Das mittlere Frequenzband knüpft ohne Einbrüche und Schwächen an die hohen Töne an. Der Sound klingt in diesem Bereich zwar angenehm, wirkt aber nicht ganz so warm und satt wie wir es uns wünschen würden. Das fällt etwa beim Titel Disko Partizani von Shantel auf, wo die Mitten die Verbindung zwischen Treble und Bass zwar solide herstellen, aber im Großen und Ganzen etwas unspektakulär daherkommen.

Tiefe Frequenzen wummern die Ohrhörer ohne Dröhnen in den Gehörgang. Bei I Can See Clearly Now von Holly Cole wirken die Anschläge auf dem Contrabass sehr ausgewogen und voll. Die Auflösung beeindruckt hier: Jedes kleine Knarren des Saiteninstruments ist deutlich wahrnehmbar. Auch bei tinnistusverdächtigen Lautstärken verzerren die Bässe nicht.

Bei basslastigen Hiphop-Titeln à la Candy Shop von 50 Cent oder Chingys He’s Herre erreichen die K390NC nicht den Bums von teilweise deutlich günstigeren Konkurrenten. Die etwa ein Drittel so teuren UHP306 von Altec Lansing beispielsweise hämmern den Bass gnadenlos ins Gehörzentrum. Bei Titeln mit sehr differenzierten Bässen wie dem erwähnten Holly-Cole-Song dagegen haben sie keine Chance gegen die AKG-Ohrhörer.

Die Geräuschunterdrückung leistet recht gute Dienste, kommt aber in puncto Wirkung nicht an Around-Ear- oder On-Ear-Kopfhörer à la Bose Quiet Comfort 3 heran. Das Rauschen unserer Server oder eines Ventilators schluckt die Noise Reduction recht gut weg, insbesondere bei tieferen Frequenzen ist der Effekt deutlich. Bei dem Lärm vorbeifahrender Autos oder Sprache ist die Wirkung weit weniger ausgeprägt.

Wie bereits erwähnt lassen sich die K390NC auch ohne angesteckter Musikquelle zur Lärmbekämpfung einsetzen. Hier tritt leider ein recht deutliches Rauschen auf, das uns erst auffällt, wenn keine Musik aus den Ohrhörern kommt.

Erfreulicherweise dringen Berührungen an Kabel und Kästchen des AKG K390NC kaum ins Ohr weiter. Bei etlichen Konkurrenten gelangt ein lautes Scharren in den Gehörgang, wenn beispielsweise die Strippe an der Kleidung reibt. Die Qualität bei Telefonaten über das Headset ist bei beiden Gesprächspartnern ordentlich.

Fazit

Die schicken, vielleicht einen Tick zu unauffälligen K390NC liefern, wie wir es von AKG gewohnt sind, einen absolut grundsoliden Klang, der im gesamten Frequenzband keinerlei Einbrüche aufweist. Lediglich bei extrem basslastigen Hiphop- oder Elektrotiteln vermissen das gewisse gänsehautinduzierende „Extra“ im niederfrequenten Bereich. Die aktive Umgebungslärmreduzierung funktioniert gut, aber nicht spektakulär.

Wer ab September 129 Euro auf den Tisch legt, erhält ein exzellent klingendes Headset mit Ohrkanalhörern und aktiver Noise Reduction. Wer das Feature zur Lärmunterdrückung nicht nutzt, wird sich allerdings über das sperrige Kästchen ärgern, das am Hemdkragen baumelt.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu AKG K390NC exklusiv getestet: Ohrhörer mit Noise Cancellation

  • Am 29. Januar 2010 um 10:21 von ThG

    Freisprechmöglichkeit
    Schade dass nicht explizit erwähnt wird, dass die Freisprechfunktion nur bei Iphone und Blackberry, nicht aber bei nokia smartphones möglich ist

    • Am 7. Juli 2010 um 13:56 von Stefan Möllenhoff

      AW: Freisprechmöglichkeit
      Hallo ThG,

      vielen Dank für den hilfreichen Hinweis. Wir haben die Kopfhörer damals leider nicht mit einem Nokia-Handy getestet.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 7. Juli 2010 um 12:13 von kikkistummel

    Sony Ericsson
    Bei meinem neuen XPERIA X10 Mini funktioniert es nur als Kopfhörer auch nicht. ;-(((((

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