Panasonic Lumix DMC-FX60: gute Fotos, enttäuschende Videos

von Alexandra Savvides und Stefan Möllenhoff am , 14:02 Uhr

Pro
  • 25-Millimeter-Weitwinkel
  • schickes Design
  • einfache Bedienung
  • tolle Bildqualität
Con
  • kein Zoom im Videomodus
  • schlechte Videoqualität
  • verhältnismäßig karge Ausstattung
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die Panasonic Lumix DMC-FX60 ist eine gute Kamera, die in puncto Bildqualität überzeugt. Allerdings erwarten wir bei dem hohen Preis eine bessere Ausstattung und vor allem keine derart enttäuschende Videoqualität. Die derzeit rund 20 Euro teurere Panasonic Lumix DMC-ZX1 ist definitiv die bessere Wahl.

Mit seinen genialen Kompaktkameras Lumix DMC-TZ6 und TZ7 hat Panasonic die Messlatte für die Konkurrenz ein ganzes Stück nach oben gelegt. Da ist es klar, dass unsere Erwartungen an die neue Lumix DMC-FX60 dementsprechend hoch sind. Wir haben den Weitwinkel-Winzling bereits ausführlich getestet.

Die Lumix DMC-FX60 sieht ihren Vorgängern zum Verwechseln ähnlich. Insbesondere der FX37 [1] gleicht sie wie ein Ei dem anderen. Lediglich die Linse ist ein wenig nach rechts gerutscht, und auf der linken Seite sitzt eine silberne Öse für eine Trageschlaufe.

Design

Auf der Oberseite befinden sich wie bislang An/Aus-Schalter, Zoomring und Auslöser. Das Modusrädchen steht rechts oben aus dem Gehäuse heraus und ist um 180 Grad drehbar. Es hält intelligente Automatik, Programmmodus, Szenenprogramme, Videofunktion und Zwischenablage-Modus, der mit verminderter Auflösung zum Festhalten von Notizen dienen soll, bereit.


Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen: Die Lumix DMC-FX60 sieht ihren Vorgängern zum Verwechseln ähnlich.

Auf der Rückseite finden sich die für Panasonic-Kompaktkameras üblichen Bedienelemente: Schieber zum Wechseln zwischen Aufnahme und Wiedergabe, Vier-Wege-Pad und ein 2,7 Zoll großes Display. Mit 9,7 mal 5,4 mal 1,9 Zentimetern gehört die FX60 sicherlich zu den kompaktesten ihrer Gattung. Sie bringt außerdem lediglich 126 Gramm auf die Waage und fällt somit in die Kategorie „Federgewicht“.

Allerdings ist sie noch nicht so klein, als dass sie unkomfortabel in der Hand liegen würde. Eine gummierte Beschichtung auf dem Gehäuse tut ihr Übriges dazu. Zudem befindet sich unterhalb des Modusrädchens ein kleiner Griff für den Daumen. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen möchte, dass die Kamera auch nach dem McDonalds-Besuch nicht aus den fettigen Fingern glitscht, freut sich über die mitgelieferte Trageschlaufe.

Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich ein Stativgewinde sowie eine Klappe, die Akku und SDHC-Karte beherbergt.

Ausstattung

Wir haben darum gefleht, die Hersteller haben reagiert – endlich gibt es auch bei Kompaktkameras Linsen mit vernünftigen Lichtstärken. Die FX60 folgt dem Trend und bietet eine maximale Blendenöffnung von F2,8. Zudem bringt Panasonic in dem kompakten Gehäuse einen fünffachen optischen Zoom unter, dessen Brennweitenbereich bei 25 Millimetern beginnt. Darüber hinaus kommt der aktuelle Bildstabilisator des Herstellers namens Power O.I.S. zum Einsatz. Der Verwacklungsschutz konnte uns bereits bei der Lumix DMC-ZX1 überzeugen. Angeblich soll die Kompaktkamera in maximal 0,3 Sekunden fokussieren – ob die Lumix die Erwartungen erfüllt, werden wir im Abschnitt Leistung dieses Tests herausfinden.


Auch auf der Oberseite gibt es wenige Überraschungen – hier verbaut Panasonic Ein/Aus-Schalter und Auslöser inklusive Zoomring.

Bei den Aufnahmeoptionen steht eine intelligente Automatik zur Verfügung, die selbstständig das richtige Szenenprogramm für das aktuelle Motiv heraussucht. Zudem gibt es verschiedene Autofokusmodi und eine Gesichtserkennung. Eine intelligente ISO-Funktion erlaubt die Begrenzung der maximalen Empfindlichkeit. Damit sinkt die Gefahr, verrauschte Bilder im Halbdunkel zu erhalten. Gleichzeitig steigt allerdings das Risiko von verwackelten Aufnahmen, denn eine niedrigere ISO-Empfindlichkeit resultiert in längeren Belichtungszeiten. Aber irgendwo haben Kompaktkameras einfach ihre Grenzen.

Obwohl die Lumix DMC-FX60 keinen Touchscreen besitzt, verschmiert der Bildschirm erschreckend schnell. Zudem ist die Auflösung der Anzeige mit lediglich 230.400 Pixeln etwas enttäuschend – das Display der Samsung ST550 [2] beispielsweise schafft 1,1 Millionen Bildpunkte. Zudem zeichnet die Kamera Videos nicht im AVCHD- sondern lediglich im platzraubenderen Motion-JPEG-Format auf. Trotz 720p-Aufnahme gibt es keinen HDMI-Ausgang. Bei einem Kaufpreis von 250 Euro hätten wir uns etwas mehr erwartet.

