Panasonic DMR-BW750: Blu-ray-Rekorder mit HD-Tuner

von Pascal Poschenrieder und Ty Pendlebury am , 11:20 Uhr

Pro
  • exzellente Aufnahmequalität
  • gutes Bild bei der Wiedergabe
  • reichhaltige Ausstattung
Con
  • kein DLNA-Streaming
  • etwas hakelige Bedienung bei der Blu-ray-Wiedergabe
  • dedizierte Blu-ray-Player bieten eine bessere Leistung
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Der Panasonic DMR-BW750 überzeugt besonders durch seine umfangreiche Ausstattung und seine Bildqualität. Er gibt Blu-rays gestochen scharf wieder und zeichnet Fernsehen auf seine integrierte Festplatte auf. Dabei ist die Qualität ausgesprochen hoch und überzeugt sogar noch nach dem Brennen auf Blu-ray-Disc auf ganzer Linie.

Wer einen Blu-ray-Player sucht, der mehr kann, als nur Filme wiederzugeben, ist bei Panasonics DMR-BW750 goldrichtig. Das Gerät kommt mit Dual-HD-Tuner und nimmt Filme auf eine integrierte Festplatte auf. Anschließend brennt es sie auf Wunsch sogar direkt auf Blu-ray-Rohlinge. Wir haben das australische Modell DMR-BW750 genauer unter die Lupe genommen, da die deutsche Version noch etwas auf sich warten lässt. Die Unterscheidungen sind marginal.

Nach dem weltweit ersten Blu-ray-Player mit eingebautem Rekorder, dem DMR-BW500 [1], hat Panasonic auf der IFA 2009 [2] zwei weitere Modelle mit diesem Feature vorgestellt. Und obwohl die Einführung des BW500 einige Zeit her ist, bleibt der Hersteller immer noch der einzige, der eine derartige Kombination anbietet. Die neuen Geräte DMR-BS750 und DMR-BS850 kommen im Gegensatz zum BW500 auch in Deutschland auf dem Markt. Sie bieten ein überarbeitetes Design, einen HD-fähigen Dual-DVB-S [3]-Tuner und einige neue Funktionen. Unsere australischen Kollegen haben bereits die DVB-T [4]-Variante DMR-BW750 getestet. Sie unterscheidet sich laut Panasonic nur durch den Fernsehempfänger und einige nicht erwähnenswerte Details vom deutschen Modell BS750.

Design

Wer den BW500 bereits gesehen hat, dem wird die Optik des DMR-BW750 bekannt vorkommen. Generell scheint es ein geheimes Übereinkommen zwischen den Herstellern von Blu-ray-Playern [5] geben, das verspiegelte Fronten bei den Geräten vorschreibt. So kommt auch der BW750 mit reflektierender Vorderseite. Allerdings klappt bei diesem Gerät nicht wie beim Vorgänger die gesamte Front herunter. Stattdessen fährt nach dem Drücken des Eject-Knopfes die Laufwerksschublade heraus. Der Klappmechanismus findet sich aber dennoch – wenn auch nur im rechten Bereich der Vorderseite. Dort verbirgt er USB-Port und SD-Kartenleser sowie die Tasten für die Wiedergabe.

Die Fernbedienungen aller Panasonic-Geräte sind sehr ähnlich. Die des DMR-BW750 liegt wie gewohnt gut in der Hand. Das Design ist einfach gehalten, dafür sind die Bedienelemente farblich in verschiedene Bereiche geordnet. Allerdings kommt auch sie mit etwas verwirrenden Tastenbezeichnungen. So heißt der Menü-Knopf beispielsweise Direct Navigator.

