Kodak EasyShare Z915: günstiger, aber guter Superzoomer

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 13:42 Uhr

Pro
  • gutes Preisleistungsverhältnis
  • übersichtliches, stabiles Design
  • schnell für diese Klasse
Con
  • Fotos wirken bei hoher Vergrößerung verrauscht
  • kleines Display
Hersteller: Kodak Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die kompakte Superzoomkamera Kodak EasyShare Z915 stellt eine gute Wahl für diejenigen dar, die von einer automatischen Kompaktkamera auf ein leistungsstärkeres Modell mit mehr manuellen Einstellungsmöglichkeiten umsteigen möchten.

Von allen Kameras, die für rund 150 Euro in den Regalen stehen, bietet kaum ein Modell eine so großzügige Ausstattung wie Kodaks EasyShare Z915. So stehen beispielsweise volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber hinaus ist der Superzoomer einfach zu bedienen und reagiert flotter als viele seiner teureren Kollegen. Bei der Bildqualität macht die Z915 allerdings ein paar Abstriche.

Trotz ihres zehnfachen optischen Zooms ist die Z915 immer noch kompakt genug, um in einer größeren Hosen- oder Jackentasche Platz zu finden. Das Gehäusedesign ist sicherlich Geschmackssache, kommt bei uns aber gut an. Die Kamera ist in Blau-Schwarz, Rot-Schwarz und komplett in Schwarz erhältlich. Bei den Materialien setzt Kodak auf Metall und Kunststoff.

Design

Die Kamera liegt dank ihres großzügigen Griffs sicher in der Hand. Auch wenn sich das Gehäuse sehr solide anfühlt, lässt die Gummibeschichtung auf der rechten Seite die Z915 nicht ganz so hochwertig wirken, wie etwa eine ZX1 von Panasonic [1].

Auf der Vorderseite der Kamera befindet sich die optisch stabilisierte Linse. Mit einem Brennweitenbereich von 35 bis 350 Millimetern bietet sie leider keinen Weitwinkel. Auf der Oberseite sitzen Auslöser, Zoomring und An/Aus-Schalter sowie Tasten für Blitz, Makro, Selbstauslöser, Serienbildfunktion und ein Modusrädchen.

Auf der Rückseite verbaut Kodak ein 2,5 Zoll großes Display – nach heutigen Maßstäben ist das relativ klein. Aber irgendwie muss der Hersteller ja auf den günstigen Preis kommen. Daneben befinden sich ein Vier-Wege-Pad sowie eine vertikale Tastenreihe mit Knöpfen für Löschen, Menü, Info und Wiedergabe. Mit Kodaks Share-Button lassen sich Fotos als Favoriten markieren.


Unkonventionell aber praktisch: das Layout der Bedienelemente auf der Rückseite

Bei der Stromversorgung setzt die Z915 auf zwei AA-Batterien. Für ausgedehnte Fotosessions empfehlen wir den Einsatz von wiederaufladbaren NiMH-Zellen – mit billigen Alkalibatterien ist bereits nach 150 Aufnahmen Schluss.

Ausstattung

Hersteller Kodak
Produkt EasyShare Z915
Preis 150 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 10 Megapixel
Optischer Zoom 10-fach
Brennweitenbereich 35 – 350 mm
Lichtstärke F3,5 – F4,8
Bildstabilisator optisch
Lichtempfindlichkeiten ISO 100 – 1600
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 640 x 480 Pixel, 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MJPEG (Video)
Display 2,5 Zoll; 230.000 Pixel
Sucher nein
Stromversorgung 2x AA-Batterie
Akkulaufzeit 150 Bilder
Abmessungen 10,7 x 7,2 x 3,6 cm
Gewicht 220 g

Die EasyShare Z915 überlässt dem Fotografen so viel oder so wenig Kontrolle über die Einstellungen, wie er es wünscht. Damit eignet sich die Kamera ideal für diejenigen, die von einer vollautomatischen Kompakten auf ein anspruchsvolleres Modell umsteigen möchten. Es stehen die üblichen PASM-Modi mit voller manueller Kontrolle sowie Belichtungs- und Blendenpriorität zur Verfügung. Bei den Verschlusszeiten hält die Z915 Werte zwischen 16 und 1/1000 Sekunde bereit. Für die Blendenzahlen gibt es – unabhängig von der Brennweite – immer nur drei verschiedene Einstellungen. Das Einzige, was wir hier vermissen, ist ein manueller Weißabgleich.


Zeugnis von manuellen Fähigkeiten: Auf dem Modusrädchen auf der Oberseite finden sich die Punkte P, A, S und M.

Zudem bietet die Kodak Belichtungsreihenfunktion sowie diverse Farb- und Schärfeeinstellungen. Dank intelligenter Automatiken und 17 Szenenprogrammen knipst die Z915 auf Wunsch auch vollautomatisch. Das Vertrauen in die Kamera wird nicht enttäuscht – die Ergebnisse sind durchaus zufriedenstellend.

