Ein weiteres Ausstattungs-Plus auf dem Nokia Booklet 3G ist das integrierte GPS-Modul inklusive A-GPS. Nokia hat ein Ovi-Maps-Widget auf dem Startbildschirm hinterlegt. Mit einem Klick lassen sich Nutzer orten und nutzen ortsbezogene Dienste. Bis der eigene Standort gefunden ist, sollen beim Warmstart im Auto laut Nokia 10 bis 15 Sekunden vergehen.

Interessant sind auch die Anschlüsse: Neben drei USB-Ports und einmal Audio-Out (3,5-Millimeter-Klinke) gibt es einen HDMI-Ausgang. VGA dagegen wird nur über einen Dongle (USB auf VGA) unterstützt.

Das Netbook ist mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet. Befindet sich das Gerät im Schlafmodus, kann der Nutzer es mit einem zweimaligen Antippen auf die Fläche neben dem Mauspad wieder aufwecken. Das klassische Drücken der Einschalttaste funktioniert natürlich auch.

Ähnlich wie die Profile für Klingeltöne auf dem Handy lassen sich auch für das Netbook Profile für die Akkuleistung einstellen. Nokia hat diese Idee sozusagen bei sich selbst kopiert. An der rechten Gehäuseseite befindet sich ein Knopf für drei verschiedene Betriebsmodi. Das soll helfen, je nach Tätigkeit die Akkulaufzeit zu verlängern oder eine möglichst hohe Leistung zu erzielen. Zudem lässt sich das Netbook darüber in den Schlafmodus versetzen oder herunterfahren.

Schwächen

Das Display entspricht mit einer Größe von 10,1 Zoll und einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln dem Standard. Bei direktem Sonnenlicht wird es allerdings fast zum Totalausfall. Die maximal mögliche Helligkeit ist deutlich zu schwach. Hier muss Nokia dringend optimieren.

Wünschenswert wäre auch eine Schutzschicht auf dem Deckel des Netbooks. Denn dank Glanzlack ist jeder Fingerabdruck sofort zu sehen. Außer der Spurensicherung bei der Polizei dürfte niemand Freude an den deutlich sichtbaren, fettigen Spuren finden.

Die Tastatur bietet eher kleine Tasten. Dadurch funktioniert das Tippen längerer Texte eher schleppend. Immerhin steht eine zweizeilige Return-Taste zur Verfügung.

Der größte Knackpunkt des Nokia Booklets 3G ist sein Preis: Knapp 700 Euro für ein Netbook ist eine stolze Summe. Ähnlich ausgestattete Geräte der Konkurrenz aus Korea sind für 100 bis 150 Euro weniger zu haben. Nokia will daher auf seine guten Beziehungen zu den Netzbetreibern setzen und subventionierte Geräte anbieten. In Deutschland wird das Booklet bei O2 zu haben sein. Zu den Preisen mit Datenvertrag macht Nokia noch keine Angaben. Der Hersteller hofft aber, dass er das Gerät mit einem Zwei-Jahresvertrag für 200 bis 250 Euro anbieten kann.

Fazit

Der erste Eindruck vom Booklet 3G ist vielversprechend. Insbesondere die Ausstattung mit UMTS und gut zugänglichem SIM-Kartensteckplatz sowie A-GPS und HDMI-Ausgang überzeugt. Auch die Akkulaufzeit ist mit 12 Stunden ziemlich üppig. Damit kommen Anwender ganz gut durch einen Arbeitstag. Zudem stört kein lauter Lüfter das Arbeiten. Die Tasten reagieren gut auf Druck, mögen aber für viele Männerhände etwas klein sein.

Das Display überzeugt hingegen weniger. Nokia sollte die Helligkeit deutlich erhöhen und zwei Display-Varianten anbieten: glare und nonglare. Ob Käufer letztendlich bereit sind, knapp 700 Euro für das schicke Design und praktische Funktionen wie integriertes UMTS mit HSDPA zu bezahlen, muss sich erst noch zeigen.

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