Ausstattung

Was bekommen Käufer eines 750 Euro teueren Blu-ray-Players für ihr Geld? Einiges: Einen Gerät, das nicht nur Blu-ray-Discs abspielt, sondern zusätzlich einen Dual-HD-Tuner an Bord hat. Dadurch ist ein gleichzeitiges Ansehen und Aufnehmen zweier unterschiedlicher Sender möglich. Außerdem brennt der DMR-BW750 aufgenommene Filme auf Wunsch direkt. Während der erste Rekorder von Panasonic im MPEG-2-Format aufzeichnet, bedient sich das neue Modell dem H.264-Codec [6]. Dadurch passt weit mehr auf die eingebaute 250-GByte-Festplatte. Leider lässt sich der Speicher nicht erweitern. Durch die Möglichkeit, Aufzeichnungen ohne Qualitätsverlust auf Blu-ray-Rohlingen zu sichern, stellt das aber kein großes Problem dar. Der Rekoder hat eine elektronische Programmzeitschrift (EPG) mit Vorschau für sieben Tage an Bord. So ist es einfach, den gewünschten Film oder die nächste Folge Malcolm Mittendrin [7] zu finden und zu programmieren.

Wie viele digitale Videorekorder (PVRs [8]) auf dem Markt bietet auch Panasonics Modell Zugriff zu Picasa und Youtube – inklusive Suche. Diese Funktion ist unserer Meinung nach zwar kein Muss, es macht aber definitiv Spaß, sie zu nutzen. Allerdings fehlt dem DMR-BW750 das für uns wichtigere DLNA [9]-Streaming. Abgesehen davon ist der Player auf dem aktuellen Stand der Technik. Er beherrscht die Wiedergabe von BD-Live-Medien inklusive interaktivem Zusatzmaterial aus dem Internet.

Panasonic ist für die überragende Bildqualität seiner Geräte bekannt. Auch der BW750 versucht, Material bestmöglich auf 1080p [10] hochzuskalieren. Dazu hat der Player das selbsterklärende System HD Optimiser with Digital Noise Reduction for Digital Broadcasting an Bord.

Im Vergleich zum 980 Euro teuren Modell BW850 fehlt dem kleinen Bruder nur die mit 500 GByte doppelt so große Festplatte. Sonst unterscheiden sich die beiden Modelle nicht.

Leistung

Nachdem wir gesehen haben, was der BW500 leistet, sind wir umso mehr auf den BW750 gespannt. Da es sich bei diesem Modell um einen Rekorder handelt, haben wir diese Funktion als erstes genauer unter die Lupe genommen. Die aufgezeichneten Video gehören zu den besten, die wir je bei Geräten dieser Kategorie gesehen haben. Im direkten Vergleich zum Referenzgerät Topfield TRF2400 Masterpiece HD [11] weisen die Aufzeichnungen des Panasonic mehr Feinheiten auf. Bildfehler wie Treppeneffekte beseitigt er genauso gut wie sein Konkurrent. Das einzige, was wir am DMR-BW750 vermissen, ist automatisches Time-Shift. Dadurch funktioniert das Zurückspulen von Sendungen nur, wenn man sie gleichzeitig aufzeichnet. Laut Panasonic verzichtet der Hersteller auf die Funktion, da sie die Lebensdauer der eingebauten Festplatte verkürzt. Allerdings hatten wir bei unserem Foxtel iQ2 [12], der die letzten 30 Minuten von Live-TV automatisch speichert, in den letzten zwölf Monaten auch keinerlei Probleme mit der Platte.

Das Brennen von Aufnahmen auf Blu-ray-Rohlinge ist einfach. Im Gegensatz zum BW500 funktioniert dabei ein gleichzeitiges Ansehen von Aufnahmen oder Live-TV. Die gebrannten Filme sehen exakt genauso gut aus, wie das aufgenomme Original. Der DMR-BW750 generiert zudem automatisch ein Menü, was die Navigation auf der Disc vereinfacht.

Als Blu-ray-Player ist der BW750 zwar nicht gerade der beste, dennoch schlägt er sich sehr gut. Die Blu-ray-Version von Mission Impossible 3 zeigt der Panasonic leicht körnig, aber mit sehr guten Details an. Er gibt die berühmte Brückenszene ruckelfrei ohne Moire-Effekte wieder. Auch bei unserem Test mit den HD-HQV [13]-Benchmarks punktet der Panasonic. Er bewältigt jede Prüfung hervorragend. Lediglich beim HD-Rauschtest zeigt sich einen minimalen Moskitoeffekt [14]. Ansonsten gibt es nichts zu bemängeln.

