8-Megapixel-Handy im Test: LG Viewty Smart GC900

von Michael Sixt am , 18:20 Uhr

Pro
  • gute Ausstattung mit HSDPA, WLAN und A-GPS
  • schönes Design
  • Touchscreen reagiert flott
  • hervorragende Klangqualität bei der Musikwiedergabe
Con
  • keine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse
  • viel Kunststoff
  • schlechter Browser
  • Fotos sind nicht überzeugend
Hersteller: LG Listenpreis: 519 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Das LG Viewty Smart GC900 ist ein elegantes Allround-Handy, das mit einem gut reagierenden Touchscreen und der praktischen S-Class-Nutzeroberfläche einen schönen Eindruck macht. Der integrierte Musikplayer überrascht mit seiner guten Soundqualität. Dagegen enttäuscht die 8-Megapixel-Kamera. Insgesamt ist das Viewty Smart ein gutes Mobiltelefon, das den Aufstieg in die Oberklasse knapp verpasst hat.

Trotz seiner kompakten Abmessungen ist das Viewty Smart ordentlich ausgestattet. Das Highlight ist die 8-Megapixel-Kamera mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, Videoaufzeichnung und Foto-LED. Darüber hinaus gibt es HSDPA, WLAN und GPS. Die Bedienung erfolgt komplett über das große Touchscreen-Display.

Mit dem Viewty Smart GC900 hat LG [1] den Nachfolger des Viewty KU990 auf den Markt gebracht – also ein Touchscreen-Kamerahandy. Ein iPhone-Konkurrent ist das Gerät damit zwar noch lange nicht, aber seine Ausstattung stellt so einige Mobiltelefone in den Schatten. Neben dem kapazitiven 3-Zoll-Touchscreen ist das Viewty Smart mit der neuen S-Class-Benutzeroberfläche bestückt, die auch beim LG Arena [2] zum Einsatz kommt. Das Telefon sieht durchaus attraktiv aus. Aber überzeugen Kamera, Webbrowser und Telefonfunktionen auch in der Praxis? Wir haben das Viewty II ausführlich getestet.

Design

Das zentrale Element auf der Vorderseite des Viewty ist eine Glasplatte, die das berührungsempfindliche Display schützt. Sie wird oben und unten von zwei chromfarbenen Balken eingefasst. Der untere Balken dient als Home-Button. Die Rückseite ist aus Kunststoff im Look von gebürstetem Aluminium. Das hinterlässt einen eleganten Eindruck. Zwar verbaut der Hersteller viel Plastik, das Gerät wirkt aber dennoch solide verarbeitet: Es knarzt nichts, und die Spaltmaße stimmen immer perfekt.

Die Kanten des Gehäuses sind abgerundet – dadurch liegt das Handy gut in der Hand. Auf der rechten Seite befinden sich der Kameraauslöser, ein Wippschalter zur Lautstärkeregelung sowie der Multi-Steckplatz für den Kopfhörer und zum Anschließen an den PC. Schade, dass es keine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer gibt. Links befindet sich eine Multitasking-Taste, die bereits laufende Programme mit einem Klick anzeigt. Daneben sitzt der MicroSD-Slot unter einer Abdeckung, die vor Schmutz schützt. Oben am Handy befindet sich der Ein/Aus-Schalter, der auch die Tastensperre aktiviert.

Auf der Rückseite des Mobiltelefons befindet sich die 8-Megapixel-Kamera. Eine Glasscheibe schützt die Linse der Kamera, verschmiert aber auch selber recht schnell. Da wäre ein Schiebverschluss besser gewesen. Neben dem Schneider-Kreuznach-Objektiv sitzt die obligatorische Foto-LED für Aufnahmen in dunkler Umgebung.

Das Viewty Smart ist mit Abmessungen von 10,9 mal 5,6 mal 1,3 Zentimetern recht handlich und mit einem Gewicht von 102 Gramm erstaunlich leicht. Damit passt es locker noch in die Hosentasche. Der Gesamteindruck des Handys ist recht gut: Es wirkt sehr elegant und ist gut verarbeitet, aber weniger Kunststoff hätte der Wertigkeit gut getan. Zumal die Chromelemente schon nach kurzer Zeit leichte Kratzer aufweisen.

Ausstattung

Die 8-Megapixel-Kamera verfügt über interessante Funktionen, die sich allesamt über den Touchscreen aktivieren und einstellen lassen. Darunter gibt es Merkmale wie Gesichtserkennung, Smile Shot, Beauty Shot und Kunstfoto. Die Gesichtserkennung fokussiert Köpfe von Personen, damit auf den Fotos auch der richtige Bildausschnitt scharfgestellt ist. Bei Smile Shot löst die Kamera nur aus, wenn sie ein Lächeln auf dem anvisierten Gesicht erkennt. Beauty Shot eignet sich bei Nahaufnahmen: Diese Einstellung soll klare und helle Porträtaufnahmen machen. Der Kunst-Foto-Modus bietet unterschiedliche Bildeffekte. Versiertere Fotografen können Einfluss nehmen auf ISO-Wert und Belichtung. Allerdings lassen sich weder Verschlusszeit noch Blende manuell einstellen. Kreative hingegen freuen sich über Farbeffekte und eine Panoramafunktion. Wer möchte, kann Geotagging [3] aktivieren. Dann speichert das Viewty II die via GPS ermittelte Position zum Bild ab.

Wer Bewegtbilder bevorzugt, wird auch nicht enttäuscht. Das Viewty Smart nimmt Videosequenzen mit einer maximalen Auflösung von 720 mal 480 Pixeln mit einer Wiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde auf. Das sorgt für eine ruckelfreie Wiedergabe.

