy/39193666/symbian_handy+mit+gps_+wlan+und+tastatur+nokia+e71.htm

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] Touch Pro 2: https://www.cnet.de/tests/handy/41501019/htc+touch+pro+2+windows_smartphone+mit+tastatur.htm

[6] Touch Diamond 2: https://www.cnet.de/tests/handy/41003008/htc+touch+diamond+2+windows_smartphone+mit+vollausstattung.htm

[7] Hero: https://www.cnet.de/tests/handy/41005822/im+test+android_smartphone+htc+hero+_t_mobile+g2+touch_+mit+sense_oberflaeche.htm