Auch bei der Wiedergabe von DVDs leistet der DMR-BW750 exzellente Arbeit. Das Bild des sonst häufig etwas verwaschen dargestellten Films King Kong wirkt gestochen scharf. Die Farben sehen natürlich aus. Zusätzlich stellen wir ein hohes Maß an Details fest. Allerdings tritt auch hier wieder ein leichtes, aber nicht dramatisches Bildrauschen auf.

Wer mit seinem Blu-ray-Player im Wohnzimmer auf Picasa und Youtube zugreifen möchte, ist beim BW750 richtig. Das Feature überzeugt durch kurze Ladezeiten, eine schnelle Suche und eine gute Navigation. Die Bildqualität kann sich ebenfalls sehen lassen – vorausgesetzt das Ausgangsmaterial ist nicht zu schlecht.

Auch bei der Tonqualität überrascht uns der Panasonic. Der Dolby-TrueHD-Stream von Spider-Man 3 klingt zwar nicht so räumlich wie der unseres Sony [15]-Referenz-Receivers, für Onboard-Dekoding liefert der BW750 aber eine erstaunliche Tiefe. Sogar bei der Wiedergabe von Audio-CDs punktet der Player. Die Basswiedergabe ist zwar etwas schlampig, nichts desto trotz ist der Sound klar und detailliert.

Die einzige Nachteile des Players liegen bei der Bedienung der Medienwiedergabe. Bei einigen Blu-rays funktioniert das Wiederaufnehmen der Wiedergabe nicht. Außerdem schmeißt der Player den Anwender bei beim Betreten des Menüs aus komplett der Wiedergabe. Das kann bei einer Disc mit Java-Menüs viel Zeit kosten, da das Laden des Films dann oft mehr als zwei Minuten dauert – und das auch nur, wenn die Resume-Funktion nicht versagt.

Fazit

Der Panasonic DMR-BW750 bietet nicht nur mehr Funktionen als sein Vorgänger BW500, er ist zudem deutlich ausgereifter. Besonders das Youtube- und Picasa-Feature ist erfreulich. Allerdings gibt der Player trotz seines saftigen Preises keine DLNA-Netzwerkstreams wieder. Dafür ist die Qualität der Aufnahmen exzellent, und das Brennen von Blu-rays klappt problemlos und während Live-TV läuft.

Die deutsche Variante DMR-BS750 ist im Internet bereits für 750 Euro erhältlich – allerdings bislang nur mit englischen Menüs und englischer Bedienungsanleitung. Das ist zwar für einen Blu-ray-Player recht happig, für ein derart flexibles Gerät inklusive Dual-DVB-S-Tuner aber durchaus fair.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41502570/panasonic-dmr-bw750-blu-ray-rekorder-mit-hd-tuner/

URLs in this post:

[1] DMR-BW500: http://www.cnet.com.au/panasonic-dmr-bw500-339289431.htm

[2] IFA 2009: https://www.cnet.de/specials/ifa/

[3] DVB-S: http://de.wikipedia.org/wiki/DVB-S

[4] DVB-T: http://de.wikipedia.org/wiki/DVB-T

[5] Blu-ray-Playern: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T3/

[6] H.264-Codec: http://de.wikipedia.org/wiki/H.264

[7] Malcolm Mittendrin: http://de.wikipedia.org/wiki/Malcolm_mittendrin

[8] PVRs: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T1/

[9] DLNA: http://de.wikipedia.org/wiki/DLNA

[10] 1080p: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[11] Topfield TRF2400 Masterpiece HD: http://www.cnet.com.au/topfield-trf2400-masterpiece-hd-339296804.htm

[12] Foxtel iQ2: http://www.cnet.com.au/foxtel-iq2-339285513.htm

[13] HQV: http://www.hqv.com/

[14] Moskitoeffekt: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildrauschen

[15] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/