Zur Archivierung der Bilder und Videos sowie zur Speicherung von Musik im MP3-Format stehen 1,4 GByte integrierter Flash-Speicher bereit. Sollte das nicht ausreichen, nimmt der MicroSD-Slot Karten mit bis zu 32 GByte Volumen auf. Für die Datenübertragung stehen WLAN nach 802.11b und g sowie der UMTS-Turbo HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s zur Verfügung. Auch Bluetooth ist in der Version 2.1 mit EDR vorhanden. Außerdem unterstützt die drahtlose Schnittstelle A2DP, also die kabellose Übertragung von Musik in Stereo. Die Verbindung mit dem PC erfolgt über USB.

Das 3-Zoll-Display stellt 16 Millionen Farben mit einer Auflösung von 480 mal 800 Pixeln dar. Es ist sehr scharf und reagiert recht gut auf Eingaben. Sogar Multitouch ist mit dem kapazitiven Bildschirm möglich. Zur Texteingabe steht eine virtuelle Telefontastatur zur Verfügung. Wer das Handy dreht, bekommt stattdessen eine QWERTZ-Tastatur zu sehen; das Umschalten übernimmt der integrierte Bewegungssensor. Beim Tippen gibt es akustisches und haptisches Feedback: Hat das Handy einen Tastendruck erkannt, gibt es einen Ton von sich und vibriert leicht. Beides lässt sich aber auch ausschalten.

Zur Unterhaltung bietet das Viewty einen Musik- und Videoplayer. Er gibt alle gängigen Musik-Formate wie MP3, WMA, AMR, MIDI, AAC und so weiter wieder. Außerdem kommt das Programm mit Videoformaten wie 3GP, H.263, H.264, MPEG4, WMV, AVI, DIVX und XVID zurecht. Wer die Filme nicht auf dem kleinen Bildschirm ansehen möchte, kann das LG GC900 auch an seinen Fernseher anschließen: Zu diesem Zweck ist ein TV-Ausgang vorhanden.

Das Adressbuch erlaubt das Hinzufügen von Bildern und Gruppen. Aus den einzelnen Kontakten heraus ist das Initialisieren von Sprach- oder Videoanrufen möglich. Für die schriftliche Kommunikation stehen SMS, MMS und E-Mail zur Verfügung. Das Viewty unterstützt die Protokolle POP3, IMAP4, STMP und sogar Exchange. Weitere Funktionen sind Kalender, Sprachaufnahme, Wecker, Notizen und UKW-Radio.

Leistung

Beim Viewty Smart reagiert der Bildschirm sehr gut, wobei die Nutzeroberfläche einen Tick schneller sein könnte. Das HTC Hero [4] macht einen flüssigeren Eindruck. Insgesamt gefällt die Nutzerführung. Viele Symbole und optische Spielereien machen Spaß und animieren dazu, das Telefon zu personalisieren.

Die Kamera verspricht leider auf dem Datenblatt mehr, als sie in der Praxis bietet. Die Qualität der Bilder ist nur mittelmäßig. Fast alle Fotos zeigen ein Bildrauschen. Hier bestätigt sich wieder einmal, dass die Höhe der Auflösung nichts über die Bildqualität aussagt. Dafür sind die Videos ganz gut.

Überraschend ist der Musikplayer: Diese Soundqualität hätte man eher von einem dedizierten Musik-Handy erwartet. Im Gegenzug dazu enttäuscht der Browser. Da hilft auch kein HSDPA mehr. Selbst mit WLAN mach das Surfen nicht richtig Spaß.

Das Einrichten von E-Mail-Konten funktioniert problemlos, genauso wie deren Nutzung. Beim Tippen der Nachrichten verrichtet die virtuelle QWERTZ-Tastatur sehr gute Dienste. Eine mechanische Tastatur kann sie freilich nicht ersetzen, aber das gilt für alle Touchscreen-Handys.

Die Sprachqualität geht in Ordnung, kann sich aber nicht mit der der besten Geräten messen. Im Vergleich zu früheren LG-Modellen ist sie aber gestiegen. Der Ton könnte etwas klarer sein. Angerufene Personen stellen schnell fest, dass das Telefonat von einem Mobiltelefon aus geführt wird.

Die Akkulaufzeit ist sehr gut. Bei durchschnittlicher Beanspruchung hält das Handy mit dem 1000-mAh-Stromspeicher sogar zwischen drei und vier Tage durch. Bei langer WLAN-Nutzung verringert sich die Laufzeit erheblich.

Fazit

Das LG Viewty Smart GC900 ist ein gelungenes Allround-Handy, das recht attraktiv ist. Mit einem iPhone oder einem Android [5]-Smartphone [6] kann es zwar nicht mithalten – allein der Softwaremarkt fehlt. Der Funktionsumfang an sich überzeugt, wenn auch nicht jede Funktion selbst. Das für ein Kamera-Handy wichtigste Merkmal – nämlich das Aufnehmen von Fotos – könnte ein Stück besser sein. Der Browser ist leider eine Katastrophe. Unterm Strich überzeugt das zweite Viewty dennoch, wenn man mit den Schwächen leben kann. Immerhin: Es sieht gut aus und macht Spaß.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] LG Arena: https://www.cnet.de/tests/handy/41002190/endlich+da+lg+km900+arena+smartphone+mit+vollausstattung.htm

[3] Geotagging: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39198547/geotagging+fotos+mit+ortskenntnissen.htm

[4] HTC Hero: https://www.cnet.de/tests/handy/41005822/im+test+android_smartphone+htc+hero+_t_mobile+g2+touch_+mit+sense_oberflaeche.htm

[5] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[6] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/