Leistung

Superzoomkameras – inbesonders die günstigeren Modelle – sind für gewöhnlich relativ langsam. Die Z915 stellt hier eine Ausnahme dar. Bis sie gestartet ist und das erste Bild aufgenommen hat, vergehen lediglich 1,7 Sekunden. Zwischen zwei Aufnahmen genehmigt sich die Kodak eine Verschnaufpause von 1,1 Sekunden – mit Blitz sind es 2,1 Sekunden.

Die Auslöseverzögerung ist mit 0,4 Sekunden bei guten und 0,6 Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen exzellent für diese Klasse. Der Serienbildmodus leistet respektable 1,6 Bilder in der Sekunde – allerdings ist nach drei Aufnahmen in Folge Schluss. Es muss jedoch dazugesagt werden, dass der Autofokus im Halbdunkel häufig Probleme hat. Hier braucht es dann ab und zu ein paar Anläufe, bis die Kamera das Motiv korrekt erfasst.

Für eine 150 Euro teure Kamera liefert die Z915 eine ordentliche Bildqualität. Allerdings treten bei allen ISO-Empfindlichkeiten Artefakte sowie Bildrauschen auf – das fällt jedoch erst bei 100-prozentiger Vergrößerung auf. Ab ISO 200 wirken die Fotos etwas verzeichnet, gehen aber bis ISO 800 grundsätzlich noch in Ordnung. Nur bei ISO 1600 lässt die Qualität derart nach, dass sich die Aufnahmen nicht mehr für Ausdrucke eignen.

Bei der Belichtung leistet der Superzoomer sehr gute Arbeit. Die Farben sind zwar nicht ganz realitätsgetreu, sehen jedoch größtenteils ausgesprochen lebendig und angenehm aus. Nur gelegentlich übertreibt es die Kamera und liefert etwas unnatürliche Ergebnisse.

Ob die Bildqualität ausreicht, hängt vom Einsatzzweck der Fotos ab. Sollen sie nur auf dem PC oder einem digitalen Bilderrahmen betrachtet werden und gelegentlich für kleinere Ausdrucke als Din A4 herhalten, liefert die Z915 zufriedenstellende Ergebnisse.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kodak-Kameras zeichnet dieses Modell keine HD-Videos auf. Dennoch, die VGA-Clips sehen ordentlich aus, und während der Aufnahme funktioniert der optische Zoom.

Fazit

Schon auf den ersten Blick ist klar, wo Kodak gespart hat, um den Preis so niedrig zu halten: kleines LC-Display, keine Schneider-Kreuznach-Linse, viel Kunststoff, AA-Batterien und keine HD-Videofunktion. Dafür überzeugt die Kamera mit einer ordentlichen Bildqualität, flotten Reaktionszeiten und tonnenweise manuellen Einstellungen. Wer höchste Ansprüche an die resultierenden Fotos stellt, wird vermutlich eine Enttäuschung erleben – aber dann ist eine 150 Euro teure Kamera auch einfach nicht das richtige Arbeitsgerät.

Geschwindigkeit
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   

Kodak EasyShare Z915

1.7 
1.1 
0.6 
0.4 

Sony Cyber-shot DSC-H20 [3]

2.8 
2.1 
0.7 
0.4 

Canon PowerShot SX110 IS [4]

2.3 
2.1 
0.7 
0.5 

Canon PowerShot SX200 IS [5]

2.4 
2.3 
0.8 
0.5 

Panasonic Lumix DMC-TZ6 [6]

2.3 
2.5 
1.1 
0.9 

Serienbildgeschwindigkeit
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Kodak EasyShare Z915

1.6 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41501998/kodak-easyshare-z915-guenstiger-aber-guter-superzoomer/

URLs in this post:

[1] ZX1 von Panasonic: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501553/testbericht/panasonic+lumix+dmc_zx1+kompaktkamera+mit+8_fach_zoom.htm

[2] Beispielfotos: die Bildqualität der Kodak Easyshare Z915: https://www.cnet.de/41502004/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-kodak-easyshare-z915/?pid=1#sid=41501998

[3] Sony Cyber-shot DSC-H20: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003936/testbericht/sony+cybershot+h20+guenstige+bridgekamera+fuer+anspruchsvolle.htm

[4] Canon PowerShot SX110 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/39201004/testbericht/kein+echter+fortschritt+canon+powershot+sx110+is.htm

[5] Canon PowerShot SX200 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003552/feedback/canon+powershot+sx200+is+superzoomer+fuer+die+hosentasche.htm

[6] Panasonic Lumix DMC-TZ6: https://www.cnet.de/tests/digicam/41002229/testbericht/panasonic+lumix+dmc_tz6+fast+perfekter+superzoomer.htm