Leistung

Im Gegensatz zur Ausstattung überzeugt die Geschwindigkeit der Panasonic Lumix DMC-FX60: Um aus dem Tiefschlaf zu erwachen und das erste Bild zu schießen, benötigt sie lediglich 1,7 Sekunden. Die Auslöseverzögerung geht mit 0,13 Sekunden ebenfalls in Ordnung. Im Serienbildmodus vergehen zwischen zwei Fotos 0,7 Sekunden. Leider ist bereits nach drei Aufnahmen Schluss, und die Kamera genehmigt sich eine Verschnaufpause. Insbesondere in hektischen Situationen kostet das einiges an Flexibilität.

Der Autofokus arbeitet ebenfalls erfreulich schnell. Mit einem in den meisten Fällen erzielten Wert von 0,4 Sekunden erreichen wir die Herstellerangabe von 0,3 Sekunden nahezu.

Bildqualität

Unsere Fotos mit der FX60 weisen allesamt die Klarheit, die Schärfe und den exzellenten Dynamikbereich der vorherigen Lumix-Kameras auf. Die Weitwinkellinse ist ebenfalls ziemlich gut und weist nur geringe Verzerrungen auf. Bei der minimalen Brennweite von 25 Millimetern bringt die Panasonic lediglich eine leichte tonnenförmige Deformation und minimale Farbsäume aufs Foto. Das folgende Bild zeigt, wie gut die Kamera mit einer Situation zurechtkommt, die etliche Weitwinkel-Konkurrenten bereits an ihre Grenzen bringt.

Panasonic Lumix DMC-FX60 [3]

Die Panasonic Lumix DMC-FX60 kommt auch mit schwierigen Situationen gut zurecht. Die Belichtungszeit beträgt hier 1/200 Sekunde, die Blende F4,0 und die Empfindlichkeit ISO 80 (zum Vergrößern auf das Bild klicken, 6 MByte – Originalfoto).

Ab ISO 400 stellen wir ein leichtes Bildrauschen fest, und Artefakte beginnen, sich negativ auf die Bildqualität auszuwirken. Bei ISO 1600 eignen sich die Aufnahmen nur noch für winzige Ausdrucke und Webseiten. Das ist allerdings in dieser Kameraklasse nichts Außergewöhnliches.

Panasonic Lumix DMC-FX60 [4]

So sieht die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FX60 bei verschiedenen ISO-Empfindlichkeiten aus (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Die Farben sehen lebendig und satt aus ohne übertrieben zu wirken. Im Vergleich zur Canon IXUS 200 IS [5] weisen die Aufnahmen der Panasonic-Kamera einen größeren Tonwertbereich und ein weniger überdrehtes Pink auf. Erfreulich: Die FX60 wählt bei fast allen Weitwinkelaufnahmen die größte Blendenöffnung, was in einer niedrigeren Belichtungszeit resultiert.


Bildqualität von Canon IXUS 200 IS (oben) und Panasonic Lumix DMC-FX60 im Vergleich

Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf den Videomodus. Die erste Enttäuschung: Während der Aufnahme steht kein Zoom zur Verfügung – weder optisch noch digital. Das überrascht insbesondere angesichts der Tatsache, dass bei allen aktuellen Panasonic-Kameras der Zoom während dem Filmen funktioniert.

Die Qualität macht leider keinen besseren Eindruck. Die Clips weisen jede Menge Bildrauschen auf und neigen zur Überbelichtung. Zudem ist der Autofokus quälend langsam und die Tonqualität verhältnismäßig schlecht. Diese Makel treten sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen auf. Bei schnellen Schwenks sind die Filmchen außerdem voll von gezackten Linien. Das kostet die FX60 einiges an Punkten.

Fazit

Panasonic positioniert die FX60 etwas seltsam in seiner Produktpalette: Für nur 20 Euro mehr wechselt die ZX1 den Besitzer, die zwar nicht ganz so stylisch, aber dennoch nicht gerade hässlich aussieht. Außerdem bietet das geringfügig teurere Modell einen achtfachen optischen Zoom, einen ebenso starken Weitwinkel sowie eine bessere Bildqualität im Videomodus. Damit ist die Lumix DMC-ZX1 [6] eindeutig die bessere Wahl.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41502740/panasonic-lumix-dmc-fx60-gute-fotos-enttaeuschende-videos/

URLs in this post:

[1] FX37: https://www.cnet.de/tests/digicam/39197110/testbericht/kompakte+mit+weitwinkelzoom+panasonic+lumix+dmc_fx37.htm

[2] Samsung ST550: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501371/testbericht/samsung+st550+kompaktkamera+mit+zwei+touchscreen_displays.htm

[3] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/09/0909_panasonic_lumix_dmc-fx60_testfoto_gr.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/09/0909_panasonic_lumix_dmc-fx60_rauschen_gr.jpg

[5] Canon IXUS 200 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41502373/testbericht/canon+ixus+200+is+erste+canon_kamera+mit+touchscreen.htm

[6] Lumix DMC-ZX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501553/testbericht/panasonic+lumix+dmc_zx1+kompaktkamera+mit+8_fach_zoom.htm