Sobald man einen Weg gefunden hat, den iPod zu halten ohne die Linse zu verdecken, kann es losgehen mit dem Filmen. Der Nano bietet keine Aufnahme- oder Qualitätseinstellungen. Er zeichnet alles Material mit 640 mal 480 Pixeln im H.264-Codec auf. Die Datenrate ist variabel und beträgt im Schnitt etwa 2,5 MBit/s. Eine Minute belegt also rund 20 MByte und eine Stunde 1,2 GByte an Speicherkapazität.

Allerdings sind die Linse und das Mikrofon so winzig, dass der Nano beim besten Willen mit keinem noch so schlechten dedizierten Camcorder mithalten kann. Er bewegt sich eher auf dem Niveau von sehr guten Kamerahandys. Damit eignet sich die Videokamera für Clips vom betrunkenen Hamster oder dem Freund, der im Einkaufswagen über den Gartenzaun fliegt, aber beim besten Willen nicht für ernsthafte Aufnahmen von der Hochzeit. Zumal die Farben – insbesondere bei Tageslicht – sehr verwaschen aussehen.

Nano-Camcorder oder Mini-MP3-Player?

Primär ist der iPod Nano auch in der fünften Generation noch ein MP3-Player. Und diesen Job erledigt er recht gut – jedenfalls sobald die grottenschlechten mitgelieferten Ohrhörer in der Mülltonne gelandet und durch ein hochwertiges Paar ersetzt sind. Der Sound ist sehr ordentlich, erreicht aber gerade beim Bass nicht das volle Klangbild der Sony-Walkman-Player. Für den Großteil der mobilen Musik-Genießer dürfte die Qualität aber absolut ausreichen.

Bei der Wiedergabe von Videos kommt der Nano natürlich nicht an den iPod Touch heran. Für seine Größe und seinen Preis liefert der Player dennoch eine ausgezeichnete Bildqualität. Die für einen 2,2-Zoll-Bildschirm recht hohe Auflösung von 376 mal 240 Pixeln sorgt für eine ausgezeichnete Schärfe. Zudem ist ein Lautsprecher an Bord. Sehr praktisch, um sich vorm Schlafengehen noch schnell einen Videopodcast im Bett anzusehen. Für eine zufriedenstellende Wiedergabe von Musik reicht die Qualität allerdings bei Weitem nicht aus.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal des Nano ist VoiceOver. Dabei liest der iPod sowohl Menüs als auch Liedtitel vor. Das Feature richtet sich insbesondere an Menschen mit Sehbehinderung. Darüber hinaus sind ein Schrittzähler, eine Diktiergerätfunktion sowie eine Handvoll durchaus unterhaltsamer Spiele an Bord. Was es allerdings immer noch nicht gibt, sind ein Mehr-Band-Equalizer und ein Speicherkartenslot.

Fazit

Ohne Frage, die fünfte Ausgabe der MP3-Flunder ist der beste iPod Nano, den es jemals gab. Insbesondere die 16-GByte-Version bietet ein ausgezeichnetes Preisleistungsverhältnis. Dennoch, perfekt ist der Player nicht. Und wen es nicht gerade übermäßig nach einer VGA-Videokamera und einem Radio dürstet, der braucht seinen alten Nano oder vergleichbaren Player nicht gegen das neue Modell zu ersetzen.

Unsere britischen Kollegen waren mit dem iPod Nano 5G auf Videotour. Das nachfolgende Filmchen zeigt, was dabei herausgekommen ist.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Apple iPod Nano 5G: die fünfte Generation mit Videokamera im Test

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *