Sony Bravia KDL-37S5500: in jeder Hinsicht billig

von Alex Jennings und Pascal Poschenrieder am , 10:19 Uhr

Pro
  • erstaunlich erschwinglich für einen Sony-Bravia-TV
  • robustes Gehäuse
  • helles und farbenfrohes Bild
Con
  • schlechte Schwarzwerte
  • zeitweise auftretende Bewegungsunschärfe
  • schwacher Klang
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,1 von 10 Punkte
Fazit:

Viele Heimkinofans werden vermutlich überglücklich sein, einen Sony-Bravia-Fernseher mit 37 Zoll großem Display für nur 610 Euro zu bekommen. Allerdings sollten sie sich nicht zu früh freuen. Der KDL-37S5500 hat einige Schwächen, die beim Ansehen von Filmen für Enttäuschung sorgen.

Sonys 37 Zoll großer HD-Fernseher Bravia KDL-37S5500 ist mit einem Preis von rund 610 Euro vergleichsweise günstig. Geschenkt gibt es allerdings auch bei Sony nichts: Die niedrigen Kosten wirken sich negativ auf die Ausstattung aus. So fehlen Ethernet-Anschluss sowie AppliCast-Onlinesystem. Zudem kommt das Modell nicht mit der neuen Bravia Engine 3. Wir haben getestet, ob das Gerät dafür durch seine Bildqualität punktet.

Nach dem eher schwachen Start von Sony [1] in der Sparte der Flachbildfernseher ernten die aktuellen Baureihen W5500 [2] und V5500 [3] großen Respekt für ihre ausgezeichnete Leistung. So sind auch die Hoffnungen in das Einsteigermodell KDL-37S5500 mit 37 Zoll großem LC-Display und 1080p [4]-Auflösung hoch. Besonders, da das Gerät mit einem Kaufpreis von rund 610 Euro einer der günstigsten Full-HD-TVs von Sony ist, den es jemals gab.

Design

Die Optik des KDL-37S5500 ist bei weitem nicht so ein Blickfang wie sein niedriger Preis. Das schwarze Gehäuse ist sehr schlicht und gradlinig gehalten. Designexperimente finden Käufer nicht. Dafür wirkt der Fernseher für seinen Preis überraschend robust.


Das Gehäuse des Bravia KDL-37S5500 sieht zwar etwas langweilig aus, macht dafür aber einen robusten Eindruck.

Ausstattung

Die Anschlüsse sind für ein 600-Euro-Modell erstaunlich reichhaltig. Die Highlights sind drei HDMI [5]-Ports, ein VGA [6]-Eingang zum Anschließen eines Computers und ein USB-Port. Von letzterem gibt der Fernseher JPEG-Fotos und MP3-Musik wieder. Allerdings findet sich kein Ethernetanschluss. Dadurch verwehrt Sony Käufern den Zugriff auf sein AppliCast-Onlinesystem. Da es allerdings derzeit ohnehin nur wenige Inhalte bietet, weinen wir dem fehlenden Ethernet-Port keine Tränen hinterher.

Viel enttäuschender ist es, dass der KDL-37S5500 noch mit Sonys alter Bravia Engine 2 ausgestattet ist, anstatt mit der dritten, deutlich verbesserten Version des Bildprozessors. Zwar gehörte Sonys zweites System bei seinem Erscheinen vor etwa einem Jahr zu den besten auf dem Markt, mittlerweile gibt es aber deutlich leistungsstärkere Lösungen. So bietet der KDL-37S5500 beispielsweise keine 100-Hz-Bildverarbeitung zum Verbessern der Bewegungsdarstellung.

Sony gibt für den 37-Zöller einen Kontrast von 33.000:1 an. Während solche Werte ohnehin immer mit großer Vorsicht zu genießen sind, weisen die teureren Modelle des Herstellers alle bereits Kontraste von 100.000:1 oder mehr auf.

Leistung

Leider erweisen sich die Bedenken gegenüber dem Kontrast des KDL-37S5500 im Test als berechtigt. Der Fernseher bietet weitaus schlechtere Schwarzwerte als die Sony-Serien V5500 oder W5500. Dunkle Szenen sehen so aus, als hinge ein grauer Vorhang vor dem Panel. Dieses Problem tritt ansonsten besonders bei älteren LCD-Modellen sehr häufig auf.

Hinzu kommt, dass die Schwarzwerte sich noch deutlich verschlechtern, wenn der Zuseher den Fernseher nicht direkt von vorne, sondern etwas von der Seite betrachet. Zusätzlich wirkt das System für den dynamischen Kontrast etwas hyperaktiv. So fallen Helligkeitssprünge des gesamten Bildes auf.

Wegen der fehlenden 100-Hz-Technik hat das Modell zudem bei schnellen Bewegungen zu kämpfen. Es stellt schnell vorbeifahrende Autos beispielsweise unscharf und verwischt dar.

Dafür zeigt der Fernseher HD-Material erstaunlich scharf an – vorausgesetzt das Bild ist relativ ruhig und frei von schnellen Objekten. Beim Hochskalieren von Standard-Definition-Bildern auf 1080p [4] arbeitet die Bravia Engine 2 relativ zuverlässig. Auch ältere Filme sehen scharf aus, ohne dabei zu stark unter Bildrauschen oder Artefakten zu leiden.

Farben stellt der Bravia gesättigt und meist natürlich dar. Zudem bemerken wir trotz der schlechten Schwarzwerte kaum Ungleichmäßigkeiten der Hintergrundbeleuchtung. Das Bild wirkt homogen und ist frei von hellen Flecken.

Die Soundqualität des KDL-37S5500 überzeugt nicht. Die eingebauten Lautsprecher sind mit jeder Art von Explosion in Action-Filmen gänzlich überfordert – es kommt zu Interferenzen und Übersteuern. Für normales Fernsehen ist der Klang zwar akzeptabel, doch bereits hier stößt der Fernseher zeitweise an seine Grenzen. Dialoge sind nicht sonderlich klar zu verstehen, und schon bei geringen Bässen verschwimmt der Sound.

Fazit

Der Sony Bravia KDL-37S5500 ist zwar wirklich günstig, dafür hat er allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen – von den schlechten Schwarzwerten des Displays bis hin zum schwachen Klang der eingebauten Lautsprecher. Daher sollten Käufer lieber rund 50 Euro mehr investieren und Sonys deutlich besseren Bravia KDL-37V5500 erwerben.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501594/sony-bravia-kdl-37s5500-in-jeder-hinsicht-billig/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] W5500: https://www.cnet.de/tests/tv/41501624/testbericht/sony+bravia+kdl_46w5500+gute+qualitaet_+fairer+preis.htm

[3] V5500: https://www.cnet.de/tests/tv/41500294/sony+bravia+kdl_40v5500+preiswerter+hd_fernseher.htm

[4] 1080p: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[5] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[6] VGA: http://de.wikipedia.org/wiki/Video_Graphics_Array